{"id":10004,"date":"2020-05-17T19:05:03","date_gmt":"2020-05-17T19:05:03","guid":{"rendered":"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/?p=10004"},"modified":"2020-05-19T13:09:45","modified_gmt":"2020-05-19T13:09:45","slug":"allerbeste-freunde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=10004","title":{"rendered":"Allerbeste Freunde"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: medium;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-10007\" src=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20-05-17-Benjamin-Beit-Hallahmi-221x300.jpg\" alt=\"\" width=\"221\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20-05-17-Benjamin-Beit-Hallahmi-221x300.jpg 221w, https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20-05-17-Benjamin-Beit-Hallahmi-754x1024.jpg 754w, https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20-05-17-Benjamin-Beit-Hallahmi-300x407.jpg 300w, https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20-05-17-Benjamin-Beit-Hallahmi-768x1043.jpg 768w, https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20-05-17-Benjamin-Beit-Hallahmi.jpg 1105w\" sizes=\"auto, (max-width: 221px) 100vw, 221px\" \/><\/span><\/p>\n<p><strong>Was der Antisemitismus-Beauftragte nicht wahrhaben will: Israel und das Apartheid-S\u00fcdafrika verband eine geradezu innige Beziehung<\/strong><\/p>\n<p>von Arn Strohmeyer<\/p>\n<p>Wenn in Deutschland Israel als \u201eApartheidstaat\u201c bezeichnet wird und auch noch Vergleiche mit dem Apartheidstaat S\u00fcdafrika angestellt werden (wie jetzt in der Debatte um Achille Mbembe), dann klingeln bei den Antisemitismusbeauftragten und den Anh\u00e4ngern Israels alle Alarmglocken, und der \u201eAntisemitismus\u201c-Vorwurf folgt auf dem Fu\u00dfe. <!--more-->Dabei dr\u00e4ngt sich bei einer Analyse der israelischen Realit\u00e4t die Bezeichnung Apartheid geradezu auf. Im Herrschaftsbereich des zionistischen Staates leben f\u00fcnf Millionen Pal\u00e4stinenser ohne politische und b\u00fcrgerliche Rechte \u2013 weggesperrt hinter Mauern und Z\u00e4unen \u2013 in \u201ebesetzten Gebieten\u201c, die nichts anderes sind als Reservate, die man in S\u00fcdafrika \u201eBantustans\u201c oder \u201eHomelands\u201c nannte. Im Westjordanland gibt es f\u00fcr die j\u00fcdische und die pal\u00e4stinensische Bev\u00f6lkerung eine getrennte Gerichtsbarkeit und auch getrennte Stra\u00dfen. Die Pal\u00e4stinenser im Kernstaat Israel sind in jeder Weise diskriminiert und deshalb Menschen zweiter Klasse, was durch das Nationalstaatsgesetz sogar gesetzlich festgeschrieben ist.<\/p>\n<p>S\u00fcdafrikaner, die Israel und die besetzten Gebiete besucht haben, haben sich immer wieder in der Weise ge\u00e4u\u00dfert, dass die Verh\u00e4ltnisse dort viel schlimmer seien als im Apartheid-S\u00fcdafrika, denn in den Homelands und Bantustans sei die Absperrung nicht so total gewesen und die wei\u00dfen Herren h\u00e4tten dort trotz aller Unmenschlichkeit des Systems niemals so brutale Milit\u00e4raktionen durchgef\u00fchrt wie Israel im Westjordanland und im Gazastreifen. Wie stand es aber um die Beziehungen zwischen Israel und dem S\u00fcdafrika der Apartheid? Haben die Israelis dieses rassistische System verabscheut und gemieden, weil die Juden selbst in ihrer Geschichte so oft Opfer des Rassismus waren? Der folgende Text soll dar\u00fcber Auskunft geben.<\/p>\n<p>An einem Aprilabend des Jahres 1976 sa\u00df der israelische Psychologieprofessor Benjamin Beit-Hallahmi von der Universit\u00e4t Haifa in seiner Wohnung vor dem Fernsehger\u00e4t und schaute sich die Abendnachrichten an. Eines der Tagesereignisse, die er das sah, machte ihn tief betroffen und hatte f\u00fcr seine Arbeit Folgen. Denn das Fernsehen zeigte, wie der Premierminister des Apartheidstaates S\u00fcdafrika, Johannes (John) Vorster, der zum Staatsbesuch in Israel weilte, in der Holocaustgedenkst\u00e4tte Yad Vashem einen Kranz niederlegte. Beit-Hallahmi bezeichnet die Szene als \u201esurreal\u201c: \u201eDass das israelische Au\u00dfenministerium die Taktlosigkeit besa\u00df, einen aktenkundigen Nazi-Kollaborateur zu einer Gedenkst\u00e4tte f\u00fcr die Opfer des Nazismus zu f\u00fchren und ihn dann einen Vortrag \u00fcber die Nazis anh\u00f6ren zu lassen, fand ich h\u00f6chst erstaunlich.\u201c<\/p>\n<p>Bait Hallahmi konnte es nicht fassen, dass in Israel ein Nazi-Kollaborateur mit allen Ehren empfangen wurde, der nach israelischem Gesetz beim Betreten des Landes eigentlich h\u00e4tte verhaftet und vor Gericht gestellt werden m\u00fcssen, stattdessen wurde er von Ministerpr\u00e4sident Rabin auf dem Flughafen mit herzlicher Umarmung begr\u00fc\u00dft. Beit-Hallahmi hatte M\u00fche, das Gesehene politisch einzuordnen.<\/p>\n<p>Er merkte dazu an: \u201eIch begann nachzudenken und konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, dass dieses bizarre Ereignis eine ganze Menge \u00fcber Israel aussagte. Es war nicht nur die Taktlosigkeit, die mich st\u00f6rte. Ich hatte das unheimliche Gef\u00fchl, Zeuge einer Inszenierung zu sein, durch die das Unerh\u00f6rte in Normalit\u00e4t verwandelt wurde. Das Schauspiel war in der Tat unerh\u00f6rt, aber es hatte etwas beeindruckend Wahres. Und dann begriff ich: Vorster in der Holocaust-Gedenkst\u00e4tte! Was f\u00fcr eine Selbstdarstellung Israels! Vielleicht zeigte unser Land hier sein wahres Gesicht, pr\u00e4sentiert zu unser aller Aufkl\u00e4rung von einem mit seltenem komischem Talent begabten Regisseur. Hier war ein alter Nazi-Sympathisant, und er bewies mehr Taktgef\u00fchl als seine israelischen Gastgeber, gab sie aber zugleich der L\u00e4cherlichkeit und der Kritik preis. Auch wenn die mannigfaltigen Bedeutungsnuancen dieses szenischen Kunstwerks den meisten Zuschauern verborgen geblieben sein m\u00f6gen, so h\u00e4tte doch keinem echten Filmregisseur, der nach einer exemplarischen israelischen Einstellung gesucht h\u00e4tte, etwas Besseres einfallen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Beit-Hallahmi dachte \u00fcber das im Fernsehen Gesehene immer wieder nach und hatte das Gef\u00fchl, \u201ehier auf ein zutiefst symbolisches Bild gesto\u00dfen zu sein, ein Gleichnis f\u00fcr den Charakter des Staates Israel. So mancher wird dies als eine ungerechtfertigte \u00dcbertreibung oder als unbegr\u00fcndeten Vorwurf empfinden. War es das wirklich? War dieses surreale Bild nur eine vorbeiziehende Wolke am blauen Himmel des Zionismus oder war es Bein von seinem Bein, Fleisch von seinem Fleisch? War es eine Verirrung, oder war es Symptom einer tieferliegenden, bedeutsamen Wahrheit?\u201c<\/p>\n<p>Der israelische Psychologe nahm das Gesehene zum Anlass, sich tief in das \u201eLabyrinth\u201c der israelischen Au\u00dfenpolitik zu begeben, um die verborgene Botschaft der im Fernsehen gesehenen Bilder zu entschl\u00fcsseln, das hei\u00dft, der Beziehung Israels zur Dritten Welt und im Besonderen der zu S\u00fcdafrika, das damals noch der Apartheidstaat war, auf den Grund zu gehen. Das Ergebnis dieser Nachforschungen war das Buch The Israeli Connection, das 1989 auch in der Bundesrepublik unter dem Titel Schmutzige Allianzen. Die geheimen Gesch\u00e4fte Israels herauskam und in der Presse eine sehr positive Aufnahme fand, was heute wegen der hysterischen Jagd auf \u201eAntisemiten\u201c kaum noch m\u00f6glich w\u00e4re.<\/p>\n<p>Der zionistische Staat hat keinerlei Vorbehalte gegen dieses von Rassismus bestimmte Regime der wei\u00dfen Herren am Kap erhoben. Beit-Hallahmi merkt gleich zu Anfang seiner Ausf\u00fchrungen \u00fcber die Beziehungen zwischen Israel und der Burenrepublik an: \u201eDie Geschichte der Partnerschaft zwischen S\u00fcdafrika und Israel ist eine Partnerschaft, die auf der Erde ihresgleichen sucht. Israel hat sich in S\u00fcdafrika mit Haut und Haaren engagiert, mit h\u00f6herem Einsatz und Aufwand als irgendwo sonst, und es hat sich zu einer wichtigen \u2013 und zunehmend unentbehrlichen \u2013 St\u00fctze f\u00fcr den Fortbestand des Apartheidregimes entwickelt. Das B\u00fcndnis zwischen S\u00fcdafrika und Israel geh\u00f6rt zu den bestgeh\u00fcteten Tabus in der Medienberichterstattung der letzten vier Jahrzehnte, und dies obwohl \u00fcber viele aufschlussreiche Details aus der Geschichte dieses B\u00fcndnisses irgendwann und irgendwo etwas geschrieben worden ist. (\u2026) Die Geschichte Israels kennt keine vergleichbare Liaison von solcher Intimit\u00e4t und Dauer.\u201c<\/p>\n<p>Was nicht verwundert, denn beide Staaten befanden sich in einer sehr \u00e4hnlichen Situation, die der s\u00fcdafrikanische Premierminister Vorster so erkl\u00e4rte: Israel stehe nunmehr vor einem eigenen Apartheidproblem im Umgang mit seinen arabischen Einwohnern. Beide V\u00f6lker seien gewillt, eher zu k\u00e4mpfen, als ihre Zukunft ganz in die H\u00e4nde einer sie umschlie\u00dfenden Mehrheit zu legen. F\u00fchrende israelische Politiker nahmen solche Vergleiche gern auf und stellten S\u00fcdafrika als nachahmenswertes Vorbild f\u00fcr das \u201eProblem\u201c mit den Pal\u00e4stinensern dar: sie in Bantustans oder Homelands abzuschieben, sie dort einzusperren und eine \u201eeigene Entwicklung\u201c nehmen zu lassen. (Das ist die bisherige israelische Praxis, und das ist auch der Inhalt des \u201eJahrhundert-Deals\u201c von US-Pr\u00e4sident Trump, den Israel nun umsetzen will.)<\/p>\n<p>Die fast symbiotisch zu nennende Zusammenarbeit umfasste folgende Bereiche:<\/p>\n<ul>\n<li>Israel war f\u00fcr S\u00fcdafrika der engste milit\u00e4rische Verb\u00fcndete, der zionistische Staat lieferte nicht nur Waffen, die Kooperation erstreckte sich auch auf die Planung und Ausf\u00fchrung gemeinsamer R\u00fcstungsprojekte, die Zusammenarbeit ging bis zur Arbeitsteilung. Die Waffenlieferungen umfassten: Gewehre, Panzer, Raketenboote, D\u00fcsenj\u00e4ger, Gabriel-Raketen, Haubitzen, Radarsysteme, Nachrichten- und Spionagetechnik, Anti-Guerilla-Alarmsysteme und Nachtsichtger\u00e4te. Die israelischen Firmen Elbit und Tadiran halfen beim Aufbau einer r\u00fcstungselektronischen Industrie in S\u00fcdafrika. Nat\u00fcrlich leistete Israel auch intensive Ausbildungshilfe f\u00fcr das Milit\u00e4r.<\/li>\n<li>Die Milit\u00e4rs beider Staaten arbeiteten auch bei der milit\u00e4rischen Strategie und Planung eng zusammen. S\u00fcdafrikas Invasionen in Namibia und Angola verfolgten den Zweck, diese Nachbarstaaten zu destabilisieren. Vorbild war dabei die israelische Strategie im Kampf gegen die PLO und die benachbarten arabischen Staaten. So f\u00fchrten die S\u00fcdafrikaner schnelle Strafaktionen und Pr\u00e4ventivschl\u00e4ge gegen Guerilla-Bastionen in Drittl\u00e4ndern (Lesotho, Mozambique und Angola) durch. Die S\u00fcdafrikaner kopierten damit die seit den 60er Jahren von Israel praktizierten praktizierten Angriffe auf St\u00fctzpunkte des pal\u00e4stinensischen Widerstandes im Libanon oder Jordanien. Die Israelis unterst\u00fctzten die S\u00fcdafrikaner auch deshalb so intensiv im Kampf gegen den \u201eTerror\u201c, weil sie f\u00fcrchteten, dass Misserfolge in dieser Auseinandersetzung die Araber in ihrem Kampf gegen Israel befl\u00fcgeln k\u00f6nnten.<\/li>\n<li>Nach dem Juni-Krieg 1967 und der Eroberung der pal\u00e4stinensischen Gebiete entwickelte Israel eine ausgefeilte Technik elektronischer Grenz- und Bewegungskontrollen. Dieses technische Know-how setzten israelische Experten auch an den s\u00fcdafrikanischen Grenzen ein. Sie installierten dort Sicherungs- und Detektionssysteme, die das Einsickern von \u201eTerroristen\u201c verhindern sollten. Zu der \u201eelektronische Mauer\u201c geh\u00f6rten neben elektronischen Z\u00e4unen auch Mikrowellen-Detektoren, Radaranlagen und Minenfelder.<\/li>\n<li>Auch die israelischen und s\u00fcdafrikanischen Geheimdienste kooperierten sehr eng miteinander, wobei die S\u00fcdafrikaner auch hier von israelischer Technik und israelischem Know-how profitierten. Die israelische Sicherheitspolizei Shabak, die mit dem heutigen Shin-Bet identisch ist, unterhielt in S\u00fcdafrika eine st\u00e4ndige Mission. Ziel der gemeinsamen Arbeit war die Durchsetzung und Aufrechterhaltung des Apartheid-Systems, wobei sich die Shabak auf die Erfolge bei der Repression der Pal\u00e4stinenser berufen konnte.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Aus dem bisher Gesagten ergibt sich automatisch, dass auch die wirtschaftlichen und touristischen Beziehungen zwischen beiden Staaten sehr eng waren. Israelische Unternehmer investierten gern in S\u00fcdafrika, weil das Umfeld freundlich und die schwarzen Arbeitskr\u00e4fte billig waren. Die wirtschaftliche Kooperation schlug sich in zahlreichen offiziellen Abkommen nieder. Auch in den \u201eunabh\u00e4ngigen\u201c Homelands und Bantustans investierten Israelis. Israelische Experten halfen dort bei den verschiedenen Aufbauprojekten. Es bestanden fast formelle zwischenstaatliche Kontakte zwischen Israel und diesen Bantustans. Zur Ciskei und ihrem Pr\u00e4sidenten Sebe, einem grausamen Diktator, pflegten Israel und seine Politiker besonders herzliche Beziehungen. Dass Investitionen in S\u00fcdafrika und auch in den Homelands zu t\u00e4tigen, eine Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Apartheid war, betrachteten die Israelis nicht als S\u00fcnde, sondern als Zukunftssicherung. Es gab im \u00dcbrigen sehr viele Israelis, die damals nach S\u00fcdafrika ausgewandert sind.Am brisantesten war die Zusammenarbeit zwischen beiden Staaten auf dem nuklearen Gebiet. Atomwaffen betrachtete Israel vom Beginn seiner Existenz an als Grundbedingung seines \u00dcberlebens als Staat, aber auch der Apartheidstaat S\u00fcdafrika machte sein weiteres \u00dcberleben vom Besitz solcher Waffen abh\u00e4ngig. Beide Staaten erg\u00e4nzten sich in diesem Ziel also in idealer Weise. Zudem sind Atomwaffen ein geeignetes Mittel der Abschreckung, Erpressung und im Ernstfall der Vergeltung. In den 1950er und 1960er Jahren hatte Frankreich die Voraussetzungen geschaffen, dass Israel Atommacht werden konnte, indem es dem israelischen Reaktor- und Nuklearkomplex Dimona dazu verhalf, Uran in Plutonium umzuwandeln und damit die Bombe herstellen zu k\u00f6nnen. Israel besa\u00df nat\u00fcrlich auch die wissenschaftlichen Kapazit\u00e4ten f\u00fcr die Entwicklung seines Atomprogramms, andernfalls h\u00e4tte es ein solches Projekt gar nicht in Angriff nehmen k\u00f6nnen. Es soll sogar gemeinsame franz\u00f6sisch-israelische Atombombentests in der Sahara gegeben haben. F\u00fcr Israel genoss die Herstellung \u201ekleiner\u201c taktischer Atomwaffen Priorit\u00e4t, die auf den Einsatz in der nah\u00f6stlichen Region zugeschnitten sein sollten. Eine solche L\u00f6sung entsprach auch den s\u00fcdafrikanischen Bed\u00fcrfnissen.<\/p>\n<p>S\u00fcdafrika besitzt bedeutende Uranvorkommen und war schon deshalb der ideale Partner f\u00fcr Israel. Ab 1957 soll es Uranlieferungen S\u00fcdafrikas nach Dimona gegeben haben. Auch bei der Entwicklung von Tr\u00e4gerraketen arbeiteten beide Seiten eng zusammen. Israel lieferte seinem Verb\u00fcndeten am Kap Jericho-Raketen und beide produzierten \u2013 in Kooperation mit Taiwan \u2013 mit Atomsprengk\u00f6pfen best\u00fcckte Marschflugk\u00f6rper. Es versteht sich, dass die atomare Zusammenarbeit h\u00f6chster Geheimhaltung unterworfen war. Es soll sowohl auf See wie auch in der W\u00fcste Kalahari gemeinsame Bombentests gegeben haben.<\/p>\n<p>\u2022 Die \u00c4hnlichkeit der Systeme verband die beiden Staaten und ihre Menschen in einer engen Freundschaft. In S\u00fcdafrika unterdr\u00fcckten die Wei\u00dfen die schwarze Mehrheit, in Israel unterdr\u00fccken die zionistischen Herren des Landes die gleichstarke pal\u00e4stinensische Bev\u00f6lkerung. Zudem verband sie die aus dieser Situation resultierende Sorge um das \u00dcberleben der j\u00fcdischen Israelis und der wei\u00dfen S\u00fcdafrikaner. Das gegenseitige Vertrauen gipfelte in der atomaren Zusammenarbeit. Beit-Hallahmi merkt dazu an: \u201eEine nukleare Allianz ist heute wohl die Kr\u00f6nung einer Beziehung zwischen zwei Staaten. Ein auf Plutonium gegr\u00fcndetes B\u00fcndnis ist eine Blutsbr\u00fcderschaft im furchtbarsten Sinne des Wortes und verdient es, sehr ernst genommen zu werden.\u201c<\/p>\n<p>Als das s\u00fcdafrikanische System in die Endphase geriet, sein Zusammenbruch abzusehen war und in der ganzen Welt gegen die wei\u00dfe Minderheitsherrschaft dort demonstriert wurde, erhob sich in Israel keine kritische Stimme gegen die Apartheid. Israelische Unternehmen f\u00fchrten ihre Projekte unbeirrt weiter, israelische Touristen machten weiter in S\u00fcdafrika Urlaub und die israelische Regierung unterst\u00fctzte den Apartheidstaat beratend, wie man die Imagewerbung f\u00fcr sein inhumanes und menschenrechtswidriges System verbessern k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Man tat alles, um dem Apartheidstaat das \u00dcberleben zu sichern, schickte sogar Experten zur Aufstandsbek\u00e4mpfung dorthin, denn man war sich in Tel Aviv und Jerusalem bewusst, dass Israel im Fall des Zusammenbruchs des Apartheidsystems den f\u00fcr das eigene \u00dcberleben engsten und wichtigsten Freund und Partner verlieren w\u00fcrde. Als der worst case zu Beginn der 1990er Jahre eintrat, die wei\u00dfe Herrschaft zusammenbrach und die schwarze Mehrheit durch freie Wahlen an die Macht kam, muss in Israel Weltuntergangsstimmung geherrscht haben. Denn der Machtwechsel hatte nicht nur bewiesen, \u00fcber wie wenig Realit\u00e4tssinn und Zukunftsorientierung die israelische Politik verf\u00fcgte, sie musste auch die Angst wecken, dass auch das israelische Apartheidsystem auf Sand gebaut ist und keine Zukunft haben kann.<\/p>\n<p>17.05.2020<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was der Antisemitismus-Beauftragte nicht wahrhaben will: Israel und das Apartheid-S\u00fcdafrika verband eine geradezu innige Beziehung von Arn Strohmeyer Wenn in Deutschland Israel als \u201eApartheidstaat\u201c bezeichnet wird und auch noch Vergleiche mit dem Apartheidstaat S\u00fcdafrika angestellt werden (wie jetzt in der &hellip; <a href=\"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=10004\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-10004","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10004","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10004"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10004\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10015,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10004\/revisions\/10015"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10004"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10004"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10004"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}