{"id":1022,"date":"2014-07-30T19:35:35","date_gmt":"2014-07-30T19:35:35","guid":{"rendered":"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/?p=1022"},"modified":"2014-08-02T07:07:07","modified_gmt":"2014-08-02T07:07:07","slug":"rechte-gewalt-in-israel-pruegel-und-todesdrohungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=1022","title":{"rendered":"Rechte Gewalt in Israel. Pr\u00fcgel und Todesdrohungen"},"content":{"rendered":"<div style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/14-07-30-yoav-eliassi.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/14-07-30-yoav-eliassi.jpg\" width=\"200\" height=\"141\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">aus der Facebook-Seite von Yoav Eliassi. Es kann einem nur noch schlecht werden!<\/p><\/div>\n<p>Hier ist mal was f\u00fcr unsere unbedingten Israel-Verteidiger. Alexandra Belopolsky hat im <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/rechte-gewalt-in-israel-pruegel-und-todesdrohungen-13067447.html\" target=\"_blank\">Feuilleton der FAZ v. 29 Juli 2014, <\/a>das ja immer f\u00fcr \u00dcberraschungen gut ist, einen erstaunlichen Kommentar zu den gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnissen in Israel und \u00fcber die unglaubliche H\u00e4rte in den Auseinandersetzungen zwischen dem linkem und rechten Fl\u00fcgel geschrieben.<\/p>\n<p>&#8222;Seit Wochen herrscht in Israel die Angst davor, sich als Linker oder Linke zu bekennen. Es gibt in Israel eine wachsende Zahl gewaltbereiter Rechtsradikaler. Es sind l\u00e4ngst nicht mehr nur die illegalen Siedler oder die Orthodoxen,<!--more--> die bereit sind, ihre Ideologie in Aggressivit\u00e4t umschlagen zu lassen. Jetzt erreichen diese Aggressionen einen neuen H\u00f6hepunkt. Seit der neue Gaza-Krieg begonnen hat, wurden in Haifa und Tel Aviv Teilnehmer von Antikriegsdemonstrationen zusammengeschlagen.<\/p>\n<p>Passanten wurden nach ihrer politischen Meinung gefragt und bei nicht gefallender R\u00fcckmeldung ebenfalls geschlagen. In Haifa wurden bis sp\u00e4t in die Nacht lautstarke Parolen wie \u201eTod den Arabern\u201c skandiert. Ein Bus mit linken Demonstranten wurde mit Steinen beworfen. Man h\u00f6rt einen Bericht, den man kaum glauben will: Einem Verletzten wurde in den Krankenwagen noch \u201eJude oder Araber?\u201c nachgerufen.&#8220;<\/p>\n<p>Am 12. Juli w\u00e4ren in Tel-Aviv linke Demonstranten zum ersten Mal brutal verpr\u00fcgelt worden; drei h\u00e4tten ins Krankenhaus gemusst. &#8222;Die rechten Demonstranten bespuckten die linken Protestierer, bewarfen sie mit Eiern und beschimpften sie, unter anderem mit Spr\u00fcchen wie \u201eM\u00f6rder\u201c und \u201eSchelly Dadons Blut klebt an deinen H\u00e4nden\u201c (die junge Schelly Dadon war von einem arabischen Taxifahrer ermordet worden). Dazu gab es Todesfl\u00fcche und Vergewaltigungsdrohungen. Die sp\u00e4rlich vertretene Polizei konnte die beiden Gruppen nicht trennen.&#8220;<\/p>\n<p>Ganz schlimm treibt es offenbar der israelische Rapper Yoav &#8222;HaZel&#8220; (Der Schatten) Eliassi, der auf Facebook die linke Demo angek\u00fcndigt und zu einer Gegenkundgebung aufgerufen hatte. Er geh\u00f6rt zur Gruppe Kahane Chai (&#8222;Kahane lebt&#8220;), die wiederum eine Nachfolgeorganisation von &#8222;Kach&#8220;, einer Partei, die 1988 wegen Anstiftung zum Rassismus vom Wahlkampf ausgeschlossen wurde. 1994 ver\u00fcbte Baruch Goldstein, &#8222;Kach&#8220;-Mitglied, das Attentat in der Moschee in Hebron. Er erschoss 29 und verletzte 150 Menschen und wurde selber get\u00f6tet.<\/p>\n<p>Belopolsky berichtet \u00fcber weitere rechtsextreme Gruppen wie &#8222;Lehava&#8220; (Flamme), deren Namen auf Hebr\u00e4isch als Akronym f\u00fcr &#8222;Pr\u00e4vention von Rassenmischung im Heiligen Land&#8220; steht und die sich das Ziel gesetzt habe, &#8222;M\u00e4dchen aus dem israelischen Volk zu retten, die zu einer Beziehung mit einem Goj verf\u00fchrt wurden.&#8220; Sie w\u00fcrden einen Sticker mit der Formulierung &#8222;Araber! Wage es nicht, an eine J\u00fcdin zu denken!&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Man hat&#8220;, so Alexandra Belopolsky, &#8222;diese Gruppen bisher f\u00fcr vereinzelte, wenn auch nicht ungef\u00e4hrliche Zellen gehalten. Zwar ist seit l\u00e4ngerem zu sp\u00fcren, dass die Volksmeinung immer st\u00e4rker nach rechts neigt, dass die verbale Gewalt in den Online-Kommentaren brutaler wird. Man wusste auch, dass es bei linken Kundgebungen immer Gegendemonstranten gibt, die gewaltt\u00e4tig werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Aber man konnte, man wollte sich nicht vorstellen, dass die rechtsextremen Krawallmacher mehr sind als eine dumpfe Minderheit, die wegen ihrer Lautst\u00e4rke bedeutsamer wirkt, als sie in Wirklichkeit ist. Man konnte oder wollte sich nicht vorstellen, wie viele solcher Radikalen es wirklich gibt. Vor allem konnte man sich nicht vorstellen, dass sie einmal zusammenarbeiten w\u00fcrden.Diese Illusion d\u00fcrfte seit dem Tag, als der Mob das Caf\u00e9 demolierte, zerstoben sein. Eliassi, gegen den immer noch kein Verfahren eingeleitet wurde, bezeichnete die T\u00e4ter als \u201eL\u00f6wen des Schattens\u201c. Sp\u00e4ter ver\u00f6ffentlichte er eine Kolumne auf einer Nachrichtenseite, in der er von mehr als zehntausend die Aktion bef\u00fcrwortenden Schreiben von israelischen Soldaten berichtete und versprach, \u201enicht aufzuh\u00f6ren.&#8220;<\/p>\n<p>Die allermeisten der deutschen Medien folgen ja ziemlich lammfromm der Linie der offiziellen israelischen Propaganda. Aber es gibt r\u00fchmliche Ausnahmen. Dieser FAZ-Artikel ist einer davon.<br \/>\n<em>S\u00f6nke Hundt<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier ist mal was f\u00fcr unsere unbedingten Israel-Verteidiger. 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