{"id":10272,"date":"2020-10-19T14:25:26","date_gmt":"2020-10-19T14:25:26","guid":{"rendered":"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/?p=10272"},"modified":"2020-10-20T06:48:32","modified_gmt":"2020-10-20T06:48:32","slug":"keine-alleinvertretungsansprueche-im-juedisch-christlichen-dialog-die-diskussion-muss-neu-beginnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=10272","title":{"rendered":"Keine Alleinvertretungsanspr\u00fcche im j\u00fcdisch-christlichen Dialog &#8211; die Diskussion muss neu beginnen\u00a0"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Von: Hans-J\u00fcrgen Abromeit, erschienen im <a href=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/20-10-19-Abromeit_pfarrerblatt-1.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Deutschen Pfarrerblatt, Ausgabe 10\/2020<\/a><\/p>\n<p>Im M\u00e4rzheft des Deutschen Pfarrerblatts hat Johannes Wallmann eine Debatte \u00fcber einige Aspekte des im Sommer 2019 gehaltenen Vortrags von Hans-J\u00fcrgen Abromeit er\u00f6ffnet. Der Sichtweise Abromeits und Wallmanns hat Friedhelm Pieper in der Juniausgabe des Deutschen Pfarrerblatts deutlich widersprochen. Die einander entgegengesetzten Positionen sind dabei \u2013 auch in der fortgesetzten Diskussion bis hinein in die Online-Kommentare zu den Beitr\u00e4gen \u2013 hinreichend klar geworden. Hier ergreift nun allerdings der \u201eUrheber\u201c der Kontroverse, <strong>Hans-J\u00fcrgen Abromeit,<\/strong> noch einmal selbst das Wort, um seine urspr\u00fcnglichen \u00dcberlegungen zu verteidigen.<!--more--><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p>Der Nestor der Kirchengeschichtsforschung in Deutschland, Johannes Wallmann, ist mir in dem nun schon ein Jahr w\u00e4hrenden Schlagabtausch \u00fcber meinen Bad Blankenburger Vortrag von 20191 beigesprungen und hat an die Adresse Friedhelm Piepers gerichtet festgestellt: \u201eWas heute christlichj\u00fcdischer Dialog genannt wird, ist bei genauerer Betrachtung kein Dialog, sondern ein Monolog, bei dem eine Vielzahl christlicher Stimmen sich um religi\u00f6se Ann\u00e4herung an das Judentum zu \u00fcberbieten sucht und untereinander streitet.\u201c<\/p>\n<p>Es ist hier nicht der Raum, die gesamte Entwicklung darzustellen, warum das so geworden ist. Einer der Gr\u00fcnde ist aber \u2013 und daf\u00fcr steht Pieper \u2013, dass es einige \u201eExperten\u201c f\u00fcr eine j\u00fcdisch-christliche Normaldialogtheologie gibt, die versuchen zu definieren, was gedacht und gesagt werden darf und was nicht. Pieper ist nun \u00fcberzeugt, dass ich gegen diese Normaltheologie versto\u00dfen habe und zensiert meinen Vortrag entsprechend. J\u00fcdisch-christlicher Dialog ist nach dieser Definition nur das, was Pieper und seine Gesinnungsgenossen betreiben.<\/p>\n<p>Dabei ist die j\u00fcdische Welt weitaus vielf\u00e4ltiger als die Stimmen, die sich in der orthodoxen Rabbinerkonferenz oder auch im Zentralrat der Juden in Deutschland artikulieren. Verd\u00e4chtig ist es dabei, wenn sich konkrete politische Positionen aus angeblich rein theologisch begr\u00fcndeten Einstellungen ergeben, besonders verd\u00e4chtig, wenn diese Positionen manchmal mit denen der jetzigen Netanjahu-Regierung in Israel zusammenfallen. Hier gibt es nicht selten politische \u00dcbereinstimmungen dieser Art von j\u00fcdisch-christlicher Theologie, die ja eher liberalkritischen Ursprungs ist, mit einer extrem fundamentalistischen Israel-Theologie, wie man sie in evangelikalen Kreisen findet. Diese letzte Spielart stand mir vor Augen, als ich mich im letzten Jahr in Bad Blankenburg bei der Jahreskonferenz der Evangelischen Allianz zu Wort gemeldet habe.<\/p>\n<p><strong>Eine \u00d6ffnung der Perspektive<\/strong><br \/>\nAllzu oft wird in diesen Kreisen ein christlicher Zionismus vertreten und nicht zwischen dem Volk Israel in biblischen Zeiten und dem heutigen Staat Israel unterschieden. Es wird so getan, als erg\u00e4be sich aus der Bibel eindeutig eine Notwendigkeit, den heutigen Staat Israel in seiner konkreten Politik zu unterst\u00fctzen. Dabei \u00fcbersehen die christlichen Zionisten, dass es schon in der Bibel eine enorme Spannbreite von Auffassungen zum Land Israel, seinem Verhei\u00dfungscharakter und den Vorstellungen vom Wohnen und Leben im Lande gibt. V\u00f6llig unkritisch wird \u00fcber die innerbiblischen Entwicklungen und \u00fcber das gro\u00dfe Spektrum j\u00fcdischer Einstellungen auf der ganzen Welt hinweggesehen.<\/p>\n<p>Am Ende l\u00e4uft \u201eSolidarit\u00e4t mit Israel\u201c auf eine Unterst\u00fctzung der Politik des Staates Israel hinaus. Solch ein christlicher Zionismus, der die Forderung der atl. Propheten nach Recht und Gerechtigkeit ignoriert und nur die Vorstellung von einem allein vom j\u00fcdischen Volk bewohnten Land Israel kennt, kann sich zwar auf einen Teil der deuteronomistischen Theologie berufen, hat aber den gr\u00f6\u00dferen Teil der biblischen \u00dcberlieferung gegen sich. Ich habe \u201eskizzenartig die beiden \u00e4u\u00dferen Pole der jeweiligen religi\u00f6sen Potentiale\u201c von AT und NT benannt und \u201edann nach dem Zukunftspotential dieser \u00dcberzeugung\u201c gefragt. Ich habe also differenziert und nicht einseitig das AT gegen\u00fcber dem NT abgewertet.<\/p>\n<p>(&#8230;)<br \/>\n<strong><a href=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/20-10-19-Abromeit_pfarrerblatt-1.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Der vollst\u00e4ndige Artikel aus Deutschen Pfarrerblatt, Ausgabe 10\/2020 hier<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von: Hans-J\u00fcrgen Abromeit, erschienen im Deutschen Pfarrerblatt, Ausgabe 10\/2020 Im M\u00e4rzheft des Deutschen Pfarrerblatts hat Johannes Wallmann eine Debatte \u00fcber einige Aspekte des im Sommer 2019 gehaltenen Vortrags von Hans-J\u00fcrgen Abromeit er\u00f6ffnet. 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