{"id":1032,"date":"2014-07-31T13:41:59","date_gmt":"2014-07-31T13:41:59","guid":{"rendered":"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/?p=1032"},"modified":"2014-08-10T16:09:21","modified_gmt":"2014-08-10T16:09:21","slug":"hilferuf-aus-dem-gazastreifen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=1032","title":{"rendered":"Hilferuf aus dem Gazastreifen"},"content":{"rendered":"<p>Seit dem 22. Juli bin ich im Gazastreifen und ich kann einfach nicht glauben, was hier passiert. Ich erlebe die schlimmsten Tage meines Lebens. Alle Menschen in Gaza erleben die schlimmsten Tage ihres Lebens. Denn so massiv wie in dieser Wochen waren noch keine Angriffe auf Gaza. Hinter diesen Worten verbergen sich menschliche Trag\u00f6dien. Die humanit\u00e4re Katastrophe in Gaza hat einen neuen H\u00f6hepunkt erreicht.<!--more--><\/p>\n<p>Der Krieg in Gaza ist ein Krieg gegen Zivilisten. Das sage nicht nur ich, sondern auch die Menschen in Gaza und die Journalisten, mit denen ich spreche, von denen einige so ziemlich s\u00e4mtliche Kriege der letzten zehn Jahre abgedeckt haben (Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien, etc\u2026). Was hier passiert, hat eine besondere Qualit\u00e4t.<\/p>\n<p>\u00dcberall schlagen Raketen ein. In Wohnh\u00e4user, in denen Familien leben, in Moscheen, in denen Menschen beten. Am fr\u00fchen Abend des 30. Juli bombardierte ein F16-Kampfjet das Wohnhaus, das bis dahin schr\u00e4g gegen\u00fcber unseres Hauses stand. Wir sa\u00dfen gerade auf dem Balkon als die Rakete 50 Meter entfernt einschlug. Kurz zuvor h\u00f6rte ich noch einen Esel hysterisch wiehern, als ob er den Angriff schon ahnte und uns warnen wollte.<\/p>\n<p>Tr\u00fcmmer fliegen in schneller Geschwindigkeit gegen unsere Hausmauer und verfehlen uns nur knapp. Wir sitzen pl\u00f6tzlich inmitten einer Staubwolke. Der Staub bedeckt meine Brillengl\u00e4ser und meinen Laptop. Der Staub knirscht zwischen meinen Z\u00e4hen. Es dauert etwa eine halbe Minute bis sich der Rauch legt. Jetzt sehe ich den Vater, mit dem ich mich vorhin noch auf der Stra\u00dfe unterhalten habe, wie er sich mit seinen Kindern hinter einem Bagger verschanzt, um Deckung zu finden, falls ein zweiter Schlag folgt. Der Bagger steht auf einem Parkplatz gegen\u00fcber unseres Hauses und geh\u00f6rt einem Baumunternehmer. Ich laufe sofort zu den Tr\u00fcmmern des bombardierten Wohnhauses und sehe die Verletzten. Ich habe die Familie schon mehrmals in unserer Stra\u00dfe spazierengehen sehen. Ich filme mit meinem Handy wie die Rettungswagen eintreffen und die Verletzten ins Krankenhaus bringen. Auf der Stra\u00dfe liegen Steine, Scherben, umgekippte Strommasten.<\/p>\n<p>Seit dem ich hier bin, wurden jeweils am hellichten Tag bei unbedecktem Himmel und bei freier Sicht zahlreiche zivile Ziele bombardiert. Zum Beispiel eine M\u00e4dchengrundschule der Vereinten Nationen in Beit Hanoun, in der sich Hunderte Fl\u00fcchtlinge aufhielten, und dies, obwohl die UN zuvor die GPS-Koordinaten der Schule dem Generalkommando der israelischen Streitkr\u00e4fte durchgegeben hatte. Ich erinnere schon gar nicht mehr die genaue Zahl der Toten und habe auch kein Internet, um es zu recherchieren. Auch wurde auch ein Park im Schatti-Fl\u00fcchtlingslager, vor dessen Eingang acht Kinder spielten, die alle durch den Angriff get\u00f6tet wurden, bombardiert. Und am sp\u00e4ten Nachmittag des 30. Juli fielen der Bombardierung eines Marktes im Norden des Gazastreifens 17 Menschenleben zum Opfer. 160 Pal\u00e4stinenser wurden verletzt, die dort gerade ihre Eink\u00e4ufe erledigten. Diese Aufz\u00e4hlung an Massakern an der Zivilbev\u00f6lkerung lie\u00dfe sich beliebig lang fortsetzen, da seit dem 8. Juli bereits um die 1000 Zivilisten get\u00f6tet wurden. Ich kann nicht verstehen, weshalb die israelischen Streitkr\u00e4fte so etwas tun. Weshalb werden offenbar gezielt zivile Ziele und gro\u00dfe Menschenansammlungen bombardiert? Die genaue Kenntnis der zu attackierenden Ziele d\u00fcrfte durch die allgegenw\u00e4rtigen Aufkl\u00e4rungsdrohnen, die gestochen scharfe Bilder liefern, vorhanden sein. Weshalb t\u00f6ten die Bomberpiloten immer wieder vors\u00e4tzlich Frauen und Kinder? Welchen ethischen Ma\u00dfst\u00e4ben folgen diese Herren der L\u00fcfte \u00fcber Leben und Tod? Sie sitzen in den modernsten Kampfjets, die jemals entwickelt wurden und br\u00fcsten sich mit &#8222;zielgenauen Schl\u00e4gen&#8220;. Da\u00df in einem Krieg Soldaten Soldaten t\u00f6ten m\u00fcssen, ist durch das V\u00f6lkerrecht legitimiert, aber Zivilisten gezielt zu attackieren, so wie die Familie in unserem Nachbarhaus, die Kinder im Park, die Fl\u00fcchtlinge in der UN-Schule, das ist rechtlich durch keine Kriegsordnung gedeckt. Die Menschen im Gazastreifen fragen sich, weshalb deutsche und westeurop\u00e4ische Regierungschefs diese Verst\u00f6\u00dfe gegen internationale Konventionen nicht scharf verurteilen. Das sind Kriegsverbrechen, die hier jeden Tag im Gazastreifen durch die israelischen Streitkr\u00e4fte ver\u00fcbt werden.<\/p>\n<p>Auch Krankenh\u00e4user, ein Wasserwerk und das einzige Kraftwerk des Gazastreifens wurden bombardiert. In unserem Viertel im Zentrum von Gaza Stadt, das &#8222;Beverly Hills&#8220; genannt wird und bis vor drei Wochen noch \u00fcber eine ziemlich intakte Infrastruktur verf\u00fcgte, hat niemand mehr flie\u00dfendes Wasser. Wir waschen uns mit Wasser aus Plastikflaschen, die wir im Tante-Emma-Laden um die Ecke kaufen. Wir haben seit der Nacht auf den 29. Juli, in der das Kraftwerk bombardiert wurde, keinen Strom und kein Internet mehr. Das Festnetztelefon ist tot. Das Handy ist das einzige Kommunikationsmittel, das noch funktioniert, was nat\u00fcrlich auf Dauer sehr kostspielig ist. Diesen Text schreibe und versende ich im Al Deira Hotel, das \u00fcber einen eigenen Generator verf\u00fcgt und in dem die franz\u00f6sische Nachrichtenagentur AFP ihr eigenes WLAN-Netz hat.<\/p>\n<p>Es gibt kein Brot mehr im Gazastreifen. Es gibt nirgendwo mehr Brot zu kaufen. Wir essen das Brot, das die Ehefrau meines Gastgebers Maher zu Hause b\u00e4ckt im Innenhof unseres Hauses in einem selbstgebauten Ofen, den sie mit Holzkohle befeuert. Wir tunken das Brot in Oliven\u00f6l und Za&#8217;tar, eine Paste aus Thymian, Sesam und Salz. Das essen wir jeden Tag. Selbst wenn es noch Brot zu kaufen g\u00e4be, h\u00e4tten wir kein Geld, um es bezahlen zu k\u00f6nnen. Seit Beginn des Krieges gibt es kein Bargeld mehr an den Geldautomaten, sind die Banken geschlossen, wurde das Finanzministerium komplett zerst\u00f6rt, funktionieren EC- und Kreditkarten nicht mehr. Wenn wir Mehl und \u00d6l kaufen gehen im Laden um die Ecke, lassen wir anschreiben, so wie das alle derzeit tun m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Es gibt kein \u00f6ffentliches Leben mehr im Gazastreifen. Alle Beh\u00f6rden und B\u00fcros, fast alle Gesch\u00e4fte und Restaurants sind geschlossen. Die Menschen gehen nur aus dem Haus, falls unbedingt n\u00f6tig. Die Str\u00e4nde und Parks sind menschenleer. Die letzten vier Kinder, die am Strand Fu\u00dfball spielten, sind von einer israelischen Rakete get\u00f6tet worden. Es war kein Hamas-K\u00e4mpfer oder Raketenabschu\u00dframpen in der N\u00e4he, berichteten Augenzeugen \u00fcbereinstimmend.<\/p>\n<p>Ich wohne in einem zweist\u00f6ckigen Haus um die Ecke der am 29. Juli zerbombten Al Amin Moschee. Zehn Menschen lebten in dem Haus, bevor der Krieg begann. Jetzt sind es 70, die sich die zwei Wohnungen im Haus teilen. Meine Gastgeber haben 60 Fl\u00fcchtlinge aus dem Norden des Gazastreifens, der dem Erdboden platt gemacht wurde, bei sich aufgenommen. Die M\u00e4nner m\u00fcssen im Hauseingang und im Hausflur schlafen, die Wohnungen sind den Kindern und Frauen vorbehalten. Auf so engem Raum mit fremden Menschen zusammen zu leben und nebeneinander zu schlafen ist f\u00fcr alle nicht leicht und Privatsph\u00e4re gibt es gar keine. Auch liegen die Nerven blank nach dreieinhalb Wochen Dauerbombardement, von dem ich ja nur anderthalb Wochen mitbekommen habe. Trotzdem verhalten sich alle 70 Bewohner der zwei Wohnungen immer ruhig und r\u00fccksichtsvoll, sind solidarisch und teilen das wenige miteinander, was sie noch haben: das selbstgebackene Brot, den Handy-Akku, die letzte Zigarette, ein St\u00fcck Seife zum Waschen. Ich war gestern in einem Kindergarten in unserem Viertel, in dem nachts 80 Menschen pro Gruppenraum schlafen.<\/p>\n<p>Pal\u00e4stinenser sind so schlau wie die Libanesen, intelligent wie die Iraker, starke K\u00e4mpfer wie die Algerier und gastfreundlich wie die Syrer. Vielleicht ist es diese Vielzahl an guten Eigenschaften, die es den Menschen in Gaza erm\u00f6glicht, mit dieser schweren Situation umzugehen ohne zu resignieren. Trotz seit dreieinhalb Wochen anhaltender Bombardierung aus der Luft, zu See und zu Land spielen die Kinder noch tags\u00fcber auf der Stra\u00dfe, singen die Frauen beim Brotbacken noch ihre Lieder, leisten die M\u00e4nner noch immer Widerstand. Maher, mein Gastgeber, erkl\u00e4rt: &#8222;Unseren Willen zu leben und zu k\u00e4mpfen, k\u00f6nnen keine Raketen und Granaten brechen.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Gaza Stadt am 29.07.2014<\/strong><\/p>\n<p>Dieser Text handelt von Ereignissen, die ich zwischen Montag 17.00 Uhr und Dienstag 05.00 Uhr erlebte.<br \/>\nEine Spielzeugpistole schwimmt in einer Blutpf\u00fctze. In einer anderen Blutlache liegt in paar Sandalen, das einem der acht Kinder geh\u00f6rte, die bis vor wenigen Minuten noch lebten und in dem kleinen Park des Schatti-Fl\u00fcchtlingslagers vielleicht gerade Fangen spielten oder Fu\u00dfball. Durch die Wasserrinne auf der Stra\u00dfe rinnt Blut. Die B\u00e4ume haben keine Bl\u00e4tter mehr. Sie liegen auf der Stra\u00dfe, auf den D\u00e4chern der zerst\u00f6rten Autos, in den Blutlachen. Das Blut, das die gr\u00fcnen Bl\u00e4tter rot f\u00e4rbt, ist von acht toten Kindern und von drei Erwachsenen, die am sp\u00e4ten Montagnachmittag gegen 17.00 Uhr Ortszeit bei einer starken Explosion am Eingang des Parks gestorben sind. Mindestens weitere 40 Personen wurden zum Teil sehr schwer verletzt. Der Ort der Explosion ist ein Ort des Grauens, an H\u00e4userw\u00e4nden kleben \u00dcberreste menschlichen Gewebes. Ein Vater rennt mit einer Plastikt\u00fcte in der Hand zu dem Rettungswagen, in dem seine tote Tochter liegt. Der Vater zeigt dem Sanit\u00e4ter Gehirnmasse seiner Tochter, indem er den Boden der Plastikt\u00fcte behutsam anhebt. &#8222;Nimm das mit f\u00fcr die Bestattung&#8220;, sagt er zum Sanit\u00e4ter. Ein anderer Vater tr\u00e4gt seinen toten Sohn zu der Ladefl\u00e4che eines Pritschenwagens. Er wird von M\u00e4nnern begleitet, die den Tekbir &#8222;Allahu Akbar&#8220;, &#8222;Gott ist gro\u00df&#8220;, rufen und dabei Handyfotos von der verst\u00fcmmelten Leiche aufnehmen. Anwohner versuchen eine schreiende Frau, die ihre Schwester verloren hat, zu beruhigen. Ein Mann liegt bewu\u00dftlos auf der Stra\u00dfe. Ein Arzt versucht ihn wiederzubeleben. Szenen eines ganz normalen Nachmittags in Gaza Stadt. Die Pal\u00e4stinenser machen einen israelischen Luftangriff f\u00fcr die Explosion am Park verantwortlich, ein Sprecher des israelischen Milit\u00e4rs bestreitet dies und macht eine fehlgeleitete Rakete der Hamas f\u00fcr das Massaker verantwortlich.<\/p>\n<p>Wenige Stunden sp\u00e4ter: eine ganz normale Nacht in Gaza Stadt. F16-Kampfjets donnern mit gewaltigem L\u00e4rm im Tiefflug \u00fcber Gaza Stadt, ihr Schall findet seinen Wiederhall zwischen den W\u00e4nden der Hochh\u00e4user, die noch stehen. Etwa alle 30 Sekunden feuern sie eine Rakete ab. Das omnipr\u00e4sente Sirren der Kampfdrohnen, die \u00fcber unserem Viertel, die \u00fcber jedem Viertel des Gazastreifens kreisen, klingt wie das Motorenbrummen, das aus den Fernsehlautsprechern einer Formel Eins \u00dcbertragung schallt.<\/p>\n<p>Es ist dies wirklich eine imponierende Darbietung milit\u00e4rischer Zerst\u00f6rungskraft, deren Dauerbeschu\u00df zu Luft, zu Land und zu See die Bev\u00f6lkerung des Gazastreifens in dieser Nacht kollektiv in Todesangst versetzt. Eine wahrlich au\u00dfergew\u00f6hnliche Aufbietung des Waffenarsenals der israelischen Streitkr\u00e4fte, einer der modernsten Streitkr\u00e4fte der Welt.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend ich diese Zeilen schreibe, bin ich nicht im al-Deira Strandhotel am Strand von Gaza, in dem die ausl\u00e4ndischen Korrespondenten Schutz suchen. Ich bin im Wohnhaus einer muslimischen Familie im Zentrum von Gaza Stadt. Ich h\u00f6re, wie in den Nachbarwohnungen unseres Hauses kleine Babys ohne Unterbrechung schreien, ver\u00e4ngstigte Kinder in den Armen ihrer M\u00fctter weinen, die Erwachsenen fluchen.<\/p>\n<p>Die Bombardierungen begannen um 23.30 Uhr Ortszeit mit heftigen Fliegerangriffen auf das Fl\u00fcchtlingslager Bureij im Zentrum des Gazastreifens. Seit 01.00 Uhr stehen wir im Zentrum von Gaza Stadt unter Feuer. Im Zentrum einer kleinen Stadt, die mit ihren Hunderttausenden Einwohnern zu den am dichtesten besiedelten Gebieten der Welt geh\u00f6rt. Meine Freunde und ich verbarrikadierten uns im Wohnzimmer und h\u00f6ren, wie die Einschl\u00e4ge der Raketen immer n\u00e4her in unsere Richtung kommen.<\/p>\n<p>Nach ein paar Stunden h\u00e4lt es mich nicht mehr auf meinem Stuhl und ich gehe auf den Balkon im zweiten Stock. Was ich sehe, sind nicht mehr die Stra\u00dfen von Gaza Stadt, wie ich sie kenne. Vor meinen m\u00fcden Augen erstreckt sich eine Tr\u00fcmmerlandschaft, breitet sich das Panorama eines Infernos aus. Unz\u00e4hlige milit\u00e4rische Leuchtstoffkugeln machen den n\u00e4chtlichen Himmel \u00fcber Gaza zum hellichten Tag und weisen den Raketen der Kampfjets ihren Weg zum Ziel.<\/p>\n<p>Das Licht der langsam gen Boden gleitenden Leuchtstoffkugeln durchdringt die Pilzformartigen Staubwolken, die nach jedem Raketeneinschlag aus Richtung des jeweils zerst\u00f6rten Hauses in H\u00f6he schie\u00dfen. Bei jeder Explosion in unserer N\u00e4he bebt das Fundament unseres Hauses, wackelt der Sims des Balkons, auf dem ich stehe; ert\u00f6nen die Alarmanlagen der Autos, die vor dem Haus parken. Die Hunde bellen wie verr\u00fcckt, aufgescheuchte Esel, die hier im Gazastreifen allt\u00e4gliches und allgegenw\u00e4rtiges Transportmittel sind, laufen ziellos durch die Stra\u00dfen und kreischen noch lauter als die Babys.<\/p>\n<p>All diese Ger\u00e4usche des Krieges und Schreie der Angst vermischen sich mit dem Heulen der Sirenen der Rettungswagen zu der Symphonie einer Gro\u00dfstadt im Krieg, deren wiederkehrendes Leitmotiv der tosende Donner der Raketen ist und deren Komponist irgendein die Zerst\u00f6rung berechnender Oberbefehlshaber in Jerusalem.<\/p>\n<p>Morgens um f\u00fcnf, als das Dauerbombardement noch anh\u00e4lt, wird auch noch das Kr\u00e4hen des Hahnes in unserm Hof in die Symphonie miteinstimmen. Hoffentlich als finaler Schlu\u00dfakt. Noch mehr Raketeneinschl\u00e4ge verkraften wir nicht. Die Kinder, und auch mancher Erwachsene, zittern schon die ganze Nacht am ganzen Leib. Maher, meinem Gastgeber, l\u00e4uft der Angstschwei\u00df den R\u00fccken hinunter. Sein Hemd ist klatschna\u00df.<\/p>\n<p>Jetzt schl\u00e4gt wieder eine Rakete nur wenige Hunderte Meter von uns entfernt ein. Sie trifft die Al Amin Moschee, die ich gestern noch fotografiert habe und die direkt neben dem Haus des pal\u00e4stinensischen Pr\u00e4sidenten Mahmoud Abbas (Fatah) liegt. &#8222;Ich gehe in der Al Amin Mosche jeden Tag beten&#8220;, sagt Maher. &#8222;Jetzt mu\u00df ich auf die Al Furqan Mosche ausweichen, die jedoch deutlich weiter von unserem Haus entfernt liegt. Wenn Al Furqan Mosche nicht auch heute nacht zerbombt wurde.&#8220;<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter erf\u00e4hrt Maher durch den Telefonanruf eines Freundes, das in dieser Nacht auch das Haus von Ismael Haniya, des fr\u00fcheren pal\u00e4stinensischen Ministerpr\u00e4sidenten und Hamas-F\u00fchrers, zerst\u00f6rt wurde sowie das Finanzministerium. &#8222;Das hat Israel gemacht, damit die Hamas ihren Angestellten in der Verwaltung und in den Sicherheitsdiensten kein Gehalt mehr zahlen kann.&#8220; In einer Liveschalte des Fernsehsenders Al Jazeera sind viele Kinder und Frauen mit starken Verbrennungen und schweren Verletzungen zu sehen, die von selbstlosen Rettungskr\u00e4ften oder Nachbarn ins Al Shifa Krankenhaus in Gaza Stadt gebracht wurden. Frauen und Kinder, die in dieser Nacht nur friedlich schlafen wollten.<\/p>\n<p>Inzwischen ist uns klar, da\u00df dies doch keine ganz normale Nacht ist in Gaza Stadt. &#8222;Es sind die heftigsten Angriffe seit Beginn des Krieges vor drei Wochen und sogar die intensivste Bombardierung w\u00e4hrend aller der drei Gaza-Kriege seit Dezember 2008&#8220;, konsterniert Maher mit leerem Blick. So verzweifelt habe ich ihn noch nie erlebt. Da\u00df die Intensit\u00e4t der Bombardierung dieser Nacht mit keiner Nacht, die Gaza jemals zuvor erlebt hat, zu vergleichen ist, beobachtet auch der Al Jazeera-Korrespondent, der gerade aus der Lobby des Al Deira Strandhotels dem um Fassung ringenden Moderator in Al Doha ein Telefoninterview gibt.<\/p>\n<p>An Schlaf ist dieser Nacht nicht zu denken in Gaza. Alle bangen um ihr Leben, alle f\u00fcrchten sich vor den n\u00e4chsten Schl\u00e4gen, alle sorgen sich um ihre Verwandten und Freunde. &#8222;Hayak Allah!&#8220;, rufen die Mitglieder meiner Gastfamilie jedes Mal aus, wenn eine Rakete in den Boden kracht: &#8222;Gott stehe uns bei!&#8220; Und nach jedem Bombenanschlag erz\u00e4hlen mir die Jungs, ob dies nun das Gescho\u00df eines F16-, eines F-22-Fliegers oder eines Kriegsmarineschiffes war.<\/p>\n<p>Morgen fr\u00fch werden die Menschen von Gaza, die diese Nacht \u00fcberlebt haben werden, die Toten z\u00e4hlen. Wie jeden Morgen. Bei Nacht kann niemand aus dem Haus gehen ohne sein Leben zu riskieren. Er w\u00e4re sofort im Visier der Drohnen, welche die Umgebung nach m\u00f6glichen Zielen auskundschaften und die genauen Zielkoordinaten in Sekundenschnelle an die Bomberpiloten \u00fcbermitteln. &#8222;Sobald die Angriffe beendet sind, k\u00f6nnen wir in unserer Nachbarschaft nach Verletzten in den zerst\u00f6rten H\u00e4usern suchen&#8220;, sage ich zu Maher, der gerade den Schlauch der Wasserpfeife an seinen Freund weiterreicht. Er schaut mich ernst an und widerspricht: &#8222;Sie werden niemals aufh\u00f6ren uns anzugreifen. Sie wollen uns bek\u00e4mpfen bis wir alle tot oder vertrieben sind. Das ist hier ist ein V\u00f6lkermord.&#8220;<\/p>\n<p>Jetzt, am Dienstagmorgen, auf dem Weg in das Al Deira Strandhotel, um diesen Text zu senden, wird das Ausma\u00df der Zerst\u00f6rung dieser Nacht deutlich. \u00dcberall auf den Stra\u00dfen liegen Scherben und Tr\u00fcmmern. Jetzt sehe ich auch die v\u00f6llig zerst\u00f6rte Al Amin Moschee.<\/p>\n<p>Ich habe die ganze Nacht alle ARD-Sender aus Inferno in Gaza Stadt angerufen. Der MDR in Halle an der Saale war der einzige Sender, der mich erh\u00f6rte. MDR, ihr habt gute arbeit geleistet.<\/p>\n<p>Heute Morgen erreicht mich diese E-Mail eines MDR-Redakteurs:<\/p>\n<p>&#8222;Ihre Informationen von vergangener Nacht haben auf jeden Fall Eingang unsere Nachrichtenbl\u00f6cke gefunden. In den Meldungen wurden Sie zitiert: Israel hat seine Angriffe im Gazastreifen in der Nacht dramatisch ausgeweitet. Gaza-Stadt liegt seit Stunden unter schwerem Beschuss durch Kampfflugzeuge, Kriegsschiffe und Artillerie. Fernsehbilder zeigen Br\u00e4nde und ganze Serien von Explosionen. Unter anderem sollen die Zentrale des Hamas-Fernsehens, eine Moschee und das Haus des fr\u00fcheren pal\u00e4stinensischen Ministerpr\u00e4sidenten Hanija getroffen worden sein. Ein deutscher Journalist in Gaza sprach am ARD-Infonacht-Telefon von den schwersten Angriffen seit Kriegsbeginn. Ein solches Inferno habe er noch nie erlebt. Auch andere Orte des Gazastreifens wurden bombardiert. Nach pal\u00e4stinensischen Angaben gab es Dutzende Tote und Verletzte. Die Hamas ihrerseits feuerte wieder Raketen auf Israel. In Tel Aviv und anderen St\u00e4dten gab es Luftalarm.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Gaza Stadt am 27.07.2014<\/strong><\/p>\n<p>Hunderte Muslime beten in engen Reihen in der Kirche des Sankt Porphyrios-Klosters der Erzdi\u00f6zese Gaza. Die 150 muslimischen Familien sind aus den umk\u00e4mpften Gebieten des Gazastreifens gefl\u00fcchtet und haben in dem griechisch-orthodoxen Kloster Zuflucht gefunden. Weil am Freitag auf den Stra\u00dfen gek\u00e4mpft wird, versammeln sie sich zum Freitagsgebet in der Kirche. &#8222;Muslime und Christen leiden gleicherma\u00dfen unter der Bombardierung von Gaza&#8220;, sagt eine 32-j\u00e4hrige muslimische Frau, die aus dem v\u00f6llig zerst\u00f6rten Viertel Shajaiya ins Kloster gefl\u00fcchtet ist. &#8222;Ich f\u00fchle mich den Christen tief verbunden in diesen schweren Stunden.&#8220;, sagt sie und h\u00e4lt ihr neugeborenes Baby im Arm, das am dritten Tag des Krieges zur Welt kam und Issa, Jesus, hei\u00dft. Am Samstag dann nutzte die im Gazastreifen sehr aktive Hilfsorganisation Islamic Relief die Feuerpause um 700 mittellosen Fl\u00fcchtlinge in der Kirche mit Lebensmitteln, Wasser, Decken und Medikamenten zu versorgen. Vor dem Innenhof des Klosters steht ein Lkw der Hilfsorganisation, der \u00dcberlebenspakete liefert. Rami Mahani, Manager der Humanit\u00e4ren Nothilfe von Islamic Relief, warnt vor einer humanit\u00e4ren Katastrophe im Gazastreifen: &#8222;Seit Beginn der Angriffe vor fast drei Wochen gibt es 200.000 Fl\u00fcchtlinge. Diese w\u00e4hrend des Ramadan bei Rekordtemperaturen um 35\u00b0C und der anhaltenden Blockade des Gazastreifens ausreichend zu versorgen, ist nahezu unm\u00f6glich.&#8220; W\u00e4hrend der Waffenruhe zeigt sich das wahre Ausma\u00df der Zerst\u00f6rungen. Die oberen Stockwerke eines Wohnhauses in der Umar-al-Mukhtar-Stra\u00dfe, der Hauptstra\u00dfe von Gaza Stadt, sind vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt. Das zerbombte Haus hei\u00dft Bursch Assalam, Friedensturm. Autofahrer, die am Samstag w\u00e4hrend der Waffenruhe die Zerst\u00f6rungen in Gaza besichtigen, m\u00fcssen zuerst einen hohen Schuttberg vor dem Haus umfahren. In diesem Haus wurden am 21. Juli sieben Deutsche und f\u00fcnf Pal\u00e4stinenser get\u00f6tet, als zur Zeit des Fastenbrechens um 19:45 Uhr eine Rakete der israelischen Streitkr\u00e4fte einschlug. Die Toten von Gaza haben Namen: Ibrahim Kilani, 53, seine Frau Taghreed, 45, ihre Kinder Yasin Ibrahim, 9, Yaser, 8, Elyas, 4, und Sawsan, 11. Die Kilanis stehen auf der Liste der Todesopfer, die das Gesundheitsministerium von Gaza seit Beginn des Krieges am 8. Juli f\u00fchrt, an 555. bis 561. Stelle. Die Toten von Gaza hatten ein Leben: Ibrahim war ein angesehener Architekt und in viele gro\u00dfe Bauprojekte im Gazastreifen involviert. Hatem Ragab, 52, von Beruf Ingenieur im Ministerium der Kommunalverwaltung der Pal\u00e4stinensischen Autonomiebeh\u00f6rde, ist Ibrahims Freund. Beide Familien mu\u00dften aus ihrer heftig umk\u00e4mpften Heimatstadt Beit Lahia im Norden des Gazastreifens nach Gaza Stadt fliehen, wo sie sich in Sicherheit w\u00e4hnten. Hatem, der als Nachbar die Bombardierung des Friedensturms hautnah miterlebte, ist w\u00fctend: &#8222;12 Menschen, Zivilisten, wurden hier kaltbl\u00fctig von Israelis ermordet. Im Friedensturm waren keine K\u00e4mpfer.&#8220; Das stimmt. Das moderne Hochhaus steht im Reichen-Viertel des Gazastreifens, das Beverly Hills genannt wird. Hier leben Gesch\u00e4ftsm\u00e4nner mit Kontakten in die Emirate oder eben auch ein erfolgreicher deutscher Architekt. &#8222;Die Eigent\u00fcmer sind um das Wohl ihrer Luxusimmobilien besorgt&#8220;, best\u00e4tigt ein Anwohner, &#8222;sie w\u00fcrden niemals einem K\u00e4mpfer Unterschlupf bieten.&#8220; Der Angriff auf Beverly Hills zeigt, da\u00df es im wahrsten Sinne des Wortes keinen einzigen Ort in Gaza gibt, der sicher ist. &#8222;Wir sind den Israelis schutzlos ausgeliefert. Wir haben keine Bunker, in denen wir vor den Bomben der F16-Kampfjets, der Kriegsschiffe und der Artillerie Schutz finden und es gibt kein Nachbarland in das wir fliehen k\u00f6nnen.&#8220; Alle Grenzen von Gaza sind seit acht Jahren zu. Hatem best\u00e4tigt, da\u00df alle get\u00f6teten Kilanis Deutsche sind. &#8222;Warum verurteilt Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht die Ermordung unschuldiger Zivilisten in Gaza?&#8220;, fragt Hatem.<\/p>\n<p>&#8222;1032 Pal\u00e4stinenser wurden bisher durch die israelische Offensive get\u00f6tet, mindestens 75 Prozent von ihnen sind Zivilisten&#8220;, sagt Ashraf al-Qidra, Sprecher des Gesundheitsministeriums in Gaza.<\/p>\n<p>Recherchen in der Notaufnahme des Al Shifa Krankenhauses in Gaza Stadt belegen, da\u00df der Anteil der Zivilisten unter den Kriegsopfern hoch ist. Dr. Youssef Abu Rysh, Leiter der Notaufnahme, arbeitet seit Beginn der Angriffe am 8. Juli im Al Shifa Krankenhaus und schl\u00e4ft jeden Tag nur f\u00fcr drei Stunden auf einer Matratze in seinem B\u00fcro. &#8222;Sehen Sie sich die Toten und Verletzen der Angriffe hier bei uns an. Es werden fast nur unbeteiligte Kinder und Frauen get\u00f6tet. Das sind alles Kriegsverbrechen, die von unabh\u00e4ngigen internationalen Experten untersucht werden m\u00fcssen&#8220;, fordert Abu Rysh. Obwohl der Schichtbetrieb au\u00dfer Kraft gesetzt wurde und s\u00e4mtliche Mediziner und Krankenpfleger des Hospitals im Dauer-Notdienst sind, k\u00f6nnen die \u00c4rzte nicht schnell genug allen schwer Verletzten helfen. &#8222;Es sterben Patienten im Krankenhaus, weil wir nicht genug Personal und medizinisches Ger\u00e4t haben, um allen rechtzeitig zu helfen&#8220;, klagt Abu Rysh. &#8222;Nicht nur die aktuellen Angriffe, auch die Folgen der achtj\u00e4hrigen Blockade t\u00f6ten die Menschen&#8220;, kritisiert der Arzt. In den Fluren des Hospitals liegen schwer Verletzte und sogar Tote nebeneinander. Ein M\u00e4dchen im Kindergartenalter mit schweren Verletzungen an den Beine, ein Junge, kaum acht Jahre alt, mit starken Verbrennungen, dessen K\u00f6rper nach verbrannter Haut riecht, warten hier auf einen freien Platz im Operationssaal. Weil auch das Leichenschauhaus des Krankenhauses \u00fcberf\u00fcllt ist, m\u00fcssen die beiden Verletzten neben einer toten Frau liegen. Die beiden sind zwei von 200 Verletzten aus der UN-Schule in Beit Hanun im Norden des Gazastreifens, die am Donnerstag von mindestens einem Gescho\u00df eines israelischen Panzers getroffen wurde, wie ein AFP-Fotograf bezeugt. In der Schule in Beit Hanoun sollen sich Augenzeugenberichten nach ausschlie\u00dflich Zivilisten aufgehalten haben. &#8222;Ist dieses M\u00e4dchen eine Hamas-K\u00e4mpferin, ist dieser Junge ein K\u00e4mpfer des Islamischen Dschihads? Haben sich diese Kinder in einem Tunnel der Widerstandsk\u00e4mpfer versteckt? Nein, sie wurden in einer UN-Schule bombardiert&#8220;, klagt Abu Rysh.<\/p>\n<p>Die Grundschule in Beit Hanoun geh\u00f6rt zum UN-Hilfswerk f\u00fcr pal\u00e4stinensische Fl\u00fcchtlinge (UNRWA). Chris Gunness, Sprecher der UNRWA, vergleicht die Angriffe auf Gaza inzwischen mit den Auswirkungen eines &#8222;Tsunami&#8220;. Er erz\u00e4hlt, die UNRWA habe in den Stunden vor dem Angriff auf die Schule die genauen GPS-Daten der Einrichtung an die israelischen Streitkr\u00e4fte gemeldet, aber vergeblich versucht, mit der Armee eine Evakuierung zu koordinieren. &#8222;Wie k\u00f6nnen wir nachts noch ruhig schlafen, wenn in Gaza alptraumhafte Massaker wie das von Beit Hanoun geschehen?&#8220;, fragt Gunness Das ist f\u00fcr den Vertreter einer UN-Mission, die normalerweise h\u00f6chstens indirekt Vorw\u00fcrfe gegen die israelischen Streitkr\u00e4fte erhebt, schon ein deutliches Signal an die \u00d6ffentlichkeit.<\/p>\n<p>&#8222;Wei\u00dft Du was das Gef\u00e4hrlichste ist im Gazastreifen?&#8220;, fragt ein Taxifahrer, der gerade ein verletztes Kind ins Al Shifa-Krankenhaus gebracht hat. &#8222;Kinder&#8220;, antwortet er. &#8222;Die Israelis konzentrieren ihren Beschu\u00df auf unsere Kinder. Also halte Dich von Kinder fern&#8220;, r\u00e4t er dem Besucher im Gazastreifen. Was wie Irrsinn klingt, da\u00df Kinder das Gef\u00e4hrlichste im Gazastreifen w\u00e4ren, ist statistisch nachweisbar. 40 Prozent der get\u00f6teten pal\u00e4stinensischen Zivilisten sind Kinder. Samantha Maurin, Sprecherin von \u00c4rzte ohne Grenzen in Paris, die derzeit im Al Shifa-Krankenhaus vier Mediziner ihrer Organisation betreut, bezeugt: &#8222;Wir haben hier bisher nur verwundete Frauen und Kinder gesehen.&#8220; Ihre Stimme klingt vorwurfsvoll. Auf einem Flug zwischen der Notaufnahme und dem Operationssaal beschreibt sie die Arbeitsbedingungen der \u00c4rzte von Gaza: &#8222;Ich mu\u00df den pal\u00e4stinensischen \u00c4rzten vor Ort meinen Respekt zollen. Sie arbeiten in 40-Stunden-Schichten, sie sind gestre\u00dft, m\u00fcde und haben kein Privatleben mehr. Trotzdem beschweren sie sich nicht und arbeiten auf einem unglaublich hohen professionellen Niveau. So einen Einsatz habe ich noch nie erlebt. Und trotzdem schaffen sie es nicht, allen Verletzten zu helfen.&#8220;<\/p>\n<p>Martin Lejeune<br \/>\nFreier Journalist<br \/>\nFriedrichsgracht 56, 10178 Berlin<br \/>\nderzeit erreichbar unter: +972 59 230 6392 oder +970 59 230 6392<br \/>\nFacebook: www.facebook.com\/lejeune.berlin<br \/>\nBlog: martin-lejeune.tumblr.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit dem 22. Juli bin ich im Gazastreifen und ich kann einfach nicht glauben, was hier passiert. Ich erlebe die schlimmsten Tage meines Lebens. Alle Menschen in Gaza erleben die schlimmsten Tage ihres Lebens. 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