{"id":1061,"date":"2014-08-01T09:41:36","date_gmt":"2014-08-01T09:41:36","guid":{"rendered":"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/?p=1061"},"modified":"2014-08-02T07:06:27","modified_gmt":"2014-08-02T07:06:27","slug":"weckruf-fuer-die-deutsche-linke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=1061","title":{"rendered":"&#8222;Good morning, german left, your silence is our death&#8220;"},"content":{"rendered":"<div style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=eZsP5e7edB8\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/14-08-01-demo-von-israelis-in-berlin.jpg\" width=\"200\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Youtube-Video von der Demo<\/p><\/div>\n<p><strong>&#8222;Good morning, german left, your silence is our death&#8220;. Das war eine viel gerufene Parole auf der Demo in Berlin auf dem Heinrichsplatz. Israelis hatten sie am Mittwoch gegen die Besetzung pal\u00e4stinensischer Gebiete organisiert. <\/strong>Das Sprachengewirr auf dem Heinrichplatz in Berlin-Kreuzberg war am Mittwoch abend un\u00fcberh\u00f6rbar. Dies bezeugte, da\u00df Menschen vieler verschiedener Nationalit\u00e4ten einem Aufruf in der Hauptstadt lebender Israelis zu einer Demonstration gegen den Angriff auf den Gazastreifen gefolgt waren. Diese habe laut Aufruf das Ziel, \u00bbals israelische Staatsb\u00fcrger <!--more-->ihre Bedenken und Opposition zum Gaza-Angriff, des erschreckenden Verlusts an Menschenleben, der Zerst\u00f6rung in Gaza, aber auch der Angst und Sorge um ihre Familien in Israel zu \u00e4u\u00dfern\u00ab. Die Kundgebung wurde begleitet von Menschen, die Schilder mit Aufschriften in englisch, deutsch, hebr\u00e4isch und arabisch trugen: \u00bbBek\u00e4mpft Antisemitismus \u2013 befreit Gaza\u00ab oder \u00bbIch habe einen Traum: gleiche Rechte f\u00fcr Pal\u00e4stinenser und Juden\u00ab.<\/p>\n<p>Der aus Israel stammende Friedensaktivist Yossi Bartal erl\u00e4uterte, warum solch eine Aktion notwendig geworden sei: \u00bbW\u00e4hrend unsere pal\u00e4stinensischen Freunde auf Friedensdemos diffamiert wurden, haben deutsche Linke dazu geschwiegen.\u00ab Dabei m\u00fcsse gerade die Friedensbewegung hierzulande Stellung gegen diesen Krieg beziehen, da die Bundesregierung den israelischen Krieg zu gro\u00dfen Teilen finanziere. Diesen Weckruf wollten sie als israelische Staatsb\u00fcrger nun einl\u00e4uten, da sie keine Angst vor dem Vorwurf des Antisemitismus haben m\u00fc\u00dften. So war auch eine vielfach gerufene Parole w\u00e4hrend der Kundgebung und der anschlie\u00dfenden Demonstration: \u00bbGood morning, german left, your silence is our death.\u00ab (\u00bbguten Morgen, deutsche Linke, euer Schweigen ist unser Tod\u00ab). Bartal sprach sich au\u00dferdem gegen die \u00bbnationalistische und militaristische Propaganda\u00ab aus, die mittlerweile die israelische \u00d6ffentlichkeit bestimme: \u00bbWir sind entsetzt, Zeugen der \u00f6ffentlichen und staatlich sanktionierten Verfolgung und des Zum-Schweigen-Bringens kritischer Stimmen zu werden.\u00ab Dabei sei derartige Kritik, \u00bbauch in Deutschland, legitim und notwendig\u00ab. Die Trennlinie zwischen dieser und antisemitischen \u00c4u\u00dferungen m\u00fcsse klar gezogen werden.<\/p>\n<p>Auch in Berlin protestierende Fl\u00fcchtlinge solidarisierten sich. Turgay Ulu, t\u00fcrkischer Journalist und als Fl\u00fcchtlingsaktivist seit Monaten in der Hauptstadt aktiv, zog Parallelen zwischen dem israelischen Krieg gegen die Hamas und der Unterdr\u00fcckung der Kurden in der T\u00fcrkei. \u00bbEurop\u00e4ische L\u00e4nder finanzieren die Waffen, die gegen Pal\u00e4stina eingesetzt werden\u00ab, so Ulu, und sie w\u00fcrden auch gegen die Repression im kurdischen Rojava nicht intervenieren. Solche Konflikte dienten weltweit ihren Kapitalinteressen.<\/p>\n<p>Die Organisatoren der Demonstration riefen zu einem Ende des Krieges und der Belagerung Gazas auf. Dabei sollten die pal\u00e4stinensischen Bedingungen f\u00fcr einen Waffenstillstand akzeptiert werden. Au\u00dferdem forderten sie einen \u00bb\u00f6ffentlichen und nichtantisemitisch gef\u00fchrten Diskurs in Deutschland \u00fcber die Politik und Handlungen der israelischen Regierung\u00ab und das Ende der milit\u00e4rischen oder politischen Unterst\u00fctzung durch die Regierung der Bundesrepublik, die \u00bbautomatisch f\u00fcr die israelische Seite\u00ab garantiert werde. Zur Kundgebung kamen zu Beginn rund 200 Menschen, allerdings wuchs die anschlie\u00dfende Demonstration schnell an, so da\u00df gegen Ende mehr als doppelt so viele Menschen auf der Stra\u00dfe waren.<br \/>\n<em>Claudia Wrobel<\/em><\/p>\n<p>Quelle (mit freundlicher Genehmigung): <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2014\/08-01\/039.php?print=1\" target=\"_blank\">junge Welt v. 01.08.14<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Good morning, german left, your silence is our death&#8220;. Das war eine viel gerufene Parole auf der Demo in Berlin auf dem Heinrichsplatz. 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