{"id":10699,"date":"2021-05-24T06:23:28","date_gmt":"2021-05-24T06:23:28","guid":{"rendered":"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/?p=10699"},"modified":"2021-05-24T13:01:07","modified_gmt":"2021-05-24T13:01:07","slug":"wie-palaestina-in-israelischen-schulbuechern-dargestellt-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=10699","title":{"rendered":"Wie Pal\u00e4stina in israelischen Schulb\u00fcchern dargestellt wird"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/21-05-24-palaestina-in-schulbuechern.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-10702 size-medium\" src=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/21-05-24-palaestina-in-schulbuechern-191x300.jpg\" alt=\"\" width=\"191\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/21-05-24-palaestina-in-schulbuechern-191x300.jpg 191w, https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/21-05-24-palaestina-in-schulbuechern-300x472.jpg 300w, https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/21-05-24-palaestina-in-schulbuechern.jpg 317w\" sizes=\"auto, (max-width: 191px) 100vw, 191px\" \/><\/a>\u201e<span style=\"font-size: medium;\"><b>Primitiv, unterw\u00fcrfig, abartig, kriminell, blutr\u00fcnstig und b\u00f6se\u201c \u2013 \u201eein Problem, dessen man sich entledigen muss\u201c. <\/b><\/span><span style=\"font-size: medium;\"><b>Wie israelische Schulb\u00fccher Pal\u00e4stinenser beschreiben \/ Die Analyse von Nuri Peled-Elhanan liegt jetzt auch in deutscher \u00dcbersetzung vor<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><b>Arn Strohmeyer<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Eine wissenschaftliche Analyse von Schulb\u00fcchern wird in erster Linie P\u00e4dagogen ansprechen, Leute eben, die beruflich mit dem Thema zu tun haben. Im Fall Israel ist das anders. Denn Israel ist ein Weltanschauungsstaat und in seinen Schulb\u00fcchern wird vor allem die zionistische Ideologie vermittelt. Da diese Vermittlung von der Staatsgr\u00fcndung 1948 an mit h\u00f6chster Intensit\u00e4t betrieben wurde, verwundert es nicht, dass die Gleichschaltung in diesem Staat so gut wie vollst\u00e4ndig gelungen ist und entsprechende politische Folgen zeitigte.<\/span><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Der Beleg f\u00fcr diese These: Alle politischen Parteien in Israel (abgesehen von den arabischen Listen) bekennen sich ohne Vorbehalte zur zionistischen Ideologie und ihrem Ziel, dass ausschlie\u00dflich die Juden ein historisches Recht auf das Land Israel\/ Pal\u00e4stina (Erez Israel) haben und dass der j\u00fcdische Staat auf diesem Territorium m\u00f6glichst \u201earaberfrei\u201c sein soll. Keine dieser Parteien setzt sich f\u00fcr eine friedliche L\u00f6sung auf gleichberechtigter Basis mit den Pal\u00e4stinensern ein. Und da das zionistische Projekt im Einklang mit dem V\u00f6lkerrecht und den Menschenrechten nicht durchzusetzen ist, hat der Zionismus seine eigene Moral und Gesetzlichkeit geschaffen, die all das rechtfertigen und legitimieren, was der Umsetzung des ideologischen Ziels dient \u2013 und dazu geh\u00f6ren auch extreme Gewalt, also auch Vertreibung und Massaker.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Die israelische Erziehungswissenschaftlerin Nurit Peled-Elhanan hat eine Studie \u00fcber die Ideologie in den Schulb\u00fcchern ihres Landes vorgelegt, die jetzt auch in deutscher Sprache erschienen ist. Der Titel P<\/span><span style=\"font-size: medium;\"><i>al\u00e4stina in israelischen Schulb\u00fcchern <\/i><\/span><span style=\"font-size: medium;\">weist auf das Schwergewicht ihrer Analyse hin. Was die israelische Wissenschaftlerin da berichtet, ist so ungeheuerlich, dass es dem Leser bei der Lekt\u00fcre buchst\u00e4blich die Sprache verschl\u00e4gt und dass er sein bisheriges Bild von diesem Staat (der \u201eeinzigen Demokratie im Nahen Osten\u201c), auch wenn es bisher schon sehr kritisch war, noch einmal gr\u00fcndlich revidieren muss. Denn man lernt bei Nurit Peled Elhanan, wie jungen Israelis der rassistisch begr\u00fcndete Hass auf die Pal\u00e4stinenser regelrecht eingetrichtert wird. Man wundert sich dann nicht mehr \u00fcber die brutalen Praktiken der Besatzer gegen\u00fcber den von ihnen Besetzten und Kolonisierten oder die gnadenlose Kriegf\u00fchrung, die Israel gegen dieses Volk praktiziert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Hier einige Zitate, wie Pal\u00e4stinenser in israelischen Schulb\u00fcchern diffamiert und voller Verachtung dargestellt werden: Sie werden da als \u201eschmutzige Massen aufgeputschter Menschen\u201c mit \u201eTerrorismus, Primitivit\u00e4t, Frauenunterdr\u00fcckung, \u00dcberbev\u00f6lkerung und Fundamentalismus\u201c in Verbindung gebracht. (S. 44) Und: \u201ePal\u00e4stinenser sind primitiv, unterw\u00fcrfig, abartig, kriminell und b\u00f6se.\u201c Sie sind \u201eein Problem, das gel\u00f6st werden muss.\u201c (S. 75) Und: Die Pal\u00e4stinenser sind \u201emarginale, r\u00fcckst\u00e4ndige, feindselige und st\u00f6rende Elemente.\u201c (S. 80) Und: \u201eSie sind alle \u00e4hnlich und existieren nur in Herden oder Massen wie Rinder.\u201c (S. 84) Im Zusammenhang mit der zweiten Intifada werden die Pal\u00e4stinenser als \u201eteuflische M\u00f6rder und Terroristen\u201c bezeichnet. (S. 116) Pal\u00e4stinensische Frauen gelten als so unattraktiv, dass j\u00fcdische Israelis nicht einmal sexuelle Phantasien ihnen gegen\u00fcber entwickeln k\u00f6nnen. (S. 45) Auf Bildern in den Schulb\u00fcchern werden Pal\u00e4stinenser meistens als Kameltreiber und Bauern, die noch mit Ochsen pfl\u00fcgen, abgebildet. Angeh\u00f6rige dieses Volkes in der modernen Lebens- und Arbeitswelt kommen bildlich nicht vor. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Pal\u00e4stinenser sind in israelischen Schulb\u00fcchern keine Individuen und Pers\u00f6nlichkeiten, sondern \u201eUnpers\u00f6nlichkeiten\u201c, \u201eProbleme\u201c und \u201eBedrohungen\u201c, sie sind \u201eprimitiv, parasit\u00e4r und absto\u00dfend\u201c und werden als \u201eGesetzesbrecher und Diebe\u201c dargestellt. (S.127f.) Und: \u201e\u2026dass die Pal\u00e4stinenser als nichts anderes betrachtet werden k\u00f6nnen als ein Hindernis oder eine Bedrohung, die \u00fcberwunden und eliminiert werden muss.\u201c (S. 260) Und: Pal\u00e4stinenser sind gewaltt\u00e4tige, primitive und unvern\u00fcnftige Bauern.\u201c (S. 263) Und: \u201eSie sind blutr\u00fcnstige Desperados, die sich nach Rache sehnen.\u201c (S. 270) Sie sind eben \u201eArabush\u201c, ein Schimpfwort, das in den USA und England der Beleidigung \u201eNigger\u201c entspricht. (S. 44) Und: Sie sind \u201eSchl\u00e4ger und die Israelis die Opfer.\u201c (S. 259)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Das ist die Sprache des Unmenschen, man stelle sich vor, irgendjemand w\u00fcrde irgendwo auf der Welt \u00f6ffentlich mit einer solchen Hass-Sprache Juden diffamieren! Frei nach der alten Volksweisheit \u201eWer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen\u201c, stellt sich die Frage, wie j\u00fcdische Israelis oder auch Juden in der Diaspora angesichts eines solchen massiven Gebrauchs von rassistischen Stereotypen, die Chuzpe haben k\u00f6nnen, andere noch des Rassismus beschuldigen zu k\u00f6nnen. Man sollte erst einmal gr\u00fcndlich vor der eigenen Haust\u00fcr kehren. Es bleibt in den Schulb\u00fcchern aber nicht bei schlimmen rassistischen Entgleisungen, sondern es wird aus der Minderwertigkeit der \u201eAnderen\u201c abgeleitet, dass die Landkonfiszierungen, Diskriminierung, Marginalisierung, Teilung, Vertreibung und Vernichtung der pal\u00e4stinensischen Araber legitim sind, die durch den Sicherheitsanspruch [der Juden] gerechtfertigt und gepriesen werden als Verwirklichung der biblischen Prophezeiung und als das zionistische Ideal von der Erl\u00f6sung des Landes. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Im Rahmen traditioneller und kultureller (das hei\u00dft: zionistischer) Normen und Werte ist die Anwendung extremer und v\u00f6llig unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfiger Gewalt \u2013 also Vertreibungsaktionen und sogar Massaker \u2013 a priori gerechtfertigt und legitimiert, sie werden \u00fcblicherweise verharmlosend als \u201eOperationen\u201c bezeichnet. Solch brutales Vorgehen, das von einer universalistischen Moral aus \u00fcberhaupt nicht gerechtfertigt werden kann, erf\u00e4hrt in Israel seine Legitimation durch die Kriterien der N\u00fctzlichkeit und des Erfolges f\u00fcr den Staat Israel. Auch die schlimmsten und unmenschlichsten Gewalttaten sind aus zionistischer Sicht vertretbar, wenn sie f\u00fcr den Staat vorteilhaft sind, also seine Sicherheit und Moral st\u00e4rken sowie (bei Vergeltungsaktionen) die \u201eW\u00fcrde der Armee\u201c wiederherstellen. Anders formuliert: Aus v\u00f6lkerrechtlicher Sicht eindeutige Kriegsverbrechen k\u00f6nnen nach zionistischem Verst\u00e4ndnis durchaus den Normen und Werten dieser Ideologie entsprechen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">In diesem Sinne des Nutzens und Vorteils f\u00fcr den Staat Israel werden auch die furchtbaren w\u00e4hrend der Nakba und sp\u00e4ter ver\u00fcbten Massaker wie etwa das in dem pal\u00e4stinensischen Dorf Deir Yassin (\u00fcber 200 Tote) rechtfertigend beurteilt: Sie waren gut f\u00fcr das Entstehen des israelischen Staates, weil sie die Pal\u00e4stinenser zur Flucht aus ihren D\u00f6rfern getrieben und so die Ansiedlung einer j\u00fcdischen Mehrheit erm\u00f6glicht haben. Der damalige Terrorist und sp\u00e4tere israelische Ministerpr\u00e4sident Menachem Begin, der selbst als Anf\u00fchrer an dem Morden dort beteiligt war, hat es so formuliert: \u201eOhne das Massaker von Deir Yassin w\u00fcrde es den Staat Israel nicht geben.\u201c Schuldgef\u00fchle f\u00fcr solche Untaten, ja Empathie mit den Leiden, die die Zionisten den Pal\u00e4stinensern bis heute zugef\u00fcgt haben und weiter zuf\u00fcgen, gibt es nicht. So etwas kommt in den Schulb\u00fcchern nicht vor. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Dass das Leben von Pal\u00e4stinensern in der \u201ezionistischen Moral\u201c keine Rolle spielt, ergibt sich aus dem Gesagten von selbst. Und auch: dass kollektive Bestrafungen und T\u00f6tungen (Liquidierungen) von Pal\u00e4stinensern ohne Gerichtsurteile zionistischen Normen und Werten entsprechen. Die Israelin Nurit Elhanan-Peled fasst die israelische Position so zusammen: \u201eDie zionistisch-israelische Ideologie, die die j\u00fcdischen historischen Rechte auf das Land Israel\/ Pal\u00e4stina, die arabische Bedrohung und die Notwendigkeit, die Politik der Trennung f\u00fcr die Sicherheit der Juden beizubehalten, zur Maxime erkl\u00e4rt, legitimiert die ethnische Ungleichheit und Herrschaft der Juden in Israel, welche die Grundlage bildet f\u00fcr die Legitimation von Vertreibung und Massakern.\u201c J\u00fcdischen Israelis ist eben \u201ealles erlaubt\u201c, wenn es ihren Interessen n\u00fctzt. Der Sicherheit der Juden wird alles untergeordnet, ihre Sicherheit rechtfertigt es sogar, \u201esich der \u201aAnderen\u2018 zu entledigen\u201c. (S.271)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Man kann diese Ideologie, die in israelischen Schulb\u00fcchern vertreten wird, nur als inhuman, wenn nicht als barbarisch bezeichnen. Die Zionisten empfinden sich aber in bester kolonialistischer Manier den Pal\u00e4stinensern haushoch \u00fcberlegen, sie sind die \u201eVertreter und Repr\u00e4sentanten des Westens und daher des Fortschritts, w\u00e4hrend die Nicht-Juden oder Araber den Orient und damit den R\u00fcckstand darstellen.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Der israelische Historiker Tom Segev, den Nurit Peled-Elhanan zitiert, hat es so formuliert: \u201eDies ist die grundlegend Annahme des zionistischen Projekts seit Beginn: Wir sind die Repr\u00e4sentanten der Aufkl\u00e4rung und des Fortschritt, der rationalen Kultiviertheit und Moral, und die Araber sind ein primitiver P\u00f6bel, st\u00fcrmisch und gewaltt\u00e4tig, ignorante Jungs, die gez\u00e4hmt und durch unsere Weisheit ausgebildet werden sollten \u2013 und dies, ohne Frage mit der \u201aStock-Karotten-Methode\u2018, die vom Eselstreiber angewandt wird, um seine Esel anzutreiben.\u201c Das ist noch vorsichtig und zur\u00fcckhaltend ausgedr\u00fcckt, denn in israelischen Schulb\u00fcchern werden sehr oft auch die Begriffe \u201evertreiben\u201c, \u201eeliminieren\u201c, \u201esich entledigen\u201c und sogar \u201evernichten\u201c gebraucht. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Die israelischen Schulb\u00fccher kennen keinen offenen Diskurs, sie hinterfragen die unhaltbaren Zust\u00e4nde nicht, warum sie so sind, wie sie sind, und welches der kausale Anteil ist, den Israels inhumane Politik an ihrer Entstehung hat. Es gibt in diesen Werken nur eine Wahrheit: die zionistische. Das pal\u00e4stinensische Narrativ kommt so gut wie nicht vor, und wenn doch, denn v\u00f6llig verzerrt. Israels Schulb\u00fccher dienen der Legitimation der Handlungen des Staates, und ihre Botschaft ist die Sprache der herrschenden Macht. Weicht ein Schulbuchautor einmal von den vorgebebenen zionistischen Dogmen ab, dann schreitet die \u201eWahrheitspolizei\u201c ein und zieht solche B\u00fccher aus dem Verkehr bzw. zwingt die Autoren zu \u00c4nderungen. Nirit Peled-Elhanan nennt mehrere Beispiele f\u00fcr solche Eingriffe der Zensur. Diese B\u00fccher spiegeln also genau die politischen und gesellschaftlichen Umst\u00e4nde wider, die sie produzieren. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Die Bilanz der Autorin ist angesichts solcher Fakten denn auch ziemlich d\u00fcster. Denn, schreibt sie, nirgendwo in diesen B\u00fcchern habe sie einen Hinweis gefunden auf eine M\u00f6glichkeit, Absicht oder einen Wunschgedanken, um die Situation zu verbessern, den pal\u00e4stinensischen B\u00fcrgern gleiche demokratische Rechte zuzugestehen oder den Druck aus den pal\u00e4stinensischen Gebieten zu nehmen, um Frieden zu schaffen, wie man von einem demokratischen Staat erwarten k\u00f6nnte.\u201c Frieden ist in diesen B\u00fcchern kein Thema, und wenn das Wort doch einmal erw\u00e4hnt wird, dann bedeutet es Aufgabe, Verlust und eine erzwungene L\u00f6sung, nie aber ein gedeihliches Zusammenleben mit den Pal\u00e4stinensern.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Auf Grund einer solchen ideologischen Indoktrinierung, so die Autorin, werden die jungen Israelis zur regelrechten Ignoranz \u00fcber die wirkliche politische und soziale Realit\u00e4t ihres Landes erzogen, das hei\u00dft: vor allem zur Feindseligkeit und Verachtung gegen\u00fcber ihren unmittelbaren Nachbarn und ihrer Umgebung sowie gegen\u00fcber internationalen \u00dcbereink\u00fcnften und Gesetzen. Von der gro\u00dfen j\u00fcdischen Philosophin Hannah Arendt stammt der Satz: \u201eWir k\u00f6nnen es uns nicht aussuchen, mit wem wir auf dieser Welt zusammenleben.\u201c Wenn man dennoch anf\u00e4ngt zu selektieren, mit wem man zusammenleben will, dann wird es brandgef\u00e4hrlich \u2013 im wahrsten Sinne des Wortes.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Von dem universalistischen Gedankengut einer Hannah Arendt oder anderer gro\u00dfer universalistischer j\u00fcdischer Denker findet sich in den israelischen Schulb\u00fcchern keine Spur. Ganz im Gegenteil, dort wird blanker nationalistischer Hass gepredigt. Die Autorin weist immer wieder darauf hin, dass die jungen Israelis direkt nach der Indoktrinierung in den Schulen mit solchem ideologischen Gift in den K\u00f6pfen zum Milit\u00e4r gehen und dann das Gelernte in den besetzten Gebieten oder in Israels Kriegen in die Tat umsetzen. Die grausamen Folgen sind bekannt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Vor allem deutschen Lesern ist das Buch von Nurit Peled-Elhanan w\u00e4rmstens zu empfehlen, weil es einen wichtigen Beitrag dazu leistet, unser durch die historische Schuld verzerrtes Bild vom Staat Israel zu korrigieren. Denn hierzulande gilt immer noch der Mythos von den israelischen Juden als den Opfern der b\u00f6sen Araber. Dass es genau umgekehrt ist, belegt dieses Buch.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><b>Peled-Elhanan, Nurit: Pal\u00e4stina in israelischen Schulb\u00fcchern, Verlag Stiftung Hirschler, Otterstadt 2020, ISBN 978-3-9818916-7-6, 28 Euro<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">20.05.2021<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201ePrimitiv, unterw\u00fcrfig, abartig, kriminell, blutr\u00fcnstig und b\u00f6se\u201c \u2013 \u201eein Problem, dessen man sich entledigen muss\u201c. 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