{"id":11244,"date":"2022-05-14T08:14:19","date_gmt":"2022-05-14T08:14:19","guid":{"rendered":"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/?p=11244"},"modified":"2022-05-17T16:45:42","modified_gmt":"2022-05-17T16:45:42","slug":"versuchte-geschichtsklitterung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=11244","title":{"rendered":"Versuchte Geschichtsklitterung"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_11248\" style=\"width: 302px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/22-05-06-banksy-wk-ausriss.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-11248\" class=\"wp-image-11248 size-medium\" src=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/22-05-06-banksy-wk-ausriss-292x300.jpg\" alt=\"\" width=\"292\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/22-05-06-banksy-wk-ausriss-292x300.jpg 292w, https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/22-05-06-banksy-wk-ausriss-300x309.jpg 300w, https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/22-05-06-banksy-wk-ausriss-768x790.jpg 768w, https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/22-05-06-banksy-wk-ausriss.jpg 940w\" sizes=\"auto, (max-width: 292px) 100vw, 292px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-11248\" class=\"wp-caption-text\">Ausriss Weserkurier v. 6. Mai 2022<\/p><\/div>\n<p>Am <a href=\"https:\/\/ezeitung.weser-kurier.de\/titles\/weserkurier\/6372\/publications\/166480\/pages\/18\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">6. Mai 2022 brachte der Weserkurier einen gro\u00dfen Artike<\/a>l im Kulturteil \u00fcber die Banksy-Ausstellung (&#8222;The Mystery of Banksy&#8220;) im Bremer BLG-Forum. Titel des Artikels: &#8222;Kleines Wort, gro\u00dfe Wirkung&#8220;. Und um welches Wort ging es? Um das Wort &#8222;Apartheid&#8220;. Bekanntlich ist dies ein Vorwurf, der die gegenw\u00e4rtige israrelische Gesellschaft schwer trifft, weswegen die israelische Regierung mitsamt ihren Botschaften unerm\u00fcdlich versucht &#8211; mit vielen Mitteln und \u00fcber viele Kan\u00e4le -, diesen Vorwurf zu entkr\u00e4ften.<\/p>\n<p>Aus dem WK-Artikel: &#8222;Der anonyme britische Streetart-K\u00fcnstler Banksy hat 2017 ein Hotel in Bethlehem direkt an der knapp 760 Meter langen Sperrmauer entlang der Grenzlinie zwischen Israel und dem Westjordanland er\u00f6ffnet: das &#8218;Walled Off Hotel&#8216;. Die Macher der Banksy-Ausstellung haben Teile des Hotels nachgebaut, auch ein Teil der \u201ePalestine Wall\u201c wurde am Eingang der Ausstellung als Nachbildung aufgestellt. <!--more-->Auf einer beigestellten Tafel ist zu lesen: &#8218;In den 17 Jahren, seit Israel mit dem Bau der Apartheidmauer begonnen hat, haben lokale und internationale K\u00fcnstler*innen sie als leere Leinwand genutzt, auf der sie ihre politischen Statements malen.&#8216;<\/p>\n<p>Ein Besucher der Ausstellung hatte nun das b\u00f6se Wort entdeckt und sich via Twitter auch gleich beim B\u00fcrgermeister und Kultursenator Andreas Bovenschulte beschwert. Andere Twitter-Nutzer folgten. Kai Wargalla, die kulturpolitische Sprecherin der Gr\u00fcnen, griff die Angelegenheit auf und meldete sich ebenfalls aut Twitter. Sie zeigte sich emp\u00f6rt und griff gleich zur gr\u00f6bsten Waffe, dem Antisemitismusvorwurf: &#8222;Israel direkt oder indirekt als Apartheidstaat zu bezeichnen, ist nicht nur historisch gesehen ein unangemessener Vergleich, sondern es ist eben auch ein antisemitisches Narrativ, das Ressentiments gegen\u00fcber J\u00fcdinnen und Juden sch\u00fcrt.&#8220;<\/p>\n<p>Die Kulturbeh\u00f6rde meldete sich auch gleich &#8211; kritisch &#8211; zu Wort, so dass den Ausstellungsmachern nichts anderes \u00fcbrig blieb, als die inkrimierten Tafeln zu entfernen. In allen St\u00e4dten (M\u00fcnchen, Mainz, Dresden, Heidelberg, Erfurt), in denen die Ausstellung gezeigt wurde oder gezeigt werden wird. Die Schilder w\u00fcrden umgehend \u00fcberarbeitet und die alten ersetzt.<\/p>\n<p>Was es mit dem Apartheid-Vorwurf nun wirklich auf sich hat &#8211; das erkl\u00e4ren Hildegard Lenz und Claus Walischewski in ihren Leserbriefen, die der Weserkurier am 12. Mai 2022 auch dankenswerter abdruckte.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Hier der Leserbrief von Hildegard Lenz:<br \/>\n<\/strong>Apartheid hei\u00dft auf Deutsch getrennte Entwicklung und ist laut verschiedenen Resolutionen des Internationalen Strafgerichtshofes (ICC) ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. 2004 erkl\u00e4rte der Internationale Strafgerichtshof die Mauer, die Israel von den besetzen pal\u00e4stinensischen Gebieten (Westbank) trennt, als v\u00f6lkerrechtswidrig. Wer auf der pal\u00e4stinensischen Seite in Bethlehem vor der \u00fcber acht Meter hohen Mauer steht, die zwischen Bethlehem und Ostjerusalem errichtet wurde, und nicht begreift, dass diese Mauer zur Trennung gebaut wurde, der ist entweder blind oder verblendet. Die Bezeichnung der Trennungsmauer als Apartheid-Mauer durch die Ausstellungsmacher ist v\u00f6llig korrekt und sicher im Sinne von Banksy. Auch wer sofort Antisemitismus schreit, irrt, denn die Mauer wurde nicht von den Juden, sondern vom Staat Israel gebaut, und zwar, um zu trennen und nicht zu verbinden, denn sonst h\u00e4tte man ja wohl Br\u00fccken gebaut. \u00dcbrigens war das Kunstwerk \u201eM\u00e4dchen mit Luftballon\u201c zuerst ein Graffiti an der Mauer in Bethlehem, bevor es leicht ver\u00e4ndert als Kunstwerk bei einer Auktion spektakul\u00e4r geschreddert wurde.<br \/>\nHildegard Lenz, Bremen<\/li>\n<li><strong>Hier der Leserbrief von Claus Walischewski:<\/strong><br \/>\nApartheid ist ein v\u00f6lkerrechtlicher Begriff, auch wenn wir dabei immer S\u00fcdafrika im Kopf haben. Der Begriff wird definiert als \u201einstitutionelles Regime der Unterdr\u00fcckung und Herrschaft einer Gruppe \u00fcber eine andere\u201c. Genaueres kann man in der \u201eKonvention gegen Apartheid\u201c nachlesen. Jede Apartheid ist anders. S\u00fcdafrika ist nicht das Modell, das als Vorlage dient. Der s\u00fcdafrikanische Bischof Tutu hat gesagt, dass das Herrschaftssystem, das die Israelis gegen die Pal\u00e4stinenser errichtet haben, schlimmer sei als das in S\u00fcdafrika. Wir sollten nicht jede Kritik an Israel als antisemitisch bezeichnen, sondern Menschenrechtsverletzungen konsequent ansprechen, auch wenn sie von Israel begangen werden.<br \/>\nClaus Walischewski, Bremen<\/p>\n<p>Der Weserkurier-Leserbriefredaktion gefiel allerding ein Satz in dem Leserbrief nicht, weswegen sie ihn nicht mit abdruckte. Er ist aber zum Verst\u00e4ndnis wichtig. Hier der Satz: &#8222;<u>Drei gro\u00dfe Menchenrechtsorganisationen, Amnesty International, Human Rights Watch und die israelische NGO B&#8217;tselem haben jedoch Israel vorgeworfen, ein System der Apartheid gegen\u00fcber den Pal\u00e4stinenser*innen errichtet zu haben.&#8220; <\/u><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 6. Mai 2022 brachte der Weserkurier einen gro\u00dfen Artikel im Kulturteil \u00fcber die Banksy-Ausstellung (&#8222;The Mystery of Banksy&#8220;) im Bremer BLG-Forum. Titel des Artikels: &#8222;Kleines Wort, gro\u00dfe Wirkung&#8220;. Und um welches Wort ging es? Um das Wort &#8222;Apartheid&#8220;. 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