{"id":11652,"date":"2023-05-27T14:40:15","date_gmt":"2023-05-27T14:40:15","guid":{"rendered":"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/?p=11652"},"modified":"2023-05-27T14:40:15","modified_gmt":"2023-05-27T14:40:15","slug":"palaestina-und-die-deutsche-schuld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=11652","title":{"rendered":"Pal\u00e4stina und die deutsche Schuld"},"content":{"rendered":"<header class=\"article-header\">\n<div class=\"publish-info\"><time class=\"publish-info__date\" datetime=\"2023-05-27T16:00:00\">27. Mai 2023&nbsp;<\/time><span class=\"publish-info__author\"><span class=\"publish-info__author\">&nbsp;<a title=\"Weitere Artikel von Gerhard Hanloser\" href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/autoren\/?autor=Gerhard+Hanloser\" rel=\"author\">Gerhard Hanloser<\/a><br \/>\n<\/span><\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_4303\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4303\" class=\"wp-image-4303 size-medium\" src=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/mahnwache-neu2-300x166.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"166\" srcset=\"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/mahnwache-neu2-300x166.jpg 300w, https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/mahnwache-neu2-200x111.jpg 200w, https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/mahnwache-neu2-768x425.jpg 768w, https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/mahnwache-neu2-500x277.jpg 500w, https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/mahnwache-neu2.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-4303\" class=\"wp-caption-text\">Mahnwache vor dem Dom<\/p><\/div>\n<p>Der 20. Mai 2023 als Lehrst\u00fcck: Der pal\u00e4stinensischen Leiderfahrung kann in Deutschland anscheinend nicht angemessen gedacht werden.<\/p><\/div>\n<\/header>\n<p>Einige j\u00fcdische Aktivisten aus Berlin hatten zu f\u00fcr Samstag, den 20. Mai, zu einer Kundgebung auf dem Oranienburger Platz in Berlin-Kreuzberg&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/termine\/89689.html\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener\">aufgerufen<\/a>, um Solidarit\u00e4t mit Pal\u00e4stinensern und ihren Anliegen auszudr\u00fccken.<\/p>\n<p>Sie erkl\u00e4rten, dass sie sich sorgen, wenn deren Gedenken an die &#8222;Nakba&#8220; genannte Vertreibungen im Zuge des israelischen Gr\u00fcndungskrieges von deutscher Staatsseite unterbunden wird. Die Nakba verweist auf die Anfangszeit Israels und des Israel-Pal\u00e4stina-Konflikts.<!--more--><\/p>\n<h3 class=\"subheading\">Die Nakba<\/h3>\n<p>Einen Tag nach der Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung des j\u00fcdischen Staates r\u00fcckten am 15. Mai 1948 regul\u00e4re Armeeeinheiten einer Allianz, die von den arabischen Staaten \u00c4gypten, Syrien, Libanon, Jordanien und Irak gebildet worden war, in das ehemalige britische Mandatsgebiet ein und griffen Israel an.<\/p>\n<p>Im Zuge dieses ersten Nahostkriegs, der mit einem eindeutigen milit\u00e4rischen Sieg Israels endete, wurden 750.000 bis 800.000 pal\u00e4stinensische Araber, mehr als jeder zweite arabische Bewohner, Fl\u00fcchtlinge. Lange hielten sich in Israel diverse Gr\u00fcndungsmythen \u00fcber den Krieg, wie jener zum Beispiel, dass die Pal\u00e4stinenser alle freiwillig geflohen seien.<\/p>\n<h3 class=\"subheading\">Neue Historiker in Israel<\/h3>\n<p>Ab 1987 zerpfl\u00fcckten die sogenannten Neuen Historiker in Israel wie Simha Flapan diese selbstlegitimatorischen Behauptungen. Historisch erwiesen ist, dass es zu systematischer Entrechtung und etlichen Massakern im Zuge des Gr\u00fcndungskrieges kam. Die Vorgeschichte des Krieges und der Nakba skizzierte in einer&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.hsozkult.de\/publicationreview\/id\/reb-7858\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener\">atemberaubenden Schrift<\/a>&nbsp;der israelische Historiker Tom Segev&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/war-einmal-ein-Pal%C3%A4stina-Staatsgr%C3%BCndung\/dp\/388680805X\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener\">&#8222;Es war einmal ein Pal\u00e4stina: Juden und Araber vor der Staatsgr\u00fcndung Israels&#8220;<\/a>.<\/p>\n<p>Es ist ein Monumentalwerk aus dem Jahre 1999, das deutlich macht, dass in Pal\u00e4stina ein komplexes Beziehungsgeflecht zwischen Juden, Arabern und britischer Kolonialmacht besteht, das einen dauerhaften Konflikt um Land hervorrufen muss und tiefe Wunden bei Juden wie Pal\u00e4stinensern riss.<\/p>\n<h3 class=\"subheading\">Berlin: Communities der Pal\u00e4stinenser<\/h3>\n<p>Berlin ist Migrationsstadt. Hier leben Nachfahren jener Araber, die 1948 vertrieben wurden. Aber auch Pal\u00e4stinenser, die im Zuge der darauffolgenden kriegerischen Konflikte wie dem Libanonkrieg in den 1980ern nach Deutschland migrierten. Man spricht von mehreren Migrationsgenerationen.<\/p>\n<p>Die erste Generation bezeichnet jene nicht im Land geborenen Migrantinnen und Migranten und m\u00fcsste nochmals in Bezug auf Pal\u00e4stinenser als die 1948er-, 1967er- und 1980er-Generationen ausdifferenziert werden. Angeh\u00f6rige der ersten Migrationsgeneration teilen verschiedene Generationserlebnisse. Was sie miteinander verbindet, ist, dass sie entweder Kinder von Betroffenen der Massenvertreibungen von 1947\/48 sind, oder diese als Kinder selbst erlebt haben und damals nicht handlungsm\u00e4chtig waren.<\/p>\n<p>Laut der Politikwissenschaftlerin Sarah El Bulbeisi scheint f\u00fcr &#8222;Pal\u00e4stinenserInnen im Exil Pal\u00e4stinensischsein eine identit\u00e4tskonstituierende Form angenommen zu haben, wobei die gewaltvolle Erfahrung von Missachtung erfahrener Gewalt und der Ausl\u00f6schung von Identit\u00e4t nachwirkt&#8220;.<\/p>\n<p>Allerdings konnten sich viele Pal\u00e4stinenserinnen und Pal\u00e4stinenser in St\u00e4dten wie Berlin gegen allt\u00e4glichen und institutionellen Rassismus stabile Communities und Netzwerke schaffen. In arabischen Staaten blieb die Integration pal\u00e4stinensischer Araber in die Gesellschaften weitgehend aus. Als Staatenlose mussten diese jahrzehntelang, zuweilen bis heute, in Fl\u00fcchtlingslagern leben.<\/p>\n<h3 class=\"subheading\">Berlin: Magnet f\u00fcr j\u00fcdische und israelische Menschen<\/h3>\n<p>Berlin ist auf der anderen Seite ein Magnet f\u00fcr j\u00fcdische und israelische Menschen, die hier arbeiten, feiern und sich engagieren. Die eindeutig rechtsradikale Regierungskoalition in Israel und der sich best\u00e4ndig ausweitenden und zuspitzende Konflikt rund um die besetzten Gebiete, aber auch soziale Krisenph\u00e4nomene wie Wohnungsnot und Lebensmittelteuerung, f\u00fchren dazu, dass viele junge Israelis ihrem Land den R\u00fccken kehren.<\/p>\n<p>Dies wird in Zukunft Berlin noch diverser machen. Der Israel-Pal\u00e4stina-Konflikt ist mittlerweile aufgrund seiner L\u00e4nge, seiner religi\u00f6sen Aufladung und seiner langj\u00e4hrigen globalen Instrumentalisierung von allen m\u00f6glichen Seiten mehr als ein Konflikt um Land.<\/p>\n<p>Zuweilen hat er Z\u00fcge eines Weltanschauungskriegs und eines Religionskrieges. Als solcher strahlt er aus \u2013 in franz\u00f6sische Vorst\u00e4dte, aber auch nach Deutschland von Berlin bis Gelsenkirchen.<\/p>\n<h3 class=\"subheading\">&#8222;J\u00fcdische Berliner*innen fordern das Recht auf Erinnerung&#8220;<\/h3>\n<p>Vor diesem Hintergrund kam der Demonstration unter dem Motto&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/termine\/89689.html\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener\">&#8222;J\u00fcdische Berliner*innen fordern das Recht auf Erinnerung &#8211; auch f\u00fcr Pal\u00e4stinenser*innen&#8220;<\/a>&nbsp;eine besondere Bedeutung zu. Jede Stimme eines Juden oder Israeli, die sich gegen Besatzung ausspricht, unterl\u00e4uft eine Freund-Feind-Scheidung, die nicht nur von Judenhassern und Antisemiten aller m\u00f6glichen Couleur vorgenommen wird, die &#8222;Israel&#8220; und &#8222;Juden&#8220; synonym setzen, sondern auch von der vorgeblich anti-antisemitischen deutschen Israelsolidarisierern, die aus welcher Motivation auch immer meinen, man setze sich besonders tapfer f\u00fcr Juden ein, wenn man die Israelfahne schwenkt.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich gibt es ein krasses Auseinandertreten der Erinnerungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Juden und f\u00fcr Pal\u00e4stinenser in Deutschland. Das kann nicht nur in der Monstrosit\u00e4t des Holocaust liegen, auch nicht daran, dass Deutsche Auschwitz verbrochen haben.<\/p>\n<p>Der pal\u00e4stinensischen Leiderfahrung kann in Deutschland aus verqueren erinnerungspolitischen wie ebenso falscher Staatsr\u00e4son anscheinend nicht angemessen gedacht werden. Das zeigt beispielsweise der Deutsche Evangelische Kirchentag der gegen\u00fcber einer Nakba-Ausstellung ein Verbot aussprach. Diese repressive Eindeutigkeit ist besonders vor dem Hintergrund einer tief ambivalenten Haltung der Evangelischen Kirche zum Israel-Pal\u00e4stina-Konflikt ein Novum.<\/p>\n<p>In einem vom Antisemitismusforscher&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.tu.berlin\/asf\/ueber-uns\/team\/emeriti-und-ehemalige\/wolfgang-benz\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener\">Wolfgang Benz<\/a>&nbsp;geplanten Sammelband unter dem Titel &#8222;Erinnerungsverbot? Die Ausstellung &#8218;Al Nakba&#8216; im Visier der Gegenaufkl\u00e4rung&#8220; wird das Verhalten des Evangelischen Kirchentags von dem Publizisten und Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik als &#8222;aktives Verschweigen&#8220; kritisiert.<\/p>\n<h3 class=\"subheading\">Demonstrationsverbote<\/h3>\n<p>Aktives Verschweigen der Nakba soll auch auf deutschen Stra\u00dfen mittels Demonstrationsverboten durchgesetzt werden. Bereits 2022 hagelte es eine ganze Reihe von hochrichterlich sanktionierten Verboten des Grundrechts auf Demonstrationsfreiheit.<\/p>\n<p>Wegen des Verbots der f\u00fcr vergangenes Jahr geplanten Demonstrationen klagen der Verein &#8222;J\u00fcdische Stimme f\u00fcr gerechten Frieden in Nahost \u2013 EJJP Deutschland&#8220; zusammen mit dem Zusammenschluss &#8222;Pal\u00e4stina spricht&#8220; gegen die Stadt Berlin.<\/p>\n<p>Ihr Vorstandsmitglied Lili Sommerfeld sagte in einem&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/450695.repressionen-gegen-pal%C3%A4stinenser-emotionalisierung-nicht-erlaubt.html\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener\">Gespr\u00e4ch<\/a>&nbsp;mit der Tageszeitung&nbsp;<em>Junge Welt<\/em>, es sei eine komplexe Debatte, wenn Versammlungsfreiheit, eine elementare S\u00e4ule der Demokratie, gegen die Gesundheit einer ganzen Gesellschaft stehe, wie in den vergangenen Jahren in Bezug auf die Demonstrationen der Querdenker.<\/p>\n<blockquote class=\"rte__textbox-blockquote\"><p>Wenn jedoch der Staat mit rassistischen Scheinargumenten, wie der &#8222;Emotionalit\u00e4t&#8220; gewisser Gruppen, sowie dem Generalverdacht, dass pal\u00e4stinensische Selbsterm\u00e4chtigung immer zu Antisemitismus f\u00fchrt, mehrere Demos verbietet, dann bleibt diese Debatte aus. Der deutsche Schuldkomplex reicht hier der wachsenden Islamophobie und Xenophobie die Hand \u2013 und heraus kommt: antipal\u00e4stinensischer Rassismus.<\/p>\n<p><cite>Lili Sommerfeld,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/450695.repressionen-gegen-pal%C3%A4stinenser-emotionalisierung-nicht-erlaubt.html\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener\">Junge Welt<\/a><\/cite><\/p><\/blockquote>\n<p>In diesem Sinne war der Samstag, der 20. Mai, ein Lehrst\u00fcck.<\/p>\n<p>Als einzige Demonstration zum Nakba-Komplex wurde lediglich die&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.juedische-stimme.de\/stellungnahme-zur-kundgebung-am-oranienplatz-am-20.05.2023\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener\">besagte Demonstration zugelassen<\/a>, die von j\u00fcdischen Aktivist:innen angemeldet wurde \u2013 auf dem Oranienplatz in Kreuzberg, nicht in Neuk\u00f6lln, wo viele Pal\u00e4stinenserinnen und Pal\u00e4stinenser leben und arbeiten.<\/p>\n<h3 class=\"subheading\">Bunte Zusammenkunft<\/h3>\n<p>Es war eine bunte Zusammenkunft aus Queer-Aktivist:innen, j\u00fcdischen deutschen wie nicht-deutschen Linken, Pal\u00e4stinensern und mit ihnen sich solidarisch f\u00fchlenden Menschen mit Wurzeln im globalen S\u00fcden, Kommunistinnen und andere Sozialisten. Redebeitr\u00e4ge, die mit der Anrede &#8222;Liebe Genossinnen und Genossen, Liebe Freunde Pal\u00e4stinas&#8220; begannen, brachten die Zusammensetzung der Kundgebung auf den Punkt.<\/p>\n<p>Einige Redebeitr\u00e4ge sprachen dem deutschen Staat, immerhin und nach wie vor Rechtsnachfolger des &#8222;Dritten Reiches&#8220; ab, das Erinnern steuern zu wollen. Viele Demonstrationsteilnehmer trugen Pullis oder Schilder, auf denen der Slogan steht &#8222;Free Palestine from German Guilt&#8220;.<\/p>\n<p>In Redebeitr\u00e4gen wurde deutlich gemacht, dass man als Teil einer solidarischen globalen Linken mit wenig bis keiner Ber\u00fchrung zur deutschen Verbrechensgeschichte an den Juden sich von deutscher Justiz und ausf\u00fchrenden Organen nicht vorschreiben lassen will, wie, mit wem und in welcher Sprache man sich einer Gewaltgeschichte erinnern will.<\/p>\n<p>In einem sehr blumigen Redebeitrag einer j\u00fcngeren pal\u00e4stinensischen Aktivistin wurde deutlich, dass sich viele der hier versammelten Protagonistinnen und Protagonisten als Internationalistinnen und Internationalisten sehen:<\/p>\n<p>Die Rede ging von &#8222;unseren Genoss*Innen aus Syrien, die gerade ganz besonders Schmerz und Einsamkeit erfahren, in einer Welt, die erneut die Verbrechen des Assad-Regimes normalisiert&#8220;, angesprochen waren auch &#8222;unsere Genoss*innen aus \u00c4gypten, aus dem Libanon, aus der West-Sahara, aus Armenien, aus dem Sudan, aus Afghanistan, aus dem Jemen, aus Algerien, aus Armenien, aus dem Iran, aus Kurdistan, aus S\u00fcdamerika, unsere Ealam Tamilischen und j\u00fcdischen Genoss*Innen, unsere Genoss*innen aus der ganzen Welt&#8220;.<\/p>\n<p>Die Rednerin beteuerte: &#8222;Eure Stimme hier zu h\u00f6ren, ist das einzig wahre Zeichen der Solidarit\u00e4t in einem Land, das jeden Tag versucht, unsere zu ersticken.&#8220; Die Rede war ein militantes, zuweilen polit-kitschiges Traktat &#8222;gegen den zionistischen Siedlerkolonialismus und seinen milit\u00e4rischen Apparat&#8220;. Der Redebeitrag der jungen Aktivistin endete mit der ins Deutsche \u00fcbertragenden Parole &#8222;From the river to the sea, Palestine will be free&#8220; (Vom Fluss bis zum Meer, Pal\u00e4stina wird frei sein&#8220;).<\/p>\n<p>Als deutsche Linke noch Teil der globalen Revolte von 1968 waren, sprachen sie sich in \u00e4hnlicher Absicht f\u00fcr einen radikalen Antizionismus aus. Dieser reflektierte gerade auf die Verdr\u00e4ngung der deutschen Schuld und attackierte den wohlfeilen philosemitischen Habitus, den die deutschen Nachkriegseliten an den Tag legten.<\/p>\n<p>Sie kritisierten Wiedergutmachungszahlungen des deutschen Staates und R\u00fcstungsgesch\u00e4fte mit Israel als &#8222;Ablasshandel&#8220; und &#8222;Abschlagszahlungen auf den Holocaust&#8220;, wie der linke 1970er-Jahre Aktivist Eike Geisel.<\/p>\n<p>Niemand Geringeres als die j\u00fcdische deutsch-franz\u00f6sische 1968er-Ikone Daniel Cohn-Bendit formulierte im Fr\u00fchjahr 1969 bei einem Besuch in Israel im Geiste des auf globale R\u00e4temacht tendierenden Internationalismus, den sich die Neue Linke angeeignet hatte: &#8222;Ich bin gegen den j\u00fcdischen Staat, gegen die arabischen Staaten, ich bin f\u00fcr einen sozialistischen und freien Nahen Osten, offen f\u00fcr alle, die in einer Gesellschaft leben wollen, die von Arbeiter- und Bauernr\u00e4ten regiert wird.&#8220;<\/p>\n<p>der vollst\u00e4ndige Artikel in <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/features\/Palaestina-und-die-deutsche-Schuld-9067918.html?seite=all\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Telepolis v. 27.05.2023<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>27. 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