{"id":12,"date":"2014-03-28T19:40:16","date_gmt":"2014-03-28T19:40:16","guid":{"rendered":"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/?p=12"},"modified":"2014-04-08T05:32:33","modified_gmt":"2014-04-08T05:32:33","slug":"warum-provoziert-ihr-israel-immer-so","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=12","title":{"rendered":"\u201eWarum provoziert Ihr Israel immer so?\u201c"},"content":{"rendered":"<p><b>ngg_shortcode_0_placeholderEine Antwort an die Mitglieder der Bremer J\u00fcdischen Gemeinde, die gegen die Veranstaltung des israelischen Friedensaktivisten Reuven Moskowitz demonstriert haben. <\/b><br \/>\n<em>Arn Strohmeyer<\/em><\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich einer Veranstaltung mit dem israelischen Friedensaktivisten Reuven Moskovitz im \u00dcberseemuseum, die mehrere Bremer Nahost- und Friedensgruppen organisiert hatten, <!--more-->demonstrierten Mitglieder der j\u00fcdischen Gemeinde gegen den j\u00fcdischen Gast aus Israel. Sie stehen fest zu Israel und der Politik dieses Staates, wie ihre Transparente und Schilder, die sie sich umgeh\u00e4ngt hatten, belegten. Auf das Schild \u201eI like Israel\u201c antwortete Moskowitz mit der Gegenparole \u201eI live in Israel\u201c, womit er wohl sagen wollte, dass er das Land und die Zust\u00e4nde dort etwas besser kennt als die nach Bremen aus Russland ausgewanderten Neub\u00fcrger.<\/p>\n<p>Man darf zum besseren Verst\u00e4ndnis der Demonstranten in diesem Zusammenhang an eine Passage aus dem Buch <i>Die Angst vor dem Frieden. Das israelische Dilemma<\/i> (Aufbau Verlag Berlin) des israelischen Historikers Moshe Zimmermann von der Universit\u00e4t Jerusalem erinnern, in dem er sich ausf\u00fchrlich \u00fcber die enge Verbindung Israels mit den j\u00fcdischen Gemeinden in der Diaspora, speziell aber auch in Deutschland \u00e4u\u00dfert. Er schreibt: \u201eDie Repr\u00e4sentanten j\u00fcdischer Gemeinden in anderen L\u00e4ndern, unter anderem in Deutschland, stellen sich nahezu automatisch auf die Seite der israelischen Politik. Sie tun das selbst dann, wenn die \u00f6ffentliche Meinung in dem Land, in dem sie leben, der israelischen Politik in dem betreffenden Punkt eher reserviert oder abgeneigt gegen\u00fcbersteht und dazu selbst in Israel kritische Stimmen laut werden, wie zum Beispiel w\u00e4hrend des zweiten Libanonkrieges oder des Gaza-Krieges. Abweichende Stimmen innerhalb der j\u00fcdischen Gemeinden h\u00e4lt die israelische Regierung in der Regel nicht f\u00fcr legitim, sie werden vielmehr als verr\u00e4terischer Dolchsto\u00df gegen die israelische, also j\u00fcdische Sache bewertet.\u201c<\/p>\n<p>Und weiter schreibt Zimmermann: \u201eDieser Logik entsprechend ist eine indifferente oder ablehnende Haltung gegen\u00fcber der israelischen Politik mit einem Verzicht auf die Sicherheit Israels oder sogar mit einem Verrat am Judentum gleichzusetzen. Hier sind die Diasporajuden in eine Geiselsituation geraten, die bisweilen, wie im Fall des Anschlags auf das Kulturzentrum der j\u00fcdischen Gemeinde in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires 1994, mit verheerenden Folgen einhergeht. Das ist ein Umstand, den die israelische Regierung wie auch die j\u00fcdischen Gemeinden immer wieder zu verdr\u00e4ngen suchen.\u201c<\/p>\n<p>Zimmermann geht dann auf offizielle israelische Berichte ein, die behaupten, dass heute besonders Muslime und Linke den Antisemitismus bef\u00f6rdern, obwohl selbst das israelische Au\u00dfenministerium zugeben musste, dass antisemitische Vorf\u00e4lle sich bei und nach kriegerischen Aktionen Israels besonders h\u00e4ufen. Zimmermann: \u201eDie [israelischen] Berichte lassen auch erkennen, dass der Konflikt, in den Israel verwickelt ist, f\u00fcr sie [die Mitglieder der j\u00fcdischen Gemeinden in der Diaspora] zum Risikofaktor geworden ist. Mit anderen Worten \u2013 die Diasporajuden sind die Geiseln des Konflikts und der israelischen Politik, egal ob die Hauptschuld beim europ\u00e4ischen oder nah\u00f6stlichen Islam, bei den gegen\u00fcber Israel unfreundlich gesinnten Medien oder bei der Politik Israels selbst gesucht wird. Da aber die Sprecher der j\u00fcdischen Gemeinden im Ausland diesen Fakt nicht zugeben, kann man in Stellungnahmen aus Israel die Angst vor dem Frieden mit der Angst vor dem Antisemitismus verkn\u00fcpfen. Dadurch wird einerseits das Einvernehmen zwischen Geiseln, sprich: Diasporajuden und Geiselnehmer, also der israelischen Regierungspolitik, aufrechterhalten, andererseits aber auch die Auseinandersetzung mit den internen Geiselnehmern der israelischen Gesellschaft vermieden oder zumindest vorl\u00e4ufig verdr\u00e4ngt.\u201c (Seite 121f und Seite 139)<\/p>\n<p>Bei der Mahnwache vor dem \u00dcberseemuseum trugen die Mitglieder der j\u00fcdischen Gemeinde Schilder, deren Aufschriften Zimmermanns These belegten: Diese Menschen stehen fest zu Israel, aber sie nehmen die Realit\u00e4ten des Konflikts mit den Pal\u00e4stinensern \u00fcberhaupt nicht zur Kenntnis. Auch das menschliche Leid, das die israelische Besatzungspolitik und der st\u00e4ndige Landraub fremden Bodens bewirkt, ber\u00fchrt sie in keinster Weise. Sie sehen auch nicht, wie gef\u00e4hrlich Israels Politik f\u00fcr die Zukunft dieses Staates ist. Deshalb soll hier zu den Aufschriften auf ihren Transparenten Stellung genommen werden.<\/p>\n<p><b>Erstes Schild: 1,5 Millionen Araber wohnen in Israel in Frieden mit Juden. Warum wollt Ihr dar\u00fcber nicht berichten? <\/b><\/p>\n<p>Es gibt \u00fcberhaupt keinen Grund auf unserer Seite, zu diesem Thema zu schweigen. Den Pal\u00e4stinensern, die in Israel leben, geht es sicher vom Lebensstandard her besser als den Pal\u00e4stinensern im besetzten Westjordanland, die hinter der Mauer eingeschlossen sind, oder den Pal\u00e4stinensern im von Israel v\u00f6llig abgeriegelten Gazastreifen. In Gaza herrschen Hunger und Elend. Wenn es den Pal\u00e4stinensern in Israel (20 Prozent der Bev\u00f6lkerung) aber besser geht, hei\u00dft das nicht, dass sie denselben Lebensstandard wie Israelis haben und die dieselben Rechte genie\u00dfen. Israel hat bis heute keine Verfassung, aber in der Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung von 1948, die als Grundgesetz gilt, hei\u00dft es, dass alle dort lebenden Menschen vor dem Gesetz gleich sind \u2013 egal welchem Geschlecht, welcher Rasse oder Religion sie angeh\u00f6ren. Die in Israel lebenden Pal\u00e4stinenser sind aber in vieler Hinsicht eben nicht gleichberechtigt. Sie sind B\u00fcrger zweiter Klasse, sie haben nicht dieselben Rechte wie Israelis. Was ja auch darin zum Ausdruck kommt, dass Israel ein ethnisch exklusiver \u201ej\u00fcdischer\u201c Staat sein will, und Pal\u00e4stinenser sind eben keine j\u00fcdischen B\u00fcrger.<\/p>\n<p>Die Benachteiligung dieser Bev\u00f6lkerungsgruppe fing gleich nach 1948 an, als die Pal\u00e4stinenser, die man nicht vertrieben hatte und die noch in Israel lebten, unter Milit\u00e4rrecht stellte (bis 1965), wodurch sie aller Grundrechte beraubt wurden. Ihr Verm\u00f6gen und ihr Land wurden bis auf kleine Reste vollst\u00e4ndig enteignet. Pal\u00e4stinensische Israelis d\u00fcrfen auch heute noch kein Land kaufen, d.h. sie sind vom Grundst\u00fccksmarkt ausgeschlossen. Sie bekommen auch von den israelischen Baubeh\u00f6rden so gut wie keine Baugenehmigungen, sodass sie schwarz bauen m\u00fcssen. Diese H\u00e4user werden dann von der israelischen Armee zumeist wieder abgerissen oder gesprengt. W\u00e4hrend in Israel \u00fcberall gebaut wird, k\u00f6nnen sich die Siedlungen und St\u00e4dte der Pal\u00e4stinenser nicht weiter ausdehnen, obwohl auch deren Bev\u00f6lkerung w\u00e4chst.<\/p>\n<p>Die Diskriminierung taucht in vielerlei Gestalt auf. Jeder Jude kann nach Israel einwandern und bekommt die Staatsb\u00fcrgerschaft. Pal\u00e4stinenser, die vertrieben wurden und alles verloren haben, d\u00fcrfen nicht in ihre Heimat zur\u00fcckkehren. Auch Pal\u00e4stinenser, die in Israel geboren wurden, aber l\u00e4ngere Zeit im Ausland gelebt haben, d\u00fcrfen nicht zur\u00fcckkehren. Au\u00dferdem: Heiratet ein(e) Pal\u00e4stinenser\/in einen pal\u00e4stinensischen Partner\/in aus dem Westjordanland, ist eine Familienzusammenf\u00fchrung nicht m\u00f6glich. Sie k\u00f6nnen nicht in Israel, sondern nur im Westjordanland leben.<\/p>\n<p>Im wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Bereich ist die Diskriminierung der Pal\u00e4stinenser in Israel eklatant. F\u00fcr die Infrastruktur ihrer St\u00e4dte und D\u00f6rfer erhalten sie viel weniger Geld als j\u00fcdische Gemeinden. Dasselbe gilt f\u00fcr Schulen. J\u00fcdische Schulen sind viel besser ausgestattet. Die Pal\u00e4stinenser m\u00fcssen \u2013 das schreiben die israelischen Gesetze vor \u2013 ihre Geschichte, Sprache und Kultur verleugnen. Ein Gesetz stellt die \u00f6ffentliche Erinnerung an die Nakba (Vertreibung der Pal\u00e4stinenser 1948) unter Strafe. Die Arbeitslosigkeit der Pal\u00e4stinenser \u2013 vor allem von Akademikern \u2013 ist wesentlich h\u00f6her als die der Israelis. Bei Straftaten erhalten sie vor Gericht f\u00fcr dasselbe Vergehen h\u00f6here Strafen als Israelis. Es ist v\u00f6llig unm\u00f6glich, dass ein Pal\u00e4stinenser in eine j\u00fcdische Siedlung ziehen kann. Dort entscheidet jeweils ein Ausschuss, wer zuziehen darf. Pal\u00e4stinenser haben keine Chance. Die Pal\u00e4stinenser in Israel d\u00fcrfen zwar w\u00e4hlen und gew\u00e4hlt werden, aber sie sind politisch v\u00f6llig einflusslos, weil in der Knesset alle wichtigen Entscheidungen mit j\u00fcdischer Mehrheit fallen m\u00fcssen.<\/p>\n<p><b>Zweites Schild: Schluss mit der pauschalen und einseitigen gegen Israel gerichteten Kritik!<\/b><\/p>\n<p>Demonstrationen und Proteste gegen die israelische Politik sind v\u00f6llig legitim und keine Provokationen, solange Israel eine Besatzung \u00fcber ein anderes Volk aus\u00fcbt und diesem Volk sein Land f\u00fcr die eigene Besiedlung raubt und die Gr\u00fcndung eines Staates verhindert. Die israelische Politik verst\u00f6\u00dft permanent gegen das V\u00f6lkerrecht, die Menschenrechtscharta und Resolutionen der UNO. Die Pal\u00e4stinenser haben genauso ein Recht auf Freiheit und Selbstbestimmung wie Israel. Daf\u00fcr einzutreten, ist v\u00f6llig legitim. Was ist das f\u00fcr ein Demokratie-Verst\u00e4ndnis, das bestreiten zu wollen!<\/p>\n<p><b>Drittes Schild: Warum verschweigt Ihr Folter und Misshandlungen in pal\u00e4stinensischen Gef\u00e4ngnissen?<\/b><\/p>\n<p>Dar\u00fcber wird keineswegs geschwiegen. Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International haben immer wieder auf diese Missst\u00e4nde hingewiesen und Druck auf die Verantwortlichen ausge\u00fcbt, die Zust\u00e4nde zu \u00e4ndern. Aber die Pal\u00e4stinenser besitzen eben wegen der israelischen Besetzung keinen eigenen souver\u00e4nen Staat. Sie sind nach den Oslo-Vertr\u00e4gen verpflichtet, im Auftrag der Israelis f\u00fcr Ordnung und Sicherheit zu sorgen. Das hei\u00dft: Israel und die Pal\u00e4stinenser arbeiten im Bereich Sicherheit und Ordnung sehr eng zusammen. Man kann sagen, dass die pal\u00e4stinensische Polizei nichts anders als eine israelische Hilfstruppe ist. Insofern sind die Israelis, die die Macht in den besetzten Gebieten haben, unmittelbar an den Missst\u00e4nden in den Gef\u00e4ngnissen der Pal\u00e4stinenser beteiligt.<\/p>\n<p>Dass in Israels Gef\u00e4ngnissen zur Zeit etwa 4000 pal\u00e4stinensische Gefangene unter furchtbaren Bedingungen sitzen, ist bekannt (es waren fr\u00fcher bis zu 10 000) \u2013 darunter auch 300 \u2013 400 Kinder. In Israel ist Folter offiziell zugelassen. Die Gefangenen sitzen oft in Administrativhaft, das hei\u00dft sie werden oft Jahre lang ohne Gerichtsurteil festgehalten \u2013 auch Kinder. Israel beansprucht, ein Rechtsstaat zu sein \u2013 das gilt aber offenbar nur f\u00fcr Juden.<\/p>\n<p><b>Viertes Schild: Schluss mit der einseitigen und feindseligen Berichterstattung in Bezug auf Israel!<\/b><\/p>\n<p>Dieser Vorwurf ist v\u00f6llig unberechtigt. In Deutschland herrscht Pressefreiheit, das hei\u00dft die einzelnen Medien sind unabh\u00e4ngig und frei in ihrer Berichterstattung und Kommentierung. Au\u00dferdem gilt, was in Antwort 2 gesagt worden ist: Solange Israel durch seine Besatzungspolitik permanent das V\u00f6lkerrecht bricht, die Menschenrechtscharta verletzt und gegen UNO-Resolutionen verst\u00f6\u00dft, ist die Kritik an Israels Politik v\u00f6llig berechtigt und weder einseitig noch feindselig. Die Kritik an Israel w\u00fcrde sofort aufh\u00f6ren, wenn Israel das V\u00f6lker- und die Menschenrechte anerkennen und eine gerechte L\u00f6sung f\u00fcr die Pal\u00e4stinenser zulassen w\u00fcrde. Eine solche L\u00f6sung kann nur von Israel als der st\u00e4rkeren Seite kommen: Israel ist politisch, wirtschaftlich und milit\u00e4risch stark, besitzt das Land und hat Amerika und den Westen als Verb\u00fcndete hinter sich. Die Pal\u00e4stinenser haben dagegen nichts: keinen Staat, kein Land, keine Armee und ihre Wirtschaft wird durch die Besatzung in jeder Weise an der Entfaltung gehindert.<\/p>\n<p>Wir Deutschen k\u00f6nnen aus den Verbrechen des Nationalsozialismus nur eins lernen: uns permanent und \u00fcberall f\u00fcr die Einhaltung der Menschenrechte einzusetzen \u2013 wo auch immer sie verletzt werden. Das ist die beste Wiedergutmachung, die man sich vorstellen kann. H\u00e4tte es zu Beginn der drei\u00dfiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts mehr Menschen in Deutschland gegeben, die den Mut gehabt h\u00e4tten, sich f\u00fcr die Menschenrechte einzusetzen, w\u00e4re Europa und besonders den Juden viel Leid erspart geblieben. Dass heute Personen oder Gruppen, die sich \u2013 auch im Blick auf Israel \u2013 f\u00fcr die Einhaltung der Menschenrechte einsetzen, pl\u00f6tzlich als \u201eAntisemiten\u201c diffamiert werden, ist eine Perversion des Denkens und eine f\u00fcr die westlichen Demokratien sehr gef\u00e4hrliche Entwicklung. Gerade Personen, die den Holocaust \u00fcberlebt haben, m\u00fcssten eigentlich f\u00fcr diese Position Verst\u00e4ndnis haben.<\/p>\n<p><b>F\u00fcnftes Schild: Habt Ihr jemals \u00fcber die Zust\u00e4nde in pal\u00e4stinensischen Gef\u00e4ngnissen berichtet?<\/b><\/p>\n<p>Siehe die Antwort auf das Schild 3.<\/p>\n<p><b>Sechstes Schild: Wer bringt den pal\u00e4stinensischen Jugendlichen den Judenhass bei, Steine und Molotow-Cocktails kamerawirksam zu werfen?<\/b><\/p>\n<p>Diese Frage suggeriert ja, als ginge es den pal\u00e4stinensischen Kindern und Jugendlichen eigentlich ganz gut, wenn da nicht irgendjemand w\u00e4re, der sie zum Antisemitismus aufhetzt. Diese Annahme ist v\u00f6llig realit\u00e4tsfern und zynisch. Diese Kinder m\u00fcssen hinter der gro\u00dfen von Israel gebauten Mauer leben, abgeschottet von der Welt und meistens in gro\u00dfer Armut unter einem furchtbaren Besatzungsregime. Ihre Eltern werden oft verhaftet und sitzen in israelischen Gef\u00e4ngnissen, viele Kinder haben die Zerst\u00f6rung ihrer Elternh\u00e4user durch die israelische Armee oder Verhaftungen bei n\u00e4chtlichen Razzien erlebt. Israel hat bisher an die 30 000 H\u00e4user von Pal\u00e4stinensern zerst\u00f6rt. Die j\u00fcdischen Siedler verw\u00fcsten die Felder, Olivenhaine und Brunnen der Pal\u00e4stinenser. Diese Kinder wachsen in einer t\u00e4glichen Atmosph\u00e4re von Gewalt und Brutalit\u00e4t auf und daraus ergibt sich der Hass auf die Besatzer ganz automatisch. Mit europ\u00e4ischem Antisemitismus hat das gar nichts zu tun. Dieser Hass resultiert aus den Realit\u00e4ten dort.<\/p>\n<p>Was erwarten Sie von diesen Kindern \u2013 sollen sie zum Dank f\u00fcr die Besatzung Blumen auf israelische Panzer streuen? Mir hat ein kleiner pal\u00e4stinensischer Junge in Bethlehem gesagt, sein gr\u00f6\u00dfter Wunsch sei, einmal das Meer zu sehen und darin zu baden! Aber er hat keine Chance, das gro\u00dfe Wasser zu sehen, obwohl es nur drei\u00dfig oder vierzig Kilometer entfernt ist. Er ist dazu verurteilt, hinter der Mauer zu leben. Wenn Sie diese Fakten nicht glauben und f\u00fcr b\u00f6sen Antisemitismus halten, besorgen Sie sich die j\u00e4hrlichen Berichte der gro\u00dfen Menschenrechtsorganisationen: In Israel sind das etwa Betselem und das Israelische Comitee gegen H\u00e4userzerst\u00f6rungen (ICAHD), das der Israeli Jeff Halper leitet. Die israelische Organisation Betselem gibt den Pal\u00e4stinensern \u00fcbrigens die Kameras, damit sie die \u00dcbergriffe der Armee und der Siedler filmen sollen. Betselem ver\u00f6ffentlicht die Filme dann. Zu empfehlen sind auch die Berichte von Amnesty International und Human Rights Watch. Alle sind im Internet abrufbar.<\/p>\n<p><b>Siebtes Schild: Herr Moskowitz! Unterst\u00fctzen Sie weiterhin die terroristische Organisation Hamas mit Hilfsg\u00fctern? <\/b><\/p>\n<p>Auf Nachfrage sagte Herr Moskowitz, dass er nie die Hamas unterst\u00fctzt habe und das auch in Zukunft nicht vorhabe. Der Name Moskowitz ist in Israel nicht selten, hier liegt vermutlich eine Verwechslung vor.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Antwort an die Mitglieder der Bremer J\u00fcdischen Gemeinde, die gegen die Veranstaltung des israelischen Friedensaktivisten Reuven Moskowitz demonstriert haben. 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