{"id":150,"date":"2014-04-10T07:59:00","date_gmt":"2014-04-10T07:59:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/?p=150"},"modified":"2014-04-14T06:53:55","modified_gmt":"2014-04-14T06:53:55","slug":"guenter-grass-und-rupert-neudeck-zur-nakba-ausstellung-in-luebeck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=150","title":{"rendered":"G\u00fcnter Grass und Rupert Neudeck zur Nakba-Ausstellung in L\u00fcbeck"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Foto_ji.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-158\" alt=\"Foto_ji\" src=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Foto_ji-150x150.jpg\" width=\"152\" height=\"152\" \/><\/a>Am 5. April sprachen G\u00fcnter Grass (1999 Nobelpreis f\u00fcr Literatur) und Rupert Neudeck im B\u00fcrgerschaftssaal des L\u00fcbecker Rathauses aus Anlass der Nakba-Ausstellung, die vom 30.03. bis 11.04.2014 im DGB-Haus gezeigt wird. Diese Wanderausstellung wurde und wird zur Zeit in vielen St\u00e4dten (u.a. in M\u00fcnchen, Braunschweig, Freiburg, Schwenningen) gezeigt und sorgt \u00fcberall f\u00fcr Diskussionen. Die Ausstellung mit dem Motto &#8222;Nakba 1948 &#8211; Israels Entstehung in pal\u00e4stinensicher Sicht&#8220; zeigt auf 13 eindrucksvollen Schautafeln die Geschehnisse der Vertreibung von etwa 750.000 Pal\u00e4stinensern aus dem fr\u00fcheren brtischen Mandatsgebiet. Sie mussten Platz machen f\u00fcr den Staat Israel, dessen Gr\u00fcndung am 14. Mai 1948 verk\u00fcndet wurde. Der Gr\u00fcndungsmythos Israels (&#8222;Ein Volk ohne Land in ein Land ohne Volk&#8220;) ist zentral im israelischen Geschichtsnarrativ &#8211; und er ist \u00fcber Jahrzehnte hinweg falsch erz\u00e4hlt worden. <!--more--><\/p>\n<p>ngg_shortcode_0_placeholderWie unangenehm der Regierung in Israel und ihrer rechtsgerichtete Mehrheit in der Knesset die immer st\u00e4rker werdende Kritik an diesem Gr\u00fcndungsmythos ist, zeigt das &#8222;Nakba-Gesetz&#8220;, das am 23.03.2011 in dritter Lesung nach kontroverser Diskussion mit 37 gegen 25 Stimmen verabschiedet wurde. Das Gesetz, das nat\u00fcrlich auch in Israel sehr umstritten ist, sieht vor, Stadtverwaltungen und vom Staat finanzierten Institutionen (vor allem Schulen) die finanzielle Unterst\u00fctzung zu entziehen und schon zuvor gezahlte Gelder in dreifacher H\u00f6he zur\u00fcckzufordern, wenn durch sie Gedenkveranstaltungen f\u00fcr die Nakba organisiert werden. Geplant waren urspr\u00fcnglich noch h\u00e4rtere Sanktionen, n\u00e4mlich dreij\u00e4hrige Gef\u00e4ngnisstrafen f\u00fcr die Verantwortlichen.<\/p>\n<p>Eine kleine Gruppe des Nahost-Forums Bremen war am 10.04.14 nach L\u00fcbeck gefahren, einmal, um die Nakba-Ausstellung dort zu sehen, und zum anderen sich von einem der dortigen Organisatoren, Pastor (i.R.) Volker Bethge, die Rahmenbedingungen und das von ihm und seinen Mitstreitern organisierte Rahmenprogramm erl\u00e4utern zu lassen. Die Ausstellung w\u00e4re, so Bethke im Gespr\u00e4ch, im gro\u00dfen und ganzen in L\u00fcbeck auf wenig Kritik und \u00fcberhaupt nicht auf Widerstand gesto\u00dfen. Dass die Ausstellung im DGB-Haus gezeigt wird, und dass die zentrale Veranstaltung mit G\u00fcnter Grass und Rupert Neudeck im &#8222;repr\u00e4sentativsten&#8220; Saal stattfinden konnte, beweise die aufgeschlossene Haltung der L\u00fcbecker hansest\u00e4dtischen Zivilgesellschaft. Einem Initiativkreis, bestehend aus Petra M\u00fcck, Volker Bethge und Rolf Verleger, war es gelungen, die Ausstellung nach L\u00fcbeck zu holen und die R\u00e4umlichkeiten zu organisieren. An der abschlie\u00dfenden Podiumsdiskussion am 10. April 2014 mit dem Titel &#8222;Pal\u00e4stinensisches Schicksal, deutsche Staatsraison und Israel&#8220;, moderiert von Prof. Cornelius Borck (L\u00fcbeck), nahmen teil: Dr. Hans-J\u00fcrgen Abromeit (ev. Bischof, Greifswald), Michael F\u00fcrst (Vors. J\u00fcdische Gemeinde Hannover), Petra M\u00fcck (Initiativkreis Frieden f\u00fcr Pal\u00e4stina L\u00fcbeck) und Dr. Yazid Shammoout (Vorsitzender Pal\u00e4stinensiche Gemeinde Hannover).<\/p>\n<p>Von den politischen Parteien und der Publizistik in L\u00fcbeck und Schleswig-Holstein h\u00e4tte man sich etwas mehr Wahrnehmung, Unterst\u00fctzung und Berichterstattung gew\u00fcnscht. Sie w\u00e4re weitgehend ausgeblieben, so Volker Bethke im Gespr\u00e4ch.<\/p>\n<p>In anderen deutschen St\u00e4dten war die politische und ideologische Aufregung \u00fcber die Nakba-Ausstellung gr\u00f6\u00dfer. Vor allem in M\u00fcnchen, wo die Ausstellung schlie\u00dflich in der Montessor-Fachoberschule gezeigt werden konnte, schlugen die Wellen hoch. Die Israelitische Kultusgemeinde, die Gr\u00fcne Jugend M\u00fcnchen, die Deutsch-Israelische Gesellschaft M\u00fcnchen, die Europ\u00e4ische Janusz Korczak Akademie sowie der Verband J\u00fcdischer Studenten in Bayern protestierten schon im Vorfeld. Bei der Ausstellung handele es sich &#8222;um eine von antiisraelischer Ideologie indoktrinierte Propagandama\u00dfnahme, die die israelische Staatsgr\u00fcndung mit zum Teil historisch falschen Fakten darstelle. Besonders exponierte sich Charlotte Knobloch (Pr\u00e4sidentin der Israelitischen Kultusgemeinde M\u00fcnchen und Oberbayern und bis 2013 Vizepr\u00e4sidentin des J\u00fcdischen Weltkongresses) und zog die ideologischen Boxhandschuhe an. &#8222;Mit Entsetzen&#8220; habe sie von der Absicht der Schulleitung erfahren, diese &#8222;\u00e4u\u00dferst fragw\u00fcrdige Ausstellung&#8220; im Unterricht einsetzen zu wollen. Es handele sich um eine &#8222;absolut perfide Instrumentalisierung des Nahost-Konflikts&#8220; und um eine &#8222;geschichtsverf\u00e4lschenden Darstellung&#8220;. Und weiter in ihrem Brief an die Schulleitung: &#8222;Dem h\u00f6chst komplexen und geopolitisch sehr viel vielschichtigeren Gesamtkontext wird diese Ausstellung nicht gerecht. Ich m\u00f6chte eindringlich an Sie appellieren, \u00fcber den Einsatz dieser Ausstellung noch mal nachzudenken&#8230;Gerade im p\u00e4dagogischen Umgang mit Kindern und Jugendlichen ist es entscheidend, dass ausschlie\u00dflich Material eingesetzt wird, dem ein redlicher, freiheitlich-demokratischer Bildungsansatz zugrunde liegt. Antisemitische Inhalte d\u00fcrfen &#8211; zumal in Deutschland &#8211; keinen Einzug in den Schulunterricht halten.\u201d<br \/>\n<em>S\u00f6nke Hundt<\/em><\/p>\n<p>Mehr Informationen und die vollst\u00e4ndige Liste der 51 prominenten Unterst\u00fctzer der Wanderausstellung Nakba hier<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.lib-hilfe.de\/fakten_ausstellung.html\">http:\/\/www.lib-hilfe.de\/fakten_ausstellung.html<\/a><br \/>\nund hier<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.themen.palaestina-heute.de\/Nakba\/Nakba-Ausstellung\/nakba-ausstellung.html\">http:\/\/www.themen.palaestina-heute.de\/Nakba\/Nakba-Ausstellung\/nakba-ausstellung.html<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 5. April sprachen G\u00fcnter Grass (1999 Nobelpreis f\u00fcr Literatur) und Rupert Neudeck im B\u00fcrgerschaftssaal des L\u00fcbecker Rathauses aus Anlass der Nakba-Ausstellung, die vom 30.03. bis 11.04.2014 im DGB-Haus gezeigt wird. 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