{"id":15265,"date":"2025-09-02T06:48:12","date_gmt":"2025-09-02T06:48:12","guid":{"rendered":"http:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=15265"},"modified":"2025-09-02T08:29:56","modified_gmt":"2025-09-02T08:29:56","slug":"der-bremer-weserkurier-berichtet-ueber-fadi-schukfeh","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=15265","title":{"rendered":"Der Bremer Weserkurier berichtet \u00fcber Fadi Schukfeh"},"content":{"rendered":"<p>Anl\u00e4sslich seiner Veranstaltung bei der Pal\u00e4stinensischen Gemeinde berichtet der <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/politik\/gaza-unter-welchen-bedingungen-ein-arzt-aus-norddeutschland-hilft-doc823s1y3a0dxerxhz5nn\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Weserkurier am 02.09.2025<\/a> ausf\u00fchrlich \u00fcber Fadi Schukfeh und seine aufopferungsvolle Arbeit in den Krankenh\u00e4user von Gaza. Wir bringen einige Ausz\u00fcge.<!--more--><\/p>\n<hr>\n<h1 class=\"subtitle\">Wie der deutsch-syrische Arzt Fadi Schukfeh in einem Krankenhaus in Gaza operiert<\/h1>\n<div class=\"imagecontent top-large-image-container landscape large\" data-image-weight=\"1\">\n<div class=\"image-gallery-teaser multiple large\">&nbsp;<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"slides-captions\">\n<div class=\"caption\">Im September operiert er wieder im Gazastreifen: der deutsch-syrische Arzt Fadi Schukfeh.<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"byline\">\n<div>Joerg Helge Wagner<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"content\">\n<div id=\"portraitSlides\" class=\"slides-container portrait\">\n<div class=\"imagecontent top-large-image-container portrait large\" data-image-weight=\"2\">\n<div class=\"image-gallery-teaser multiple large\">&nbsp;<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"slides-captions\">\n<div class=\"caption\">Im Nasser-Krankenhaus in Khan Yunis operiert der Urologe Fadi Schukfeh Opfer der israelischen Angriffe.<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"content-body\">\n<p class=\"remove-text-indent drop-cap\"><b>Bremen.<\/b>&nbsp;&#8222;Auch in Israel w\u00fcrde ich operieren, wenn man mich dort brauchte&#8220;, versichert Fadi Schukfeh und l\u00e4chelt \u2013 wie so oft. Dabei hat er eine halbe Stunde zuvor noch grauenvolle Fotos aus seiner letzten Wirkungsst\u00e4tte, dem Nasser-Krankenhaus in Khan Yunis, gezeigt: Haufen von Leichen auf den Fluren, blutige Schlieren auf dem Boden und an den W\u00e4nden, Tr\u00fcmmer und zerst\u00f6rte Ger\u00e4tschaften. An diesem Montagvormittag hatte das israelische Milit\u00e4r die Einrichtung gleich zweimal beschossen, offenbar auch mit gro\u00dfem Kaliber. &#8222;Auch ein Kollege von mir wurde get\u00f6tet&#8220;, sagt der zierliche Arzt, der nach zwei Eins\u00e4tzen im Gazastreifen stets per Handy und WhatsApp Kontakt zu Helfern vor Ort h\u00e4lt. Am 25. September wird er ein drittes Mal dort hinreisen \u2013 wenn die israelischen Beh\u00f6rden ihn in das Kriegsgebiet hineinlassen.<\/p>\n<p>Die Hilfsorganisation Rahma Worldwide, die sich einer islamischen Philanthropie nach den Grunds\u00e4tzen der Zakat (Mildt\u00e4tigkeit) verpflichtet f\u00fchlt, organisiert die jeweils 14-t\u00e4gigen Eins\u00e4tze. Sp\u00e4testens vier Wochen vor Beginn hat die NGO mit Sitz in Beverly Hills, USA, alle notwendigen Dokumente eingereicht. &#8222;Aber erst 24 Stunden vorher erfahre ich von den Israelis, ob ich tats\u00e4chlich in den Gazastreifen darf&#8220;, berichtet Schukfeh. Von Deutschland aus fliegt er zun\u00e4chst in die jordanische Hauptstadt Amman, vor dort aus geht es dann auf dem Landweg durch Israel bis zum Grenz\u00fcbergang Kerem Schalom. Er sa\u00df aber auch im Juni zwei Wochen in Amman fest, weil die Israelis ihm zun\u00e4chst die Einreise verweigerten, dann aber doch genehmigten. Nach welchen Kriterien das entschieden werde, sei ihm v\u00f6llig unklar, sagt der Arzt.<\/p>\n<p>Die Kosten f\u00fcr die Hin- und R\u00fcckreise tr\u00e4gt der 72-j\u00e4hrige, der deutlich j\u00fcnger wirkt, selbst. &#8222;Ich komme klar, ich habe eine Rente und auch einiges zur\u00fcckgelegt&#8220;, l\u00e4chelt er wieder. Bis Ende M\u00e4rz 2022 betrieb er eine urologische Praxis in Achim, fr\u00fcher hatte er auch einige Jahre am St. J\u00fcrgens-Krankenhaus als Oberarzt gearbeitet. Vor drei Jahren zog es den geb\u00fcrtigen Syrer in seine Heimat \u2013 genauer: Nach Idlib, in die Rebellenhochburg, die von Truppen des Diktators Bashar al-Assad und verb\u00fcndetem russischen Milit\u00e4r eingeschlossen war. &#8222;Dreimal war ich dort, und als ich ein viertes Mal hinwollte, war Syrien frei.&#8220;<\/p>\n<p>(&#8230;)<\/p>\n<p>Und was braucht er am dringendsten in Gaza? &#8222;Alles&#8220;, sagt er traurig l\u00e4chelnd. &#8222;Etwa Desinfektionsmittel, aber oft habe ich f\u00fcr meine H\u00e4nde nur Seife.&#8220; Zum N\u00e4hen m\u00fcsse er zu dicke F\u00e4den nehmen, die dann aber dicke Narben an der Harnr\u00f6hre verursachen. Nach der OP fehle es an Antibiotika, damit sich die Patienten nicht infizierten. Und zuvor habe man nicht gen\u00fcgend Narkosemittel, um die Patienten ohne Schmerzen zu operieren.<\/p>\n<p>Das machen die internationalen \u00c4rzte wie Fadi Schukfeh dann bis zu 18 Stunden am Tag \u2013 ohne merklich besser versorgt zu sein als die \u00fcbrige Bev\u00f6lkerung. &#8222;T\u00e4glich gab es einen Brotfladen, etwa so gro\u00df wie ein Fr\u00fchst\u00fccksteller, und nachmittags etwas Reis dazu. Das Brot habe mir f\u00fcr morgens, mittags, abends immer in drei Teile geschnitten.&#8220; Zudem durfte er f\u00fcr die 14 Tage 14 Thunfischdosen mitnehmen. &#8222;Aber ich habe mich gesch\u00e4mt, die zu essen, wenn die anderen nichts essen k\u00f6nnen \u2013 also habe ich sie in meinem Spind zur\u00fcckgelassen.&#8220;<\/p>\n<p>(&#8230;)<\/p>\n<p>Was kontrolliert die islamistische Terrortruppe Hamas, die den Gazastreifen seit 18 Jahren beherrscht, eigentlich noch? &#8222;Ehrlich gesagt: Man hat keine Ahnung, was l\u00e4uft&#8220;, r\u00e4umt Schukfeh ein. Wenn er mit Kollegen diskutiere, gebe es sowohl Sympathisanten als auch entschiedene Gegner der Hamas. Er selber habe nie Hamas-K\u00e4mpfer zu Gesicht bekommen, daf\u00fcr aber einen Schusswechsel der Schmuggler-Truppe Al-Shabab mitbekommen, die wiederum von den Israelis protegiert werde. Der Frage, ob die Hamas Krankenh\u00e4user auch als \u201eSchutzschild\u201c f\u00fcr ihre milit\u00e4rische Infrastruktur nutze, weicht der Arzt aus, spricht stattdessen von Journalisten, welche die Israelis erschossen h\u00e4tten. Auch die j\u00fcdischen Geiseln in H\u00e4nden der Hamas seien &#8222;ein Tabuthema&#8220;.<\/p>\n<p>\u00dcber sein eigenes Risiko spricht der dreifache Vater und zehnfache Gro\u00dfvater geradezu l\u00e4ssig. Nat\u00fcrlich m\u00fcsse er jedes Mal Abschied nehmen von seiner Frau und seiner Familie. &#8222;Aber jedes Leben hat einen Anfang und ein Ende \u2013 und ich sterbe lieber f\u00fcr einen guten Zweck als an einer Krankheit&#8220;, sagt Fadi Schukfeh \u2013 und lacht leise.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anl\u00e4sslich seiner Veranstaltung bei der Pal\u00e4stinensischen Gemeinde berichtet der Weserkurier am 02.09.2025 ausf\u00fchrlich \u00fcber Fadi Schukfeh und seine aufopferungsvolle Arbeit in den Krankenh\u00e4user von Gaza. 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