{"id":15709,"date":"2025-10-28T07:22:43","date_gmt":"2025-10-28T07:22:43","guid":{"rendered":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=15709"},"modified":"2025-10-28T09:00:05","modified_gmt":"2025-10-28T09:00:05","slug":"jenseits-der-staatsraison-expertenpapier-fuer-eine-nahostpolitische-wende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=15709","title":{"rendered":"Jenseits der &#8222;Staatsraison&#8220; &#8211; Expertenpapier f\u00fcr eine nahostpolitische Wende"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-group alignfull has-global-padding is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<p>Unter dem Deckmantel der \u201eStaatsraison\u201c hat Deutschland \u00fcber Monate hinweg die Unterst\u00fctzung einer Politik fortgesetzt, die in Gaza in einem unglaublichen Ausma\u00df von Verbrechen m\u00fcndete: in systematischer Zerst\u00f6rung, Aushungern und massenhaftem T\u00f6ten einer eingeschlossenen Bev\u00f6lkerung. \u201eJenseits der Staatsraison\u201c, verfasst von j\u00fcdischen, pal\u00e4stinensischen und deutschen Intellektuellen, Wissenschaftlerinnen und K\u00fcnstlerinnen, bricht dieses Schweigen.<!--more--><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"wp-block-group alignfull has-global-padding is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<p>Das Papier benennt Israels Handeln, als das, was es ist, ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und fordert, dass deutsche Politik sich endlich an universellen Werten statt an B\u00fcndnistreue misst. F\u00fcr Deutschland bedeutet das eine Z\u00e4sur: die Chance, Verantwortung nicht l\u00e4nger mit bedingungsloser Parteinahme zu verwechseln, sondern mit der Verteidigung des V\u00f6lkerrechts und der Menschlichkeit selbst. Wir empfehlen euch daher dieses h\u00f6chstlesenswerte Papier.<br \/>\n<em>Jules El-Khatib \u2013 DPG e.V. Vizepr\u00e4sident<\/em><\/p>\n<hr>\n<\/div>\n<div class=\"wp-block-group alignfull has-global-padding is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<h1 class=\"wp-block-post-title\">Jenseits der Staatsraison<\/h1>\n<div class=\"entry-content alignfull wp-block-post-content has-global-padding is-layout-constrained wp-block-post-content-is-layout-constrained\">\n<h2 class=\"wp-block-heading is-style-text-subtitle is-style-text-subtitle--2\"><em>Wie historische Verantwortung, strategische Interessen und V\u00f6lkerrecht in Einklang gebracht werden k\u00f6nnen.<\/em><\/h2>\n<h2 class=\"wp-block-heading is-style-text-subtitle is-style-text-subtitle--3\"><strong>Expertenpapier f\u00fcr eine nahostpolitische Wende<\/strong><\/h2>\n<div class=\"wp-block-file\"><a id=\"wp-block-file--media-d6a46ace-fbc6-4cbc-af6f-814c60f6aade\" href=\"https:\/\/staatsraison.net\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Expertenpapier-fuer-eine-nahostpolitische-Wende_24.10.pdf\">Expertenpapier f\u00fcr eine nahostpolitische Wende<\/a><a class=\"wp-block-file__button wp-element-button\" href=\"https:\/\/staatsraison.net\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Expertenpapier-fuer-eine-nahostpolitische-Wende_24.10.pdf\" download=\"\" aria-describedby=\"wp-block-file--media-d6a46ace-fbc6-4cbc-af6f-814c60f6aade\">Herunterladen<\/a><\/div>\n<p class=\"has-text-align-right has-small-font-size\">Ver\u00f6ffentlicht am 02. Oktober 2025<\/p>\n<p><em>Die andauernde umfassende Verw\u00fcstung des Gazastreifens und das Aushungern seiner Bev\u00f6lke\u00adrung durch den Staat Israel erfordern dringend ein Handeln seitens der internationalen Gemein\u00adschaft. Diese menschengemachte Katastrophe ist ein Affront gegen die Menschlichkeit und gegen alles, wof\u00fcr die Bundesrepublik Deutschland und die Europ\u00e4ische Union stehen.<\/em><\/p>\n<p><em>Die vage definierte politische Doktrin, die den vordemokratischen Begriff der \u201aStaatsraison\u2018 wiederbelebt hat, hat die Unterst\u00fctzung f\u00fcr die israelische Regierung \u00fcber die rechtlichen und moralischen Verpflichtungen Deutschlands, \u00fcber nationale und europ\u00e4ische Interessen, die Grundrechte der Pal\u00e4stinenser,<a id=\"_ftnref1\" href=\"https:\/\/staatsraison.net\/#_ftn1\"><strong>[1]<\/strong><\/a> das Schicksal der israelischen Geiseln und regionale Friedens\u00adbem\u00fchungen gestellt. Der von der Hamas angef\u00fchrte Terrorangriff vom 7. Oktober 2023 h\u00e4tte all denjenigen als Weckruf dienen sollen, die dachten, das Managen des Status quo sei ein trag\u00adf\u00e4higer Ersatz f\u00fcr eine Konfliktregelung. Die seitdem t\u00e4glich zu beobachtenden Gr\u00e4uel zeigen, dass die Priorisierung der kurzfristigen Sicherheit einer Besatzungsmacht auf Kosten eines ernst\u00adhaften Engagements f\u00fcr Frieden und die Einhaltung des V\u00f6lkerrechts weder Frieden noch Sicher\u00adheit bringen kann.<\/em> <em>Israels Zerst\u00f6rung des Gazastreifens in den vergangenen zwei Jahren hat die Unvereinbarkeit der Doktrin mit dem Grundgesetz sowie Deutschlands weiterer historischen Verantwortung immer deutlicher gemacht. Es ist Zeit f\u00fcr einen Neuanfang.<\/em><\/p>\n<p><em>Dieses Papier pr\u00e4sentiert einen breiten, \u00fcberparteilichen Konsens unter Nahostsachverst\u00e4ndigen und Experten in anderen relevanten Bereichen hinsichtlich der dringenden Notwendigkeit eines neuen Politikansatzes f\u00fcr Deutschland, auch innerhalb der Europ\u00e4ischen Union. Viele der Empfehlungen gelten gleicherma\u00dfen f\u00fcr andere Staaten und internationale Akteure. Das Papier ist geleitet von einem festen Bekenntnis zum V\u00f6lkerrecht und zum Grundgesetz, einem Bewusstsein f\u00fcr historische Verantwortung und tief empfundener Empathie f\u00fcr die unz\u00e4hligen unschuldigen Opfer der humanit\u00e4ren Katastrophe im Nahen Osten. Dazu geh\u00f6ren Israelis, die am 7. Oktober 2023 von der Hamas und anderen militanten Gruppen get\u00f6tet, misshandelt und entf\u00fchrt wurden, sowie die gro\u00dfe und stetig wachsende Zahl von Pal\u00e4stinensern, die seitdem von Israel get\u00f6tet, misshandelt und ohne ordentliches Verfahren inhaftiert wurden.<\/em><\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">1. V\u00f6lker- und EU-Recht durchsetzen<\/h2>\n<p><em>Die Missachtung des V\u00f6lkerrechts und der zu seiner Wahrung geschaffenen Institutionen droht, im Zeitalter von Massenvernichtungswaffen und hybriden Bedrohungen, einen R\u00fcckfall in uneingeschr\u00e4nkte Gro\u00dfmachtpolitik zu bef\u00f6rdern. Das vorrangige Ziel der deutschen und europ\u00e4ischen Au\u00dfenpolitik muss sein, die Errungenschaften der Nachkriegsordnung zu verteidigen und fortzuentwickeln, auch in den Beziehungen zu Verb\u00fcndeten. Die Wahrung des V\u00f6lkerrechts beginnt mit dessen strikter Einhaltung und seiner konsequenten Durchsetzung.<\/em><\/p>\n<p><strong>Die Bundesregierung sollte:<\/strong><\/p>\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Das <strong>V\u00f6lkerrecht als Grundlage <\/strong>der deutschen (und EU-)Politik, dem Grundgesetz und internationalen Verpflichtungen entsprechend, bekr\u00e4ftigen und bestehende Inkonsistenzen bereinigen, insbesondere im Umgang mit schweren Verst\u00f6\u00dfen gegen das humanit\u00e4re V\u00f6lker\u00adrecht und internationale Menschenrechtsnormen.<\/li>\n<li>Umgehend Ma\u00dfnahmen ergreifen, um den rechtlichen Verpflichtungen, die sich aus der <strong>Genozidkonvention<\/strong> ergeben, vollumf\u00e4nglich nachzukommen. Im Lichte seiner besonderen historischen Verantwortung und Rechtspflicht zur Verhinderung von V\u00f6lker\u00admord sowie laufender Verfahren vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) zur Lage in Gaza, auch gegen Deutschland, gilt dies insbesondere f\u00fcr die Durchsetzung der rechtsver\u00adbindlichen Anordnungen des IGH vom Januar, M\u00e4rz und Mai 2024.<\/li>\n<li>F\u00fcr die unverz\u00fcgliche Aussetzung des <strong>Assoziierungsabkommen<\/strong> zwischen der EU und Israel eintreten. Grundlage hierf\u00fcr sind die Feststellung der Europ\u00e4ischen Kommission, dass Israel gegen Artikel 2 des Abkommens verst\u00f6\u00dft, sowie Israels Missachtung unter anderem der verbindlichen IGH-Anordnungen vom 24. Mai 2024.<\/li>\n<li>F\u00fcr ein EU-Importverbot f\u00fcr israelische<strong> Siedlungsprodukte<\/strong> eintreten, analog zu bestehenden Einfuhrverboten f\u00fcr Produkte aus von Russland besetzten ukrainischen Gebie\u00adten, um die EU-Politik mit dem IGH-Gutachten vom 19. Juli 2024 in Einklang zu bringen und ihre Glaubw\u00fcrdigkeit hinsichtlich der Illegalit\u00e4t der Siedlungen sowie ihres Bekenntnisses zum V\u00f6lkerrecht zu st\u00e4rken. Weitere Schritte zum Verbot von Gesch\u00e4ftsbeziehungen mit Siedlungen sollten folgen.<\/li>\n<li>Sicherstellen, dass das geplante Online-Einreise-\/Ausreisesystem (EES) f\u00fcr <strong>visumfreie Einreise<\/strong> in den Schengen-Raum Bewohner von Siedlungen in den besetzten Gebieten ausschlie\u00dft, und dass diese nicht am geografisch nicht zust\u00e4ndigen Konsulat der Botschaft Tel Aviv Visa beantragen oder konsularischen Dienstleistungen erhalten k\u00f6nnen.<a id=\"_ftnref2\" href=\"https:\/\/staatsraison.net\/#_ftn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a><\/li>\n<li>Rechtliche Verpflichtungen gem\u00e4\u00df <strong>Waffenhandelsvertrag<\/strong> (ATT) und dessen nationalen Umsetzungsgesetzen vollst\u00e4ndig einhalten. Deutschland ist als Vertragsstaat des ATT einerseits verpflichtet, Waffenlieferungen \u2013 auch an Israel \u2013 zu&nbsp;verbieten, wenn es Kenntnis davon hat, dass diese Lieferungen zur Begehung von V\u00f6lkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, schweren Verst\u00f6\u00dfen gegen die Genfer Konventionen, Angriffen auf zivile Objekte oder Zivilisten oder anderen Kriegsverbrechen verwendet werden k\u00f6nnten (Art. 6 Abs. 3 ATT); andererseits darf es keine Genehmigung f\u00fcr Waffenexporte erteilen, wenn ein \u201e\u00fcberwiegendes Risiko\u201d besteht, dass diese Waffen \u201eFrieden und Sicherheit untergraben oder dazu beitragen\u201c oder dazu verwendet werden k\u00f6nnten, schwere Verst\u00f6\u00dfe gegen das humanit\u00e4re V\u00f6lkerrecht, die internationalen Menschenrechtsnormen oder Handlungen, die internationale terroristische oder grenz\u00fcberschreitende organisierte Straftaten darstellen, \u201ezu begehen oder zu erleichtern\u201c (vgl. Artikel 7 Absatz (1) (3) ATT). Diese rechtlichen Ver\u00adpflichtungen unterliegen nicht dem Ermessen und k\u00f6nnen nicht durch politische Erw\u00e4gung\u00aden au\u00dfer Kraft gesetzt werden. Dementsprechend muss Deutschland ein sofortiges und umfassendes Ausfuhrverbot f\u00fcr alle Waffen und dual-use G\u00fcter gegen\u00fcber Israel verh\u00e4ngen, die zur Begehung oder Erleichterung solcher Verbrechen verwendet werden k\u00f6nnten, einschlie\u00dflich in Bezug auf laufende vertragliche Verpflichtungen.<\/li>\n<li>Die Unterst\u00fctzung f\u00fcr den <strong>Internationalen Strafgerichtshof<\/strong> (IStGH) ausbauen, um ihn wirksam gegen extraterritoriale Auswirkungen von Sanktionen Dritter zu sch\u00fctzen und die volle Einhaltung des Rom-Statuts zu gew\u00e4hrleisten, einschlie\u00dflich der Haftbefehle gegen Israels Premierminister Benjamin Netanjahu und den ehemaligen Verteidigungsminister Joav Gallant. Ein wichtiger erster Schritt w\u00e4re die umgehende Aktivierung des EU Blocking Statute. Weitere Ma\u00dfnahmen sind erforderlich und m\u00f6glich, da der IStGH in der EU seinen Hauptsitz hat, insbesondere ein effektiver institutioneller Schutzschirm f\u00fcr den Gerichtshof und sein Personal im internationalen Finanzverkehr. Die EU sollte sich der Vertragsstaaten\u00adversammlung anschlie\u00dfen, um den IStGH vor jeglicher Form externer Einflussnahme zu sch\u00fctzen, sei es durch Sanktionen oder auf andere Weise.<\/li>\n<li>F\u00fcr wirksamere Mechanismen zur Durchsetzung des humanit\u00e4ren V\u00f6lkerrechts eintreten, wenn dieses wiederholt und eklatant verletzt wird, einschlie\u00dflich einer Konferenz der Vertragsparteien der <strong>Genfer Konventionen<\/strong>, wie von der Generalversammlung der Vereinten Nationen im September 2024 gefordert.<\/li>\n<\/ul>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">2. Bei Friedensbem\u00fchungen gleiche Rechte und Selbstbestimmung priorisieren<\/h2>\n<p><em>Jahrzehntelange Lippenbekenntnisse zur Zweistaatenl\u00f6sung (2SL) ohne Umsetzung sowie die israelische Siedlungspolitik haben die Glaubw\u00fcrdigkeit der 2SL in der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung ausgeh\u00f6hlt. Zwar bleibt der Zweistaatenansatz die \u2013 auch <\/em><em>in zahlreichen UN-Resolutionen verankerte \u2013 <\/em><em>Standardoption, um das Selbstbesti<\/em><em>mmungsrecht sowohl von Pal\u00e4stinensern als auch Israelis zu verwirklichen. Gleichzeitig<\/em> <em>darf die 2SL jedoch nicht als Feigenblatt dienen, um die asymmetrische Verweigerung pal\u00e4stinensischer Rechte, einschlie\u00dflich des Selbstbestim\u00admungsrechts, auszublenden. <\/em><em>Die Umsetzung der 2SL zu verfolgen, bedeutet auch nicht, alternative Modelle auszuschlie\u00dfen, sofern diese auf den Prinzipien der Gleichberechtigung, gegenseitigen Anerkennung und friedlichen Koexistenz beruhen und zwischen souver\u00e4nen Parteien vereinbart werden. Die Aufgabe der internationalen Gemeinschaft besteht darin, sicherzustellen, dass beide Parteien ernsthaft, auf Augenh\u00f6he und im Rahmen des V\u00f6lkerrechts verhandeln.<\/em><\/p>\n<p>Die Bundesregierung sollte:<\/p>\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die <strong>Arabische Friedensinitiative<\/strong> (API) als Eckpfeiler f\u00fcr regionalen Frieden hervorheben und betonen, dass dieses seit mehr als zwei Jahrzehnten von den Mitgliedstaaten der Arabischen Liga und der Organisation f\u00fcr Islamische Zusammenarbeit best\u00e4ndig bekr\u00e4ftigte Friedensangebot im Einklang mit der EU-Position und dem V\u00f6lkerrecht steht. Initiativen, die auf der API aufbauen, auf Gleichberechtigung und gegenseitiger Anerkennung beruhen und ihre Parameter insbesondere hinsichtlich der Realisierbarkeit der Zweistaatenl\u00f6sung weiterentwickeln, verdienen sorgf\u00e4ltige Pr\u00fcfung und Unterst\u00fctzung.<\/li>\n<li>Den <strong>Staat Pal\u00e4stina<\/strong> innerhalb der Linien von 1967 unverz\u00fcglich anerkennen, um das Bekenntnis zur Zweistaatenl\u00f6sung glaubw\u00fcrdig zu untermauern. Dieser Schritt ist \u00fcberf\u00e4llig.Das wegweisende <strong>IGH-Gutachten <\/strong>vom 19. Juli 2024 zu rechtlichen Konsequenzen der israelischen Pr\u00e4senz in den besetzten pal\u00e4stinensischen Gebieten operationalisieren. Es enth\u00e4lt zahlreiche rechtliche Verpflichtungen sowohl f\u00fcr Israel als auch f\u00fcr Drittstaaten, deren Umsetzung erforderlich ist, um sicherzustellen, dass die Politik und Handlungen der EU und der Mitgliedstaaten dazu beitragen, die rechtswidrige Besetzung pal\u00e4stinensischer Gebiete durch Israel zu beenden. Dazu geh\u00f6rt insbesondere, daf\u00fcr zu sorgen, dass von Europa finanzierte Zusammenarbeit, Handelsbeziehungen oder andere wirtschaftliche Aktivit\u00e4ten nicht den Siedlungen zugutekommen.Den pal\u00e4stinensischen<strong> Staatsaufbau<\/strong> weiter unterst\u00fctzen, auch durch finanzielle Anreize f\u00fcr Reformen, die die Pal\u00e4stinensische Autonomiebeh\u00f6rde rechenschaftspflichtiger, effizienter in der Leistungserbringung, legitimer als Kraft f\u00fcr pal\u00e4stinensische Einheit und damit perspektivisch demokratischer machen.<\/li>\n<li>Die <strong>Globale Allianz<\/strong> f\u00fcr die Umsetzung der Zweistaatenl\u00f6sung sowie den von Frankreich und Saudi-Arabien im Juli 2025 in New York ins Leben gerufenen Prozess aktiv unterst\u00fctzen, um positive Anreize f\u00fcr Frieden zu schaffen, diplomatische und andere Bem\u00fchungen zu koordinieren, Erfahrungen auszutauschen und einen politischen Impuls f\u00fcr eine Endstatusregelung zu erzeugen.<\/li>\n<\/ul>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">3. Zivilgesellschaftliches Engagement f\u00fcr Frieden und Vers\u00f6hnung st\u00e4rken<\/h2>\n<p><em>Neben der Bearbeitung von Konfliktursachen und Ungerechtigkeiten, geh\u00f6rt zum kleinen Einmaleins effektiver Friedenspolitik, in beiden Lagern \u2013 politische wie zivilgesell\u00adschaftliche \u2013 Stimmen der Vernunft und der Vers\u00f6hnung zu identifizieren, diese zu verst\u00e4rken und als bevorzugte Ansprechpartner zu ert\u00fcchtigen. Dabei gilt es insbesondere denjenigen, die sich f\u00fcr Frieden und Vers\u00f6hnung auf der Basis von gleichen Rechten einsetzen, Geh\u00f6r zu verschaffen. Die Zivilgesellschaft spielt eine entscheidende Rolle bei der F\u00f6rderung von Friedensnarrativen und <strong>der Gestaltung des \u00f6ffentlichen Diskurses<\/strong> und damit der Beeinflussung von Regierungspolitik. Der pal\u00e4stinensische \u201aArmistice Plan\u2018 sowie die \u201aStanding Together\u2018-Bewegung sind Beispiele daf\u00fcr.<\/em><a id=\"_ftnref3\" href=\"https:\/\/staatsraison.net\/#_ftn3\"><em><strong>[3]<\/strong><\/em><\/a><em> Dar\u00fcber hinaus kann Zivilgesellschaft <strong>Br\u00fccken bauen<\/strong>, wo Regierungen versagen, und zeigen, dass es auf der \u201aanderen Seite\u2018 Menschen gibt, die f\u00fcr Frieden und gemeinsame Werte k\u00e4mpfen. Da die Netanjahu-Regierung jedwede Friedensbereitschaft vermissen l\u00e4sst, sollte das Engagement der israelischen Zivilgesellschaft f\u00fcr pal\u00e4stinensische Rechte in arabischen und muslimischen L\u00e4ndern hervorgehoben werden.<\/em><\/p>\n<p>Die Bundesregierung sollte:<\/p>\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die politische und finanzielle <strong>Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Zivilgesellschaft<\/strong> erh\u00f6hen und \u201ebottom-up\u201c-Friedensbem\u00fchungen f\u00f6rdern, etwa gemeinsame israelisch-pal\u00e4stinensische Initiativen oder kulturelle Aktivit\u00e4ten, die auf Gleichberechtigung und gegenseitiger Anerkennung beruhen. Solche zivilgesellschaftlichen Initiativen sollten eine breite gesellschaftliche Repr\u00e4sentation \u00fcber Altersgruppen, ethnische, religi\u00f6se und soziale Zugeh\u00f6rigkeit hinweg erm\u00f6glichen, ebenso wie die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen gem\u00e4\u00df UN-Sicherheitsratsresolution 1325. Internationale Bekenntnisse zur institutionalisierten F\u00f6rderung der Zivilgesellschaft sollten z\u00fcgig umgesetzt werden.<a id=\"_ftnref4\" href=\"https:\/\/staatsraison.net\/#_ftn4\"><sup>[4]<\/sup><\/a><\/li>\n<li>Zivilgesellschaftliche und akademische Bem\u00fchungen zur Formulierung und Verbreitung eines <strong>gemeinsamen historischen Narrativs<\/strong> f\u00f6rdern, das sich an wissenschaftlichen Standards und Debatten orientiert und auf Erfahrungen mit <strong>Wahrheits- und Vers\u00f6hnungskommissionen<\/strong> in anderen Post-Konfliktsituationen aufbaut.<\/li>\n<li><strong>Menschenrechtsverteidiger <\/strong>vor Ort aktiv unterst\u00fctzen, sowohl politisch als auch finanziell, und vor Kriminalisierung und Repression sch\u00fctzen.<\/li>\n<\/ul>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">4. Spoiler<a id=\"_ftnref5\" href=\"https:\/\/staatsraison.net\/#_ftn5\"><sup><strong><u>[5]<\/u><\/strong><\/sup><\/a> effektiv und konsequent entgegentreten<\/h2>\n<p><em>Die \u00dcberwindung des hartn\u00e4ckigen Widerstands von Hardlinern und \u2018Spoilern\u2018, die sich \u00fcber Jahrzehnte in ihren Positionen eingegraben haben, erfordert <strong>erheblichen Druck<\/strong> von innen wie von au\u00dfen. Dieser kann von \u201eNaming &amp; Shaming\u201c und anderen Formen politischen Drucks bis hin zu Einreiseverboten, Einfrieren von Verm\u00f6genswerten oder anderen Sanktionen reichen.<\/em><\/p>\n<p><em>Da es auf beiden Seiten des Konflikts Spoiler gibt, ist ein konsequentes, einheitliches Vorgehen basierend auf objektiven \u2013 v\u00f6lkerrechtszentrierten \u2013 Ma\u00dfst\u00e4ben essenziell, da inkonsistenter Druck letztlich die Spoiler auf beiden Seiten st\u00e4rkt. Trotz der bereits bestehenden Asymmetrie der Situation und der Rechtswidrigkeit der Besatzung hat sich die Politik der Bundesregierung und der EU bislang fast ausschlie\u00dflich auf pal\u00e4stinensische Spoiler konzentriert. Diese als ungerecht empfundene Einseitigkeit hat dazu gef\u00fchrt, dass sich mehr Pal\u00e4stinenser mit \u201aihren\u2018 Spoilern solidarisieren. Sie hat gleichzeitig die Glaubw\u00fcrdigkeit gem\u00e4\u00dfigter Israelis untergraben. Deren Argument gegen\u00fcber israelischen Hardlinern, dass die Weltgemeinschaft diesen oder jenen V\u00f6lkerrechtsbruch nicht akzeptieren werde, wurde immer wieder durch das Ausbleiben von Konsequenzen widerlegt.<\/em><\/p>\n<p>Die Bundesregierung sollte:<\/p>\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Spoilern und Extremisten entgegentreten, die Friedensaussichten untergraben \u2013 auf Grundlage koh\u00e4renter, objektiver und konsistent angewandter Kriterien, wo immer m\u00f6glich auf EU-Ebene sowie durch koordinierte nationale Ma\u00dfnahmen. Diese Ma\u00dfnahmen sollten der Schwere der Tat angemessen sein und von <strong>diplomatischen Boykotten<\/strong> auf politischer Ebene f\u00fcr alle Akteure, die offen das Selbstbestimmungsrecht der jeweils anderen Bev\u00f6lkerungsgruppe leugnen, bis hin zu nationalen oder EU-weiten Einreiseverboten bei Hetze und Hassrede reichen.<\/li>\n<li><strong>Kommunikationskan\u00e4le mit Spoilern<\/strong> offenhalten. Ein diplomatischer Boycott bedeutet keineswegs, das Gespr\u00e4ch zu verweigern, sondern die protokollarische Sichtbarkeit. Nicht-\u00f6ffentliche Kontakte, ggf. auf niedrigerem protokollarischen Niveau, sind unerl\u00e4sslich.<\/li>\n<li><strong>Straftaten<\/strong>, die Friedensaussichten untergraben, konsequent verfolgen \u2013 darunter Kriegsverbrechen, Terrorismus, Hassrede und Volksverhetzung sowie Angriffe auf Vermittler. Dies sollte durch konsequente Strafverfolgung, wo immer m\u00f6glich, bzw. restriktive Ma\u00dfnahmen der EU, einschlie\u00dflich Einfrieren von Verm\u00f6genswerten, erfolgen. Nationale Gesetzgebung zur Verhinderung von Taten Einzelner, die nach nationalem oder internationalem Recht Straftaten darstellen, sollten konsequent angewandt werden, insbesondere Gesetze, die den Beitritt zu S\u00f6ldnertruppen oder anderen illegalen bewaffneten Gruppen bzw. illegale Handlungen im Konflikt verbieten, einschlie\u00dflich Siedlergewalt.<\/li>\n<li>F\u00fcr ein <strong>Spoiler-Sanktionsregime <\/strong>der EUf\u00fcr denNahen Osten eintreten, wie in anderen internationalen Kontexten bereits existierend. Die jeweiligen Sanktionsma\u00dfnahmen sollten dabei den zur Behinderung von Friedensbem\u00fchungen eingesetzten Mittel entsprechen, angefangen mit politischer Obstruktion und Aufwiegelung, zu der auch die Leugnung des Selbstbestimmungsrechts des jeweils anderen Volkes z\u00e4hlt, bis hin zu kriminellen Handlungen oder Gewalt gegen Zivilisten.<\/li>\n<li>Die Einstufung der \u201e<strong>Boycott, Divestment and Sanctions<\/strong>\u201c (BDS)-Kampagne als \u201egesichert extremistisch\u201c durch das Bundesamt f\u00fcr Verfassungsschutz aufheben. Meinungs\u00adfreiheit bedeutet auch, Ansichten zu tolerieren, denen man nicht zustimmt, solange diese nicht gegen das Grundgesetz oder geltendes Strafrecht versto\u00dfen. Diese Forderung ist nicht als Bef\u00fcrwortung von BDS misszuverstehen. Es ist jedoch weder etwas offensichtlich Rechtswidriges in der von der Bewegung formulierten politischen Zielsetzung zu erkennen,<a id=\"_ftnref6\" href=\"https:\/\/staatsraison.net\/#_ftn6\">[6]<\/a> noch versto\u00dfen gewaltfreie Formen des Widerstands gegen eine illegale Situation, wie Boykott, Desinvestition und Sanktionen, gegen geltendes Recht. Die \u00c4chtung gewaltfreier Formen des Widerstands gegen eine v\u00f6lkerrechtswidrige Besatzung ist mit Deutschlands Bekenntnis zum V\u00f6lkerrecht sowie mit verfassungsm\u00e4\u00dfig garantieren Grundrechten nicht vereinbar und f\u00f6rdert indirekt Radikalisierung, da sie Gewalt oder Auswanderung als einzig verbleibende Alternativen hinterl\u00e4sst.<\/li>\n<li>Mit der BDS-Bewegung in einen kritischen und konstruktiven Dialog treten, um sicherzu\u00adstellen, dass Boykotte nicht rassistisch, diskriminierend oder antisemitisch sind, indem sie eine nationale, ethnische oder religi\u00f6se Gruppe als Ganzes treffen, und daf\u00fcr eintreten, dass klare, einheitlich angewandte Ausnahmekriterien definiert werden, einschlie\u00dflich einer eindeutigen <strong>Verpflichtung zu Gleichberechtigung, gegenseitiger Anerkennung und friedlicher Koexistenz<\/strong> auf der Grundlage des V\u00f6lkerrechts.<\/li>\n<li>Dieselben Kriterien auf Entscheidungen \u00fcber \u00f6ffentliche <strong>F\u00f6rdermittel<\/strong> f\u00fcr zivilgesell\u00adschaftliche Akteure im In- und Ausland anwenden und den Ausschluss von Organisationen, die zu Boykotten aufrufen, einstellen. Diese Praxis f\u00fcgt dem \u00fcber Jahrzehnte aufgebauten Ansehen Deutschlands sowie internationalen zivilgesellschaftlichen Partnerschaften massiven Schaden zu.<\/li>\n<\/ul>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">5. Die Vereinten Nationen sch\u00fctzen und Multilateralismus st\u00e4rken<\/h2>\n<p><em>Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, den Multilateralismus zu st\u00e4rken, wie seine Initiative zur Gr\u00fcndung der globalen \u201cAllianz f\u00fcr Multilateralismus\u201d zeigt. Seit dem 7. Oktober 2023 stellen eine Reihe von Entscheidungen und Stellungnahmen diese Zielsetzung jedoch in Frage. Angesichts seiner einzigartigen Position und Einflussm\u00f6glichkeiten f\u00e4llt Deutschland eine zentrale Rolle dabei zu, das multilaterale System effizienter, effektiver und widerstandsf\u00e4higer gegen die oben skizzierten Bedrohungen zu machen.<\/em><\/p>\n<p>Die Bundesregierung sollte:<\/p>\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die <strong>Allianz f\u00fcr Multilateralismus<\/strong> wiederbeleben und st\u00e4rken, um so eine internationale Koalition zu schaffen, die multilaterale Zusammenarbeit st\u00e4rkt und die Institutionen sch\u00fctzt, die mit der Aufrechterhaltung des V\u00f6lkerrechts betraut sind.<\/li>\n<li><strong>Spoilern <\/strong>des Multilateralismus und der Friedensmediation in Wort und Tat entschieden entgegentreten, um diese Institutionen gegen Einsch\u00fcchterung, Sanktionen, Bedrohungen oder den Einsatz von Gewalt zu sch\u00fctzen. Dies k\u00f6nnte verschiedenste Ma\u00dfnahmen umfassen, von \u00f6ffentlichen Erkl\u00e4rungen und diplomatischem Boykott bis hin zu Einreiseverboten und\/oder dem Einfrieren von Verm\u00f6genswerten.<\/li>\n<li><strong>Strategische Kommunikation<\/strong> und zivilgesellschaftliches Engagement ausbauen und st\u00e4rken, um Desinformation gegen die UN entgegenzuwirken und die Bedeutung des Multilateralismus einer breiteren \u00d6ffentlichkeit, sowohl in Partnerl\u00e4ndern als auch im eigenen Land, besser zu vermitteln.<\/li>\n<li>Den <strong>Schutz von UN-Personal<\/strong> in Konfliktgebieten st\u00e4rken und zus\u00e4tzlichen Druck aus\u00fcben, um deren sicheren Zugang, insbesondere nach Gaza, sicherzustellen. Die T\u00f6tung von UN-Personal, die in Gaza in alarmierendem Ausma\u00df zu beobachten ist, ist entschieden zu verurteilen.<\/li>\n<li>Finanzielle und politische Unterst\u00fctzung f\u00fcr <strong>UNRWA<\/strong> ausbauen und ihre unverzichtbare Rolle betonen, die auch im Colonna-Bericht hervorgehoben wird.<a id=\"_ftnref7\" href=\"https:\/\/staatsraison.net\/#_ftn7\"><sup>[7]<\/sup><\/a> Dabei klarstellen, dass die L\u00f6sung der Fl\u00fcchtlingsfrage im Rahmen eines Endstatusabkommens, das die Rechte der pal\u00e4stinensischen Fl\u00fcchtlinge ber\u00fccksichtigt, der einzige akzeptable Weg zur zuk\u00fcnftigen Aufl\u00f6sung UNRWAs ist.<\/li>\n<li>Multilaterale <strong>Sicherheitskooperation<\/strong> im Nahen und Mittleren Osten f\u00f6rdern, einschlie\u00dflich der Schaffung eines regionalen Sicherheitskooperationsrahmens, der das Ziel einer Region ohne Massenvernichtungswaffen verfolgt.<\/li>\n<\/ul>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">6. Die Relevanz der EU st\u00e4rken<\/h2>\n<p><em>Die Gaza-Krise hat die Schw\u00e4chen der Entscheidungsprozesse in der Gemeinsamen Au\u00dfen- und Sicherheitspolitik der EU offengelegt. In einem sich schnell entwickelnden Politikfeld, in dem versp\u00e4tet getroffene Entscheidungen oft wenig wirksam sind, ist es notwendig, Wege zu finden, um die l\u00e4hmende Wirkung des Vetorechts s\u00e4mtlicher 27 EU-Mitgliedsstaaten zu \u00fcberwinden. Angesichts einer zweiten Trump-Pr\u00e4sidentschaft und zunehmend durchsetzungsst\u00e4rkerer BRICS-Staaten, kann es sich die EU nicht leisten, auf ihr enormes Einflusspotential zu verzichten. Der Schutz der internationalen regelbasierten Ordnung sowie der Werte und Interessen der EU durch die vollst\u00e4ndige Aussch\u00f6pfung ihrer Einflussm\u00f6glichkeiten ist ein strategischer Imperativ.<\/em><\/p>\n<p>Die Bundesregierung sollte:<\/p>\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Den \u201e<strong>europ\u00e4ischen Reflex<\/strong>\u201c in der deutschen Au\u00dfenpolitik wiederbeleben, um eine gemeinsame europ\u00e4ische Position zu entwickeln und zu st\u00e4rken, statt unilaterale Politik zu verfolgen.<\/li>\n<li>Die Einf\u00fchrung des <strong>qualifizierten Mehrheitsprinzips<\/strong> (QMV) bei Abstimmungen \u00fcber die Gemeinsame Au\u00dfen- und Sicherheitspolitik (GASP) der EU gem\u00e4\u00df Artikel 31 des Vertrags \u00fcber die Europ\u00e4ische Union (EUV) zur Priorit\u00e4t machen. Falls hierzu kein Konsens unter EU-Mitgliedsstaaten zu erreichen ist, sollten interessierte EU-Staaten alternative Optionen zur Erreichung qualifizierter Mehrheitsentscheidungen in der GASP verfolgen, wie etwa die verst\u00e4rkte Zusammenarbeit gem\u00e4\u00df Artikel 20 EUV. Eine solche \u201eGASP+\u201c k\u00f6nnte alle einschl\u00e4gigen Instrumente der GASP umfassen, einschlie\u00dflich Gemeinsamer Standpunkte, restriktive Ma\u00dfnahmen (Sanktionen) und ziviler Missionen im Rahmen der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP).<\/li>\n<li>Eine umfassende \u00dcberpr\u00fcfung <strong>der Hebel, die der EU im Nahostkontext zur Verf\u00fcgung stehen<\/strong> anregen (einschlie\u00dflich SWOT-Analyse). Offensichtliche Beispiele sind die Assoziierungsabkommen mit ihren Menschenrechtsklauseln, Handelspr\u00e4ferenzen und einem breiten Portfolio der Zusammenarbeit mit beiden Konfliktparteien, einschlie\u00dflich \u00fcber das <em>Horizon Europe<\/em> Programm, sowie die Befreiung von der Visumpflicht.<\/li>\n<\/ul>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">7. Verzerrte Narrative korrigieren und einen faktenbasierten Diskurs f\u00f6rdern<\/h2>\n<p><em>Ein umfassendes Verst\u00e4ndnis der Situation, das die Perspektiven und Narrative aller Konfliktparteien einbezieht, ist die Grundlage ausgewogener Politik. Daf\u00fcr muss das von selektiver Wahrnehmung und Desinformation gepr\u00e4gte Narrativ, auf dem die derzeitige Staatsr\u00e4son-Doktrin beruht, ausgeglichen werden. Dazu geh\u00f6rt in erster Linie die Fehlannahme, dass es keinen pal\u00e4stinensischen bzw. arabischen Partner f\u00fcr Frieden g\u00e4be und das Entstehen von Hamas die Ursache \u2013 und nicht die Folge \u2013 einer seit viel zu langer Zeit andauernden v\u00f6lkerrechtswidrigen Besatzung sei. Als erkl\u00e4rte Verfechterin der Pressefreiheit und der b\u00fcrgerlichen Grundrechte sollte Deutschland eine ausgewogene und wahrhaftige Diskussion \u00fcber den Konflikt f\u00f6rdern, die mit einer umfassenden, unabh\u00e4ngigen und unparteiischen \u00dcberpr\u00fcfung von Fakten beginnt.<\/em><\/p>\n<p><em>Es sollte selbstverst\u00e4ndlich sein, dass Informationen von Kriegsparteien grunds\u00e4tzlich mit Vorsicht zu behandeln sind und niemand Richter und Angeklagter zugleich sein darf. Deshalb ist unabh\u00e4ngige und unparteiische Aufkl\u00e4rung durch internationale Organe, spezialisierte Sachverst\u00e4ndige und unabh\u00e4ngige, professionelle Medien unverzichtbar. Wenn ein Staat verbindliche Anordnungen des IGH, Transparenz herzustellen und mit UN-Ermittlungsmissionen zusammenzuarbeiten, missachtet, internationalen Medien den Zugang nach Gaza wehrt, und zudem eine historisch beispiellose Anzahl von lokalen Journalisten und anderen unverzicht\u00adbaren Zeugen mutma\u00dflicher Kriegsverbrechen, wie Sanit\u00e4ter und Ersthelfer, get\u00f6tet hat, kann nicht davon ausgegangen werden, dass dieser in gutem Glauben handelt. Dennoch wird den Behauptungen Israels weiterhin die gleiche oder gar h\u00f6here Glaubw\u00fcrdigkeit zugeschrieben als den Aussagen von UN-Gremien oder lokalen Medien.<\/em><\/p>\n<p>Die Bundesregierung sollte:<\/p>\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Offizielle Stellungnahmen und Positionen <strong>auf solider Faktenbasis<\/strong> machen. Wo widerspr\u00fcchliche Darstellungen existieren, sollten Informationen und Einsch\u00e4tzungen durch unabh\u00e4ngige mandatierte Kontrollorgane Vorrang vor anderen Quellen haben. So muss etwa die Feststellung der <em>Integrated Food Security Phase Classification <\/em>(IPC) vom August 2025 zu einer Hungersnot (IPC-Phase 5) ernst genommen werden.<\/li>\n<li><strong>Desinformation<\/strong> und <strong>Fehlinformation<\/strong> bek\u00e4mpfen, Aufhetzung und Entmenschlichung juristisch verfolgen, insbesondere, wenn diese von Mandatstr\u00e4gern oder anderen \u00f6ffentlichen Personen ausgehen.<\/li>\n<li>Die Forderung an die israelische Regierung priorisieren, allen von zust\u00e4ndigen UN-Organen mandatierten Untersuchungskommissionen und Ermittlern im Zusammenhang mit V\u00f6lkermordvorw\u00fcrfen ungehinderten Zugang zu Gaza zu gew\u00e4hren und den rechtsverbind\u00adlichen <strong>IGH-Anordnungen<\/strong> in diesem Zusammenhang nachzukommen.<\/li>\n<li>Den Schutz von<strong> Journalisten<\/strong> sowie von humanit\u00e4rem und medizinischem Personal und anderen unentbehrlichen Zeugen mutma\u00dflicher Kriegsverbrechen so st\u00e4rken, dass sie ohne Einschr\u00e4nkungen ihrer Arbeit nachgehen k\u00f6nnen, einschlie\u00dflich einem ungehinderten Zugang nach Gaza. In den bilateralen Beziehungen mit Staaten, die sich auf demokratische Werte berufen \u2013 einschlie\u00dflich Israel \u2013, muss zudem auf einer konsequenten Aufarbeitung der gegen diese Gruppen begangenen Kriegsverbrechen bestanden werden.<\/li>\n<li>Professionelle, transparente und unparteiische <strong>Wahrheitsfindung<\/strong> in allen relevanten Bereichen aktiv unterst\u00fctzen: Faktenchecks und Bek\u00e4mpfung von Desinformation, investigativer Journalismus, akademische Forschung, strafrechtliche Ermittlungen sowie Historiografie, Forensik und Arch\u00e4ologie. Jede dieser Disziplinen verf\u00fcgt \u00fcber eigene Verifikationsmethoden und kann einen wichtigen Beitrag leisten, durch interdisziplin\u00e4re Zusammenarbeit ein m\u00f6glichst vollst\u00e4ndiges Gesamtbild zu gewinnen.<\/li>\n<\/ul>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">8. Umfassende historische Verantwortung \u00fcbernehmen<\/h2>\n<p><em>Deutschlands historische Verantwortung f\u00fcr den Holocaust bedeutet, Antisemitismus zu bek\u00e4mpfen und j\u00fcdisches Leben zu sch\u00fctzen \u2013 in erster Linie im eigenen Land, aber auch in seinen au\u00dfenpolitischen Beziehungen.<\/em><em> \u201eNie wieder\u201c bildet das Fundament f\u00fcr die verfassungs- und v\u00f6lkerrechtlichen Verpflichtungen Deutschlands, die<\/em> <em>stets den Rahmen f\u00fcr politisches Handeln bilden m\u00fcssen. <\/em><strong><em>Wiedergutmachung darf kein Vertrag zu Lasten Dritter sein<\/em><\/strong><em>. Dies bedeutet einerseits, dass die bisherige Unterst\u00fctzung f\u00fcr Israel weder losgel\u00f6st von ihren indirekten Auswirkungen auf Andere betrachtet werden kann, die keine Verantwortung f\u00fcr den Holocaust tragen, noch das weitere historische \u201aVorstrafenregister\u2018 im Namen Deutschlands oder seiner Verb\u00fcndeten begangener V\u00f6lkermorde und anderer Verbrechen gegen die Menschlichkeit ausblenden darf. Deutschland tr\u00e4gt eine universelle historische Verantwortung, das V\u00f6lkerrecht zu wahren und die Menschenrechte <\/em><em>ohne Diskriminierungzu sch\u00fctzen. Selektive Anerkennung historischer Verantwortung bedeutet, Selbstgerechtigkeit \u00fcber Integrit\u00e4t zu stellen, nicht nur zulasten der Rechte von Pal\u00e4stinensern, sondern auch der langfristigen Interessen Israels und des j\u00fcdischen Volkes sowie der internationalen Glaubw\u00fcrdigkeit Deutschlands.<\/em><\/p>\n<p>Die Bundesregierung sollte:<\/p>\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Hervorheben, dass die einzigen, anderen Erw\u00e4gungen wie der Staatsraison \u00fcberzuordnenden Leitprinzipien der Schutz der <strong>Menschenw\u00fcrde<\/strong> und Grundrechte sowie das <strong>V\u00f6lkerrecht<\/strong> sind. Diesen ist in allen Politikfeldern, einschlie\u00dflich der Au\u00dfenpolitik, Vorrang einzur\u00e4umen.<\/li>\n<li>Die besondere Verpflichtung zum <strong>Kampf gegen Antisemitismus<\/strong> und zum Schutz j\u00fcdischen Lebens bekr\u00e4ftigen, im Bewusstsein, dass die aus der Schoah erwachsende Verantwortung in erster Linie Menschen gilt, nicht einem Staat oder einer Regierung.<\/li>\n<li>Daran erinnern, dass \u201e<strong>nie wieder<\/strong>\u201c nur als <strong>universelles Prinzip<\/strong> verstanden werden kann und muss. W\u00e4hrend Deutschland eine besondere, freundschaftliche und unterst\u00fctzende Beziehung zu Israel und seiner Bev\u00f6lkerung anstreben sollte, muss die aus der einzigartigen historischen Vers\u00f6hnung hervorgegangene Partnerschaft fest in universellen Werten und internationalen Normen verankert sein.<\/li>\n<li>Anerkennen, dass sowohl die Gr\u00fcndung des Staates Israel im Nachgang des Holocaust als auch die anschlie\u00dfende deutsche Unterst\u00fctzung Israels gravierende <strong>Sekund\u00e4reffekte f\u00fcr die Pal\u00e4stinenser<\/strong> sowie f\u00fcr benachbarte arabische und andere einheimische Bev\u00f6lkerungen der Region hatten \u2013 einschlie\u00dflich j\u00fcdischer Gemeinschaften im Nahen und Mittleren Osten und Nordafrika. Deutschland tr\u00e4gt daher auch eine historische Verantwortung daf\u00fcr, dem pal\u00e4stinensischen Volk die volle Aus\u00fcbung seines Rechts auf Selbstbestimmung zu erm\u00f6glichen und <strong>Frieden, Gerechtigkeit und Vers\u00f6hnung<\/strong> in der Levante zu f\u00f6rdern.<\/li>\n<li>Deutschland sollte seine Bereitschaft bekunden, die Anerkennung seiner Sekund\u00e4rverant\u00adwortung in konkrete Ma\u00dfnahmen umzusetzen und substanzielle Beitr\u00e4ge zur Konfliktl\u00f6sung und zu einem dauerhaften Frieden zu leisten. Dazu k\u00f6nnte geh\u00f6ren: (i) als Anreiz f\u00fcr Frieden anzubieten, einen Teil der <strong>Reparationen<\/strong> zu \u00fcbernehmen, die Israel gem\u00e4\u00df dem IGH-Gut\u00adachten vom 19. Juli 2024 f\u00fcr die nat\u00fcrlichen oder juristischen Personen durch seine auf Grund von v\u00f6lkerrechtswidriger Besatzung entstandenen Sch\u00e4den schuldet; (ii) eine offizielle <strong>Entschul\u00addigung<\/strong> f\u00fcr die Mitverantwortung an den Umst\u00e4nden, die Juden und Araber im Nahen Osten gegeneinander stellten, aufbauend auf den bereits erfolgten Entschuldigungen f\u00fcr die Judenverfolgung durch Nazi-Deutschland; (iii) der Aufruf an Israel und andere Beteiligte, ihren Anteil an historischer Verantwortung anzuerkennen \u2013 insbesondere f\u00fcr die Nakba von 1948 \u2013 und sich bei allen betroffenen einheimischen Bev\u00f6lkerungen zu entschuldigen, nach den j\u00fcngsten Beispielen Kanadas und Australiens; sowie (iv) substanzielle Beitr\u00e4ge zu einer gerechten L\u00f6sung der Frage der pal\u00e4stinensischen <strong>Fl\u00fcchtlinge<\/strong>, etwa durch Entsch\u00e4di\u00adgungen, im Rahmen einer friedlichen Beilegung des Konflikts.<\/li>\n<\/ul>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">9. Konfliktgetriebene Polarisierung ganzheitlich angehen<\/h2>\n<p><em>Einseitige Ans\u00e4tze bei der Bek\u00e4mpfung konfliktbedingter Feindseligkeit zwischen oder gegen\u00fcber bestimmten Gemeinschaften sind nicht nur wirkungslos, sondern im schlimmsten Fall kontraproduktiv. Der Kampf gegen konfliktbedingten Antisemitismus und Rassismus kann nur erfolgreich sein, wenn der Konflikt selbst als zentrale Triebkraft ber\u00fccksichtigt wird.<\/em> <em>Antisemitismus wird dabei auf drei Ebenen befeuert: (i) das zunehmende Leid der Pal\u00e4stinenser erzeugt Wut und Ressentiments gegen Israel, die pauschal auf alle Juden \u00fcbertragen werden; (ii) der inflation\u00e4re Missbrauch diffamierender Antisemitismusvorw\u00fcrfe, um Kritiker Israels und seiner Politik zu diskreditieren, entwertet <\/em>und<em> verharmlost einen schwerwiegenden Vorwurf; (iii) die pauschale Gleichsetzung israelischer und j\u00fcdischer Identit\u00e4t in Verbindung mit Israels Straflosigkeit bei V\u00f6lkerrechtsverst\u00f6\u00dfen n\u00e4hrt antisemitische Verschw\u00f6rungstheorien. Umgekehrt befeuert der durch den Konflikt angeheizte gewaltsame Extremismus, h\u00e4ufig im Namen des Islam, antimuslimischen oder antiarabischen Rassismus.<\/em><\/p>\n<p>Die Bundesregierung sollte:<\/p>\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Eine <strong>umfassende und ganzheitliche Strategie<\/strong> zur \u00dcberwindung konfliktbedingter Feindseligkeit gegen\u00fcber und zwischen Juden, Arabern und Muslimen unter Einbeziehung von Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Medien entwickeln und umsetzen.<\/li>\n<li><strong>Menschliche Begegnung<\/strong> zwischen j\u00fcdischen, arabischen, muslimischen und Mehrheits\u00adgesellschaften in Deutschland und Europa gezielt f\u00f6rdern, um den dringend ben\u00f6tigten Raum f\u00fcr Austausch und Debatte zu schaffen, anstatt bestehende Gr\u00e4ben weiter zu vertiefen. Direkte menschliche Begegnung bleibt das wirksamste Mittel, um Vorurteile abzubauen und Entmenschlichung entgegenzuwirken. Gerade mit Blick auf soziale Medien, deren Algorithmen selektive Wahrnehmung befeuern und durch \u201erage bait\u201c gesellschaftliche Polarisierung anheizen, ist die F\u00f6rderung von Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Belange Anderer f\u00fcr den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu einer politischen Notwendigkeit geworden.<\/li>\n<li>Sicherstellen, dass im Kampf gegen Antisemitismus klar unterschieden wird zwischen verfassungsm\u00e4\u00dfig gesch\u00fctzter Meinungs\u00e4u\u00dferung, die auch scharfe Kritik an politischen Institutionen und Ideologien sowie die Verwendung juristischer Begriffe wie \u201eV\u00f6lkermord\u201c einschlie\u00dft, und verbotener rassistischer Hassrede. Mehrere Beispiele der <strong>IHRA-Definition von Antisemitismus<\/strong> enthalten eine problematische Vermischung. Die Annahme dieser Definition durch den Deutschen Bundestag in seiner Resolution vom 7. November 2024, die unter anderem von einer breiten Koalition zivilgesellschaftlicher Organisationen vehement kritisiert wurde, tr\u00e4gt weder zu einer wirksamen Bek\u00e4mpfung des Antisemitismus noch zum Schutz grundlegender Rechte bei. Alternative Referenzrahmen wie die Jerusalem Erkl\u00e4rung zum Antisemitismus sollten daher in Betracht gezogen werden.<\/li>\n<li>Der Kampf gegen <strong>Antisemitismus<\/strong>, der nicht im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt steht und weiterhin die Kriminalit\u00e4tsstatistiken in Deutschland anf\u00fchrt, muss konsequent intensiviert werden.<\/li>\n<\/ul>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">10. Eine Kultur gemeinsamer humanistischer Werte f\u00f6rdern<\/h2>\n<p><em>Der im Grundgesetz verankerte Schutz der Menschenw\u00fcrde und Grundrechte ist das Fundament allen staatlichen Handelns. Einschr\u00e4nkungen der Meinungs-, Versammlungs-, Wissenschafts- und anderer Freiheiten, die seit dem 7. Oktober 2023 unter dem Vorwand der Antisemitismus\u00adbek\u00e4mpfung verh\u00e4ngt wurden, stehen im Widerspruch zu diesen verfassungsm\u00e4\u00dfig garantierten Rechten.<\/em><\/p>\n<p>Die Bundesregierung sollte:<\/p>\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Zivilgesellschaftliche Initiativen, die auf die F\u00f6rderung humanistischer Werte abzielen aktiv unterst\u00fctzten, wie die vom Europ\u00e4ischen Institut f\u00fcr das Mittelmeer (IEMed) im Oktober 2024 organisierte Konferenz \u201e<strong>Reclaiming our Shared Humanity<\/strong>\u201c.<\/li>\n<li>Entmenschlichende \u00c4u\u00dferungen von <strong>politischen Meinungsf\u00fchrern<\/strong>, in Europa wie au\u00dferhalb, aufgrund von ethnischer, nationaler, religi\u00f6ser oder Geschlechtsidentit\u00e4t, konse\u00adquent verurteilen, auch durch strategische Kommunikation und zivilgesellschaftliches Engagement.<\/li>\n<li>Humanistischen Prinzipien in <strong>Lehrpl\u00e4nen<\/strong> im deutschen und europ\u00e4ischen Schulwesen einen h\u00f6heren Stellenwert einr\u00e4umen, einschlie\u00dflich der Lehren, die aus dem Gaza-Krieg infolge des 7. Oktobers und der fehlgeleiteten Staatsr\u00e4son-Doktrin zu ziehen sind, um die Universalit\u00e4t der Menschenw\u00fcrde breiter und fester zu verankern und jeder Form der Entmenschlichung entgegenzuwirken.<\/li>\n<\/ul>\n<p>* Dieses Expertenpapier wurde von einem Kernteam um Philip Holzapfel und Dr. Muriel Asseburg initiiert, verfasst und koordiniert, mit der wertvollen Unterst\u00fctzung von Daniel Gerlach und dem Deutschen Levante-Verlag sowie von Xenia Kelemen, Paula Martini, Daniel Sen und P.F. Es wurde von zahlreichen Nahostsachverst\u00e4ndigen fachlich begleitet und wird (in pers\u00f6nlicher Eigenschaft) von Experten mitgetragen, die (1) langj\u00e4hrig beruflich mit der zeitgen\u00f6ssischen Politik der Region, einschlie\u00dflich Israels und Pal\u00e4stinas, auseinandergesetzt haben \u2013 etwa in Wissenschaft, ausw\u00e4rtigem Dienst, Think Tanks, politischen Stiftungen, Entwicklungsorganisationen oder durch andere relevante T\u00e4tigkeiten; (2) umfangreiche Erfahrung aus erster Hand gesammelt und in der Region, einschlie\u00dflich Pal\u00e4stina und Israel, gelebt und gearbeitet haben; (3) sich in mehr als einer Sprache des Nahen Ostens wenigstens Grundwissen angeeignet haben. Neben dieser Kerngruppe haben auch Fachleute aus anderen relevanten Bereichen, insbesondere V\u00f6lker- und Verfassungsrecht, Politikwissenschaft und internationale Beziehungen, an dem Papier fachlich mitgearbeitet und tragen es mit.<\/p>\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\">\n<p><a id=\"_ftn1\" href=\"https:\/\/staatsraison.net\/#_ftnref1\">[1]<\/a> Dieses Papier ist genderinklusiv zu lesen. Wo ein geschlechtsspezifischer Plural existiert, wird im Sinne der Lesbarkeit die maskuline Form generisch verwendet.<\/p>\n<p><a id=\"_ftn2\" href=\"https:\/\/staatsraison.net\/#_ftnref2\">[2]<\/a> Analog zur geografischen Nichtzust\u00e4ndigkeit konsularischer Vertretungen, die bei der Russischen F\u00f6deration akkreditiert sind, f\u00fcr die von Russland v\u00f6lkerrechtswidrig annektierten ukrainischen Gebiete.<\/p>\n<p><a id=\"_ftn3\" href=\"https:\/\/staatsraison.net\/#_ftnref3\">[3]<\/a> <a href=\"https:\/\/cambridgepeace.org\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Palestinian-Armistice-Plan.pdf\">https:\/\/cambridgepeace.org\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Palestinian-Armistice-Plan.pdf<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.standing-together.org\/en\">https:\/\/www.standing-together.org\/en<\/a><\/p>\n<p><a id=\"_ftn4\" href=\"https:\/\/staatsraison.net\/#_ftnref4\">[4]<\/a> Beispielsweise die G7-Erkl\u00e4rung vom September 2024 und die Erkl\u00e4rung aus New York aus dem September 2025: <a href=\"https:\/\/www.auswaertiges-amt.de\/en\/newsroom\/news\/2677180-2677180\">https:\/\/www.auswaertiges-amt.de\/en\/newsroom\/news\/2677180-2677180<\/a> und <a href=\"https:\/\/docs.un.org\/en\/A\/CONF.243\/2025\/1\/Add.1\">https:\/\/docs.un.org\/en\/A\/CONF.243\/2025\/1\/Add.1<\/a><\/p>\n<p><a id=\"_ftn5\" href=\"https:\/\/staatsraison.net\/#_ftnref5\">[5]<\/a> Als \u201eSpoiler\u201c gelten politische Akteure, die durch Worte und\/oder Taten gezielt versuchen, Friedensaussichten auf Grundlage internationaler Parameter zu untergraben.<\/p>\n<p><a id=\"_ftn6\" href=\"https:\/\/staatsraison.net\/#_ftnref6\">[6]<\/a> <a href=\"https:\/\/bdsmovement.net\/what-bds\">https:\/\/bdsmovement.net\/what-bds<\/a><\/p>\n<p><a id=\"_ftn7\" href=\"https:\/\/staatsraison.net\/#_ftnref7\">[7]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.un.org\/unispal\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/unrwa_independent_review_on_neutrality.pdf\">https:\/\/www.un.org\/unispal\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/unrwa_independent_review_on_neutrality.pdf<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter dem Deckmantel der \u201eStaatsraison\u201c hat Deutschland \u00fcber Monate hinweg die Unterst\u00fctzung einer Politik fortgesetzt, die in Gaza in einem unglaublichen Ausma\u00df von Verbrechen m\u00fcndete: in systematischer Zerst\u00f6rung, Aushungern und massenhaftem T\u00f6ten einer eingeschlossenen Bev\u00f6lkerung. \u201eJenseits der Staatsraison\u201c, verfasst von &hellip; <a href=\"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=15709\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-15709","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15709","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=15709"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15709\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15716,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15709\/revisions\/15716"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=15709"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=15709"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=15709"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}