{"id":15984,"date":"2025-12-24T08:29:37","date_gmt":"2025-12-24T08:29:37","guid":{"rendered":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=15984"},"modified":"2025-12-24T08:29:37","modified_gmt":"2025-12-24T08:29:37","slug":"die-deutsch-palaestinensische-gesellschaft-e-v-wuenscht-frohe-weihnachten-und-ein-friedliches-neues-jahr-und-gerechtigkeit-fuer-die-palaestinenser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=15984","title":{"rendered":"Die Deutsch-Pal\u00e4stinensische Gesellschaft e.V. w\u00fcnscht frohe Weihnachten und ein friedliches neues Jahr und Gerechtigkeit f\u00fcr die Pal\u00e4stinenser."},"content":{"rendered":"<h1><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-3118\" src=\"http:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/16-06-14-logo-DPG-kasten-links.jpg\" alt=\"\" width=\"215\" height=\"65\" srcset=\"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/16-06-14-logo-DPG-kasten-links.jpg 215w, https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/16-06-14-logo-DPG-kasten-links-200x60.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 215px) 100vw, 215px\" \/>Kardinal zu Weihnachten in Gaza<\/h1>\n<p><a href=\"https:\/\/dpg-netz.de\/rundbriefe\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rundbrief Dezember -III- 2025<\/a><\/p>\n<p>Kardinal Pierbattista Pizzaballa, Patriarch der lateinischen Heiliglandkatholiken, ist zu seiner kleinsten Gemeinde ins Kriegsgebiet von Gaza gereist. <!--more-->Im Zentrum des mehrt\u00e4gigen Pastoralbesuchs stehen demnach Treffen mit der Gemeinde und den \u00f6rtlichen Geistlichen sowie eine Begutachtung der aktuellen Lage der Gemeinde. Es handelt sich um den vierten Besuch des Kardinals im Gaza-Streifen seit Beginn des Krieges am 7. Oktober 2023, wie der Sprecher des Patriarchats, Farid Jubran best\u00e4tigte. Die Gemeinde, w\u00e4hrend des gesamten Kriegs Schutzzone f\u00fcr vertriebene Christen, beherbergt demnach weiterhin rund 400 Binnenvertriebene. Die Zahl der Christen, die vor dem Krieg bei 1.017 lag, ist unterdessen auf etwa 600 gesunken. Viele Katholiken seien im Krieg sowie infolge mangelnder medizinischer Versorgung gestorben. Zus\u00e4tzlich h\u00e4tten hunderte Christen mit Zweitpass oder Visum den Gazastreifen in Richtung \u00c4gypten verlassen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/25-12-24-rundbrief-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-15989\" src=\"http:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/25-12-24-rundbrief-1-300x65.jpg\" alt=\"\" width=\"557\" height=\"130\"><\/a> Der Kardinal besichtigte Fl\u00fcchtlingszelte an der K\u00fcste, \u00fcberzeugte sich von den Zerst\u00f6rungen von Schulen, Krankenh\u00e4usern und Infrastruktur und spendete durch seinen Besuch vielen Menschen Trost und Hoffnung. \u201eDas Ende des Krieges ist weder der Beginn des Friedens noch das Ende des Konflikts\u201c, pflegt Pizzaballa immer zu betonen.<\/p>\n<h1>Anne Frank mit Kufiya<\/h1>\n<p><a href=\"http:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/25-12-24-rundbrief-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-15990 size-medium\" src=\"http:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/25-12-24-rundbrief-2-255x300.jpg\" alt=\"\" width=\"255\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/25-12-24-rundbrief-2-255x300.jpg 255w, https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/25-12-24-rundbrief-2-300x353.jpg 300w, https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/25-12-24-rundbrief-2.jpg 604w\" sizes=\"auto, (max-width: 255px) 100vw, 255px\" \/><\/a>Das Kunstwerk, das gerade in Potsdam im Museum FLUXUS+ ausgestellt wird, hat eine heftige Diskussion ausgel\u00f6st. Grund daf\u00fcr ist ein Anne-Frank-Bild des italienischen K\u00fcnstlers Costantino Ciervo. Es zeigt die deutsche J\u00fcdin mit einem Pal\u00e4stinenser-Tuch (Kufiya) um die Schultern und schreibend auf einem Tablet. Reflexartig meldet sich Volker Beck, DIG-Pr\u00e4sident, und wirft K\u00fcnstler und Museum vor, den Holocaust zu verharmlosen. Er hat sogar Strafanzeige erstattet.<\/p>\n<p>Auch die J\u00fcdische Gemeinde in Potsdam und der Beauftragte gegen Antisemitismus in<br \/>\nBrandenburg fordern, das Bild abzuh\u00e4ngen. Die Botschaft Israels in Deutschland bezeichnete das Bild als &#8222;Delegitimierung Israels und Relativierung des Holocausts&#8220;. Das Bild setze Anne Frank in einen politischen Kontext &#8211; dadurch komme man zu der Auffassung, die Pal\u00e4stinenser seien die neuen Juden, erl\u00e4uterte Andreas B\u00fcttner, Beauftragte gegen Antisemitismus in Brandenburg (Linke) im Gespr\u00e4ch mit dem rbb: &#8222;Das ist eine Holocaust-Relativierung\u201c. Das private Museum lehnt dies kategorisch ab, weist den Antisemitismus-Vorwurf zur\u00fcck und beruft sich auf die Kunstfreiheit.<\/p>\n<p>Der K\u00fcnstler Ciervo reagierte auf die Kritik mit einem Kommentar, der neben dem Bild zu lesen ist, das Andenken an Anne Frank als Zeugin des Holocausts &#8222;steht nicht nur f\u00fcr die Erinnerung an die Shoah, sondern wird zum universellen Symbol der Verurteilung von Gewalt&#8220;. Durch die Verbindung von historischer Erinnerung und aktueller Realit\u00e4t werde das Gem\u00e4lde &#8222;zu einem Appell f\u00fcr Frieden, Gerechtigkeit und Menschlichkeit&#8220;.<\/p>\n<p>Wann werden Beck &amp; Co zur Besinnung und zur Versachlichung kommen?<\/p>\n<h1>Brief von Mohammed Al-Hajjar aus GazaIch bin Mohammed Al-Hajjar,<\/h1>\n<p>ein Fotojournalist mit Sitz in Gaza, Vater von zwei Kindern, einem 9-j\u00e4hrigen Jungen namens Majd und einem 5-j\u00e4hrigen M\u00e4dchen namens Majdal. Als Familie haben wir jedes Kapitel des V\u00f6lkermords erlebt, vom 7. Oktober bis heute. Unser Haus wurde mehrmals bombardiert, w\u00e4hrend wir drinnen waren. Majdal und ich wurden mehrfach verletzt, und es gab keine Krankenh\u00e4user, in die wir gehen konnten, also versorgten wir unsere Wunden selbst.<\/p>\n<p>Die israelische Armee belagerte uns 51 Tage lang im Haus. Wir konnten kein sauberes Trinkwasser finden und erlebten die erste Hungersnot im n\u00f6rdlichen Gazastreifen, wo wir gezwungen waren, abgelaufenes Essen und Tierfutter zu essen. Meine Kinder wurden durch Mangelern\u00e4hrung krank. Das Haus wurde Deutsch-Pal\u00e4stinensische Gesellschaft e.V. 3 auch von Granaten verbrannt, w\u00e4hrend wir drinnen waren. Wir verbrachten schreckliche Tage ohne Schlaf, da wir etwa 44 Familienmitglieder zusammen unter der Treppe des Hauses in einem Bereich sa\u00dfen, der nicht mehr als 30 Quadratmeter betrug.<\/p>\n<p>Im Mai 2024 beschloss ich, mit meiner Frau und meinen Kindern ins Ausland zu reisen. Als wir den Netzarim-Kontrollpunkt passierten, der den Norden und S\u00fcden des Gazastreifens trennt, nahm die israelische Armee meine Frau fest und beschlagnahmte unsere Wertgegenst\u00e4nde, unsere Telefone, den Schmuck meiner Frau und die P\u00e4sse. Sie haben mich und meine Kinder zur\u00fcckgelassen, um nach S\u00fcden zu gehen. Als sie meine Frau freilie\u00dfen, schickten sie sie nach Norden und zerstreuten die Familie. Dies markierte ein neues Kapitel unseres Leidens.<\/p>\n<p>Der \u00dcbergang von Rafah wurde geschlossen, und meine Kinder und ich waren in einem Zelt in Deir al-Balah im zentralen Gazastreifen eingeschlossen. Meine Frau blieb allein im Norden. Dies war eine sehr schwierige Zeit, die etwa sieben Monate dauerte, bis zum Waffenstillstand Ende Januar 2025. Wir kehrten nach Norden zur\u00fcck und die Familie wurde wiedervereint.<\/p>\n<p>Anfang M\u00e4rz 2025 kehrte die israelische Armee erneut in den Krieg zur\u00fcck, verh\u00e4ngte eine Blockade des Gazastreifens, und wir gerieten in eine neue Hungersnot, die monatelang andauerte. Wir alle litten unter Mangelern\u00e4hrung, starkem Gewichtsverlust und An\u00e4mie. Zwei Jahre Krieg haben all unsere Ersparnisse ersch\u00f6pft, und meine Kinder blieben ohne Bildung und verloren ihre unschuldige Kindheit. Wir haben uns in dieser Zeit nie sicher oder wohl gef\u00fchlt.<\/p>\n<p>Unsere H\u00e4user und Nachbarn wurden bombardiert, unsere Stra\u00dfen, Nachbarschaften und sch\u00f6nen Erinnerungen wurden zerst\u00f6rt. Unsere Tr\u00e4ume und unsere Zukunft wurden gestohlen. Im August dieses Jahres wurden wir unter Luftangriffen gezwungen, unser Zuhause zu verlassen. Wir entkamen auf wundersame Weise dem Tod und kehrten zur\u00fcck ins Zentrum des Strips, wobei wir unser Zuhause als Haufen Steine und Tr\u00fcmmer zur\u00fccklie\u00dfen.<\/p>\n<p>Zwei Jahre Krieg waren nichts weniger als gew\u00f6hnlich. Wir wurden mehrfach dem Tod ausgesetzt, haben viele Verwandte verloren und alle unsere H\u00e4user im n\u00f6rdlichen Gazastreifen wurden zerst\u00f6rt. Wir sind obdachlos geworden und in Zelten vertrieben. Wir haben alles verloren, was wir besitzen. Trotz der Waffenstillstandsvereinbarung ist der Krieg noch nicht vorbei! Stellen Sie sich vor, meine lieben Freunde, ein pal\u00e4stinensischer Journalist, der ums \u00dcberleben k\u00e4mpft, w\u00e4hrend mehr als 270 pal\u00e4stinensische Journalisten in diesem Krieg get\u00f6tet wurden.<\/p>\n<p>Ein Journalist, der daf\u00fcr k\u00e4mpft, seine Familie und Kinder zu sch\u00fctzen, w\u00e4hrend er gleichzeitig versucht, der Welt die Wahrheit und die Stimme der Opfer und Unterdr\u00fcckten zu vermitteln. Zwei volle Jahre voller Bombardierungen, Zerst\u00f6rung, T\u00f6tungen, Verbrennungen und Verw\u00fcstungen ist unsere Geschichte noch nicht vorbei.<\/p>\n<p>Deutsch-Pal\u00e4stinensische Gesellschaft e.V.&nbsp;<\/p>\n<h1>Spendenaufruf<\/h1>\n<p>Die Situation im Gazastreifen ist katastrophal. Die Menschen leiden unter Hunger, K\u00e4lte und N\u00e4sse, ben\u00f6tigen medizinische und humanit\u00e4re Unterst\u00fctzung. Helfen Sie mit, dass ihnen eine menschenw\u00fcrdige Unterst\u00fctzung zukommt. Unser Einsatz f\u00fcr die hungernden Kinder geht weiter. Ihre Spenden leiten wir direkt an die f\u00fcr Gaza t\u00e4tigen Hilfsorganisationen.<br \/>\nDeutsch-Pal\u00e4stinensische Gesellschaft e.V.<br \/>\nKontoverbindung:<br \/>\nIBAN: DE90 3706 0590 0000 3392 10<br \/>\nBIC: GENODED1SPK<br \/>\nSpende Zweck: Humanit\u00e4re und medizinische Hilfe in Gaza \u2013 Pal\u00e4stina<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kardinal zu Weihnachten in Gaza Rundbrief Dezember -III- 2025 Kardinal Pierbattista Pizzaballa, Patriarch der lateinischen Heiliglandkatholiken, ist zu seiner kleinsten Gemeinde ins Kriegsgebiet von Gaza gereist.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-15984","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15984","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=15984"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15984\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15992,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15984\/revisions\/15992"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=15984"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=15984"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=15984"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}