{"id":16301,"date":"2026-02-27T17:22:25","date_gmt":"2026-02-27T17:22:25","guid":{"rendered":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=16301"},"modified":"2026-02-27T17:22:25","modified_gmt":"2026-02-27T17:22:25","slug":"wie-richtig-demonstrieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=16301","title":{"rendered":"Wie richtig demonstrieren?"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Inter, helvetica, arial, sans-s;\"><a href=\"http:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/26-02-27-tillmann.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-16302 size-medium\" src=\"http:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/26-02-27-tillmann-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/26-02-27-tillmann-300x225.jpg 300w, https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/26-02-27-tillmann-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/26-02-27-tillmann-768x576.jpg 768w, https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/26-02-27-tillmann-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/26-02-27-tillmann-400x300.jpg 400w, https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/26-02-27-tillmann.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Seit Oktober 2023 demonstriert die Pal\u00e4stinensiische Gemeinde Bremen und Umland, jetzt schon zum 110ten Mal, gegen den Genozid in Gaza und den Terror der israelischen &#8222;Siedler&#8220; in der Westbank. Immer unterst\u00fctzt von der Deutsch-Pal\u00e4stinensischen Gesellschaft Bremen und vielen anderen Teilnehmenden. Aber neben diesen immer friedlichen Demonstrationen praktizieren einzelne Mitglieder der DPG-Bremen auch individuelle Protest- und Aufkl\u00e4rungsaktionen. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Inter, helvetica, arial, sans-s;\">Eine besonders wirksame Form ist die Sandwichaktion, bei der zum Beispiel Tilman Neubronner zwei selbst gestaltete Protestschilder vorn und hinten tr\u00e4gt und so Passanten im Stadtzentrum zum Gespr\u00e4ch einl\u00e4dt. Hier sein kurzer Erfahrungsbericht:<\/span><\/span><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Inter, helvetica, arial, sans-s;\">Statt mich in einen Demonstrationszug der pal\u00e4stinensischen Gemeinde einzureihen, habe ich mich bewusst f\u00fcr einen anderen Weg entschieden. Ich habe eigene Plakate zum Thema \u201eV\u00f6lkermord Israel in Gaza\u201c (oft mit Zitaten unabh\u00e4ngiger NGOs wie Amnesty international, Human rights watch oder \u00c4rzte ohne Grenzen) gestaltet und mich in der N\u00e4he der Kundgebung positioniert. Diese Entscheidung hat sich f\u00fcr mich als besonders sinnvoll erwiesen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Inter, helvetica, arial, sans-s;\">Die Demonstrationsz\u00fcge vermittelten aus meiner Sicht den Eindruck einer geschlossenen Einheit. Die Teilnehmenden gehen Seite an Seite, vereint in ihrem Protest und ihrer Botschaft. Doch genau diese Geschlossenheit wirkte auf manche Au\u00dfenstehende weniger einladend. Fast niemand gesellte sich spontan dazu oder suchte den Dialog mit den Demonstrierenden. Die Demonstration stellte sich f\u00fcr mich als ein geschlossenes Bild dar, das wenig Raum f\u00fcr Austausch lie\u00df.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Inter, helvetica, arial, sans-s;\">Indem ich mich mit meinen Plakaten abseits des Zuges positionierte, \u00f6ffnete ich einen Raum f\u00fcr Gespr\u00e4che. Menschen kamen auf mich zu und fragten nach meinen Motiven und Aussagen. Es entstanden so oft intensive und pers\u00f6nliche Dialoge, die im Rahmen einer gro\u00dfen Demonstration eher nicht m\u00f6glich sind. W\u00e4hrend ich beobachtete, wie der Zug vorbeizog, wurde mir klar, dass der direkte Austausch mit Einzelnen eine tiefere Wirkung entfalten kann als das blo\u00dfe Mitlaufen in einer Masse. Nat\u00fcrlich waren es auch nur wenige Menschen, die mich ansprachen, und es waren auch mitunter sehr abf\u00e4llige Kommentare dabei, aber \u00fcberwiegend waren es konstruktive Gespr\u00e4che, durchaus auch kontrovers. Das hat mir gezeigt, dass Protest nicht nur laut und sichtbar sein muss, sondern auch leise und pers\u00f6nlich wirken kann.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Inter, helvetica, arial, sans-s;\">Mein Fazit aus dieser Erfahrung lautet, dass Demonstrationen nicht die einzige M\u00f6glichkeit sind, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und Protest auszudr\u00fccken. Manchmal ist es wirkungsvoller, mit eigenen Mitteln und in kleinerem Rahmen pr\u00e4sent zu sein \u2013 um wirklich in den Dialog zu kommen. So konnte ich nicht nur informieren, sondern auch Br\u00fccken bauen, was in einer lauten Masse sehr schwer geht. Ich will aber keineswegs das Mittel der Pal\u00e4stina-solidarischen Demonstrationen kritisieren, sondern nur einen anderen \u2013 f\u00fcr mich \u00fcberzeugenderen Weg \u2013 aufzeigen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Inter, helvetica, arial, sans-s;\">Diese Erfahrung ermutigt mich, auch k\u00fcnftig Wege zu suchen, die den Austausch f\u00f6rdern und Menschen verbinden. Denn gerade in komplexen und emotional aufgeladenen Themen wie dem v\u00f6lkervernichtenden \u201eKrieg\u201c und dem \u201eSiedler\u201c-Terror in der Westbank in Gaza sind Gespr\u00e4che das Fundament f\u00fcr Verst\u00e4ndnis und langfristige Ver\u00e4nderung.<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Oktober 2023 demonstriert die Pal\u00e4stinensiische Gemeinde Bremen und Umland, jetzt schon zum 110ten Mal, gegen den Genozid in Gaza und den Terror der israelischen &#8222;Siedler&#8220; in der Westbank. 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