{"id":16317,"date":"2026-03-09T07:01:47","date_gmt":"2026-03-09T07:01:47","guid":{"rendered":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=16317"},"modified":"2026-03-09T07:02:04","modified_gmt":"2026-03-09T07:02:04","slug":"abed-schokry-nachrichten-aus-gaza","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=16317","title":{"rendered":"Abed Schokry: Nachrichten aus Gaza"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/25-04-29-abed-schokry_ji.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-14459 size-medium\" src=\"http:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/25-04-29-abed-schokry_ji-300x276.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"276\" srcset=\"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/25-04-29-abed-schokry_ji-300x276.jpg 300w, https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/25-04-29-abed-schokry_ji-768x706.jpg 768w, https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/25-04-29-abed-schokry_ji-326x300.jpg 326w, https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/25-04-29-abed-schokry_ji.jpg 1017w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Bonn\/ G a z a am 07.03.2026<br \/>\nSehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und liebe Freunde,<br \/>\ndie rasanten und sehr dynamischen Entwicklungen im Nahen Osten lassen kaum Platz f\u00fcr Optimismus bzw. Hoffnung &#8211; leider. Eine gute Nachricht gibt es dennoch in Bezug auf unsere \u00e4lteste Tochter. Heute gehe ich auf die folgenden Punkte ein:<\/p>\n<ul>\n<li>Unsere \u00e4lteste Tochter, Safa<\/li>\n<li>Wohnungssuche zum 01.08.2026 in Bonn\/ Umgebung<\/li>\n<li>Ramadan in Gaza 2026<\/li>\n<li>Aktuelle politische Lage<\/li>\n<li>Aktuelle Versorgungslage<\/li>\n<li>Technokraten-Regierung in Gaza<\/li>\n<li>Peace Board\/ Friedensrat<\/li>\n<li>Das Versagen der Weltgemeinschaft<\/li>\n<li>Wo bleibt der Frieden?<\/li>\n<\/ul>\n<p><!--more--><\/p>\n<h4>Unsere \u00e4lteste Tochter- Safa<\/h4>\n<p>Unsere \u00e4lteste Tochter setzt ihr Medizinstudium mit einem Stipendium in Lahore, Pakistan fort. Das ist eine gute Nachricht, denn seit November 2024 musste sie allein in Kairo ausharren, weil sie als Fl\u00fcchtling aus Gaza in \u00c4gypten nicht studieren durfte. Und wie Sie aus meinen Rundmails wissen, durfte sie nicht mit uns, d.h. mit ihrer Familie nach Deutschland ausreisen. Zum Gl\u00fcck stehen wir mit unserer Tochter in regelm\u00e4\u00dfigemTelefonkontakt. Allerdings ist es uns nicht m\u00f6glich, ihr z.B. etwas Taschengeld zu schicken. Falls jemand von Euch, von Ihnen beruflich oder privat nach Pakistan reisen sollte, bitten wir um Nachricht, damit wir eventuell etwas Geld\/Kleinigkeiten f\u00fcr unsere Tochter Safa mitgeben<br \/>\nk\u00f6nnen.<\/p>\n<h4>Wohnungssuche zum 01.08.2026 in Bonn und Umgebung<\/h4>\n<p>Zum ersten August 2026 suchen wir dringend eine vier Zimmer-Wohnung in Bonn oder Umgebung. Ich bin sehr auf Eure\/Ihre Hilfe und Unterst\u00fctzung angewiesen, denn wie es aussieht, sind angesichts des Wohnungsmarktes pers\u00f6nliche Kontakte, Tipps und Hinweise von gr\u00f6\u00dfter Bedeutung. Wir sind deshalb dankbar f\u00fcr jeden Hinweis und hoffen sehr, auf diesem Weg eine Wohnung f\u00fcr uns als Familie, d.h. f\u00fcr meine Frau und mich und unsere vier Kinder zu finden. Da die Kinder in Bonn in die Schule bzw. in den Kindergarten gehen, wo sie sich jeweils bereits gut eingelebt haben, w\u00e4re es sch\u00f6n, wenn wir in Bonn oder Umgebung bleiben k\u00f6nnten, um den Kindern nach M\u00f6glichkeit eine erneute Situation des Fremdseins in einer anderen schulischen Umgebung zu ersparen. Das ist zwar unser Wunsch, aber wir schlie\u00dfen es nat\u00fcrlich nicht aus, etwa in ein\/e andere Stadt oder anderes Bundesland zu ziehen, wenn uns dort eine Wohnung angeboten wird. Wir hoffen so sehr, dass es uns \u00fcberhaupt gelingt, ein neues Zuhause zu finden. Schon jetzt m\u00f6chte ich mich f\u00fcr Eure\/Ihre Hilfe herzlich bedanken.<\/p>\n<h4>Ramadan in Gaza 2026<\/h4>\n<p>Den Fastenmonat Ramadan in notd\u00fcrftigen Zelten zu verbringen, das ist eine besondere Herausforderung. Besonders jetzt werden alle Verluste besonders schmerzlich erlebt. Viele Familien trauern um Angeh\u00f6rige, die get\u00f6tet wurden. In fast jeder Familie gibt es auch Verletzte, deren Leben sich deshalb oft fundamental ver\u00e4ndert hat. Auch das Zuhause, die Wohnung oder das Haus gibt es nicht mehr f\u00fcr die allermeisten Menschen in Gaza. Familien k\u00e4mpfen jeden Tag ums \u00dcberleben, um Nahrung f\u00fcr ihre Kinder zu finden oder um ein besseres Zelt zu ergattern, das sie vor der K\u00e4lte der Nacht und der Hitze des Tages sch\u00fctzt. Alle k\u00e4mpfen auf die eine oder andere Weise ums \u00dcberleben und hoffen, dass sie von der Welt nicht vergessen werden.<\/p>\n<p>Zum dritten Mal fastet meine Familie in Gaza und bricht ihr Fasten unter dem Schmerz der Entbehrung, denn sie haben sehr wenig zu essen, dennoch brechen sie ihr Fasten nicht nur mit gro\u00dfer Verzweiflung, sondern sie hoffen zugleich, dass sie \u00fcberleben, dass der n\u00e4chste Ramadan kommen wird, dass es bessere Zeiten geben wird und die Tische wieder mit Essen gedeckt sein werden, dass die W\u00fcrde der Menschen wieder hergestellt wird.<\/p>\n<p>Auch nachdem der Waffenstillstand in Kraft trat, ist es Israel gelungen, das Leben der Menschen in Gaza weiter unertr\u00e4glich zu machen. Die Luftangriffe wurden und werden fortgesetzt und die Zahl der Ermordeten w\u00e4chst und immer mehr Menschen erleiden Verletzungen.<\/p>\n<h4>Aktuelle politische Lage<\/h4>\n<p>Das Palestinian Centre for Human Rights (PCHR) teilte vor einigen Tagen mit, dass seit dem vereinbarten Waffenstillstand im Oktober 2025, 642 Pal\u00e4stinenser get\u00f6tet wurden, darunter 197 Kinder und 85 Frauen. Bis jetzt wurden allein w\u00e4hrend des sogenannten Waffenstillstands 1.643 Menschen oft schwer verletzt. Zudem verst\u00f6\u00dft die Besatzungsmacht gegen die Vereinbarung, t\u00e4glich 600 Hilfsg\u00fcter-Lkw zur Versorgung der Bev\u00f6lkerung in den Gazastreifen zu liefern. Lediglich 43% der Hilfsg\u00fcter und nur 15% der vereinbarten Menge Treibstoff durften die Grenze nach Gaza passieren.<\/p>\n<p>Israel bricht permanent alle Abmachungen, internationale Regelungen und wird nicht daf\u00fcr zur Rechenschaft herangezogen. Es gibt Meldungen, dass Israel sogar beabsichtigt, die Besetzung des Gazastreifens noch weiter zu versch\u00e4rfen. So gab die israelische Regierung am 31. Dezember 2025 bekannt, dass es die T\u00e4tigkeit von 37 Internationen Hilfsorganisationen verbieten wird, wobei dieses Verbot sechzig Tage nach der Bekanntgabe wirksam werden sollte. Noch wurde dieses Verbot aller Hilfsorganisationen in Gaza nicht vollkommen umgesetzt. Das Oberste israelische Gericht hat zwar diese Anordnung ausgesetzt hat aber die 37 NGOs wegen der Anordnung inzwischen Gaza l\u00e4ngst verlassen haben und ihnen eine Wiedereinreise verwehrt wird. Es stellt sich die Frage, was passieren wird, wenn das Verbot in Kraft tritt und den vielen Verletzten und Kranken nicht mehr geholfen werden darf. Israel experimentiert schon lange mit direkten und indirekten Mitteln, die zum Tod der Menschen Gazas f\u00fchren.<\/p>\n<p>Viele lokale Mitarbeiter\/innen dieser medizinischen Hilfsorganisationen wurden seit Oktober 2023 durch israelische Luftangriffe get\u00f6tet, manche wurden unter den Tr\u00fcmmern begraben wie die Personen, denen sie zu helfen versuchten. Mindestens 562 Helfer\/innen wurden seit dem 7. Oktober 2023 in Gaza get\u00f6tet, darunter mindestens 376 UN-Angestellte. Ungeachtet dessen z\u00f6gerten die Hilfsorganisationen nicht, sich weiterhin als Unterst\u00fctzer der schutzbed\u00fcrftigen Menschen zu engagieren. Sie entsandten ausl\u00e4ndische \u00c4rztinnen und \u00c4rzte, um Menschen in Lebensgefahr zu retten.<\/p>\n<h4>Aktuelle Versorgungslage heute<\/h4>\n<p>Die Versorgung mit Nahrungsmitteln ist sehr kritisch bis katastrophal. Das teilen mir meine Geschwister aus Gaza mit. Laut UN-Erhebungen ist die lokale Produktion praktisch zusammengebrochen und Lebensmittel gelangen nicht in ausreichender Menge in den Gazastreifen. Der UN-Weltern\u00e4hrungsbericht zeigt, dass die Hilfslieferungen nur einen Bruchteil des notwendigen Bedarfs decken. Viele Haushalte erhalten nur unregelm\u00e4\u00dfig und unzureichend Lebensmittel, oft weit unter den ben\u00f6tigten Mindestmengen. Die fr\u00fcher funktionierenden B\u00e4ckereien sind geschlossen, der Markt und lokale Versorgungssysteme sind weitgehend<br \/>\nzerst\u00f6rt.<\/p>\n<h4>Trinkwasser und sanit\u00e4re Versorgung<\/h4>\n<p>Der Zugang zu sicherem Trinkwasser ist stark eingeschr\u00e4nkt. Viele Wasserinstallationen funktionieren nicht ohne Treibstoff f\u00fcr Pumpen. Ohne ausreichenden Strom sind Desinfektions- und Entsalzungsanlagen stark beeintr\u00e4chtigt, und Menschen sind vielfach auf Wasserlieferungen per Tanklastwagen angewiesen. Gesundheitsrisiken durch verschmutztes Wasser, z. B. Durchfall- und Hautkrankheiten, nehmen zu.<\/p>\n<h4>Brennstoffe und Erdgas (Treibstoff)<\/h4>\n<p>Treibstoffe sind extrem knapp. Diese Knappheit hat weitreichende Folgen: Wasserpumpen, Krankenh\u00e4user und ambulante Versorgungseinrichtungen k\u00f6nnen nicht zuverl\u00e4ssig betrieben werden. Elektrizit\u00e4t f\u00e4llt oft aus, weil Generatoren ohne Treibstoff nicht laufen. Internationale Organisationen warnen, dass Wasser-, Gesundheits- und Rettungsdienste zusammenbrechen k\u00f6nnten, wenn Treibstoff nicht regelm\u00e4\u00dfig geliefert werden darf.<\/p>\n<h4>Stromversorgung<\/h4>\n<p>Die Stromversorgung ist anhaltend extrem schwach: Gaza wurde weitgehend vom israelischen Stromnetz getrennt und das Kraftwerk arbeitet seit Oktober 2023 \u00fcberhaupt nicht. Viele Haushalte und Einrichtungen sind auf provisorische Generatoren oder Solartechnik angewiesen \u2013 die meist unzureichend sind. Ein KW\/h kostet mehr als 6 \u20ac, wenn \u00fcberhaupt verf\u00fcgbar.<\/p>\n<h4>Medizinische Versorgung<\/h4>\n<p>Die medizinische Versorgung ist am Rande des Zusammenbruchs: Viele Krankenh\u00e4user haben wegen fehlender Treibstoffe und Stromgeneratoren nur eingeschr\u00e4nkte Funktion. Medizinische Vorr\u00e4te und Medikamente sind weitgehend ersch\u00f6pft, insbesondere f\u00fcr chronisch Kranke (Dialyse, Krebsbehandlung). Viele Menschen sterben, weil sie nicht rechtzeitig behandelt werden k\u00f6nnen, weil sie auf die Ausreise \u00fcber den Rafah-Grenz\u00fcbergang zur lebensnotwendigen Behandlung etwa in \u00c4gypten warten m\u00fcssen. Internationale Organisationen fordern sicheren Zugang f\u00fcr Hilfslieferungen, sie rufen zugleich zu einem dauerhaften Waffenstillstand auf, um die Lage zu stabilisieren. Bisher reagiert Israel nicht auf diese Forderungen. Es bleibt unverst\u00e4ndlich, warum Israel nach Belieben alle Abmachungen sowie internationalen Vertr\u00e4ge verletzen darf, ohne dass diesem staatlichen Handeln von der Weltgemeinschaft Einhalt geboten wird.<\/p>\n<h4>Technokraten-Regierung in Gaza<\/h4>\n<p>Eine Technokraten-Regierung besteht aus Experten \u2013 etwa \u00d6konomen, Verwaltungsfachleuten, Ingenieuren oder Juristen \u2013 statt aus klassischen Parteipolitikern. Ziel ist es, praktische Probleme effizient zu l\u00f6sen, ohne stark von ideologischen oder parteipolitischen Konflikten gepr\u00e4gt zu sein. Solche Regierungen werden h\u00e4ufig in Krisensituationen oder \u00dcbergangsphasen eingesetzt. Seit dem Krieg zwischen Israel und Hamas steht die Frage im Raum, wer Gaza nach dem Krieg regieren k\u00f6nnte. Mehrere internationale Akteure haben vorgeschlagen, dass Gaza vor\u00fcbergehend von einer technokratischen pal\u00e4stinensischen Regierung verwaltet werden k\u00f6nnte. Diese Regierung k\u00f6nnte aus unabh\u00e4ngigen pal\u00e4stinensischen Experten bestehen, die den Wiederaufbau der Infrastruktur organisieren und humanit\u00e4re Hilfe koordinieren sowie die Verwaltungsstrukturen stabilisieren. Dann sollen sie langfristig Wahlen vorbereiten. Dieses Modell soll vermeiden, dass Gaza direkt von einer der verfeindeten politischen Gruppen kontrolliert bzw. regiert wird. Obwohl die Mitglieder dieser Regierung sowohl von den USA als auch von Israel ausgew\u00e4hlt wurden, durften sie bis heute den Gazastreifen nicht betreten. Folglich \u00e4ndert sich nichts f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung vor Ort.<\/p>\n<h4>Peace Board\/ Friedensrat<\/h4>\n<p>Das erste Treffen des sogenannten \u201eFriedensrats\u201c in Washington war kein vor\u00fcbergehendes wirtschaftliches Ereignis, sondern vielmehr eine explizite politische Erkl\u00e4rung zur Neudefinition der pal\u00e4stinensischen Sache\/Geschichte. Diese wurde nicht mehr als eine nationale Befreiungsbewegung dargestellt, die mit der Beendigung der Besatzung und der Wiederherstellung der Souver\u00e4nit\u00e4t verbunden ist, sondern vielmehr als eine finanzierbare Frage des Managements. In einem Raum dominierten Milliardenbetr\u00e4ge die Szene und es wurden Karten von regionalen Korridoren und technologischen Projekten pr\u00e4sentiert, w\u00e4hrend die grundlegende Frage, die dem Konflikt zugrunde liegt, fehlte: Wer wird die Besatzung beenden? Wer wird das Recht der Pal\u00e4stinenser auf Souver\u00e4nit\u00e4t und Selbstbestimmungsrecht anerkennen? Die Szene glich eher einem Substitutionsprozess als einer L\u00f6sung: die Substitution von Politik durch Verwaltung, die Freiheit wird durch Investitionen ersetzt, die Gerechtigkeit wird durch die Sprache der Rendite und der Finanzierung ersetzt. Gaza wird von einem Ort offener politischer Konfrontation zu einem Gebiet, das \u201eeffektive Regierungsf\u00fchrung\u201c ben\u00f6tigt. So wird der Konflikt auf Zahlen reduziert und Rechte werden auf Pr\u00e4sentationsfolien geschrieben.<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig war nicht nur die Show von US-Pr\u00e4sident Donald Trump, sondern auch die Herangehensweise seines Teams unter der Leitung von Jared Kushner. Dieses Vorgehen wurde mit der Mentalit\u00e4t eines Start-up-Unternehmens pr\u00e4sentiert, das nach Investoren sucht, attraktive Angebote vorbereitet und Renditen verspricht. Dabei wird die politische Macht Washingtons genutzt, um Finanzmittel und Engagement zu gewinnen. Das auff\u00e4lligste Paradox war, dass diejenigen, die die Macht haben und vor Ort Krieg zu f\u00fchren, im Rat anwesend waren, w\u00e4hrend die Opfer und ihre legitimen Vertreter abwesend waren. Diejenigen, die von der \u201eVerwaltung des Gazastreifens\u201c sprechen, waren anwesend, w\u00e4hrend diejenigen, die um ihre legitimen Rechte k\u00e4mpfen, abwesend waren. Die pal\u00e4stinensische Vertretung wurde auf marginale b\u00fcrokratische Kan\u00e4le reduziert, als handele es sich um einen Verwaltungsstreit, der einen Umsetzungsausschuss erfordert und nicht um ein Volk, das seine Freiheit fordert.<\/p>\n<p>Der \u201eTag danach\u201c wird als Wiederaufbauplan dargestellt, nicht als politisches Recht, das die Wurzeln des Konflikts beseitigt. Aber das Problem h\u00f6rt nicht bei diesem Rat auf. Die meisten L\u00e4nder diskutieren \u00fcber die Zukunft des Gazastreifens, als w\u00e4re er ein Vakuum, das gef\u00fcllt werden muss. Es gibt Vorschl\u00e4ge f\u00fcr Sicherheitsvorkehrungen, eine multinationale Truppe, eine \u00dcbergangsverwaltung und einen bedingten Wiederaufbau. All dies wird als Alternative zu der Frage pr\u00e4sentiert, die jeder vermeiden m\u00f6chte: Wann wird die Besatzung enden? Und wie k\u00f6nnen die Pal\u00e4stinenser bef\u00e4higt werden, ihr politisches System frei zu w\u00e4hlen?<\/p>\n<p>Die Pal\u00e4stinenser von der Entscheidung \u00fcber ihr eigenes Schicksal auszuschlie\u00dfen, ist kein nebens\u00e4chliches Detail, sondern eine Politik, die darauf abzielt, eine geringe \u201eStabilit\u00e4t\u201c zu erreichen; eine Stabilit\u00e4t, die den Sicherheitsinteressen des Besatzungsstaates entspricht, regionale Explosionen verhindert und die Krise unter Kontrolle h\u00e4lt. Stabilit\u00e4t ohne Gerechtigkeit und ohne politischen Horizont. Das Gef\u00e4hrlichste ist, die Zukunft Gazas vom Kontext der gesamten pal\u00e4stinensischen Sache zu trennen. Es geht nicht um die Verwaltung eines belagerten Gebiets, sondern um die Zukunft eines Volkes, das nach Freiheit strebt. Die Debatte auf die Grenzen Gazas zu reduzieren, reproduziert die Spaltung und macht \u201eden Tag danach\u201c zu einem Instrument, um die pal\u00e4stinensische Landschaft entsprechend regionalen und internationalen Kalk\u00fclen und nicht gem\u00e4\u00df dem nationalen Willen neu zu gestalten. Gaza ist kein Investitionsprojekt und auch kein Punkt auf der Tagesordnung eines Rates. Das Recht auf Freiheit haben die Pal\u00e4stinenser nicht aufgegeben. Jeder \u201eTag danach\u201c, der auf der Ignorierung dieser Realit\u00e4t aufbaut, verhindert Freiheit und Frieden, und zwar nicht nur f\u00fcr die Pal\u00e4stinenser allein.<\/p>\n<p>Heimat ist keine Ware und kann weder gekauft noch verkauft werden. Das Versagen der Weltgemeinschaft Als die Bewohner\/innen Gazas in den S\u00fcden geflohen und umgesiedelt wurden und damit rund die H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung obdachlos wurde, wiederholte sich der pal\u00e4stinensische Exodus von 1948. Wir erleben die Wiederholung der Geschichte, aber diesmal verfolgt die Weltgemeinschaft dies mit voller Aufmerksamkeit und genauer Beobachtung, aber sie handelt nicht. Die Weltgemeinschaft steht heute vor einer schicksalhaften moralischen Pr\u00fcfung: sie muss erkennen, dass Schweigen angesichts Israels Entscheidung eine stillschweigende Zustimmung zum Todesurteil gegen die zivile Bev\u00f6lkerung Gazas bedeutet.<\/p>\n<h4>Wo bleibt der Frieden?<\/h4>\n<p>Was muss noch geschehen, damit die Weltgemeinschaft es begreift, dass die Besatzung beendet werden muss und wir als Pal\u00e4stinenser:innen ein Recht auf Freiheit und Selbstbestimmung haben?<br \/>\nMit solidarischen Gr\u00fc\u00dfen<br \/>\nAbed Schokry<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bonn\/ G a z a am 07.03.2026 Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und liebe Freunde, die rasanten und sehr dynamischen Entwicklungen im Nahen Osten lassen kaum Platz f\u00fcr Optimismus bzw. Hoffnung &#8211; leider. Eine gute Nachricht gibt es &hellip; <a href=\"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=16317\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-16317","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16317","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=16317"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16317\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16320,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16317\/revisions\/16320"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=16317"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=16317"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=16317"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}