{"id":16722,"date":"2026-05-26T12:32:46","date_gmt":"2026-05-26T12:32:46","guid":{"rendered":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=16722"},"modified":"2026-05-26T12:34:15","modified_gmt":"2026-05-26T12:34:15","slug":"fabian-goldmann-an-der-uni-koeln-verboten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=16722","title":{"rendered":"Fabian Goldmann an der Uni K\u00f6ln verboten"},"content":{"rendered":"<div style=\"overflow: hidden;\"><iframe loading=\"lazy\" style=\"float: left; margin: 0 12px 12px 0;\" title=\"YouTube video player\" src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/lmKyvZRtxHU?si=cLI5JYS2OX67wEBw\" width=\"350\" height=\"197\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><span style=\"display: inline-block; width: 0px; overflow: hidden; line-height: 0;\" data-mce-type=\"bookmark\" class=\"mce_SELRES_start\">\ufeff<\/span><span style=\"display: inline-block; width: 0px; overflow: hidden; line-height: 0;\" data-mce-type=\"bookmark\" class=\"mce_SELRES_start\"><\/span><br \/>\n&#8211; 2 &#8211;<br \/>\n<\/iframe>Wie Jules El-Khatib heute meldete, wurde der Autor Fabian Goldmann vom AStA der Uni K\u00f6ln und der Studi-Gruppe \u201eCamp for Palestine\u201c eingeladen, um \u00fcber sein medienkritisches Buch \u201eStaatsr\u00e4sonfunk\u201c zu sprechen. Die Uni-Leitung aber war dagegen und hat die Veranstaltung gecancelt, aus \u201eSicherheitsbedenken\u201c, wie es hie\u00df. Fabian Goldmann war schon am 04.05.2026 in Bremen und sprach im Saal Heinrichstra\u00dfe \u00fcber sein Buch. Hier: <a href=\"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=16662\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=16662<\/a><\/div>\n<div>&nbsp;<\/div>\n<div style=\"overflow: hidden;\">\n<p>Im Interview mit <a href=\"https:\/\/etosmedia.de\/kultur\/macht-den-mund-auf-im-gespraech-mit-fabian-goldmann\/?fbclid=IwY2xjawSCbtdleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEePUaVvoU4gBKxv7BvXSPUEwOfbVlERqXJZ3eult3mj1DnsXx1AWU4xOGbqq0_aem_YG7If9nANyayJc6rxv-uAg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">etosmedia am 23. Mai 2026<\/a> berichtet Goldmann \u00fcber seine Erfahrungen im Rahmen der Lesereise und fordert kollektiven Widerstand gegen die Repressionen in Zeiten des autorit\u00e4ren Staatsumbaus. Hier einige Ausz\u00fcge aus dem umfangreichen Interview.<!--more--><\/p>\n<div style=\"overflow: hidden;\">\n<p><strong>etos.media<\/strong>: Du beschreibst dich auf deiner Webseite als \u201eAutor, Medienkritiker, Blogger, Islamwissenschaftler, Speaker, Podcaster, meist und vor allem aber Journalist\u201c, und in Verbindung aller dieser Expertisen bist du gerade auf Buchtour, um dein neues Buch \u201eStaatsr\u00e4sonfunk\u201c vorzustellen. In dem Buch geht es um die deutschen Medien und ihre \u00fcberwiegend unkritische Berichterstattung \u00fcber den Genozid in Pal\u00e4stina. Im Rahmen dieser Lesereise solltest du eigentlich auch an der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln sprechen, aber dann wurde dir der Raum entzogen. Was genau ist da passiert?<\/p>\n<p><strong>Fabian Goldmann:<\/strong> Der AStA der Uni K\u00f6ln und die K\u00f6lner Studi-Gruppe \u201eCamp for Palestine\u201c hatten mich eingeladen, um an der Uni \u00fcber mein Buch zu sprechen, in welchem ich die Gaza-Berichterstattung deutscher Leitmedien untersuche. Zun\u00e4chst lief alles problemlos: Die Uni genehmigte die Veranstaltung, das Interesse der Studierenden war gro\u00df. Ein paar Tage vor der Veranstaltung verlegte die Uni-Leitung die Veranstaltung pl\u00f6tzlich an einen kleineren Campus und untersagte sie dann schlie\u00dflich ganz. Am Veranstaltungsort wartete schon eine Vertreterin der Uni-Leitung in Begleitung von Polizei und Sicherheitsdienst auf uns und warf uns vom Gel\u00e4nde. Wohlgemerkt: Es ging um eine medienwissenschaftliche Veranstaltung, die zudem von der offiziellen Studierendenvertretung der Uni K\u00f6ln organisiert wurde. Ich hatte nat\u00fcrlich schon vorher mitbekommen, dass die Uni nicht viel von Wissenschaftsfreiheit h\u00e4lt, sobald man sich kritisch mit der deutschen Staatsr\u00e4son-Politik besch\u00e4ftigt. Aber das so unmittelbar einmal am eigenen Leib zu erleben, war eine ganz neue Erfahrung. Dass die Veranstaltung am Ende doch stattfand, ist dem gro\u00dfen Engagement von AStA und Camp for Palestine zu verdanken.<\/p>\n<p><strong>etos.media<\/strong>: Was war die offizielle Begr\u00fcndung f\u00fcr die Raumabsage?<\/p>\n<p><strong>Fabian Goldmann:<\/strong> Offiziell begr\u00fcndete die Uni die Absage mit \u201eSicherheitsbedenken\u201c. Welches konkrete Sicherheitsrisiko von einer Inhaltsanalyse deutscher Nahost-Berichterstattung ausgehen soll, erkl\u00e4rte die Uni-Leitung nicht. Wahrscheinlicher ist, dass die Absage politische Gr\u00fcnde hatte. Die Uni hat in den vergangenen Jahren immer wieder unmissverst\u00e4ndlich gezeigt, dass sie voll auf Staatsr\u00e4sonkurs ist und daf\u00fcr im Zweifel auch bereit ist, die Freiheit von Lehre, Wissenschaft und studentischer Selbstorganisation einzuschr\u00e4nken.<\/p>\n<p>Die Uni K\u00f6ln hat sich nach dem 7. Oktober mehrfach \u00f6ffentlich mit Israel solidarisiert, ohne die von Israels Armee begangenen Verbrechen und das Leid der pal\u00e4stinensischen Bev\u00f6lkerung auch nur zu erw\u00e4hnen. Mehrfach wurden Veranstaltungen, die sich kritisch mit Israels Genozid und der deutschen Unterst\u00fctzung besch\u00e4ftigen, verhindert. Problemlos an der Uni auftreten konnten hingegen offizielle israelische Vertreter wie Israels Botschafter Ron Prosor. Um diesen vor Kritik und Protest zu sch\u00fctzen, hat die Uni sogar einmal einem ihrer eigenen Studenten Hausverbot erteilt.<\/p>\n<p>Im April 2024 ging die Uni-Leitung so weit, der US-amerikanischen Philosophin Nancy Fraser die Albertus-Magnus-Professur abzuerkennen. Diese hatte zuvor in einem offenen Brief Israels Genozid in Gaza und das Apartheidsystem im Westjordanland kritisiert. Dass ich jetzt mit Nancy Fraser in einem Atemzug genannt werde, ist doch eigentlich auch eine sehr sch\u00f6ne Auszeichnung.<\/p>\n<p><strong>etos.media<\/strong>: Wie seid ihr mit der Raumabsage umgegangen?<\/p>\n<p><strong>Fabian Goldmann<\/strong>: Die Leute vom AStA und Camp for Palestine waren gro\u00dfartig. Sie haben von Anfang an klar gemacht, dass sie alles tun werden, um die Veranstaltung stattfinden zu lassen. Konkret bedeutete das zun\u00e4chst, dass sie nach alternativen R\u00e4umen und gleichzeitig einer einvernehmlichen L\u00f6sung mit der Uni-Leitung suchten. Die zeigte sich allerdings wenig gespr\u00e4chsbereit. Sp\u00e4testens nachdem sie uns mitsamt Sicherheitsdienst und Polizei aus der Uni geworfen hatte, h\u00e4tten die meisten Veranstalter wohl aufgegeben. Der AStA hingegen meldete vor der Uni eine Spontankundgebung an und baute mit Hilfe vieler Studis in Windeseile Zelte, B\u00e4nke und Lautsprecher auf. Schlie\u00dflich hielt ich vor rund 250 Leuten doch meinen Vortrag. Die Stimmung war gro\u00dfartig. Die Lokalpresse berichtete. Auch in sozialen Medien war die Sache ein gro\u00dfes Thema. Am Ende erreichte mein Vortrag weit mehr Leute, als wenn er unter normalen Umst\u00e4nden stattgefunden h\u00e4tte. Am Tag nach der Veranstaltung stieg mein Buch auf Amazon unter die Bestseller auf. Letztlich h\u00e4tte es f\u00fcr mich nicht besser laufen k\u00f6nnen. Vielen Dank auch nochmal an das Rektorat der Uni K\u00f6ln f\u00fcr die unfreiwillige Promo.<\/p>\n<p>Aber im Ernst: Was ich von der K\u00f6lner Uni-Leitung mitbekommen habe, hat mich wirklich erschreckt. Das Rektorat scheint seine Studierenden eher als Untergebene und Befehlsempf\u00e4nger zu verstehen. Ein Gespr\u00e4chsgesuch des AStA lehnte das Rektorat beispielsweise im Vorfeld mit der Begr\u00fcndung ab, dass dieser in seinem Anschreiben nicht die formell korrekte Anrede verwendet h\u00e4tte. Auch am Veranstaltungsort lie\u00df sich die Uni-Leitung von Beginn an auf keine Gespr\u00e4che ein, sondern verwies die eigenen Studierenden \u2013 und mich \u2013 umgehend mit Unterst\u00fctzung von Polizei und Sicherheitsdienst der Uni. Als eine studentische Fotografin den Tumult dokumentieren wollte, st\u00fcrmte eine Vertreterin des Rektorats auf sie zu und forderte sie sehr vehement \u2013 und meines Erachtens rechtswidrig \u2013 auf, die Fotos zu l\u00f6schen. Wie man in solch einem autorit\u00e4ren Umfeld frei studieren, lehren und forschen soll, ist mir ein R\u00e4tsel. Umso wichtiger ist es, dass sich viele K\u00f6lner Studis dieser autorit\u00e4ren Entwicklung so engagiert entgegenstellen.<\/p>\n<p><strong>etos.media<\/strong>: War das bisher die einzige Absage, die du bekommen hast? Wie wurdest du andernorts empfangen?<\/p>\n<p><strong>Fabian Goldmann<\/strong>: Ich wurde \u00fcberall mit offenen Armen empfangen. Allein in den letzten vier Wochen hatte ich 15 Auftritte in ganz Deutschland \u2013 von Hamburg bis Ulm. Fast \u00fcberall waren die S\u00e4le randvoll und das Publikum begeistert. Es ist toll zu sehen, wie viele engagierte Menschen es \u00fcberall gibt, die sich dem zunehmend autorit\u00e4r werdenden Klima in Deutschland auf ganz unterschiedliche Weise widersetzen.<\/p>\n<p>Die bisher einzige weitere Absage hatte ich in D\u00fcsseldorf. Dort hatte mich das Kulturzentrum ZAKK zun\u00e4chst eingeladen und die Veranstaltung dann kurzfristig ohne Angabe von Gr\u00fcnden abgesagt. Mutma\u00dflich geschah das infolge von externem Druck. Zur selben Zeit erschien auf dem rechtspopulistischen Portal \u201eAchse des Guten\u201c ein Beitrag gegen das ZAKK und mich. Au\u00dferdem hatte eine lokale antideutsche Gruppe zu Protesten gegen mich aufgerufen.<\/p>\n<p>Auch in D\u00fcsseldorf konnte die Veranstaltung schlie\u00dflich doch stattfinden, da D\u00fcsseldorfer Linke und SDS kurzfristig ihre R\u00e4ume zur Verf\u00fcgung stellten. Der Saal war schlie\u00dflich so voll, dass wir die Veranstaltung per Video\u00fcbertragung in weitere R\u00e4ume \u00fcbertragen mussten. Der gro\u00df angek\u00fcndigte \u201eGegenprotest\u201c beschr\u00e4nkte sich letztlich auf neun Personen, die etwas verloren mit Israel- und Deutschlandfahnen auf dem Gehweg herumstanden.<a href=\"https:\/\/etosmedia.de\/kultur\/macht-den-mund-auf-im-gespraech-mit-fabian-goldmann\/?fbclid=IwY2xjawSCbtdleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEePUaVvoU4gBKxv7BvXSPUEwOfbVlERqXJZ3eult3mj1DnsXx1AWU4xOGbqq0_aem_YG7If9nANyayJc6rxv-uAg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> [&#8230;]<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/etosmedia.de\/kultur\/macht-den-mund-auf-im-gespraech-mit-fabian-goldmann\/?fbclid=IwY2xjawSCbtdleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEePUaVvoU4gBKxv7BvXSPUEwOfbVlERqXJZ3eult3mj1DnsXx1AWU4xOGbqq0_aem_YG7If9nANyayJc6rxv-uAg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Das vollst\u00e4ndige Interview hier.<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\ufeff &#8211; 2 &#8211; Wie Jules El-Khatib heute meldete, wurde der Autor Fabian Goldmann vom AStA der Uni K\u00f6ln und der Studi-Gruppe \u201eCamp for Palestine\u201c eingeladen, um \u00fcber sein medienkritisches Buch \u201eStaatsr\u00e4sonfunk\u201c zu sprechen. Die Uni-Leitung aber war dagegen und &hellip; <a href=\"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=16722\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-16722","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16722","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=16722"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16722\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16727,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16722\/revisions\/16727"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=16722"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=16722"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=16722"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}