{"id":16827,"date":"2026-07-09T06:23:49","date_gmt":"2026-07-09T06:23:49","guid":{"rendered":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=16827"},"modified":"2026-07-09T06:23:49","modified_gmt":"2026-07-09T06:23:49","slug":"annette-groth-1-000-tage-voelkermord-in-gaza-un-bericht-kinder-werden-gezielt-getoetet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=16827","title":{"rendered":"Annette Groth: 1.000 Tage V\u00f6lkermord in Gaza \u2013 UN-Bericht: Kinder werden gezielt get\u00f6tet"},"content":{"rendered":"<div class=\"articleTitleImage desktop\">\n<div class=\"title\">\n<div class=\"wrap\">\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-11106\" src=\"http:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/22-02-14-anette-groth-223x300.jpg\" alt=\"\" width=\"223\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/22-02-14-anette-groth-223x300.jpg 223w, https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/22-02-14-anette-groth-300x404.jpg 300w, https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/22-02-14-anette-groth.jpg 475w\" sizes=\"auto, (max-width: 223px) 100vw, 223px\" \/>Auf den NachDenkSeiten ist am 8. Juli 2026 ein sehr lesenswerter Artikel von Annette Groth erschienen. Der vollst\u00e4ndige Artikel: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=153436\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=153436 <\/a><\/p>\n<p>Hier einige Ausz\u00fcge<\/p>\n<p>\u201eJede und jeder, die oder der seit Oktober 2023 in der israelischen Armee im Gazastreifen gedient hat, muss als Verd\u00e4chtiger f\u00fcr die Begehung von Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und V\u00f6lkermord angesehen werden.\u201d Chris Sidoti, einer der weltweit anerkanntesten Experten f\u00fcr internationales Menschenrechtsrecht und Mitglied der UN-Untersuchungskommission zu Pal\u00e4stina, UN-TV, 16. Juni 2026.&nbsp;<!--more--><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"articleTitleImage desktop\">\n<div class=\"title\">\n<div class=\"wrap\">\n<p>\u201eWenn die Vereinten Nationen feststellen, dass eine Armee Kinder in einem industriellen Ausma\u00df t\u00f6tet und verletzt, sie foltert und sexuell missbraucht sowie ihnen den Zugang zu Wasser und Medikamenten verweigert, hat der Rest der Welt eine klare Verpflichtung: Er muss dieser Armee den Zugang zu Waffen unterbinden und daf\u00fcr sorgen, dass sie zur Rechenschaft gezogen wird.\u201d Bill Van Esveld, Stellvertretender Direktor, Abteilung f\u00fcr Kinderrechte, Human Rights Watch, 26. Juni 2026<\/p>\n<p>\u201eVater, werden wir morgen noch am Leben sein?\u201c, fragte der Sohn von Dr. Eyad Amawi, Arzt aus Gaza und Mitglied bei den \u201e\u00c4rzten gegen Genozid\u201c.<\/p>\n<p>Auf dem Zweiten J\u00fcdischen Antizionistenkongress, der Ende Juni 2026 in Dublin stattfand, schilderte Dr. Amawi per Videoschaltung das Leben im Gazastreifen: \u201eSie (die Israelis \u2013 PC) zerst\u00f6ren alles. Sie zerst\u00f6ren die Infrastruktur. Sie haben unsere Umwelt in ein Gebiet voller Krankheiten und Infektionen verwandelt.\u201d Dr. Amawi betonte, dass es kaum noch sauberes Trinkwasser gibt, weil viele Entsalzungsanlagen durch den Treibstoffmangel nicht funktionieren. Dadurch breiten sich Krankheiten in den v\u00f6llig \u00fcberf\u00fcllten Fl\u00fcchtlingslagern aus, w\u00e4hrend die medizinische Versorgung zusammenbricht. F\u00fcr ihn sind diese Zust\u00e4nde weder zuf\u00e4llig noch einfach die unvermeidlichen Folgen des Krieges, sondern \u201ebewusste Bem\u00fchungen zur Zerst\u00f6rung der pal\u00e4stinensischen Gesellschaft selbst\u201c. \u201eWas wir erleben, ist die systematische Zerst\u00f6rung des sozialen Lebens und die gezielte Herbeif\u00fchrung von Hungersnot.\u201d [1]<\/p>\n<h1>1.000 Tage V\u00f6lkermord<\/h1>\n<p>Am 3. Juli sind genau tausend Tage vergangen, seit Israel den V\u00f6lkermord in Gaza begonnen hat, keinen Tag ohne Tote oder Verletzte durch Bomben, Drohnen oder andere Waffen oder an vermeidlichen Krankheiten, verursacht durch Hunger oder verseuchtes Wasser.<\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich dieses \u201eJahrestages\u201c des andauernden Genozids hat das pal\u00e4stinensische Menschenrechtszentrum (PCHR) eine eindrucksvolle Beschreibung der letzten Jahre in Gaza ver\u00f6ffentlicht. PCHR erinnert an die Blockade Gazas, die die israelische Besatzungsarmee IOF (Israeli Occupation Forces, israelische Besatzungsarmee) 2007 verh\u00e4ngt hat, fast 20 Jahre, in denen nur sehr eingeschr\u00e4nkt bestimmte Waren nach Gaza hereinkommen und der Personenverkehr nahezu unm\u00f6glich ist. [2]<\/p>\n<h1>Kritiker bezeichneten Gaza als das \u201egr\u00f6\u00dfte Freiluftgef\u00e4ngnis der Welt\u201c!<\/h1>\n<p>Zwischen 2008 und 2021 \u00fcberzog die IOF den K\u00fcstenstreifen mit vier gro\u00dfen Milit\u00e4roffensiven, die Tausenden von Pal\u00e4stinensern das Leben kosteten, davon die \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit Zivilisten. Schon diese Kriege zerst\u00f6rten Gesundheits- und Bildungseinrichtungen, Kulturst\u00e4tten, Wohngeb\u00e4ude, Industrie- und Landwirtschaftsanlagen, Stra\u00dfen, Stromnetze, Sanit\u00e4r- und Wasserinfrastruktur. Durch die rigorose Blockadepolitik dauerte der Wiederaufbau sehr lange, viele Sch\u00e4den wie beispielsweise an Solaranlagen konnten aufgrund fehlender Materialien nie repariert werden.<\/p>\n<p>Die vom Pal\u00e4stinensischen Zentrum f\u00fcr Menschenrechte (PCHR) durchgef\u00fchrten Untersuchungen dieser Milit\u00e4roffensiven zeigen, dass die IOF absichtlich auf Zivilisten und ziviles Eigentum abzielte und Kriegsverbrechen in gro\u00dfem Umfang beging. Diese Ergebnisse wurden von unabh\u00e4ngigen internationalen Untersuchungskommissionen best\u00e4tigt, darunter die Untersuchungsmission des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen, die nach der israelischen Offensive im Gazastreifen 2008 eingerichtet wurde: \u201eDie Zerst\u00f6rung von Nahrungsmittelversorgungsanlagen, Wassernetzen und Sanit\u00e4ranlagen, Betonfabriken und Wohnh\u00e4usern war das Ergebnis einer bewussten Politik der israelischen Streitkr\u00e4fte.\u201c [3]<\/p>\n<p>[&#8230;]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr PCHR ist es unbegreiflich, dass die USA und viele westliche Staaten Israel nach wie vor Waffen und andere Ausr\u00fcstungsg\u00fcter liefern und sie politisch unterst\u00fctzen. \u201eDiese Staaten sind Schl\u00fcsselparteien f\u00fcr das Verbrechen des V\u00f6lkermords, sei es durch direkte Unterst\u00fctzung oder Komplizenschaft. (\u2026) Das Verbrechen des V\u00f6lkermords in Gaza ist das Ergebnis und H\u00f6hepunkt jahrzehntelanger westlicher Unterst\u00fctzung f\u00fcr Israel und f\u00fcr die Politik der Immunit\u00e4t und Straflosigkeit. Es sind jedoch auch 1.000 Tage, an denen die internationale Staatengemeinschaft nicht nur keinerlei Ma\u00dfnahmen getroffen hat, um den Genozid zu beenden; sondern viele L\u00e4nder Israel weiterhin wirtschaftlich und\/oder milit\u00e4risch unterst\u00fctzen. Es sind zudem 1.000 Tage, an denen die deutschsprachige Medienberichterstattung \u2013 sowohl in Deutschland als auch in \u00d6sterreich \u2013 in einem ersch\u00fctternden Ausma\u00df versagt hat.\u201c [5]<\/p>\n<p>Solange diese skandal\u00f6se Unterst\u00fctzung und das Schweigen \u00fcber die monstr\u00f6sen Kriegsverbrechen anhalten, wird die israelische Regierung Mord und Vertreibung \u2013 auch im Westjordanland, in Ostjerusalem und im Libanon \u2013 fortsetzen, darin sind sich alle Menschenrechtler einig.<\/p>\n<p>Bericht der Vereinten Nationen: \u201eIsrael begeht weiterhin V\u00f6lkermord und andere Gr\u00e4ueltaten\u201c<\/p>\n<p>Ein erschreckendes Dokument ist der am 23. Juni 2026 vorgestellte Bericht der Vereinten Nationen mit dem Titel \u201eIsrael begeht weiterhin V\u00f6lkermord und andere Gr\u00e4ueltaten\u201c. [6]<\/p>\n<p>Dieser Bericht der \u201eUnabh\u00e4ngigen Internationalen Untersuchungskommission der Vereinten Nationen f\u00fcr die besetzten pal\u00e4stinensischen Gebiete, einschlie\u00dflich Ostjerusalem, und Israel\u201c betont, dass \u201edie gezielte Bek\u00e4mpfung von Kindern eines der Schl\u00fcsselelemente ist, die die V\u00f6lkermordabsicht der israelischen Beh\u00f6rden und Streitkr\u00e4fte belegen, die pal\u00e4stinensische Bev\u00f6lkerungsgruppe im Gazastreifen ganz oder teilweise zu vernichten\u201c. [7]<\/p>\n<p>Laut dem Vorsitzenden der Kommission, Srinivasan Muralidhar, zeigen Beweise, \u201edass pal\u00e4stinensische Kinder von den israelischen Streitkr\u00e4ften gezielt angegriffen und get\u00f6tet wurden. (\u2026) Selbst wenn die Bomben und Waffen im Gazastreifen und im Westjordanland verstummen, werden sich pal\u00e4stinensische Kinder nicht einfach \u00fcber Nacht erholen. Die Zerst\u00f6rung ihrer Gesundheit, Bildung und Entwicklung ist irreversibel\u201d, betont Muralidhar.<\/p>\n<p>Er beklagt, dass auch nach dem Waffenstillstand vom Oktober 2025 weiterhin Kinder get\u00f6tet und schwer verletzt werden, \u201ew\u00e4hrend Israel den Waffenstillstand und den pal\u00e4stinensischen Kindern nach internationalem Recht zustehenden Schutz weiterhin missachtet\u201d. [8]<\/p>\n<p>Die Kommission hat milit\u00e4rische Einheiten innerhalb der israelischen Streitkr\u00e4fte identifiziert, die f\u00fcr die T\u00f6tung und Verwundung pal\u00e4stinensischer Kinder verantwortlich sind. Aussagen von Soldaten deuten darauf hin, dass sie davon ausgehen, vor Strafverfolgung gesch\u00fctzt zu sein. \u201eSie scheinen von der Rhetorik israelischer Politiker und Amtstr\u00e4ger beeinflusst worden zu sein, die alle Pal\u00e4stinenser*innen als legitime Ziele darstellen \u2013 eine Denkweise, die sich in den Reihen der israelischen Armee durchgesetzt hat.\u201c [9]<\/p>\n<p>Es wurden F\u00e4lle \u201euntersucht und dokumentiert, die ein konsistentes Muster belegen, wonach Kinder von den israelischen Streitkr\u00e4ften im Gazastreifen gezielt ins Visier genommen wurden. Dazu geh\u00f6ren F\u00e4lle, in denen Kinder erschossen wurden, w\u00e4hrend sie versuchten, mit ihren Familien zu fliehen, sowie an Zufluchtsorten wie Vertriebenenlagern, Lebensmittelausgabestellen oder anderen Orten im gesamten Gazastreifen. Die Kommission hat Videos, Fotos und medizinische Berichte, einschlie\u00dflich CT-Aufnahmen, gesammelt, analysiert und gesichert sowie Untersuchungsberichte mehrerer unabh\u00e4ngiger Stellen gepr\u00fcft.\u201c [10]<\/p>\n<p>[&#8230;]<\/p>\n<p>Seit dem 7. Oktober 2023 haben sich die Haftbedingungen erheblich verschlechtert. Der f\u00fcr Gef\u00e4ngnisse zust\u00e4ndige Minister, der wegen Rechtsextremismus verurteilte Minister f\u00fcr nationale Sicherheit, Itamar Ben Gvir, hat die W\u00e4rter angewiesen, den Gefangenen wesentlich strengere Bedingungen aufzuerlegen. Eine Kinderrechtsorganisation legte der Kommission die Aussage eines 17-j\u00e4hrigen Jungen aus Nablus vor, der seine Erfahrungen in der Jugendabteilung des Meggido-Gef\u00e4ngnisses detailliert schilderte. Dort blieb das Licht die ganze Nacht \u00fcber an, es gab h\u00e4ufig unangek\u00fcndigte Kontrollen w\u00e4hrend der Nachtstunden, wodurch die Inhaftierten am Schlafen gehindert wurden. Die Kinder mussten h\u00e4ufig die Gef\u00e4ngniszellen wechseln und waren t\u00e4glich Beschimpfungen und Schl\u00e4gen durch die W\u00e4rter ausgesetzt.<\/p>\n<p>Wie hoch die Zahl der inhaftierten Kinder aus dem Gazastreifen ist, ist unbekannt, da die israelischen Beh\u00f6rden keine Informationen \u00fcber die festgenommenen Kinder herausgeben. 44 pal\u00e4stinensische Kinder, die nach dem 7. Oktober 2023 im Gazastreifen inhaftiert worden waren, wurden aber von Israel im Rahmen des Geiselaustauschabkommens vom Januar 2025 freigelassen.<\/p>\n<p>Ein Kapitel des UN-Berichts befasst sich mit der \u201esexuellen und geschlechtsspezifischen Gewalt gegen pal\u00e4stinensische Kinder\u201c und zieht den Schluss, dass \u201epal\u00e4stinensische Jungen und M\u00e4nner aufgrund ihres Geschlechts und ihrer Identit\u00e4t als Pal\u00e4stinenser spezifischen Handlungen sexueller Natur ausgesetzt waren, die mit dem Ziel begangen wurden, sie speziell f\u00fcr die am 7. Oktober 2023 begangenen Taten zu bestrafen und zu dem\u00fctigen\u201c. Die Kommission verwies auch auf einen fr\u00fcheren Bericht, in dem mehrere Vorf\u00e4lle sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt, die von israelischen Streitkr\u00e4ften gegen Kinder \u2013 sowohl Jungen als auch M\u00e4dchen \u2013 begangen wurden, dokumentiert sind.<\/p>\n<p>Beschrieben wird auch die Zerst\u00f6rung des Bildungssystems und seine Auswirkungen auf Kinder. \u201eVor den israelischen Angriffen auf Gaza ab Oktober 2023 wies Gaza historisch gesehen eine der h\u00f6chsten Alphabetisierungsraten der Welt auf. Die israelischen Angriffe haben den Bildungssektor massiv getroffen. Kinder in Gaza haben drei Jahre formaler Bildung verpasst. Im Januar 2026 waren \u00fcber 335.000 Kinder unter f\u00fcnf Jahren aufgrund des Zusammenbruchs der fr\u00fchkindlichen Betreuungseinrichtungen von schweren Entwicklungsverz\u00f6gerungen bedroht. (\u2026) Selbst dort, wo Kinder Zugang zu Online-Unterricht hatten, hat die harte Realit\u00e4t st\u00e4ndiger Angriffe, Hungersnot und unmenschlicher Lebensbedingungen ihren Fokus vom Lernen auf das \u00dcberleben verlagert. (\u2026) Eine Mutter berichtete der Kommission, dass ihr 17-j\u00e4hriger Sohn fr\u00fcher Klassenbester war, nun aber Zigaretten verkauft, anstatt zu lernen.\u201c [12]<\/p>\n<p>Erw\u00e4hnt werden die Auswirkungen der Zerst\u00f6rung der Infrastruktur, einhergehend mit der absoluten Unterversorgung von Energie, auf die Situation der Neugeborenen und ihrer M\u00fctter. \u201eIn meiner gesamten beruflichen Laufbahn \u2013 und ich bin mittlerweile 72 Jahre alt \u2013 habe ich noch nie ein solches Ausma\u00df an Leid bei Neugeborenen gesehen, das absichtlich von Israel verursacht wurde. Eine derart extreme Situation hat es in Gaza noch nie gegeben. Es ist nicht normal, dass Neugeborene an Unterk\u00fchlung sterben.\u201d \u2013 Ein Kinderarzt<\/p>\n<p>Das Kapitel \u00fcber \u201eAngriffe auf und Sch\u00e4den an Einrichtungen zur Betreuung von Kindern (Waisenh\u00e4usern) im Gazastreifen und deren Auswirkungen\u201c befasst sich mit der Situation der Tausenden von Waisen: \u201eNach Angaben des Pal\u00e4stinensischen Zentralamts f\u00fcr Statistik lebten im Jahr 2020 in Gaza 26.349 Kinder (im Alter von 0 bis 17 Jahren) als Waisen, nachdem sie einen oder beide Elternteile verloren hatten. Zwischen dem 7. Oktober 2023 und dem 7. Oktober 2025 verloren sch\u00e4tzungsweise 58.554 Kinder einen oder beide Elternteile, und zwischen 17.000 und 18.000 Kinder waren unbegleitet oder von ihren Eltern getrennt.\u201c<\/p>\n<p>Die Kommission analysiert die psychische Gesundheit und weist auf eine Untersuchung von UNFPA vom M\u00e4rz 2026 hin, der zufolge 96 Prozent der Kinder in Gaza das Gef\u00fchl hatten, der Tod stehe unmittelbar bevor. (UNFPA ist die Agentur der Vereinten Nationen f\u00fcr sexuelle und reproduktive Gesundheit) \u201eMehrere Quellen haben berichtet, dass Kinder \u00fcber den Tod und das Sterben sprechen und Selbstmordgedanken unter Kindern weit verbreitet sind. Eine Krankenschwester berichtete der Kommission, dass sie in der Klinik in Tal al-Sultan einen Teenager gesehen habe, der durch das Trinken einer Chemikalie einen Selbstmordversuch unternommen habe.\u201c<\/p>\n<p>Bereits im Jahr 2024 sch\u00e4tzte UNICEF, dass fast alle der 1,2 Millionen Kinder in Gaza psychologische und psychosoziale Unterst\u00fctzung bei Depressionen, Angstzust\u00e4nden und Selbstmordgedanken ben\u00f6tigten.<\/p>\n<h1>Westjordanland<\/h1>\n<p>Auch im Westjordanland sterben jedes Jahr Dutzende Kinder durch die Kugeln israelischer Soldaten und Polizisten. 2025 waren es 58 get\u00f6tete Minderj\u00e4hrige, mehr als ein Kind pro Woche \u2013 ein trauriger historischer Rekord, so die Reporter Philippe Levasseur und Claire Duhamel, die eine Reportage f\u00fcr den Fernsehsender Arte machten. Sie dokumentieren Schicksale von Kindern und Jugendlichen, die ermordet wurden, und machten einen ehemaligen Scharfsch\u00fctzen der israelischen Armee ausfindig, der vor der Kamera aussagte.<\/p>\n<p>Dieser Soldat prangert eine m\u00f6rderische Fehlentwicklung an: \u201edas Fehlen von offiziellen Untersuchungen von Seiten der israelischen Justizbeh\u00f6rden; die Konfiszierung der Leichen der Opfer und den Einsatz von Einheiten, die der Veteran der Armee als \u201aTodesschwadronen\u2018 bezeichnet\u201c. [13]<\/p>\n<p>Zwar versprechen die israelischen Beh\u00f6rden den trauernden Familien, dass sie alles untersuchen werden, doch diese Untersuchungen verlaufen in den meisten F\u00e4llen im Sand. So wird die Straflosigkeit perpetuiert und die Soldaten sind der Meinung, dass sie nichts Verbotenes tun, denn das T\u00f6ten ist zur Normalit\u00e4t geworden.<\/p>\n<p>\u201eIch habe gesehen, wie Eltern ihre Kinder in eine Notaufnahme trugen, obwohl sie bereits wussten, dass es keine Hoffnung mehr gab. Ich habe gesehen, wie Geschwister Namen riefen, die niemals erh\u00f6rt werden w\u00fcrden. Ich habe in die Gesichter von Kindern geblickt, deren Leben endete, bevor sie die Chance hatten, gro\u00df zu werden. Kein politisches Ziel, keine milit\u00e4rische Strategie, kein Vorwurf, keine Nation, kein F\u00fchrer kann das jemals rechtfertigen. Wenn das wiederholte T\u00f6ten von Kindern nicht etwas Entschlossenes und Kompromissloses in uns weckt, dann sind nicht nur diese Kinder die gr\u00f6\u00dften Opfer. Es ist unsere eigene Menschlichkeit.\u201d Dr. Mark Brauner, US-amerikanischer Notarzt, der im Nasser-Spital in Gaza auf medizinischer Hilfsmission war, 1. Juli 2026. [14]<\/p>\n<p>Das ist das Erschreckende, die Menschlichkeit stirbt. Die Welt schaut dem Morden zu und die Bundesregierung unterst\u00fctzt die m\u00f6rderische und verbrecherische israelische Besatzungspolitik weiterhin mit Waffen und anderen Privilegien wie beispielsweise dem Cyberabkommen Anfang des Jahres 2026 \u2013 Innenminister Dobrindt nannte damals Israel \u201eunser Premiumpartner\u201c. Unsere viel beschworenen Werte wie Demokratie und Humanit\u00e4t sind nichts als Worth\u00fclsen.<\/p>\n<p>Und wenn der bayrische Ministerpr\u00e4sident Markus S\u00f6der anl\u00e4sslich der 15-Jahr-Feier des israelischen Generalkonsulats in M\u00fcnchen \u201edie enge Verbundenheit Bayerns mit Israel\u201c betont und mit keinem Wort die aktuelle politische Situation in Pal\u00e4stina erw\u00e4hnt, ist das einfach nur besch\u00e4mend.<\/p>\n<p>Markus S\u00f6der und die Bundesregierung sollten sich jetzt dringend f\u00fcr die sofortige Freilassung des Arztes Dr. Hussam Abu Safiya einsetzen, dessen Leben in akuter Gefahr ist.<\/p>\n<p>Der Anwalt von Dr. Abu Safiya, Nasser Odeh, hat ihn am 2. Juli besucht und berichtete von einem \u00e4u\u00dferst besorgniserregenden Gesundheitszustand. Nach seinen Angaben ist Dr. Abu Safiya seit Dezember 2024 t\u00e4glich Folter und Misshandlungen ausgesetzt. W\u00e4hrend des Besuchs habe er kaum aufrecht sitzen k\u00f6nnen, \u00e4u\u00dferst ver\u00e4ngstigt gewirkt und mehrfach beinahe das Bewusstsein verloren. \u201eDies ist das letzte Mal, dass du mich siehst \u2026 Sie haben mich hierher gebracht, um mich zu t\u00f6ten\u201c, sagte Dr. Abu Safiya zu seinem Anwalt. Nach Angaben von Nasser Odeh haben sich Folter und Misshandlungen versch\u00e4rft, seit im vergangenen Monat richterliche Anh\u00f6rungen zu seiner Freilassung begonnen haben.<\/p>\n<p>\u201eWir rufen alle Akteur:innen, insbesondere Journalist:innen und Angeh\u00f6rige medizinischer Berufe, dazu auf, den \u00f6ffentlichen und politischen Druck f\u00fcr die sofortige Freilassung des akut bedrohten Dr. Husam Abu Safiya und seiner Kolleg:innen zu erh\u00f6hen!\u201c, so die IPPNW-Mailkampagne \u201eFreiheit f\u00fcr Dr. Hussam Abu Safiya\u201c.<\/p>\n<p>Titelbild: Screenshot Amnesty International \u00d6sterreich, (0:01) \/ Der pal\u00e4stinensische Kinderarzt Dr. Hussam Abu Safiya<\/p>\n<p>[\u00ab1] palestinechronicle.com\/father-will-we-still-be-alive-tomorrow-a-gaza-doctors-appeal-from-jazic\/<\/p>\n<p>[\u00ab2] pchrgaza.org\/one-thousand-days-of-genocide-in-the-gaza-strip\/<\/p>\n<p>[\u00ab3] Ebenda<\/p>\n<p>[\u00ab4] Ebenda<\/p>\n<p>[\u00ab5] Ebenda<\/p>\n<p>[\u00ab6] Originalbeitrag in englischer Sprache: ohchr.org\/en\/press-releases\/2026\/06\/israel-continues-commit-genocide-and-other-atrocity-crimes-deliberately<\/p>\n<p>[\u00ab7] Ebenda<\/p>\n<p>[\u00ab8] Ebenda<\/p>\n<p>[\u00ab9] Vollst\u00e4ndiger Bericht abrufbar unter: ohchr.org\/sites\/default\/files\/documents\/hrbodies\/hrcouncil\/sessions-regular\/session62\/a-hrc-62-crp-2.pdf<\/p>\n<p>[\u00ab10] Ebenda<\/p>\n<p>[\u00ab11] itv.com\/watch\/breaking-ranks-inside-israels-war\/10a7329a0001B\/10a7329a0001<\/p>\n<p>[\u00ab12] ohchr.org\/sites\/default\/files\/documents\/hrbodies\/hrcouncil\/sessions-regular\/session62\/a-hrc-62-crp-2.pdf<\/p>\n<p>[\u00ab13] arte.tv\/de\/videos\/131395-000-A\/westjordanland-sie-schiessen-auf-kinder\/?utm_source=ios&amp;utm_medium=share&amp;utm_campaign=131395-000-A<\/p>\n<p>[\u00ab14] Aussendung vom B\u00fcro des Botschafters A34\/2026, 3. Juli 2026, Vertretung des Staates Pal\u00e4stina in \u00d6sterreich, Slowenien und Kroatien und st\u00e4ndige Beobachtermission des Staates Pal\u00e4stina bei der UN und den internationalen Organisationen in Wien, palestinemission.at<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"single titleImage\">\n<article id=\"content\">\n<div class=\"articleContent\">&nbsp;<\/div>\n<\/article>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf den NachDenkSeiten ist am 8. Juli 2026 ein sehr lesenswerter Artikel von Annette Groth erschienen. Der vollst\u00e4ndige Artikel: https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=153436 Hier einige Ausz\u00fcge \u201eJede und jeder, die oder der seit Oktober 2023 in der israelischen Armee im Gazastreifen gedient hat, &hellip; <a href=\"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=16827\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-16827","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16827","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=16827"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16827\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16832,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16827\/revisions\/16832"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=16827"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=16827"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=16827"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}