{"id":1778,"date":"2015-02-12T18:18:24","date_gmt":"2015-02-12T17:18:24","guid":{"rendered":"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/?p=1778"},"modified":"2015-03-13T18:23:40","modified_gmt":"2015-03-13T17:23:40","slug":"schmerzhafte-reise-in-die-vergangenheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=1778","title":{"rendered":"\u00bbSchmerzhafte Reise in die Vergangenheit\u00ab"},"content":{"rendered":"<p><strong>Bremen: Aufregung um \u00bbNakba\u00ab-Ausstellung zur Vertreibung der Pal\u00e4stinenser 1948<\/strong><br \/>\n<em>von S\u00f6nke Hundt<\/em><\/p>\n<p>Die Ausstellung mit dem Titel \u00bbNakba \u2013 die Flucht und Vertreibung der Pal\u00e4stinenser 1948\u00ab, die vom 18. Februar bis zum 17. M\u00e4rz in der Zentralbibliothek in Bremen gezeigt wird, hat in der Hansestadt zu heftigen Auseinandersetzungen \u2013 vor allem hinter den Kulissen \u2013 gef\u00fchrt. Am Dienstag, w\u00e4hrend der \u00f6ffentlichen Sitzung der Kulturdeputation der Bremischen B\u00fcrgerschaft, erkl\u00e4rte B\u00fcrgermeister Jens B\u00f6hrnsen auf Anfrage des Vertreters der CDU, dass mit juristischen Mitteln die Ausstellung wohl nicht mehr verhindert werden k\u00f6nne. Versuche in diese Richtung hatte es mehrere gegeben, vor allem von seiten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) und der J\u00fcdischen Gemeinde. Auch eine Gruppierung aus dem sogenannten antideutschen Spektrum (sie nennt sich \u00bbC3\u00ab, ihre Mitglieder bleiben anonym) meldete sich im Internet zu Wort und forderte, \u00bbden renitenten Bremer Antisemiten (&#8230;) kein \u00f6ffentliches Forum zu geben\u00ab.<!--more--><\/p>\n<p>\u00bbHinten herum wurde versucht, die Ausstellung zu verhindern\u00ab, best\u00e4tigt auch Detlef Griesche, Vorsitzender der Deutsch-Pal\u00e4stinensischen Gesellschaft, gegen\u00fcber junge Welt. Da das nicht funktionierte, gelte jetzt die neue Devise \u00bbtotschweigen\u00ab. Nur in der taz erschien bisher ein Beitrag \u2013 unter dem Stichwort \u00bbAntisemitismus\u00ab. Am Mittwoch habe es dann eine Pressekonferenz gegeben, zu der kein Medienvertreter erschienen sei, so Griesche. Veranstalter der Ausstellung (unter anderem das Bremer Nahost-Forum, Friedensforum, AK Nahost, Deutsch-Pal\u00e4stinensische Gesellschaft, Israelisches Komitee gegen Hauszerst\u00f6rungen) wollten der Kritik, dass die Ausstellung einseitig w\u00e4re, fr\u00fchzeitig den Wind aus den Segeln nehmen. So ist die DIG eingeladen, auf zwei Schautafeln im Ausstellungsraum ihre Sicht auf die Ereignisse der \u00bbNakba\u00ab darzulegen und f\u00fcr die gro\u00dfe Podiumsdiskussion \u2013 unter Leitung des Radio Bremen-Moderators Theo Schl\u00fcter \u2013 am 4. M\u00e4rz im Wallsaal der Zentralbibliothek zwei eigene Vertreter zu benennen.<\/p>\n<p>Er\u00f6ffnet wird die Ausstellung am 18. Februar von der pal\u00e4stinensischen Botschafterin Dr. Khouloud Daibes (Berlin) und Rolf Verleger (L\u00fcbeck). Der Pr\u00e4sident der B\u00fcrgerschaft, Christian Weber, wurde angefragt, ob er die Botschafterin begr\u00fc\u00dfen m\u00f6chte. \u00bbEr entgegnete, er habe keine Zeit\u00ab, so Griesche. F\u00fcr die vielen Begleitveranstaltungen konnten jedoch renommierte Referenten (unter anderem der Historiker Ilan Pappe und Jeff Halper vom Israelischen Komitee gegen Hauszerst\u00f6rungen) gewonnen werden. Im \u00bbKino 46\u00ab l\u00e4uft ein vielf\u00e4ltiges Filmprogramm, und im Sendesaal Bremen wird es ein Solidarit\u00e4tskonzert \u00bbWeltmusik f\u00fcr den Frieden\u00ab mit dem Jugendsinfonieorchester Bremen-Nord unter Martin Lenz mit vielen internationalen G\u00e4sten geben.<\/p>\n<p>Die Wanderausstellung \u00fcber die \u00bbNakba\u00ab f\u00fchrt nicht nur in Bremen zu Diskussionen. \u00c4hnliches passierte, teilweise begleitet von regelrechten Verboten, in Hannover, T\u00fcbingen, Siegen, Freiburg, D\u00fcsseldorf, Stuttgart, M\u00fcnchen, Heidelberg, Braunschweig, K\u00f6ln, N\u00fcrtingen, N\u00fcrnberg, Hamburg, \u00dcberlingen und zuletzt in L\u00fcbeck. Der Exposition hat das nicht geschadet, sondern ihrem Renommee eher gen\u00fctzt. Im vorigen Jahr konnte sie im EU-Parlament in Strasbourg und im Palast der Vereinten Nationen in Genf gezeigt werden. Die Ausstellung, die vom Verein \u00bbFl\u00fcchtlingskinder im Libanon\u00ab konzipiert wurde, existiert inzwischen auch in einer englischen und einer franz\u00f6sischen Version. Reichhaltiges historisches Material in Form von Fotos, Karten, Texten und einigen Gegenst\u00e4nden illustriert die Ereignisse, die schlie\u00dflich zur Vertreibung von 700.000 Pal\u00e4stinensern und der Zerst\u00f6rung von mehr als 700 D\u00f6rfern gef\u00fchrt haben. Die \u00bbNakba\u00ab \u2013 auf arabisch die Katastrophe \u2013 ist in der israelischen Gesellschaft und in Europa lange Zeit verdr\u00e4ngt worden. Ein Zitat des j\u00fcdischen Historikers Ilan Pappe, der Anfang M\u00e4rz Bremen besuchen wird, bildet das Motto der Ausstellung in Bremen: \u00bbEine derart schmerzhafte Reise in die Vergangenheit ist der einzige Weg nach vorn, wenn wir eine bessere Zukunft f\u00fcr uns alle, Pal\u00e4stinenser wie Israelis, schaffen wollen.\u00ab<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/2015\/02-13\/013.php\" target=\"_blank\">Quelle: junge Welt v. 13.02.15<\/a><\/p>\n<p>Siehe auch den Artikel von Arn Strohmeyer im <a href=\"http:\/\/www.palaestina-portal.eu\/Stimmen_deutsch\/Strohmeyer_Arn_Presseboykott%20gegen%20die%20Nakba-Ausstellung%20in%20Bremen.htm\" target=\"_blank\">Pal\u00e4stina Portal v. 12.02.15: <\/a>&#8222;Presseboykott gegen die Nakba-Ausstellung in Bremen?&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bremen: Aufregung um \u00bbNakba\u00ab-Ausstellung zur Vertreibung der Pal\u00e4stinenser 1948 von S\u00f6nke Hundt Die Ausstellung mit dem Titel \u00bbNakba \u2013 die Flucht und Vertreibung der Pal\u00e4stinenser 1948\u00ab, die vom 18. 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