{"id":1866,"date":"2015-03-06T08:45:41","date_gmt":"2015-03-06T07:45:41","guid":{"rendered":"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/?p=1866"},"modified":"2015-03-13T18:23:15","modified_gmt":"2015-03-13T17:23:15","slug":"erfolgreiche-nakba-ausstellung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=1866","title":{"rendered":"Erfolgreiche \u00bbNakba\u00ab-Ausstellung &#8211; eine Zwischenbilanz"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: left; margin: 0 15px 5px 0;\"><strong>Veranstaltungen zur Vertreibung der Pal\u00e4stinenser 1948 in Bremen wegen \u00dcberf\u00fcllung zeitweise geschlossen<\/strong><\/div>\n<p>In mehreren Veranstaltungen in verschiedenen gro\u00dfen S\u00e4len der Stadt zeigte sich, wie gro\u00df das Interesse in Bremen f\u00fcr die Thematik \u00bbNakba &#8211; Flucht und Vertreibung der Pal\u00e4stinenser 1948\u00ab ist. In die Ausstellung mit diesem Titel kamen bis jetzt \u00fcber 650 Besucher. Sie ist noch bis zum 17. M\u00e4rz<!--more--> zu sehen. Bei der Er\u00f6ffnungsveranstaltung am 18. Februar mussten die T\u00fcren des Wall-Saales der Zentralbibliothek vorzeitig und gegen lauten Protest geschlossen werden &#8211; so gro\u00df war der Andrang. Barbara Lison, die Direktorin der Zentralbibliothek, wandte sich als Gastgeberin an die Besucher. Sie erz\u00e4hlte von den Versuchen seitens der j\u00fcdischen Gemeinde und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG), die Ausstellung zu verhindern und erhielt gro\u00dfen Beifall daf\u00fcr, dass sie dem Druck standgehalten hatte. Die pal\u00e4stinensische Botschafterin, Dr. Khouloud Daibes, war aus Berlin gekommen und hielt eine bewegende Rede. Im regionalen Fernsehen von Radio Bremen kam dann ein Affront gegen die Botschafterin zur Sprache. Tats\u00e4chlich waren weder der B\u00fcrgermeister Jens B\u00f6hrnsen noch der B\u00fcrgerschaftspr\u00e4sident Christian Weber zu einer Begr\u00fc\u00dfung der Botschafterin bereit gewesen, sondern hatten dringende Sitzungstermine als Ablehnungsgrund genannt. Khouloud Daibes fragte bitter: \u00bbWarum ist es so schwer, in Deutschland diese Diskussion zu f\u00fchren? Gerade in Bremen, einer offenen und demokratischen Metropole, sollte das einfach sein.\u00ab<\/p>\n<p>Wieder v\u00f6llig \u00fcberf\u00fcllt war die Veranstaltung mit dem israelischen Historiker Prof. Ilan Pappe, bekannt geworden durch sein Buch \u00bbDie ethnische S\u00e4uberung Pal\u00e4stinas\u00ab. In einer ungemein freundlichen und verbindlichen Weise entwickelte er seine zentrale These, die allein eine schl\u00fcssige Erkl\u00e4rung zum Verst\u00e4ndnis des schon Jahrzehnte dauernden Konflikts liefern k\u00f6nne. Die zionistischen F\u00fchrer Israels h\u00e4tten von Anfang an ein Projekt verfolgt, das in der langen und l\u00e4ngst \u00fcberwunden geglaubten Tradition des europ\u00e4ischen Kolonialismus st\u00fcnde, der in Nord- und S\u00fcdamerika ebenso wie in Afrika, Australien und Neuseeland seine verheerenden Spuren hinterlassen habe. Zum Projekt des \u00bbSiedlerkolonialismus\u00ab in Israel geh\u00f6re die Vertreibung oder sogar Ausrottung (Genocide) der urspr\u00fcnglichen Bewohner des Landes. In der langen Diskussion wurde der Referent des Abends gefragt, wie denn seine \u00bbRoadmap\u00ab zum Frieden im Nahen Osten auss\u00e4he. Diese Vokabel w\u00fcrde er ungern benutzen, so Pappe. Aber er h\u00e4tte statt dessen eine \u00bbVision\u00ab zur L\u00f6sung der Probleme anzubieten, dass n\u00e4mlich Israel sich zu einem multiethnischen, multikulturellen und vor allem demokratischen Staat mit gleichen Rechten f\u00fcr alle seine B\u00fcrger entwickle. Aber daf\u00fcr, meinte er freundlich l\u00e4chelnd, w\u00e4re wohl ein \u00bbRegime change\u00ab, wie er jetzt in so manchem anderen Staat im Nahen Osten so in Mode gekommen sei, notwendig.<\/p>\n<p>ngg_shortcode_0_placeholderAm Mittwoch dieser Woche fand dann wieder im Wall-Saal der Zentralbibliothek die Podiumsdiskussion statt, auf die sich die Veranstalter der Ausstellung in der Auseinandersetzung mit der DIG eingelassen hatten. Schon weil von der DIG als Diskutanten zwei ausgesprochene Hardliner (der B\u00fcrgerschaftsabgeordnete der Gr\u00fcnen, Dr. Hermann Kuhn, und der Publizist J\u00f6rg Rensmann) auf dem Podium sa\u00dfen und bedingungslos die Politik Israels verteidigten bzw. verharmlosten, konnte dies nicht funktionieren. Auf die eher nachdenklichen und informativen Ausf\u00fchrungen der israelisch-deutschen Historikerin Dr. Tamar Amar-Dahl und des Wirtschaftsarabisten Prof. Dr. Alexander Flores gingen sie kaum ein. \u00bbPodiumsdiskussionen sind v\u00f6llig sinnlos, wenn es nur zur Konfrontation von vorher bekannten Positionen kommen kann\u00ab, so der Kommentar von Arno Hopp, einem der Organisatoren der Ausstellung vom Verein \u00bbFl\u00fcchtlingskinder im Libanon\u00ab. Und das h\u00e4tte man vorher wissen k\u00f6nnen.<br \/>\n<em>S\u00f6nke Hundt<\/em><\/p>\n<p>http:\/\/www.nahost-forum-bremen.de<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/2015\/03-06\/010.php\" target=\"_blank\">junge Welt v. 06.03.15<\/a><\/p>\n<p>Korrektur: Arno Hopp ist Mitglied des Nakba-Arbeitskreises und des Nahost-Forums Bremen &#8211; und nicht des Vereins &#8222;Fl\u00fcchtlingskinder im Libanon&#8220;. (S.H.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Veranstaltungen zur Vertreibung der Pal\u00e4stinenser 1948 in Bremen wegen \u00dcberf\u00fcllung zeitweise geschlossen In mehreren Veranstaltungen in verschiedenen gro\u00dfen S\u00e4len der Stadt zeigte sich, wie gro\u00df das Interesse in Bremen f\u00fcr die Thematik \u00bbNakba &#8211; Flucht und Vertreibung der Pal\u00e4stinenser 1948\u00ab &hellip; <a href=\"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=1866\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[5,3],"tags":[],"class_list":["post-1866","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-3-aktuell-bremen","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1866","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1866"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1866\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1881,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1866\/revisions\/1881"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1866"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1866"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1866"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}