{"id":1882,"date":"2015-03-12T11:00:29","date_gmt":"2015-03-12T10:00:29","guid":{"rendered":"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/?p=1882"},"modified":"2015-03-13T18:23:07","modified_gmt":"2015-03-13T17:23:07","slug":"politische-musik-weltmusik-fuer-den-frieden-im-sendesaal-bremen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=1882","title":{"rendered":"Politische Musik &#8211; &#8222;Weltmusik f\u00fcr den Frieden&#8220; im Sendesaal Bremen"},"content":{"rendered":"<p><em>ngg_shortcode_0_placeholder<\/em>Viele Musiker waren gekommen, um im Sendesaal Bremen die &#8222;Weltmusik f\u00fcr den Frieden&#8220; zu singen und zu spielen: es traten auf das Jugend-Sinfonie-Orchester Bremen-Nord der Musikschule Bremen, der Chor &#8222;Sol-la-la&#8220; (unter der Leitung von Christian H\u00f6ffling) und eine Gruppe syrischer Musiker. Das Konzert war gro\u00dfartig, ber\u00fchrend.<!--more--> Martin Lentz, dem Dirigenten des Orchesters und Ideenentwickler dieses Abends der &#8222;Weltmusik&#8220;, gelang es, dass Musik aus vielen L\u00e4ndern, aus dem Iran, aus Israel, aus Mazedonien, Armenien, Schweden, Israel, Syrien, Deutschland, aus dem Libanon, zum Klingen gebracht wurde. Die Texte der syrischen Lieder handelten von Liebe, Heimat, Flucht, Trauer und Abschied. F\u00fcr die anderen St\u00fccke konnten die Titel (&#8222;Zena zena&#8220;, &#8222;Mastom mastom&#8220;, &#8222;Sto mi e milo&#8220;, &#8222;Die Gedanken sind frei&#8220;, &#8222;Yarem Gorani&#8220;, &#8222;Vem kann segla f\u00f6rutan vind? u.v.a.m&#8220;) dem, der sie verstand, einige Hinweise geben.<\/p>\n<p>Die Sprache der Musik w\u00e4re, so der Dirigent in seiner kurzen Ansprache, universal, weswegen er auch nicht viele Worte machen wolle. Was etwas schade war, denn man h\u00f6rt und versteht ja doch mehr, wenn man etwas \u00fcber die Hintergr\u00fcnde der Lieder und Musikst\u00fccke erfahrt. Martin Lentz erz\u00e4hlte dann aber doch, dass er einige Jahre als Leiter des Ausbildungsprogramms f\u00fcr die Barenboim-Said-Foundation in Ramallah (Pal\u00e4stina) gearbeitet habe. Dieser Stiftung, benannt nach dem Maestro Daniel Barenboim und dem pal\u00e4stinensischen Literaturwissenschaftler Edward Said, war es in Ramallah in einem inzwischen weltbekannten Experiment gelungen, junge arabische und j\u00fcdische Musiker zusammen zu bringen: um zu zeigen, dass ein Frieden im Nahen Osten m\u00f6glich ist und Jugendliche aus unterschiedlichen Kulturen sich verstehen k\u00f6nnen. Barenboim und seine Stiftung k\u00e4mpfen seit Jahren gegen die hierzulande immer st\u00e4rker werdende Geringsch\u00e4tzung der arabischen Kulturen. Fr\u00fcher war das anders, weswegen Barenboim mit der Namensgebung seines Orchesters (&#8222;West-\u00f6stliches Divan-Orchester&#8220;) an J. W. v. Goethe und an dessen Hochachtung dem Orient gegen\u00fcber erinnern will. Und an dessen bekanntes Gebet: &#8222;Gottes ist der Orient! Gottes ist der Occident! Nord- und s\u00fcdliches Gel\u00e4nde ruht im Frieden seiner H\u00e4nde.\u201c<\/p>\n<p>Das Jugendsinfonieorchester aus Bremen-Nord war f\u00fcr den, der es nicht schon kannte, eine wirkliche \u00dcberraschung. Wie kann es gelingen, in den nicht gerade bildungsb\u00fcrgerlichen Vierteln im Norden der Stadt mit Jugendlichen ein komplettes gro\u00dfes Orchester mit Streichern, Bl\u00e4sern (Klarinette, Oboe, Fagott, Trompete, Horn, Querfl\u00f6ten) und sogar mit Pauke und Triangel zu bilden und einfach wundersch\u00f6ne Musik zu machen? Martin Lentz ist da ein kleines Wunder gelungen &#8211; und das Publikum dankte immer wieder mit viel Beifall.<\/p>\n<div style=\"width: 360px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/03-lautenspieler-b.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/03-lautenspieler-b.jpg\" width=\"350\" height=\"280\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Auf der bundlosen arabischen &#8222;Oud&#8220; k\u00f6nnen Viertel- und Achteltonschritte gespielt werden. Auf der daraus im Mittelalter entstandenen europ\u00e4ischen Laute und Gitarre nicht mehr. Die B\u00fcnde lassen nur noch Tonabst\u00e4nde in Halbtonschritten zu.<\/p><\/div>\n<p>Die syrische Gruppe erhielt wohl die meiste Zustimmung. Die Solisten Youssef Nasif (Kanoun), Mevan (Buzuq), Batoul Jazbeh (Gesang) und Jehad Jazbeh spielten und sangen in einer f\u00fcr europ\u00e4ische Ohren etwas anderen Art, mit anderen Instrumenten, einem anderen Rhythmus und einer anderen Art der Tongebung. Sie verstanden es, die Menschen im Sendesaal zu verzaubern. Hinterher war im Cafe des Sendesaals noch Gelegenheit, etwas mehr \u00fcber die Gruppe, die als &#8222;internationale G\u00e4ste&#8220; im Programm angek\u00fcndigt waren, zu erfahren. Die Musiker kennen sich aus Damaskus und Aleppo, wo sie Musik studiert haben. Jetzt leben sie in Deutschland (Bremen, G\u00f6ttingen, Leipzig und Th\u00fcringen) und haben sich f\u00fcr dieses Konzert zum ersten Mal in Deutschland getroffen haben.<\/p>\n<p>War das Konzert politisch? Udo Schapals und Arno Hopp vom Nahost-Forum Bremen war es gelungen, dieses Konzert in das Rahmenprogramm &#8211; wie die anderen Veranstaltungen im Kino City 46, im \u00dcberseemuseeum und im Wallsaal der Zentralbibliothek auch &#8211; f\u00fcr die Nakba-Ausstellung in Bremen zu integrieren. Unter den Chormitgliedern und den Jugendlichen des Orchester bzw. auch ihren Eltern hatte es durchaus Diskussionen dar\u00fcber gegeben, die Nakba-Ausstellung in dieser Art zu unterst\u00fctzen. Einigen konnten sich alle schnell darauf, dass Krieg niemals eine L\u00f6sung sein kann. Der Abend im vollen Sendesaal mit seiner wunderbaren Akustik war insofern eine gelungene Verbindung von Kunst und Kultur. Als das Orchester, der Chor und die syrischen Musiker zum Schluss gemeinsam auftraten, dankte das Publikum mit &#8222;standing ovations&#8220;.<br \/>\n<em>S\u00f6nke Hundt<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele Musiker waren gekommen, um im Sendesaal Bremen die &#8222;Weltmusik f\u00fcr den Frieden&#8220; zu singen und zu spielen: es traten auf das Jugend-Sinfonie-Orchester Bremen-Nord der Musikschule Bremen, der Chor &#8222;Sol-la-la&#8220; (unter der Leitung von Christian H\u00f6ffling) und eine Gruppe syrischer &hellip; <a href=\"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=1882\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[5,3],"tags":[],"class_list":["post-1882","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-3-aktuell-bremen","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1882","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1882"}],"version-history":[{"count":15,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1882\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1899,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1882\/revisions\/1899"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1882"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1882"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1882"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}