{"id":1961,"date":"2015-04-09T08:12:01","date_gmt":"2015-04-09T06:12:01","guid":{"rendered":"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/?p=1961"},"modified":"2015-04-13T17:07:54","modified_gmt":"2015-04-13T15:07:54","slug":"der-grosse-erfolg-der-nakba-ausstellung-in-bremen-und-wie-er-zustande-kam-presseerklaerung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=1961","title":{"rendered":"Der gro\u00dfe Erfolg der &#8222;Nakba&#8220;-Ausstellung in Bremen und wie er zustande kam &#8211; Presseerkl\u00e4rung"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/15-04-09-alte-frau-von-ausstellungskatalog_ji.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" alt=\"\" src=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/15-04-09-alte-frau-von-ausstellungskatalog_ji.jpg\" width=\"200\" height=\"177\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/2015\/04-13\/004.php\" target=\"_blank\">(gek\u00fcrzt erschienen in der Jungen Welt v. 13.04.15)<\/a><br \/>\n(<a href=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/15-04-13-pressemappe.pdf\" target=\"_blank\">vollst\u00e4ndige Pressemappe hier<\/a>)<br \/>\nNach vier Wochen konnten die Organisatoren der &#8222;Nakba&#8220;-Ausstellung in Bremen (in der Zentralbibliothek vom 18. Februar bis 17. M\u00e4rz 2015) erleichtert aufatmen. Sie hatten viel Arbeit reingesteckt und waren ein nicht unerhebliches finanzielles Risiko eingegangen. Der Erfolg der Ausstellung hat alle Erwartungen \u00fcbertroffen. Es kamen insgesamt mehr als 1500 Besuchern einschlie\u00dflich mehrerer Schulklassen; zu den acht begleitenden Veranstaltungen und Filmvorf\u00fchrungen kamen zusammen \u00fcber 1000 Interessierte. Die vier Wochen verliefen trotz einiger Bef\u00fcrchtungen und Ank\u00fcndigungen v\u00f6llig ohne unliebsame Zwischenf\u00e4lle.<\/p>\n<p>Aus den Einnahmen (Eintrittsgelder bei den Kulturveranstaltungen, Katalog- und B\u00fccherverk\u00e4ufe, Spenden bei den Veranstaltungen sowie etliche Sponsorengelder)<!--more--> konnten alle Ausgaben beglichen und eine nicht unerhebliche Summe an das &#8222;Israeli Committee Against House Demolition (ICAHD)&#8220; und an ein Kinderhilfswerk Pal\u00e4stina \u00fcberwiesen werden. Das Kinderhilfswerk k\u00fcmmert sich um schwerverletzte Kinder aus Gaza, die in deutschen Krankenh\u00e4usern im Verbund mit pal\u00e4stinensischen \u00c4rzte- und Apothekervereinigungen kostenlos operiert und mit orthop\u00e4dischen Hilfen versorgt werden. Ein herzlicher Dank der Veranstalter geht an die Leitung und die Mitarbeiter der Zentralbibliothek, ohne deren Zustimmung und ohne deren tatkr\u00e4ftige Unterst\u00fctzung der Erfolg nicht m\u00f6glich gewesen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Die J\u00fcdische Gemeinde und die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) hatten auf ihre Weise alles Erdenkliche versucht, diese Ausstellung komplett zu verhindern, was ihnen trotz vieler Interventionen und Pressionen im politischen Hintergrund der Stadt nicht gelang. Nach vielen Diskussionen und l\u00e4ngerem Hin und Her wurde die endg\u00fcltige Endscheidung schlie\u00dflich am 12. Februar 2015 vom B\u00fcrgermeister der Stadt auf der Deputationssitzung f\u00fcr Kultur verk\u00fcndet: Die Ausstellung k\u00f6nne &#8211; weder aus polizeilichen noch verwaltungstechnischen Gr\u00fcnden &#8211; nicht mehr verhindert werden.<\/p>\n<p>Es hatte auch Drohungen im Internet wie z. B. von Seiten der Antideutschen oder ihrer Ableger gegeben. Eine &#8211; anonym bleibende &#8211; Gruppe mit der Bezeichnung &#8222;C3&#8220; hatte verk\u00fcndet, dass sie die Ausstellung nicht zulassen w\u00fcrde. Aber &#8211; zur Erleichterung der Organisatoren &#8211; passierte nichts, und auch auf den vielen Veranstaltungen mit den zum Teil langen Diskussionen waren Argumente aus dieser ideologischen Ecke nicht vernehmbar.<\/p>\n<p>Im regionalen Fernsehen (Buten un Binnen) von Radio Bremen kam ein f\u00fcr Bremen besch\u00e4mender Affront gegen die pal\u00e4stinensische Botschafterin, Dr. Khouloud Daibes, die zur Er\u00f6ffnungsveranstaltung gekommen war, zur Sprache. Tats\u00e4chlich waren weder der B\u00fcrgermeister Jens B\u00f6hrnsen noch der B\u00fcrgerschaftspr\u00e4sident Christian Weber zu einer Begr\u00fc\u00dfung der Botschafterin im Rathaus bereit gewesen. Jens B\u00f6hrnsen hatte auf eine formale schriftliche Anfrage eines ehemaligen Abgeordneten der Bremischen B\u00fcrgerschaft und Mitorganisators der Ausstellung schriftlich negativ reagiert. Sowohl er als auch andere Vertreter aus dem Senat h\u00e4tten &#8222;vor der B\u00fcrgerschaftswahl keine zus\u00e4tzlichen Termine f\u00fcr Botschafter zur Verf\u00fcgung\u201c. Das Erstaunen war nat\u00fcrlich gro\u00df, als man am 28. Februar 2015 im Weserkurier lesen konnte, dass der Senat Botschafter aus Fernost und Neuseeland empfangen hatte. Ein Schelm, wer sich dabei B\u00f6ses denkt. Der Pr\u00e4sident der Bremischen B\u00fcrgerschaft lie\u00df sogar, ohne, wie es eigentlich \u00fcblich ist, auf das formale Schreiben an ihn schriftlich zu antworten, lediglich telefonisch durch sein Vorzimmer ausrichten \u201eer habe keine Zeit\u201c. Jeder halbwegs Informierte in Bremen wei\u00df, dass der sitzungsleitende Pr\u00e4sident sich jederzeit von seinen Stellvertretern abl\u00f6sen lassen k\u00f6nnte (und an dem Tag tagte die B\u00fcrgerschaft). Wundern muss man sich bei diesem Volksvertreter allerdings eher nicht, beschimpft er doch &#8211; bar jeglicher Sachkenntnis \u00fcber die Nahost-Problematik &#8211; auch aktuell noch die Organisatoren und Teilnehmer der nach Polizeiangaben gr\u00f6\u00dften und friedlichsten GAZA-Demonstration des letzten Jahres\u00a0 in der BRD, darunter auch den Bremer Schura-Vorstand, als \u201eAntisemiten\u201c.<\/p>\n<p>So sieht konkret das laut propagierte Gebot der Toleranz, der V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung und der Integration aus! Da scheint die sogenannte \u201epolitical correctness\u201c im Amt in Angst, differenziert zu denken und Realit\u00e4ten wahrzunehmen, umzuschlagen, und sie sediert das Verlangen und die F\u00e4higkeit, Dinge zu hinterfragen und kritisch zu analysieren. Dabei gab es gen\u00fcgend ehemalige und jetzige Abgeordnete der SPD und der Gr\u00fcnen, ehemalige Landesvorsitzende der SPD, hochrangige Mitarbeiter des Rathauses einschlie\u00dflich der Staatsrats-Ebene, die die Veranstaltungen besucht und sich ein Bild gemacht haben. Niemand hat auch nur im Ansatz den Vorwurf des \u201eAntisemitismus\u201c bei diesem Projekt verifizieren k\u00f6nnen!<\/p>\n<p>\u00dcberaus erfreulich war hingegen, dass Anette Klasing, die zweite Vorsitzende der Deutsch-Pal\u00e4stinensischen Gesellschaft und ebenfalls aktiv an der Organisation des Ausstellungsprojekts beteiligt, noch w\u00e4hrend der Ausstellung am 8. M\u00e4rz im Rahmen eines Festakts des internationalen Frauentags in der Oberen Rathaushalle zur &#8222;Frau des Jahres in Bremen&#8220; gew\u00e4hlt wurde.<\/p>\n<p>Die Medien, ach die Medien. Es hatte je einen mehr oder weniger feindseligen Bericht im Weserkurier und in der Taz sowie eine kurze Sequenz in der TV-Abendschau von Radio Bremen gegeben. Die Veranstaltungen wurden im Lokalteil zum Teil, zum Teil auch nicht angek\u00fcndigt; nur einige wenige Leserbriefe mit ihren Versuchen, zu berichtigen oder zu erg\u00e4nzen, wurden abgedruckt. Was allein f\u00fcr mediales Interesse sorgte und schlie\u00dflich zur unbeabsichtigten Werbung f\u00fcr die Ausstellung wurde, waren die heftigen Angriffe der J\u00fcdischen Gemeinde und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG). Ansonsten haben wohl die vielen verteilten Flyer (\u00fcber 6000 St\u00fcck insgesamt), die Plakate in Gemeinden, Kneipen, Veranstaltungsorten und Gesch\u00e4ften, die Mund-zu-Mund-Propaganda, die vielen unterst\u00fctzenden und informierenden Webseiten und Facebook-Accounts und nicht zuletzt die Kooperation mit regionalen Institutionen wie dem Sendesaal, dem Kommunalkino, der Volkshochschule, dem \u00dcberseemuseum, dem Jugendsinfonieorchester, einigen regionalen Ch\u00f6ren und nat\u00fcrlich der Stadtbibliothek dazu beigetragen, dass der weitgehende Boykott der Ausstellung seitens der gro\u00dfen Medien in Bremen wirkungslos blieb.<\/p>\n<p>Die Ausstellung ist gelegentlich kritisiert worden, dass sie zu textlastig, zu wenig emotional-plakativ und f\u00fcr den modernen Ausstellungsbesucher zum einfachen Konsum zu schwierig gewesen w\u00e4re. In den langen Stunden w\u00e4hrend der Aufsicht, die aus Sicherheitsgr\u00fcnden immer notwendig war, zeigte sich aber, dass viele Besucher die Texte, Schautafeln und Fotos sorgf\u00e4ltig lasen und betrachteten. Wie die vielen Kommentare auf der Pinwand und im G\u00e4stebuch belegen, hatten viele Besucher von dieser dunklen Seite der Staatsgr\u00fcndung Israels noch nie etwas gelesen oder geh\u00f6rt. Viele trugen sich in die ausgelegten Listen ein und w\u00fcnschten in Zukunft weitere Informationen, auch \u00fcber zuk\u00fcnftige Veranstaltungen. Nicht zuletzt fand der der 32-seitige Ausstellungskatalog mit den wichtigsten Inhalten der Ausstellung rei\u00dfenden Absatz; es mussten einige Hundert nachbestellt werden.<\/p>\n<p>Wesentlich zum Erfolg beigetragen haben die vielen begleitenden Veranstaltungen (insgesamt acht Vortr\u00e4ge und Referate sowie 18 Filmvorf\u00fchrungen im Kommunalkino der Stadt). Mit Martin Lentz, der in Ramallah mit Daniel Barenboim zusammen gearbeitet hat und jetzt Dirigent und Organisator des Jugendsymphonie-Orchesters in Bremen-Nord ist, konnte ein namhafter Musiker f\u00fcr das gro\u00dfe Konzert im Sendesaal gewonnen werden. Viele waren auch gespannt auf die Veranstaltungen mit Ilan Pappe und Jeff Halper, zwei international renommierten j\u00fcdischen Wissenschaftlern und Kritikern der gegenw\u00e4rtigen israelischen Politik, und ihren Berichten \u00fcber die j\u00fcngsten Debatten und Aktionen sowohl in Israel als auch im internationalen Zusammenhang.<\/p>\n<p>Die Nakba-AG hatte die Ausstellung einschlie\u00dflich der Finanzierung organisiert. Sie war ad hoc gegr\u00fcndet worden und setzte sich zusammen aus Mitgliedern und Aktiven des Nahost-Forums Bremen, des Friedensforums Bremen, des AK Nahost, der Deutsch-Pal\u00e4stinensischen Gesellschaft, der Pal\u00e4stinensischen Gemeinde und dem deutschen Ableger des &#8222;Israelischen Komitees gegen Hauszerst\u00f6rungen (ICAHD)&#8220;. Die Nakba-AG hat auf ihrer letzten Sitzung beschlossen weiterzumachen und die Aufkl\u00e4rungsarbeit Thema fortzuf\u00fchren. Die n\u00e4chsten Aktionen und Veranstaltungen werden schon geplant. Mehr Informationen mit weiteren Berichten, Videos und Audio-Mitschnitten auf <a href=\"http:\/\/www.nahost-forum-bremen.de\/\">http:\/\/www.nahost-forum-bremen.de<\/a>.<\/p>\n<p><i>Detlef Griesche und S\u00f6nke Hundt <\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(gek\u00fcrzt erschienen in der Jungen Welt v. 13.04.15) (vollst\u00e4ndige Pressemappe hier) Nach vier Wochen konnten die Organisatoren der &#8222;Nakba&#8220;-Ausstellung in Bremen (in der Zentralbibliothek vom 18. Februar bis 17. M\u00e4rz 2015) erleichtert aufatmen. 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