{"id":21,"date":"2014-04-17T19:58:07","date_gmt":"2014-04-17T19:58:07","guid":{"rendered":"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/?p=21"},"modified":"2016-04-28T07:47:31","modified_gmt":"2016-04-28T05:47:31","slug":"mit-pax-christi-nach-israel-palaestina-ein-reisebericht-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=21","title":{"rendered":"Mit Pax Christi nach Israel \/ Pal\u00e4stina \u2013 ein Reisebericht"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: left; margin: 0 15px 5px 0;\"><iframe loading=\"lazy\" src=\"\/\/www.youtube.com\/embed\/BjeSnN5qwOQ\" height=\"169\" width=\"300\" allowfullscreen=\"\" frameborder=\"0\"><\/iframe><\/div>\n<p>Wer die Organisation Pax Christi f\u00fcr eine etwas fr\u00f6mmelnde, katholische Organisation h\u00e4lt, liegt v\u00f6llig falsch. Katholisch ja, von der organisatorischen Anbindung, aber ansonsten erstaunlich frei und kritisch, was die Politik der israelischen Regierung anbelangt. Pax Christi hatte eine Reise <b>vom 2. bis 8. M\u00e4rz 2014 <\/b>organisiert, an der wir teilnahmen. F\u00fcr die Vorbereitung und Durchf\u00fchrung, f\u00fcr die vielen Einsichten, Ein- und Durchblicke <!--more-->und die Treffen mit so vielen kompetenten Gespr\u00e4chspartnerInnen ein gro\u00dfes Dankesch\u00f6n den Organisatiorinnen Wiltrud Metz-R\u00f6schler (Bundesvorsitzende) und Beate Gilles (Referentin im Bistum Limburg) von Pax Christi!<\/p>\n<p>Wir schildern hier kurz den Verlauf und die Stationen unserer Reise und verweisen im \u00dcbrigen auf das <a href=\"htpp:\/\/www.youtube.com\/watch\" target=\"_blank\">Video: Pal\u00e4stina &#8211; ein Land wird in St\u00fccke gerissen<\/a> und die Fotos, nach dem Motto: &#8222;Ein Bild sagt mehr als tausend Worte&#8220;. Von den sechs Tagen unserer Reise \u00fcbernachteten wir an den beiden ersten Tagen in Jerusalem, danach in Bethlehem (Westbank). In Jerusalem waren wir untergebracht im von Pal\u00e4stinensern gef\u00fchrten Hotel &#8222;Ritz&#8220;, in Bethlehem im \u201eGrand Hotel Bethlehem\u201c. Beide Unterk\u00fcnfte waren \u00fcbrigens bescheidener, als ihre Namen vermuten lassen. \u00a0Die individuelle Anreise (von Bremen \u00fcber Istanbul nach Tel Aviv) verlief problemlos, auch die Kontrollen am Flughafen Tel Aviv. Wir mussten im Grunde nur die \u00fcblichen Standardfragen f\u00fcr Israelreisende beantworten; aber es war doch ein \u201ekleines Verh\u00f6r\u201c \u00fcber den Grund der Reise und \u201ewas wir wo mit wem\u201c in Israel wollten.<\/p>\n<h3><b>Der 1. Tag (So, 02.03.): Anreise zum Abend sowie Einf\u00fchrung und Kennenlernen. <\/b><\/h3>\n<h3><b>Der 2. Tag (Mo, 03.03.): Menschenrechte und V\u00f6lkerrecht in Ostjerusalem<\/b><\/h3>\n<p>ngg_shortcode_0_placeholderDurch das pal\u00e4stinensische Ostjerusalem und durch die von Israel besetzten Gebiete der Westbank f\u00fchrte uns der auch hier bekannte Jeff Halper, ein j\u00fcdisch-amerikanischer Anthropologe, der uns das israelische Komitee gegen Hauszerst\u00f6rung (Israel Committee Against House Demolition, ICAHD) vorstellte. (<a href=\"http:\/\/www.icahd.org\/\">http:\/\/www.icahd.org\/<\/a>) Ziemlich drastisch wurden wir konfrontiert mit dem miserablen Zustand der gesamten Infrastruktur, mit den israelischen Hauszerst\u00f6rungen, mit den illegal errichteten israelischen Siedlungen, mit den nur Siedlern vorbehaltenen Stra\u00dfen und den Mauern, Z\u00e4unen, Checkpoints, \u00dcberwachungstechnik der verschiedensten Art \u2013 Apartheidspolitik auf israelisch, mit der l\u00e4ngst nicht alle Israelis einverstanden sind!<\/p>\n<p>Am Nachmittag erwarteten uns pal\u00e4stinensische Menschrechtsaktivisten im Stadtteil Silwan in Ostjerusalem. Siedler mit sehr viel Geld betreiben dort die Ausgrabungsst\u00e4tte &#8222;City of David&#8220; samt einer gro\u00dfen Ausstellungsfl\u00e4che. Hier soll mit gro\u00dfem Aufwand der Nachweis erbracht werden, dass an dieser Stelle \u201edie Wiege Jerusalems\u201c aus der Zeit des K\u00f6nig-reichs David stand \u2013 wissenschaftlich-arch\u00e4ologisch nat\u00fcrlich mehr als umstritten! Viele H\u00e4user sind daf\u00fcr schon enteignet und abgerissen worden. Wir waren z.B. in einem Haus, das teilweise wegen der Grabungen darunter eingest\u00fcrzt war. Die Familie erhielt aber trotzdem keine Baugenehmigung f\u00fcr die dringend notwendigen Reparaturen.<\/p>\n<p>Nach einem kurzen Spaziergang durch die Altstadt Jerusalems, also des Teils, der innerhalb der alten Stadtmauern liegt, folgte ein Besuch bei der <b><a href=\"http:\/\/saintyves.org\/\" target=\"_blank\">Society of St. Yves (katholisches Menschenrechtsb\u00fcro<\/a>). <\/b>Die Mitarbeiter, ein Rechtsanwalt und eine deutsche Praktikantin, lieferten uns ein Briefing zu aktuellen israelischen Menschenrechtsverletzungen (Vertreibung, Enteignung, Haft). Die Society of St. Yves organisiert die rechtliche Beratung der Betroffenen und ihre Unterst\u00fctzung vor israelischen Gerichten.<\/p>\n<p>Nach dem Abendessen folgte ein Treffen mit EAPPI (The Ecumenical Accompaniment Programme in Palestine and Israel) des Weltkirchenrates\u00a0 (<a href=\"http:\/\/www.eappi.org\/\">http:\/\/www.eappi.org\/<\/a>). Das Programm organisiert u.a. Begleitung von Schulkindern zum Schutz vor Verhaftungen, bezieht Posten an Checkpoints oder ist Ansprechpartner f\u00fcr Pal\u00e4stinenser bei \u00dcbergriffen der israelischen Besatzungsmacht.<\/p>\n<h3><b>Der 3. Tag (Di, 04.03.): Friedensarbeit in Israel<\/b><\/h3>\n<p>ngg_shortcode_1_placeholderZun\u00e4chst fuhren wir nach Jaffa (bei Tel Aviv), bummelten durch die sehenswerte Altstadt,\u00a0 genossen das Mittelmeer und fuhren dann weiter an die Nordgrenze des Gazastreifens, in den keine Touristen einreisen d\u00fcrfen. Hier besuchten wir unsere erste israelische Gemeinde mit Namen Netiv H&#8217;asara, ganz in der N\u00e4he von Sderot. Die Siedlung umfasst heute ca. 400 Familien mit rd. 800 Kindern, sie betreiben Obst- und Gem\u00fcseanbau auf genossenschaftlicher Basis.<\/p>\n<p>Fr\u00fcher lag die Siedlung im Gazastreifen, wurde dann aber im Zuge der R\u00e4umung der israelischen Siedlungen aus Gaza &#8222;verlegt&#8220;, d.h. v\u00f6llig neu wieder aufgebaut, direkt vor und in Sichtweite der hohen Mauern und Wachtt\u00fcrme, die die schwer bewachte Grenze bilden. Wir waren zu Gast im Haus von Roni Keidar, die wirklich f\u00fcr unsere Gruppe beeindruckend war. Sie legte auch gro\u00dfen Wert auf die Feststellung, dass &#8222;ihr&#8220; settlement innerhalb der &#8222;gr\u00fcnen Linie&#8220; lag, also nicht auf besetztem Gebiet und nach internationalem Recht legal. Roni ist aktives Mitglied der kleinen Organisation &#8222;The Other Voice&#8220; (http:\/\/www.othervoice.org\/welcome-eng.htm), die sich die Verst\u00e4ndigung mit den so nahen pal\u00e4stinensischen Nachbarn in Gaza zur Aufgabe gemacht hat und an beide Seiten die Forderung nach Waffenstillstand und Verst\u00e4ndigung richtet. Die Liste der Aktivit\u00e4ten und Aktionen dieser Organisation ist beeindruckend.<\/p>\n<p>(Nur wenige Tage nach unserem Besuch gingen \u00fcbrigens ca. 60 Raketen ziemlich genau im\u00a0 Gebiet um Sderot und Ashkelon nieder, abgefeuert im Gazastreifen. Eine Rakete schlug tats\u00e4chlich auch in der von uns besuchten Siedlung ein; sie ging auf einem Feld neben den Treibh\u00e4usern nieder und richtete keinen besonderen Schaden an.)<\/p>\n<p>Am Nachmittag besch\u00e4ftigten wir uns dann intensiv mit dem Thema &#8222;Die Gr\u00fcndung des Staates Israel und die Vertreibung der Pal\u00e4stinenser (Nakba)&#8220;. Wir waren zu Gast bei der kleinen israelischen Organisation Zochrot (<a href=\"http:\/\/zochrot.org\/en\">http:\/\/zochrot.org\/en<\/a>) in Tel Aviv.<b> <\/b>Die Geschichtsschreibung in Israel ist sehr einseitig. Die Staatsgr\u00fcndung 1948 ist ein gro\u00dfer Feiertag; die gleichzeitige Vertreibung der Pal\u00e4stinenser ein striktes Tabu, das erst in der letzten Zeit durchbrochen wurde. Zochrot hat es sich zur Aufgabe gemacht, Erinnerungsorte der Nakba zu suchen, zu dokumentieren und die Erinnerung an dieses St\u00fcck Geschichte wach zu halten.<\/p>\n<p>Danach trafen wir uns, ebenfalls in Tel Aviv, mit der bekanntesten und seit langem aktiven israelischen Friedensinitiative &#8222;<a href=\"http:\/\/gush-shalom.org\/\" target=\"_blank\">Gush Shalom<\/a>&#8220; . Uri Avnery konnte leider nicht kommen, wurde aber kompetent vertreten von seinem Kollegen Adam Keller, vielen auch aus seinen B\u00fcchern und Schriften bekannt. Interessant waren insbesondere seine Einsch\u00e4tzungen der israelischen Gesellschaft. Die Ablehnung des Klerikalen und Kriegerischen w\u00e4re gro\u00df, es g\u00e4be aber zur Zeit kaum konkrete politische Handlungsm\u00f6glichkeiten. F\u00fcr viele \u00fcberraschend und erstaunlich war sein Bericht \u00fcber die vielen jungen Israelis in Berlin. Dort k\u00f6nne man als Israeli zur Zeit gut leben; es w\u00e4ren schon \u2013 so Adam Keller \u2013\u00a0 viele Tausende dort. Darunter w\u00e4re auch sein eigener Sohn, der an der Humboldt-Uni studiere und das Leben in der Stadt, aus der sein Gro\u00dfvater einst 1933 von den Nazis vertrieben worden w\u00e4re, liberal und angenehm f\u00e4nde.<\/p>\n<p>Abends fuhren wir dann direkt von Tel Aviv nach Bethlehem ins Grand Hotel.<\/p>\n<h3><b>Der 4. Tag (Mi, 05.03.): Aufenthalt in Bethlehem \u2013 Stadtrundgang, Besichtigung der Geburtskirche und ein Treffen mit der christlichen B\u00fcrgermeisterin <\/b><b>Vera Baboun <\/b>\u00a0(<b><a href=\"http:\/\/www.bethlehem-city.org\/en\/index.php\">http:\/\/www.bethlehem-city.org\/en\/index.php<\/a>) <\/b><\/h3>\n<p>ngg_shortcode_2_placeholderDie B\u00fcrgermeisterin (\u00fcbrigens eine Christin) trat sehr souver\u00e4n auf. Sie schilderte das religi\u00f6se Leben der vielen christlichen Kirchen und Konfessionen in Bethlehem und die Schwierigkeiten der Familien, das Leben inmitten der Absperrungen und Behinderungen durch die Besatzung zu meistern.<\/p>\n<p>Nachmittags folgte der Besuch in Hebron. Alle aus der Reisegruppe hatten schon viel geh\u00f6rt von den Zust\u00e4nden in der gr\u00f6\u00dften Industriestadt in der Westbank, aber das, was wir dann sahen, war doch einfach schockierend. Die weitgehende Rechtlosigkeit der Bewohner der Stadt und die Willk\u00fcr der Siedler, gesch\u00fctzt von der IDF, den Israelischen Defense Forces, der wirtschaftliche Niedergang der Stadt und der einst lebendigen Gesch\u00e4ftsstra\u00dfen waren schwer zu verarbeiten. Wir besuchten hier das <a href=\"http:\/\/www.cpt.org\/work\/palestine\/hebron\" target=\"_blank\">Christian Peacemaker Team aus den USA <\/a>, die uns von ihrer Dachterrasse aus die Wacht\u00fcrme und \u2013posten sowie die Absperrungen zeigten und f\u00fcr uns einen Rundgang organisiert hatten. Das Milit\u00e4r w\u00e4re zwar in der letzten Zeit weniger sichtbar, aber es k\u00f6nnte die Stadt innerhalb kurzer Zeit mit Stra\u00dfensperren so abriegeln, dass ein innerst\u00e4dtischer Verkehr unm\u00f6glich werde.<\/p>\n<p>Danach ging\u2019s wieder zur\u00fcck nach Bethlehem zum &#8222;Arab Educational Institute (AEI)&#8220; (http:\/\/www.aeicenter.org\/), einer NGO, die angegliedert ist an Pax Christi International und 1986 von einer Gruppe aus pal\u00e4stinensischen Jugendlichen, Frauen und LehrerInnen gegr\u00fcndet wurde. Die Gruppe engagiert sich auf den Gebieten der Erziehung und Bildung und setzt sich ein f\u00fcr demokratisches und kulturell pluralistisches Pal\u00e4stina ein. Wer noch nie durch einen der gro\u00dfen Checkpoints gegangen ist, kann sich das nicht richtig vorstellen. Man geht durch endlos scheinende G\u00e4nge mit \u00fcbermannshohen Drahtgittern und Mauern, muss sich durch mehrere Drehkreuze qu\u00e4len, wird ohne zu wissen warum aufgehalten, kann dann pl\u00f6tzlich weitergehen &#8230; also sehr kafkaesk das Ganze. Viele Pal\u00e4stinenserInnen aus Bethlehem arbeiten in Jerusalem und m\u00fcssen jeden Tag \u2013 morgens und abends \u2013 oft stundenlang durch diesen Checkpoint. Zu Fu\u00df, denn mit dem Auto ist es verboten.<\/p>\n<p>Abends stand dann noch ein Treffen mit \u201e<a href=\"http:\/\/www.theparentscircle.com\/\" target=\"_blank\">The Parents Circle<\/a>\u201c auf dem Programm, einer Organisation von israelischen und pal\u00e4stinensischen Eltern, die durch den Konflikt ihre Kinder verloren hatten.\u00a0 Die Berichte eines Israeli und eines Pal\u00e4stinensers und ihre Kraft f\u00fcr Verst\u00e4ndigung und Frieden gingen uns unter die Haut. Respekt!<\/p>\n<h3>\u00a0<b>Der 5. Tag (Do, 06.03.): Besuch des Holocaust Museums und Gedenkst\u00e4tte\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.yadvashem.org\/\" target=\"_blank\">Yad Vashem<\/a> bei Jerusalem <\/b><\/h3>\n<p>ngg_shortcode_3_placeholderDie Gedenkst\u00e4tte war eindrucksvoll, aber eigentlich weniger bedr\u00fcckend als erwartet oder bef\u00fcrchtet. Sie soll deutlich machen und macht auch deutlich, dass das &#8222;Never Again&#8220; zur israelischen Staatsdoktrin geworden ist. Wir aber, die wir uns ja haupts\u00e4chlich auf dieser Reise mit der Geschichte und den Problemen der Pal\u00e4stinenser besch\u00e4ftigen wollten, wurden die Frage nicht los, warum diese Menschen derma\u00dfen die Leidtragenden der tragischen Geschichte der Juden werden mussten.<\/p>\n<p>Nachmittags trafen wir uns in Ramallah in einem Cafe mit dem pal\u00e4stinensischen Regisseur Mohammed Alatar. Er hat die bekannten Filme &#8222;Die eiserne Mauer&#8220; und &#8222;Jerusalem \u2013 the East Side Story&#8220; gedreht. Wie er uns erz\u00e4hlte, plant er einen neuen Film \u00fcber das Bewusstsein in den arabischen L\u00e4ndern \u00fcber den Holocaust. Er w\u00e4re aber noch auf der Suche nach einer akzeptablen Finanzierung.<\/p>\n<p>Abends dann besuchte uns in unserem Hotel in Bethlehem tats\u00e4chlich der Erzbischof Atallah Hanna der griechisch-orthodoxen Kirche in Jerusalem. Es wurde zuerst gemeinsam gebetet, dann erl\u00e4uterte der ehrw\u00fcrdige Herr im Priesterkleid uns die Grunds\u00e4tze des &#8222;Kairos Pal\u00e4stina Dokuments&#8220; der christlichen Kirchen, das es vom politischen Inhalt her in sich hat. Der Name bezieht sich auf ein christliches Dokument, das bei der \u00dcberwindung der Apartheid in S\u00fcdafrika eine gro\u00dfe Rolle gespielt hat. Der Bischof war von seinem Selbstverst\u00e4ndnis her Pal\u00e4stinenser griechisch-orthodoxen Glaubens und sprach \u2013 selbstverst\u00e4ndlich \u2013 auch arabisch.<\/p>\n<h3><b>Der 6. Tag (Fr, 07.03.): Fahrt zu Mauern und Siedlungen im Westjordanland <\/b><\/h3>\n<p>ngg_shortcode_4_placeholderWir lernten den Unterschied und die Besonderheiten der A-, B- und C-Zonen im Westjordanland kennen, f\u00fchrten Gespr\u00e4che mit Menschenrechtsverteidigern und wurden von der Organisation &#8222;<a href=\"http:\/\/www.stopthewall.org\/\" target=\"_blank\">Stop the Wall<\/a>&#8220; durch das Jordantal gef\u00fchrt. Wir sahen zerst\u00f6rte H\u00e4user, abgeholzte Olivenhaine, ausgetrocknete Gebiete (der pal\u00e4stinensischen Bauern) und gr\u00fcne riesige Plantagen mit Orangen, Dattelpalmen, Bananen und Gem\u00fcse (der illegalen settlements). Nur ihnen, den israelischen Siedlungen, steht ausreichend Wasser zur Verf\u00fcgung! Unsere F\u00fchrer versuchten, uns die &#8222;Matrix of Control&#8220;, also das engmaschige Netz der israelischen Kontroll- und Herrschaftsmechanismen deutlich zu machen. Umfassend verstanden oder gar behalten hat es wohl keiner aus unserer Reisegruppe. So viel blieb aber h\u00e4ngen: Es existiert ein Labyrinth von Gesetzen und Milit\u00e4rverordnungen, b\u00fcrokratische Hindernisse erschweren Planungen jeder Art. Der kontinuierliche Bau von nach internationalem Recht illegalen Siedlungen geht immer weiter, immer mehr pal\u00e4stinensisches Land wird enteignet und geht dadurch verloren. Eine angemessene Infrastruktur gibt es nahezu ausschlie\u00dflich nur f\u00fcr die Siedlungen. In den pal\u00e4stinensischen D\u00f6rfern wird der Aufwand daf\u00fcr auf ein Minimum oder darunter reduziert. Permanent herrschen kriegs\u00e4hnliche Situationen, die dazu dienen, die Besatzung zu rechtfertigen. Alles im Namen der Sicherheit, um den Staat Israel vor pal\u00e4stinensischem Terror zu sch\u00fctzen. Glaubhaft ist das alles nicht.<\/p>\n<h3>\u00a0<b>Der 7. Tag (Sa, 08.03.): R\u00fcckflug ab Tel Aviv<\/b><\/h3>\n<h3><b>\u00a0kurzes Res\u00fcmee\u00a0\u00a0 <\/b><\/h3>\n<p>Neben dem offiziellen Programm f\u00fchrten wir abends noch lange Gespr\u00e4che in der Gruppe.\u00a0 Dabei gab es auch durchaus unterschiedliche Meinungen \u00fcber das Gesehene und Erlebte. Aber alle waren sich einig, dass man mehr sieht und &#8222;erkennt&#8220;, wenn man mehr von der Vorgeschichte und den Hintergr\u00fcnden wei\u00df. Aber auch umgekehrt: Erst das eigene Erleben \u201evor Ort\u201c vermag das Gelesene und Geh\u00f6rte anschaulich zu machen, und zumindest ansatzweise nachvollziehbar. F\u00fcr uns war die Reise auf jeden Fall auch ein Ansporn, mit der Solidarit\u00e4tsarbeit f\u00fcr das pal\u00e4stinensische Volk verst\u00e4rkt weiterzumachen.<\/p>\n<p>Die starken Frauen von Pax Christi haben wahrlich viele interessante Kontakte hergestellt und diese intensive, informative Reise sehr gut organisiert. Wir danken!<\/p>\n<p><em>Arno Hopp und S\u00f6nke Hundt<\/em><\/p>\n<p>Ralf Woelk aus unserer Reisegruppe hat ebenfalls einen sehr lesenswerten Bericht mit Fotos fertiggestellt, den man <a href=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/ralf-woelke-palaestina.pdf\" target=\"_blank\">hier als pdf-Datei<\/a> downloaden kann.Bilder aus Jerusalem: Klagemauer, Tempelberg, Felsendom &#8230;ngg_shortcode_5_placeholder<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer die Organisation Pax Christi f\u00fcr eine etwas fr\u00f6mmelnde, katholische Organisation h\u00e4lt, liegt v\u00f6llig falsch. Katholisch ja, von der organisatorischen Anbindung, aber ansonsten erstaunlich frei und kritisch, was die Politik der israelischen Regierung anbelangt. 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