{"id":2158,"date":"2015-06-21T08:57:53","date_gmt":"2015-06-21T06:57:53","guid":{"rendered":"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/?p=2158"},"modified":"2015-06-26T09:14:20","modified_gmt":"2015-06-26T07:14:20","slug":"kanaan-gemeinsames-land-der-palaestinenser-und-juden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=2158","title":{"rendered":"KANAAN \u2013 gemeinsames Land der Pal\u00e4stinenser und Juden"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"alignleft\" alt=\"\" src=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/15-06-21-buch-kanaan.jpg\" width=\"200\" \/>Zum israelisch-pal\u00e4stinensischen Konflikt sind schon tausende und abertausende von B\u00fccher, Aufs\u00e4tze, Essays und Abhandlungen geschrieben worden. Meistens von Nichtbetroffenen, von deutschen, franz\u00f6sischen, italienischen, amerikanischen, kanadischen etc. Journalisten, Korrespondenten und Historiker. Wenn Betroffene dazu was geschrieben haben, dann waren es bisher fast ausschlie\u00dflich Israelis, die entweder streng und kompromisslos die zionistische Geschichtsschreibung mitverf\u00e4lscht haben, oder es waren die neuen, jungen, wilden israelischen\u00a0 Historiker wie Ilan Pappe, Avi Shlaim, Michael Bar-Zohar, Benny Morris, Tom Segev und die Klassiker von Simcha Flapan und Israel Shahak.<\/p>\n<p>Von arabisch-pal\u00e4stinensischer Seite haben wir bisher wenig gelesen. Jetzt aber ist im Zambon Verlag ein Buch erschienen, welches alles bisher Erschienene in den Schatten stellt und 100 Jahre Schweigen bricht und wiedergutmacht. Es ist kein Buch der \u201emenschlichen Superlative\u201c, sondern ein Buch der leisen T\u00f6ne, der Fakten, Beweise und einer Sprache, die man gerne liest, <!--more-->weil man sie auch leicht versteht, im Gegensatz zu manch j\u00fcdischen Historiker von Dan Diner bis Mosche Zuckermann. Es geht in dem Buch nicht um Leid und nicht um Alleinvertretungsanspruch auf erlittenes Unrecht, obwohl die Grundthese des Buches, die wie ein roter Faden den Leser durchs Buch begleitet, die ist, das dem pal\u00e4stinensischen Volk Unrecht geschehen ist, durch Juden, durch Deutsche, durch die UNO und dem V\u00f6lkerbund und durch uns allen, die wir dazu geschwiegen haben und immer noch schweigen.<\/p>\n<p>Der Autor, Professor f\u00fcr Cytogenetik an der Universit\u00e4t von Bir Zeit im besetzten Westjordanland, schafft es, die zum Teil schrecklichen Vorg\u00e4nge, die zum Verlust der pal\u00e4stinensischen Unabh\u00e4ngigkeit, zur Gr\u00fcndung des Staates Israel und zur Vertreibung der Pal\u00e4stinenser von ihrem Grund und Boden und zum Verlust ihrer Freiheit gef\u00fchrt haben, ohne Hass und Verbitterung darzustellen, dass sie daf\u00fcr umso eindringlicher unter die Haut gehen.<\/p>\n<p>Von den verschiedenen Kapiteln des Buches, die sich alle wie ein Kriminalroman lesen, voller Spannung und Erwartung der L\u00f6sung, m\u00f6chte ich mich mit den Kapiteln \u201eIst Israel eine Demokratie\u201c und \u201eGewalt und Terrorismus\u201c besch\u00e4ftigen, weil hier das meiste Unwissen herrscht und in auf diesen Feldern die israelische Propaganda am meisten Unheil angerichtet hat, w\u00e4hrend in den anderen Kapitel die Fakten und Tatsachen so eindeutig sind, dass es dar\u00fcber keine Diskussion geben darf, es sei denn, man will bewusst seinen Kopf in den Sand stecken und die Wahrheit nicht sehen oder nicht akzeptieren. Wahrheit kann man ignorieren, aber man kann historische Tatsachen nicht \u00e4ndern bzw. f\u00e4lschen.<\/p>\n<p>Im Diskurs um den israelisch-arabischen Konflikt betont die zionistische Seite immer wieder, dass Israel \u201edie einzige Demokratie im Nahen Osten ist.\u201c Nun, das zu behaupten reicht noch nicht, denn jeder wei\u00df, dass die Nachbarstaaten bis hin zu Saudi-Arabien, Irak, Iran, Jordanien und \u00c4gypten keine Demokratien sind. Es sind Diktaturen, Milit\u00e4rdiktaturen oder K\u00f6nigreiche, in denen Demokratie unbekannt ist.<\/p>\n<p>Aber auch Israel ist nicht die Demokratie, die wir von Europa her kennen. Yitzchak Shamir, Israels Premier von 1986 bis 1992, sagte am 14. Juli 1992 der New York Times: \u201eDer j\u00fcdische Staat kann ohne einen speziellen ideologischen Inhalt nicht existieren. Wir k\u00f6nnen nicht lange existieren wie irgendein anderer Staat, dessen Hauptinteresse dem Wohlfinden seiner B\u00fcrger gilt.\u201c Und in den letzten Jahren liest man in den diversen Foren der hebr\u00e4ischen Presse in Israel, dass immer mehr Israelis bereit sind, auf den demokratischen Charakter des Staates zu verzichten, Hauptsache der Staat wird und bleibt j\u00fcdisch. Das ist aber schon l\u00e4ngst Realit\u00e4t geworden. Nichtjuden k\u00f6nnen nicht zur israelischen Nation oder zum \u201eAm Yisrael\u201c (Volk Israel) geh\u00f6ren, nicht einmal dann, wenn sie dessen Staatsb\u00fcrger sind. Nach israelischem Recht ist jeder Jude, ungeachtet seiner Kultur, Abstammung oder Staatsangeh\u00f6rigkeit, ein B\u00fcrger Israels.<br \/>\nGem\u00e4\u00df dem sogenannten \u201eR\u00fcckkehr-Gesetz\u201c hat jeder Jude das Recht, als R\u00fcckkehrer (Oleh) in dieses Land zu kommen. Gem\u00e4\u00df diesem Gesetz kann jeder Jude, einschlie\u00dflich der Konvertiten, nach Israel einwandern, \u201ezur\u00fcckkommen\u201c, denn so hei\u00dft das Gesetz. Ein Jude darf zur\u00fcckkommen, selbst wenn seine Vorfahren angeblich vor zweitausend Jahren das Land verlassen haben. Er ist nach zweitausend Jahren immer noch ein R\u00fcckkehrer. Die Pal\u00e4stinenser dagegen, die 1948 vertrieben wurden, d\u00fcrfen nicht zur\u00fcckkommen, sie sind keine R\u00fcckkehrer.<\/p>\n<p>F\u00fcr jeden Menschen, der nach gesunden Menschenverstand urteilt, ist das purer Rassismus, und die UNO tat gut daran, als sie Israel einst als rassistischen Staat verurteilt hat. In Israel geht das so weit, dass Pal\u00e4stinenser, die 1948 w\u00e4hrend der K\u00e4mpfe ihre D\u00f6rfer aus Angst verlassen haben, weil sie vor dem Krieg geflohen sind, an der R\u00fcckkehr gehindert werden, selbst wenn sie in einem Dorf wenige Kilometer entfernt Zuflucht gefunden haben. Um sie nicht einzub\u00fcrgern und um ihr Hab und Gut beschlagnahmen zu k\u00f6nnen, besonders die Grundst\u00fccke und L\u00e4ndereien, haben die Israelis ein \u201eAbwesenheitsgesetzt\u201c erlassen. Beschlagnahmter Besitz von abwesenden Pal\u00e4stinenser wurde Juden zugesprochen. Und wenn es einmal vorkam, dass ein Pal\u00e4stinenser als Entsch\u00e4digung den Grundbesitz eines \u201eabwesenden\u201c Arabers bekam, dann wollten diese in der Regel solchen Besitz, der ihren Br\u00fcdern geraubt wurde, nicht annehmen und dann wurde er auch Juden \u00fcbergeben. F\u00fcr die am 29. November 1947 oder danach nicht zuhause anwesenden Pal\u00e4stinenser wurde eine paradoxe Kategorie erfunden: \u201eAnwesende Abwesende\u201c.<\/p>\n<p>Bis 1966 lebten die im Staatsgebiet verbliebenen Pal\u00e4stinenser unter Milit\u00e4rverwaltung. Sie durften ihre H\u00e4user und D\u00f6rfer ohne besondere Erlaubnis nicht verlassen und wenn sie nach der Sperrstunde au\u00dferhalb ihrer Wohnungen waren, durften sie erschossen werden. In Kfar Kassem wurden 1956 mehr als 86 Bauern, die sp\u00e4t abends nach Hause kamen ohne zu wissen, dass die Sperrstunde vorverlegt wurde, erschossen. Die T\u00e4ter wurden nicht bestraft.<\/p>\n<p>Bis vor kurzem gab das israelische Innenministerium Personalausweise mit der Angabe der \u201eNationalit\u00e4t\u201c aus: j\u00fcdisch, arabisch, drusisch, assyrisch. Das Ministerium wies die Antr\u00e4ge einer Gruppe zur\u00fcck, die sich \u201eisraelisch\u201c nannte und als Nationalit\u00e4t \u201eIsraeli\u201c eingetragen haben wollte. Das Ministerium lie\u00df stattdessen diese Spalte in den Ausweisen einfach weg. Laut Gesetz gibt es die \u201eisraelische Nationalit\u00e4t\u201c \u00fcberhaupt nicht. Richter Shimon, der Pr\u00e4sident des obersten Gerichtshofes, erkl\u00e4rte, die Anerkennung einer israelischen Nationalit\u00e4t \u201ew\u00fcrde das Fundament verleugnen, auf dem der israelische Staat aufgebaut wurde\u201c. Nat\u00fcrlich, das j\u00fcdische Fundament, das Israel mit allen Juden auf der ganzen Welt verbindet.<\/p>\n<p>Diese Behandlung der Pal\u00e4stinenser, die nach der ethnischen S\u00e4uberung 1947-1949 im Lande geblieben waren, sagt alles aus. Die Wirklichkeit war weit von jeder Gleichberechtigung, die ihnen in der Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung versprochen wurde. Man behandelte sie als \u201ef\u00fcnfte Kolonne\u201c, und zirka hundert pal\u00e4stinensische D\u00f6rfer mit \u00fcber 70 000 Einwohnern wurden von der Regierung offiziell nicht anerkannt. Das hei\u00dft, sie werden von der Zerst\u00f6rung bedroht, von der Entwicklung ausgeschlossen und auf keiner Karte eingezeichnet. Sie wurden daran gehindert, Dinge wie Trinkwasserleitungen zu besorgen, Krankenstationen zu bauen, und manchmal wurden ganze D\u00f6rfer von der Umgebung abgeriegelt.<\/p>\n<p>Der Staat Israel wurde als ein j\u00fcdischer Staat gegr\u00fcndet. Die eingesetzte Regierung ist dem Charakter nach demokratisch, aber im Wesen j\u00fcdisch. Und wenn es einen Widerspruch gibt zwischen dem Wesen und dem Charakter, so ist klar, dass das Wesen Vorrang hat und Schritte unternommen werden m\u00fcssen, um Schaden oder Ver\u00e4nderung von diesem j\u00fcdischen Wesen abzuwenden. Die Demokratie darf den j\u00fcdischen Staat nicht zerst\u00f6ren. Viele Rabbiner argumentieren, dass in der Bibel nichts von Demokratie steht.<\/p>\n<p>Soweit in K\u00fcrze Mazin Qumsiyeh\u00b4s Gedanken und Ausf\u00fchrungen. Aber auch zum Thema Terrorismus hat er interessante Gedanken aufgeschrieben, und ich m\u00f6chte diese dem Leser auch n\u00e4herbringen.<\/p>\n<p>\u201eDiejenigen, die eine friedliche Revolution nicht zulassen, machen eine gewaltt\u00e4tige Revolution unvermeidlich\u201c, sagte John F. Kennedy am 12. M\u00e4rz 1962. Der israelischen Propaganda ist es gelungen das Wort \u201eTerrorist\u201c als Synonym f\u00fcr \u201ePal\u00e4stinenser\u201c in den K\u00f6pfen vieler Menschen einzupflanzen. Die US-Regierung definierte aber den Terrorismus wie folgt:<\/p>\n<ul>\n<li>Gewaltt\u00e4tige Handlung oder Handlungen, die Menschenleben, Besitz oder Infrastruktur gef\u00e4hrden und<\/li>\n<li>Darauf zielen,<\/li>\n<li>Eine zivile Bev\u00f6lkerung einzusch\u00fcchtern oder Zwang auf diese auszu\u00fcben.<\/li>\n<li>Die Politik einer Regierung durch Einsch\u00fcchterung oder Zwang zu beeinflussen.<\/li>\n<li>Die Regierungsf\u00fchrung durch Massenzerst\u00f6rung, Mord, Entf\u00fchrung oder Geiselnahme zu schaden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Terrorismus w\u00e4re dann auch die Belagerung pal\u00e4stinensischer St\u00e4dte durch die israelische Armee sowie deren Bombardierung von Infrastruktur und Stadtvierteln.<\/p>\n<p>Den Terrorismus haben die Juden in den Nahen Osten gebracht und damit die Pal\u00e4stinenser demoralisiert. 1936 legten Irgun-Terroristen eine Bombe im Obst-und Gem\u00fcsemarkt von Haifa und t\u00f6teten mehr als 30 Zivilisten; Allein im Juli 1938 t\u00f6tete der Irgun 76 Pal\u00e4stinenser bei Terrorangriffen; am 22. Juli 1946 jagte eine Autobombe des Irgun einen Fl\u00fcgel des King David Hotel in Jerusalem in die Luft. Dort war die britische Zivilverwaltung untergebracht. 28 Briten, 41 Araber, 17 Juden und f\u00fcnf weitere Personen kamen ums Leben; die Zionisten f\u00fchrten auch als erste die Wirtschaftssabotage ein. 1939 lie\u00df die Hagana die irakische \u00d6lpipeline bei Haifa hochgehen; am 12. Dezember 1954 entf\u00fchrten die Israelis eine syrische Zivilmaschine, und 1973 schossen die Israelis eine libysche Zivilmaschine ab, die sich in einem Sandsturm \u00fcber den Sinai verflogen hatte. Alle 106 Passagiere kamen dabei um. Die Liste der zionistischen Terroranschl\u00e4ge ist lang und sie stellt die Liste der pal\u00e4stinensischen Taten in den Schatten. Dar\u00fcber ist bisher noch nie ausf\u00fchrlich gesprochen worden. Es hie\u00df immer nur \u201earabischer Terror\u201c bzw. \u201edie radikal islamische Hamas\u201c. Wie radikal die diversen israelischen Regierungen waren, war nie ein Thema. Gezielte T\u00f6tungen durch israelische Soldaten, die extra daf\u00fcr ausgebildet wurden, war nie ein Thema. Davon, dass die Israelis 112.000 Olivenb\u00e4ume in einem Akt der Barbarei ausgerissen haben, ist auch nie gesprochen worden.<\/p>\n<p>Fast die gesamte Weltpresse, die deutsche Presse und der Springer-Konzern an erster Stelle, beschreiben den pal\u00e4stinensischen Widerstand grunds\u00e4tzlich als Terrorismus. Was ist mit dem franz\u00f6sischen Widerstand gegen die Deutschen? Der Widerstand der s\u00fcdafrikanischen Schwarzen gegen die Apartheid? Der afghanische Widerstand gegen die sowjetische oder amerikanische Besatzung? Der Partisanenkrieg der Russen gegen die Wehrmacht? Und der Widerstand der Algerier gegen die Franzosen? Viele V\u00f6lker k\u00e4mpften um ihre Unabh\u00e4ngigkeit und wurden w\u00e4hrend des Kampfes als Terroristen diffamiert. \u00dcbrigens auch die Juden, deren Anf\u00fchrer Begin und Shamir wurden von den Briten als \u201emeist gesuchte Terroristen\u201c plakatiert. Und was ist mit dem j\u00fcdischen Widerstand gegen die R\u00f6mer in der Zeit von Jesus? Wenn ein schwaches Volk gegen eine gewaltige \u00dcbermacht k\u00e4mpft, dann hat es keine andere Wahl als zum Mittel des \u201cTerrorismus\u201d zu greifen. Ist denn das Abwerfen einer Ein-Tonnen-Bombe auf ein Wohngebiet kein Terrorismus?<\/p>\n<p>Die Pal\u00e4stinenser griffen im Kampf gegen die kolonialistischen Zionisten ebenso auf den Terrorismus zur\u00fcck, wie andere Gruppen, zum Beispiel die IRA in Nordirland, oder der Widerstand der KANU in Kenja. Terrorismus als solcher, schreibt Mazin Qumsiyeh, ist unmoralisch und f\u00e4llt au\u00dferhalb all dessen, was die Mehrheit der Menschen als akzeptabel hinnehmen w\u00fcrde. Aber, wie zu Anfang erw\u00e4hnt, hat bereits Kennedy eingesehen, dass die meisten Menschen viel lieber eine friedliche Revolution machen w\u00fcrden, wenn man sie nur lie\u00dfe.<\/p>\n<p>Die Verantwortlichkeit von Gruppen f\u00fcr die Gewalt ist ein Thema, mit dem sich Qumsiyeh auch besch\u00e4ftigt. Er meint, wenn man schon nicht f\u00fcr die Gewalt selbst verantwortlich ist, dann ist man doch daf\u00fcr verantwortlich, dass man dies alles einfach hingenommen hat. Das gilt f\u00fcr die Israelis genauso wie f\u00fcr Deutsche, Franzosen, Amerikaner, Engl\u00e4nder, Russen und viele andere V\u00f6lker. Wenn manche darauf beharren, dass Terrorismus nur ein Ph\u00e4nomen bestimmter Kulturen oder Religionen sei, so ist es falsch. Die Behauptung, manche V\u00f6lker und Kulturen seien \u201enicht wie wir\u201c, ist bestenfalls eine korrupte und feige intellektuelle Schutzbehauptung und schlimmstenfalls purer Rassismus. Die Gewalt ist kein zuf\u00e4lliges Nebenprodukt von Besetzung, Unterdr\u00fcckung oder Enteignung, sondern ein ausgew\u00e4hltes Instrument dieser Taten und deren Folgen. Die Gewalt kann man nur an ihrer Wurzel bek\u00e4mpfen und vollkommen ablehnen. Ein bisschen ablehnen ist genauso absurd wie ein bisschen schwanger sein.<\/p>\n<p>Es ist an der Zeit, und das fordert dieses wunderbar klare und ehrliche Buch, es endlich auszusprechen: Schluss mit der Besetzung, die Pal\u00e4stinenser und Israelis umbringt, respektiert endlich die Menschenrechte und gew\u00e4hrt allen W\u00fcrde und Gleichberechtigung. Und das ist an uns alle gerichtet.<\/p>\n<p>Und darum nennt er sein Buch Kanaan, weil es im Grunde ein Vorschlag der Vers\u00f6hnung ist. Nicht Israel und nicht Pal\u00e4stina, Namen, die mit viel zu viel frischem Blut getr\u00e4nkt sind. Zur\u00fcck zum Ursprung, bevor die israelitischen St\u00e4mme ins Land kamen, als es noch Kanaan hie\u00df und jedermanns Land war, der dort lebte. Keine andere Gegend in der Welt hat die globalen Fragen der Menschheit so beeinflusst \u2013 sowohl positiv wie auch negativ \u2013 wie das Land Kanaan. Hier\u00a0 entstanden die Ideen, die die Welt ver\u00e4ndert haben. Das Land Kanaan war niemals \u201eein Land ohne Volk\u201c und niemand dort hat auf ein \u201eVolk ohne Land\u201c gewartet. Die Kenntnis der Geschichte von Land und Volk in Kanaan ist der Schl\u00fcssel f\u00fcr den zuk\u00fcnftigen Frieden aller derzeitigen und vertriebenen Einwohner.<\/p>\n<p>Viele V\u00f6lker und Reiche lebten oder regierten in Pal\u00e4stina: die Edomiter, Babylonier, Assyrer, Perser, Griechen, Armenier, R\u00f6mer, die Hethiter und Philister und auch die Juden. Das K\u00f6nigreich Juda existierte 341 Jahre (927-586), das K\u00f6nigreich Israel 205 Jahre (927-722). Wenn man aber bedenkt, dass das Land schon in 2500 v.Chr. bewohnt war, dann ist die Herrschaft der Juden, selbst wenn man die 68 Jahre seit 1948 hinzunimmt, ziemlich bedeutungslos, wenn auch durch Erfindung Gottes und des Judentums wohl die bedeutendste \u00fcberhaupt.<\/p>\n<p>Aber der zionistische Staat hat keine Zukunft, es sei denn, er w\u00fcrde sich mit den Bewohnern der Region verbinden und einen neuen Staat gr\u00fcnden: Den Staat Kanaan.<\/p>\n<p>Aus dem Zusammenbruch des r\u00f6mischen, osmanischen, spanischen, sowjetischen, deutschen und britischen Imperiums k\u00f6nnte man viel lernen. Werden Israel und die USA dies noch rechtzeitig erkennen?<\/p>\n<p>Quelle (mit freundlicher Genehmigung): Abi Melzer auf <a href=\"http:\/\/der-semit.de\/kanaan-gemeinsames-land-der-palaestinenser-und-juden\/ \" target=\"_blank\">http:\/\/der-semit.de\/kanaan-gemeinsames-land-der-palaestinenser-und-juden\/ <\/a>am 9. April 2015<\/p>\n<p><strong>Mazin Qumsiyeh, KANAAN \u2013 gemeinsames Land der Pal\u00e4stinenser und Juden,<\/strong> Zambon Verlag, Frankfurt 2015, 376<br \/>\nSeiten, Paperback 25.00 \u20ac (ISBN 978 3 88975 224 6).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum israelisch-pal\u00e4stinensischen Konflikt sind schon tausende und abertausende von B\u00fccher, Aufs\u00e4tze, Essays und Abhandlungen geschrieben worden. Meistens von Nichtbetroffenen, von deutschen, franz\u00f6sischen, italienischen, amerikanischen, kanadischen etc. Journalisten, Korrespondenten und Historiker. 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