{"id":2554,"date":"2015-11-23T06:25:21","date_gmt":"2015-11-23T05:25:21","guid":{"rendered":"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/?p=2554"},"modified":"2015-11-23T20:29:05","modified_gmt":"2015-11-23T19:29:05","slug":"kadewe-revidiert-seine-entscheidung-und-entschuldigt-sich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=2554","title":{"rendered":"KaDeWe revidiert seine Entscheidung und entschuldigt sich"},"content":{"rendered":"<div style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/15-11-23-kadewe-erkl\u00e4rung-zu-sortiment.jpg\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/15-11-23-kadewe-erkl\u00e4rung-zu-sortiment.jpg\" width=\"200\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Foto: screenshot von http:\/\/www.kadewe.de\/<\/p><\/div>\n<p>Der Druck auf das Management vom Edelkaufhaus KaDeWe in Berlin war dann wohl doch zu gro\u00df geworden. Es teilte jedenfalls am Sonntag \u00fcber Facebook und Twitter mit, dass es seine urspr\u00fcngliche Entscheidung, Produkte aus den von Israel besetzten Gebieten (es handelte sich um acht Weine der Marke &#8222;Gamla&#8220; von den Golan-H\u00f6hen) aus dem Sortiment zu nehmen, revidiert habe. Man habe &#8222;hausintern zu rasch und unsensibel gehandelt&#8220;. Das Unternehmen sprach ausdr\u00fccklich sein Bedauern dar\u00fcber aus, dass es &#8222;durch dieses falsche Verhalten seitens der KaDeWe-Group zu Missverst\u00e4ndnissen&#8220; gekommen sei.<!--more--><\/p>\n<p>Wie die <a href=\"http:\/\/www.haaretz.com\/israel-news\/.premium-1.687638?utm_content=German+department+store+backtracks%2C+apologizes+for+removing+settlement+goods+from+shelves+&amp;utm_medium=Daily&amp;utm_source=email&amp;utm_campaign=newsletter\" target=\"_blank\">israelische Tageszeitung Haaretz<\/a> am 22. November berichtete (&#8222;German Department Store Backtracks&#8220;), war die neue Entscheidung getroffen worden, kurz nachdem Ministerpr\u00e4sident Benjamin Netanyahu das Unternehmen f\u00fcr sein Verhalten scharf verurteilt hatte. In seiner Stellungnahme hatte er darauf hingewiesen, dass das Kaufhaus noch in den 30er Jahren in j\u00fcdischem Besitz gewesen und von den Nazis enteignet worden war. Netanyahu hat dar\u00fcber hinaus, so Haaretz, direkt die deutsche Regierung aufgefordert zu intervenieren und erkl\u00e4rt: &#8222;Wir protestieren vehement gegen diesen Schritt (des Kaufhauses, S.H.), der moralisch, praktisch und historisch unakzeptabel ist. Wir erwarten von der deutschen Regierung (&#8230;), in diesem schweren Fall t\u00e4tig zu werden.&#8220;<\/p>\n<p>Das ist dann wohl auch geschehen. In der Zwischenzeit hatte auch schon die <a href=\"https:\/\/twitter.com\/KaiDiekmann\/status\/665114048409837572\/photo\/1?ref_src=twsrc^tfw\" target=\"_blank\">Bild-Zeitung <\/a>gegen die urspr\u00fcngliche KaDeWe-Entscheidung polemisiert und gegen den Beschluss der EU-Kommission getextet: &#8222;Es ist eine Lex Israel! Eine Lex Anti-Israel. Europa h\u00e4tte genug damit zu tun, Juden besser zu sch\u00fctzen und Antisemitismus zu bek\u00e4mpfen, als Israel-Feinden ein Mittel zum Produkt-Boykott an die Hand zu geben.&#8220;<\/p>\n<p>Warum dieses internationale Aufregung um acht Weine von den Golan-H\u00f6hen im Sortiment eines Kaufhauses? Avi Primor, ehemaliger israelischer Botschafter in Deutschland, hat daf\u00fcr ganz sachlich und unaufgeregt die folgende Antwort gegeben:<\/p>\n<p><em>&#8222;Also, wenn sie merken, wie heftig die Reaktion in Israel gegen die Ma\u00dfnahme ist, ist es nicht, weil man davon ausgeht, dass das, was heute entschieden wurde, Israel wirklich schadet. Davon geht niemand aus. Man spricht, als w\u00e4re das sehr, sehr wichtig, aber in Wirklichkeit ist es eine Nebens\u00e4chlichkeit. Dem stimmen alle zu, hinter den Kulissen nat\u00fcrlich. <\/em><\/p>\n<p><em>Aber man f\u00fcrchtet, dass das ein Ansatzpunkt sein k\u00f6nnte. Heute werden &#8211; nicht boykottiert &#8211; aber sagen wir Produkte aus den besetzten Gebieten anders behandelt als die Produkte aus Israel. Morgen kann sich das erweitern, auf Israel selber. Das f\u00fcrchtet man, und daher diese Reaktion. Ich seh noch nicht, dass die Europ\u00e4er wirklich so weit gegen uns gehen wollen. Glaube ich nicht. Aber wer wei\u00df, wie die Sache sich entwickelt. Das erkl\u00e4rt diese heftige Reaktion in Israel.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Avi Primor ist vom ARD-Korrespondenten Richard C. Schneider interviewt worden. Das <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/videoblog\/zwischen_mittelmeer_und_jordan\/avi-primor-labeling-101.html\" target=\"_blank\">Interview i<\/a>st sehenswert und noch in der ARD-Mediathek enthalten.<br \/>\n<em>S\u00f6nke Hundt<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Druck auf das Management vom Edelkaufhaus KaDeWe in Berlin war dann wohl doch zu gro\u00df geworden. 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