{"id":2704,"date":"2016-01-26T10:53:13","date_gmt":"2016-01-26T09:53:13","guid":{"rendered":"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/?p=2704"},"modified":"2016-01-27T10:29:09","modified_gmt":"2016-01-27T09:29:09","slug":"die-veranstaltung-am-26-januar-2016-mit-arn-strohmeyer-findet-trotzdem-statt-vor-den-weserterrassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=2704","title":{"rendered":"Die Veranstaltung am 26. Januar 2016 mit Arn Strohmeyer fand trotzdem statt &#8211; vor den Weserterrassen"},"content":{"rendered":"<p><b>ngg_shortcode_0_placeholder<\/b>Die Veranstaltung mit dem Titel &#8222;Antisemitismus &#8211; Philosemitismus und der Pal\u00e4stina-Konflikt. Hitlers langer verh\u00e4ngnisvoller Schatten&#8220; stand seit langem auf dem Programm vom B\u00fcrgerhaus &#8222;Weserterrassen&#8220; an Bremens Osterdeich. Arn Strohmeyer wollte sein neues Buch (mit dem gleichen Titel) vorstellen und dar\u00fcber diskutieren. Als Unterst\u00fctzer der Veranstaltung fungierten die Deutsch-Pal\u00e4stinensische Gesellschaft (DPG), das Nahost-Forum Bremen, der AK Nahost und das Israelisches Komitee gegen H\u00e4userzerst\u00f6rungen &#8211; deutsche Sektion (ICAHD).<!--more--><\/p>\n<p>Am Abend vor der Veranstaltung kam dann die Absage. In der &#8222;Jerusalem Post&#8220; (<a href=\"http:\/\/www.jpost.com\/Diaspora\/German-cultural-center-cancels-anti-Israel-event-ahead-of-Holocaust-Remembrance-Day-442726\" target=\"_blank\">online-Ausgabe v. 25.01.16, 17:18 Uhr<\/a>) konnte man die Begr\u00fcndung f\u00fcr diesen unglaublichen Vorgang lesen. Stephan Pleyn, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der &#8222;Weserterrassen&#8220;, bedauerte es, dass der Eindruck habe entstehen k\u00f6nnen, dass hier ein &#8222;anti-Israel event&#8220; stattfinden solle. &#8222;Das ist&#8220;, so fuhr er fort, &#8222;in keiner Weise unsere Absicht und entspricht nicht unserer Position. Wir haben den Termin am 26. Januar sofort abgesagt.&#8220;<\/p>\n<p>Am Abend bildete sich vor den verschlossenen R\u00e4umen der &#8222;Weserterrassen&#8220; eine kleine Protestversammlung. Arn Strohmeyer verlas eine von ihm verfasste <a href=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/16-01-26-stellungnahme-strohmeyer1.doc\" target=\"_blank\">Protesterkl\u00e4rung<\/a>. Die Antisemitismus-Vorw\u00fcrfe gegen ihn seien einfach absurd. Wie k\u00f6nne die Berufung auf das V\u00f6lkerrecht und die Menschenrechte, und das w\u00e4re die Basis der Kritik an der Politik der israelischen Regierung, antisemitisch sein?<\/p>\n<p>Ein Bericht im Bremer Weser-Kurier am n\u00e4chsten Tag (27.01.16) enthielt einige weitere Informationen. Stephan Pleyn erkl\u00e4rte, er habe auf den ersten Blick &#8222;keine b\u00f6sen Absichten&#8220; bei der jetzt abgesagten Veranstaltung erkennen k\u00f6nnen. Schlie\u00dflich h\u00e4tte die Deutsch-Pal\u00e4stinensische Gesellschaft hier schon viele Vortr\u00e4ge organisiert. Und er k\u00f6nne als Au\u00dfenseiter auch nicht beurteilen, ob die Vorw\u00fcrfe nun begr\u00fcndet seien. Deswegen sei er daf\u00fcr gewesen, &#8222;erst einmal Luft aus der Situation zu lassen&#8220;. Und: man k\u00f6nne ja mal zu einer Podiumsdiskussion \u00fcber den Nahost-Konflikt einladen.<\/p>\n<p>Wer und was steckte hinter dieser Aktion? Benjamin Weinthal, der Deutschland-Korrespondent der &#8222;Jerusalem Post&#8220; hatte mal wieder (leider dieses Mal mit Erfolg) versucht, eine Kampagne gegen eine seiner Meinung nach antisemitische Veranstaltung loszutreten. Er fand auch Unterst\u00fctzer in der Stadt. Andr\u00e9 St\u00e4dler, Sprecher des Bremer Senats erkl\u00e4rte umgehend gegen\u00fcber der &#8222;Jerusalem Post&#8220;, dass er die Absage begr\u00fc\u00dfe. Grigori Pantijelew, der &#8222;Mann f\u00fcrs Grobe&#8220; bei der j\u00fcdischen Gemeinde Bremen und ihr stellvertretender Vorsitzender, fand die Absage der Veranstaltung &#8222;gro\u00dfartig&#8220; und war auch sofort bereit, die Vorw\u00fcrfe noch etwas zu verallgemeinern. Strohmeyer w\u00e4re ein &#8222;hardcore anti-Israel activist&#8220;. Detlef Griesche und andere Mitglieder dieser Gruppierungen, die jeden Samstag vor den Domtreppen ihre Pal\u00e4stina-Mahnwache abhielten, seien &#8211; ja was wohl? &#8211; antsemitisch. Sie h\u00e4tten seit Jahren zum Boykott von israelischen Produkten aufgerufen.<\/p>\n<p>Man muss dazu wissen, dass Benjamin Weinthal eng mit Hendryk M. Broder und seiner &#8222;Achse des Guten&#8220; zusammenarbeitet, und dass Differenzierungen absolut nicht ihre Sache sind. Wobei ihnen Ministerpr\u00e4sident Benjamin Netanyahu als Vorbild dient. Die Muster ihrer Kampagnen gleichen sich. Jegliche Kritik an der Politik der israelischen Regierung, seien es die Grausamkeiten der Besatzungspolitik, die Hauszerst\u00f6rungen, der illegale Siedlungsbau, die nach europ\u00e4ischem Recht unzul\u00e4ssige Kennzeichnung von Produkten aus den besetzten pal\u00e4stinensischen Gebieten usw. wird umstandslos als antisemitisch klassifiziert. Dass die israelische Botschaft die Regierungspolitik vertritt und rechtfertigt, ist verst\u00e4ndlich. Dass die j\u00fcdischen Gemeinden sich diese Linie zu eigen und von ihrer Seite aus kaum noch kritische T\u00f6ne zu vernehmen sind, ist schon viel weniger selbstverst\u00e4ndlich und bedauerlich.<\/p>\n<p>Israel ist kein homogenes Gebilde sondern stellt eine differenzierte und in Bezug auf die Zukunftsfragen tief gespaltene Gesellschaft dar. Ihr liberaler Teil, der den Frieden will und die Besatzung verurteilt, ist leider unter dem Ansturm der rechts-nationalistisch-religi\u00f6sen Kr\u00e4fte schw\u00e4cher geworden. Aber die Kritik an der Netanyahu-Regierung wird in Israel sch\u00e4rfer und die Kritiker immer zahlreicher. Sie w\u00e4ren nach der Logik der unbedingten Israelverteidiger in Deutschland \u00e0 la Benjamin Weinthal und Henryk M. Broder alles Antisemiten. Was ein etwas absurdes Ergebnis w\u00e4re, weil, wie gesagt, die sch\u00e4rfsten Kritiker der israelischen Politik ja selber Israelis sind.<br \/>\n<em>S\u00f6nke Hundt<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Veranstaltung mit dem Titel &#8222;Antisemitismus &#8211; Philosemitismus und der Pal\u00e4stina-Konflikt. Hitlers langer verh\u00e4ngnisvoller Schatten&#8220; stand seit langem auf dem Programm vom B\u00fcrgerhaus &#8222;Weserterrassen&#8220; an Bremens Osterdeich. 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