{"id":2744,"date":"2016-02-12T08:46:40","date_gmt":"2016-02-12T07:46:40","guid":{"rendered":"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/?p=2744"},"modified":"2016-04-28T07:45:46","modified_gmt":"2016-04-28T05:45:46","slug":"israels-krieg-gegen-bds-wird-immer-verzweifelter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=2744","title":{"rendered":"Israels \u201eKrieg\u201c gegen BDS wird immer verzweifelter"},"content":{"rendered":"<p><em>von Asa Wistanley<\/em><br \/>\n<em>Ein faszinierender Artikel eines Jerusalem Post Knesset-Reporters zu Beginn dieses Monats gibt einen Einblick in den mehr und mehr verzweifelten Zustand des israelischen \u201eKrieges\u201c gegen BDS. Die Boykott- Desinvestitionen- und Sanktionen-Bewegung hat zum Ziel, Israel f\u00fcr seine Verbrechen gegen das pal\u00e4stinensische Volk zur Rechenschaft zu ziehen. <\/em><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst ignoriert , sp\u00e4ter dann verh\u00f6hnt, wurde die BDS-Bewegung nun zu einer der prim\u00e4ren strategischen Bedrohungen f\u00fcr Israel, weiter, wie \u00fcblich, mit der Besatzung zu verfahren. Im Jahre 2005 formell gegr\u00fcndet, hat die Bewegung zum Ziel, Menschen, die ein Gewissen haben, weltweit zu ermutigen, Produkte aus Israel zu boykottieren, Investitionen aus israelischen Unternehmen zur\u00fcckzuziehen und Druck auf die Regierungen auszu\u00fcben, Sanktionen gegen Israel zu verh\u00e4ngen.<!--more--><\/p>\n<p>In den letzten 11 Jahren hat die Bewegung trotz massiver und kapitalkr\u00e4ftiger Gegenreaktionen von Israels einflussreichen Unterst\u00fctzern im Westen einige beeindruckende Ergebnisse erzielt. Die Beispiele hierf\u00fcr sind zu zahlreich, um ins Detail zu gehen, aber der letzte gro\u00dfe Sieg war die Aktion der Vereinigten-Methodisten-Kirche in den USA, ihren Pensionsfond in H\u00f6he von 20 Milliarden Dollar von jedem Anteil an f\u00fcnf israelischen Banken zu desinvestieren, aufgrund deren Involvierung in illegale israelische Siedlungen, die auf konfisziertem pal\u00e4stinensischen Land in der Westbank erbaut wurden.<br \/>\nIm Mai bezeichnete der israelische Pr\u00e4sident den akademischen Boykott als \u201eeine strategische Bedrohung ersten Ranges.\u201c Im Juni sagte Yitzhak Herzog, der Vorsitzende der vermeintlich linken israelischen Arbeiterpartei (und der Oppositionsf\u00fchrer in der Knesset), dass \u201eder Boykott Israels eine neue Art des Terrorismus ist\u201c, der \u201emit allen Mitteln und aller Macht, die den L\u00e4ndern der Welt zur Verf\u00fcgung stehen, bek\u00e4mpft werden muss.\u201c<\/p>\n<p>Eine Kampfansage. In der israelischen Propaganda hat BDS nun den Iran als gr\u00f6\u00dfte \u201eexistentielle Drohung\u201c f\u00fcr den Staat ersetzt. So, wie es scheint, vergeht kaum eine Woche ohne eine neue Initiative oder Abteilung der israelischen Regierung einzuf\u00fchren, um BDS zu bek\u00e4mpfen. Im August enth\u00fcllte Israels Milit\u00e4rgeheimdienst (Aman), dass es nun ein \u201eDelegitimierungs-Department\u201c betreibt, dass \u201eroutinem\u00e4\u00dfig Informationen \u00fcber ausl\u00e4ndische linke Organisationen sammelt\u201c, die BDS f\u00f6rdern. Millionen von Dollar und Schekel wurden eingesetzt \u2013 bis heute ohne sichtbaren Erfolg.<\/p>\n<p>Der Jerusalem Post berichtete \u00fcber den Start einer neuen derartigen Initiative. Mit dem Titel, \u201eAusschuss zur Bek\u00e4mpfung der Delegitimierung\u201c, soll das neue Projekt dazu dienen, die israelischen Ma\u00dfnahmen gegen BDS zu koordinieren. So viele verschiedene Abteilungen innerhalb verschiedener Ministerien wurden in den letzten Jahren eingef\u00fchrt, deren Anstrengungen fragmentiert wurden. Deshalb soll diese partei\u00fcbergreifende Knesset-Gruppierung dazu dienen, die Situation f\u00fcr die Anti-BDS-Ultras zu verbessern.<br \/>\nGilad Erdan, der w\u00e4hrend seiner Ernennung letztes Jahr als \u201eMinister f\u00fcr BDS\u201c (alleine das zeugt schon von der Macht von BDS) angepriesen wurde, leitete die Konferenz. Indem er die israelische Terminologie f\u00fcr pal\u00e4stinensische Solidarit\u00e4t benutzte, sagte er der Konferenz, dass \u201edie Delegitimierung eine Kampfansage mit strategischem Potential\u201c ist. Er sagte auch, sein Ministerium habe 100 Millionen israelische Schekel zugeteilt bekommen (mehr als 17 Millionen Pfund), um BDS und andere Arten der \u201eDelegitimierung\u201c zu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Noch bezeichnender berichtete die (Jerusalem)Post, dass der Minister f\u00fcr BDS zug\u00e4be, dass \u201edie Regierung die Boykott-, Desinvestionen- und Sanktionen Bewegung nicht alleine bek\u00e4mpfen kann; sie braucht ein Netzwerk aus Unterst\u00fctzern.<\/p>\n<p>Das riecht nach Verzweiflung. Israel scheint in Panik zu sein. Das m\u00fcssten sie eigentlich auch. Es gibt kaum etwas, das sie gegen BDS auf lange Sicht tun k\u00f6nnten, au\u00dfer es zu verz\u00f6gern. Wie der Mitbegr\u00fcnder der BDS-Bewegung, Omar Barghouti, sagt, hat Israel keine richtige Antwort auf BDS.<\/p>\n<p>Pers\u00f6nlichkeiten in der israelischen Regierung waren eine Zeit lang von dem Gedanken besessen, ihre Kampagne gegen BDS, eine g\u00e4nzlich gewaltfreie Zivilgesellschaftsbewegung, in gewaltt\u00e4tigen und milit\u00e4rischen Begriffen zu beschreiben. Die Gewohnheit, Kriege zu f\u00fchren, ist nicht leicht, abzusch\u00fctteln, so scheint es.<\/p>\n<p>Der ehemalige Mossad Direktor, Shabtai Shavit, kritisierte im Jahr 2014 die Regierung, weil sie nicht hart genug gegen BDS k\u00e4mpfte: \u201eIn dieser Zeit der asymmetrischen Kriegsf\u00fchrung setzen wir nicht unsere gesamte Macht ein, und das wirkt sich sch\u00e4dlich auf unsere Abschreckungsmacht aus.\u201c Und Herzog, der F\u00fchrer der Arbeiterpartei, den ich zuvor zitiert habe, schien auch die Gewalt gegen die BDS-Aktivisten zu bef\u00fcrworten.<br \/>\nAls der ehemalige israelische Botschafter in den USA, Michael Oren, heute ein israelischer Parlamentarier, auf der Konferenz sprach, verhakte er sich auch in den Milit\u00e4rjargon, indem er sagte, dass Israels Kampf gegen BDS \u201eein Krieg wie jeder andere ist, und im Krieg m\u00fcssen wir die Samthandschuhe ausziehen und neue Kampffelder auf Kampussen weltweit erringen\u2026 kein Panzer wird sich bewegen und kein Flugzeug wird abheben, wenn wir nicht das Recht haben, uns zu verteidigen.\u201c<\/p>\n<p>All das ist ein ermutigendes Zeichen daf\u00fcr, dass Israel und seine Verfechter immer noch keine Ahnung haben, wie sie BDS effektiv bek\u00e4mpfen k\u00f6nnen. Zur\u00fcck zum Februar 2014. Ich bot ihnen kostenlose Beratung an: \u201eSie k\u00f6nnen nicht die BDS-Bedrohung abschaffen, indem sie Geld auf das Problem werfen.\u201c Ich bin gl\u00fccklich, zu sehen, dass sie mich komplett ignoriert haben und immer noch ihr Geld zum Fenster herauswerfen.<\/p>\n<p>Asa Winstanley ist ein investigativer Journalist, er lebt in London und ist ein Mitherausgeber von Electronic Intifada.<br \/>\n\u00dcbersetzung ins Deutsche von Inga Gelsdorf.<\/p>\n<p>Quelle (mit freundlicher Genehmigung): <a href=\"http:\/\/der-semit.de\/\" target=\"_blank\">http:\/\/der-semit.de\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Asa Wistanley Ein faszinierender Artikel eines Jerusalem Post Knesset-Reporters zu Beginn dieses Monats gibt einen Einblick in den mehr und mehr verzweifelten Zustand des israelischen \u201eKrieges\u201c gegen BDS. 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