{"id":3390,"date":"2016-09-12T11:35:07","date_gmt":"2016-09-12T09:35:07","guid":{"rendered":"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/?p=3390"},"modified":"2016-09-13T08:26:22","modified_gmt":"2016-09-13T06:26:22","slug":"im-tazsalon-wird-gefragt-wie-antisemitisch-sind-wir","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=3390","title":{"rendered":"Im &#8222;Taz-Salon&#8220; wird gefragt: &#8222;Wie antisemitisch sind wir?&#8220;"},"content":{"rendered":"<div style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/taz.de\/Rolf-Verleger-ueber-Antisemitismus\/%215334842\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" \" alt=\"\" src=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/16-09-12-taz-interview-mit-verleger2.jpg\" width=\"200\" height=\"210\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">taz v. 10.09.16 &#8211; Ausriss<\/p><\/div>\n<p>Die Fragestellung ist zwar etwas merkw\u00fcrdig; aber die Veranstaltung am 13. September 2016, um 19 Uhr im Kulturzentrum Lagerhaus, Schildstra\u00dfe 12-19, wird mit Sicherheit interessant. Teilnehmer des &#8222;Salons&#8220; sind:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Helmut Hafner<\/strong>, zust\u00e4ndig f\u00fcr kirchliche Angelegenheiten in der bremischen Senatskanzlei,<\/li>\n<li><strong>Kirsten Kappert-Gonther,<\/strong> MdBB, B\u00fcndnis90\/Die Gr\u00fcnen, Vorstandsmitglied der DIG Bremen,<\/li>\n<li><strong>Peter Ullrich<\/strong>, Zentrum f\u00fcr Antisemitismusforschung, Berlin und<\/li>\n<li><strong>Rolf Verleger<\/strong>, B\u00fcndnis zur Beendigung der israelischen Besatzung, L\u00fcbeck.<\/li>\n<li>Moderation: <strong>Benno Schirrmeister<\/strong>, Redakteuer der taz.nord.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Mit Rolf Verleger hat die <a href=\"http:\/\/taz.de\/Rolf-Verleger-ueber-Antisemitismus\/%215334842\/\" target=\"_blank\">Taz am 10.09.16<\/a> schon vorab ein Interview gef\u00fchrt.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Die Taz fragt:<\/strong> \u00a0Sie kommen ja zum taz Salon \u00fcber Antisemitismus nach Bremen, deshalb hatte ich Ihnen vorab ein paar Artikel gemailt. Sie antworteten mir: Eher als ein Antisemitismusproblem h\u00e4tten wir ein Problem vor allem des Wissens dar\u00fcber, was Judentum ausmacht. Was meinen Sie damit?<\/p>\n<p><strong>Rolf Verleger:<\/strong> Ich meine damit, dass Judentum sehr viel mehr ist als die Unterst\u00fctzung Israels. Der geistige F\u00fchrer des liberalen deutschen Judentums, Rabbiner Leo Baeck, hat das Judentum als die Religion der t\u00e4tigen Moral charakterisiert. Das Judentum sollte und wollte das Leuchtfeuer der Moral unter den V\u00f6lkern sein. Dazu ist es nach der Tradition auserw\u00e4hlt unter den V\u00f6lkern, um das Gesetz Gottes unter den Menschen zu verbreiten \u2013 und nicht etwa, um ein sch\u00f6nes Land zu bekommen. <a href=\"http:\/\/taz.de\/Rolf-Verleger-ueber-Antisemitismus\/%215334842\/\" target=\"_blank\">mehr<\/a><\/p>\n<p>Die <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34945#h16\" target=\"_blank\">NachDenkSeiten v. 12.09.2016<\/a> verweisen ebenfalls auf die Veranstaltung und das Interview. Ein Leser der NDS kommentiert: <em>&#8222;Interessant, wie schon die Fragen so voller Unterstellungen sind, dass Verleger immer richtig stellen und sich rechtfertigen muss. Die &#8218;Diskurse&#8216; \u00fcber Israel sind so von den Antideutschen hysterisiert und diffamierend, dass es an andere bekannte Denk- und Sprechverbote gemahnt. Gruselig. Umso dankbarer ist man f\u00fcr die Geradlinigkeit und Standfestigkeit von Rolf Verleger.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em>Jens Wernicke<\/em> von den NachDenkSeiten verweist auf einen Artikel <a href=\"http:\/\/www.bib-jetzt.de\/bib-blog.html#blog\" target=\"_blank\">BIB-Blog (B\u00fcndnis zur Beendigung der israelischen Besatzung E.V.i.G.: <\/a><\/p>\n<header>\n<h2>Was hat die Besatzung mit uns hier in Deutschland zu tun?\u00a0Viel.<\/h2>\n<\/header>\n<p>Immer wieder h\u00f6rt man derzeit Leute sagen, in Israel sei es gerade wohl \u201esehr ruhig\u201c. Gemeint ist, dass die Nachrichten nicht unaufh\u00f6rlich von Messerattacken, einem \u201eGazakrieg\u201c oder anderen Katastrophen berichten. Leider sieht die Realit\u00e4t vollkommen anders aus. Das Ma\u00df der Katastrophe sollte am individuellen und kollektiven Schicksal gemessen werden und nicht an der Sensation, die die Nachricht in die Schlagzeilen katapultiert. Aber offensichtlich sind allt\u00e4gliche, sich st\u00e4ndig wiederholende Ereignisse \u2013 seien sie noch so katastrophal und schicksalhaft f\u00fcr die Gesch\u00e4digten \u2013 selten eine Meldung wert.<\/p>\n<p>So ist es etwa mit den gesch\u00e4tzten 2.000 Hauszerst\u00f6rungen, die Jahr f\u00fcr Jahr durchgef\u00fchrt werden, denen ausschlie\u00dflich pal\u00e4stinensische \u201eillegal gebaute\u201c H\u00e4user zum Opfer fallen und die in der Welt\u00f6ffentlichkeit kaum mehr Beachtung finden. Nur einige Menschenrechtsorganisationen wie Jewish Voice for Peace oder B\u2019Tselem berichten dar\u00fcber, rufen zum Protest auf; wenige individuelle Anschreiben erreichen die Vorzimmer von Ministern, vereinzelt erscheint eine Nachricht in einem online-Portal.<\/p>\n<p>Die breite \u00d6ffentlichkeit hat weder in Israel noch in Europa zur Kenntnis genommen, dass am 9. August fr\u00fchmorgens um 6:30 Uhr die israelische Armee ohne jegliche Vorwarnung mit Bulldozern im Dorf Umm Al-Kheir s\u00fcdlich von Hebron anr\u00fcckte und f\u00fcnf H\u00e4user von pal\u00e4stinensischen Familien zerst\u00f6rte. J\u00fcdische Siedler aus dem benachbarten Carmel standen bereits mit Videokameras dort, um diesen Sieg zu feiern. Wer nicht auftauchte und sich bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht protestierend zu Wort gemeldet hat sind Vertreter der EU, deren Gelder dort in wenigen Stunden zu Staub und Schutt wurden. Drei der f\u00fcnf zerst\u00f6rten H\u00e4user wurden n\u00e4mlich erst k\u00fcrzlich von der EU mitfinanziert, nachdem sie im April dieses Jahres bereits zerst\u00f6rt worden waren.<\/p>\n<p>Dies ist nur eine Antwort auf die Frage, warum uns das hier in Deutschland und Europa durchaus etwas angehen sollte, wenn Israels Politik den Pal\u00e4stinensern das Leben zur H\u00f6lle macht. Vor etwa einem Monat beschrieb der israelische Journalist Gideon Levy das in der Tageszeitung Ha\u2019aretz so: \u201eDie Diskussion \u00fcber die Besatzung kann nur im Ausland stattfinden. Eine derartige Debatte erfordert eine demokratische Gesellschaft, in der die Menschen wissen, was wirklich passiert. (\u2026) Unter israelischer Herrschaft leben zwei Gesellschaften, die nicht in der Lage sind, diese Diskussion zu f\u00fchren. Die J\u00fcdische lebt in Verleugnung und Repression, sie wei\u00df nichts und will auch nichts wissen; die Pal\u00e4stinensische wei\u00df alles und hat keinerlei Rechte.<br \/>\nIn einer solchen Situation, in der die eine Gesellschaft zwar die Macht hat, um Einfluss zu nehmen, aber die Realit\u00e4t leugnet, w\u00e4hrend die andere nicht nach ihrer Meinung gefragt wird, ist es unumg\u00e4nglich, die Diskussion nach au\u00dfen zu tragen. Nur so kann sicher gestellt werden, dass die Welt erf\u00e4hrt, was Besatzung bedeutet und welche Verbrechen sie mit sich bringt. Nur so k\u00f6nnen diese beendet werden.\u201c<\/p>\n<p>Gideon Levy betont, dass die Veteranen von Breaking the Silence die Pflicht h\u00e4tten, die milit\u00e4rischen Vergehen zu melden, w\u00e4hrend Ha\u2019aretz die Pflicht habe, dar\u00fcber zu berichten \u2013 sowohl in Israel als auch \u00fcberall anders. \u201eDie Welt muss von jeder Exekution erfahren, von der Apartheid in Zusammenhang mit der Verteilung von Wasser, die zum Himmel schreit. Sie muss von den Massenverhaftungen erfahren \u2013 4.800 Menschen wurden in Folge der aktuellen Gewaltwelle inhaftiert, darunter 1.400 Kinder und Jugendliche. W\u00e4hrend der zweiten Intifada wurden 80.000 Pal\u00e4stinenser verhaftet, 24.000 Haftbefehle wurde erlassen, um Zehntausende ohne Gerichtsverfahren wegsperren zu k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Levy fragt weiter, wem wir es denn erz\u00e4hlen sollten, wenn wir nicht in der Welt dar\u00fcber sprechen d\u00fcrften? Den Israelis, f\u00fcr die jeder Pal\u00e4stinenser ein Terrorist sei und jeder Terrorist den Tod verdiene? Der Welt nicht erz\u00e4hlen, dass seit Beginn der israelischen Besatzung nahezu 1 Million Pal\u00e4stinenser verhaftet wurden? Nicht erz\u00e4hlen, dass Menschen Nacht f\u00fcr Nacht aus ihren Betten gerissen werden, ohne Haftbefehl und nicht selten ohne jede Begr\u00fcndung? \u201eWenn wir also nicht dar\u00fcber sprechen, wer wird es dann wissen? Und wenn niemand davon wei\u00df, wie soll das jemals enden? Weder war die Invasion in der Ukraine eine innerrussische noch die Apartheid in S\u00fcdafrika eine innenpolitische Angelegenheit; deren Gegner haben die ganze Welt bereist, um von diesen Verbrechen zu berichten. Die Welt dar\u00fcber aufzukl\u00e4ren ist die einzige M\u00f6glichkeit, die internationale Gemeinschaft mit einzubeziehen, und die ist oft der einzige Zufluchtsort.\u201c<\/p>\n<p>Gideon Levy schlie\u00dft mit den Worten, alle Menschen, die in Israel ihr Schweigen br\u00e4chen, t\u00e4ten ihre patriotische, humane und moralische Pflicht. Dieser Pflicht wollen auch wir nachkommen \u2013 um der Gerechtigkeit, der Demokratie und der Wahrheit willen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Fragestellung ist zwar etwas merkw\u00fcrdig; aber die Veranstaltung am 13. September 2016, um 19 Uhr im Kulturzentrum Lagerhaus, Schildstra\u00dfe 12-19, wird mit Sicherheit interessant. Teilnehmer des &#8222;Salons&#8220; sind: Helmut Hafner, zust\u00e4ndig f\u00fcr kirchliche Angelegenheiten in der bremischen Senatskanzlei, Kirsten &hellip; <a href=\"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=3390\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-3390","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3390","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3390"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3390\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3404,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3390\/revisions\/3404"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3390"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3390"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3390"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}