{"id":3446,"date":"2016-09-16T19:17:33","date_gmt":"2016-09-16T17:17:33","guid":{"rendered":"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/?p=3446"},"modified":"2016-09-19T14:48:56","modified_gmt":"2016-09-19T12:48:56","slug":"keine-diskursvermischung-bericht-vom-taz-salon-ueber-antisemitismus-in-bremen-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=3446","title":{"rendered":"\u201cKeine Diskursvermischung!\u201d \u2013 Bericht vom \u201cTaz-Salon\u201d \u00fcber Antisemitismus in Bremen"},"content":{"rendered":"<div style=\"width: 410px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/07-demo-marktplatz.jpg\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/07-demo-marktplatz.jpg\" width=\"400\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Pro-Pal\u00e4stina-Demonstration auf dem Marktplatz am 23. Juli 2014. Es sind keine antisemitischen Parolen zu sehen.<\/p><\/div>\n<p>Die \u201cTageszeitung\u201d (Taz) hatte sich f\u00fcr ihre Podiumsdiskussion am 13. September im Kulturzentrum Lagerhaus in der Schildstra\u00dfe ein provozierendes Thema ausgesucht, ob n\u00e4mlich Bremen eine Hochburg des Antisemitismus geworden sei (\u201cSind wir alle Antisemiten?\u201d).<\/p>\n<p>Der Diskussion vorausgegangen war in Bremen eine &#8211; gemessen am Ergebnis &#8211; schon hysterisch zu nennende Diskussion mit gro\u00dfer Beteiligung auch \u00fcberregionaler Medien und der Politik.<\/p>\n<ul>\n<li>Die Gr\u00fcnen- und Teile der SPD-Fraktion hatten in der B\u00fcrgerschaft eine Gro\u00dfe Anfrage in der B\u00fcrgerschaft eingebracht<!--more--> und dem Senat einen umfangreichen Fragenkatalog \u00fcber antisemitische Str\u00f6mungen, Aktivit\u00e4ten und Straftaten vorgelegt. Im Vorwort der Anfrage hie\u00df es: <i>&#8222;Auch in Bremen w\u00e4chst die Sorge vor einem erstarkenden Antisemitismus <\/i><i>[&#8230;]. Diese Befunde fordern dazu auf, antisemitischen Angriffen und Ressentiments entschieden entgegenzutreten \u2013 sowohl auf der Handlungs- als auch auf der Einstellungsebene bleibt viel zu tun.\u201d<\/i> (die <a href=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/16-06-16-anfrage-b%C3%BCrgerschaft-gr%C3%BCne-antisemitismus.pdf\" target=\"_blank\">Gro\u00dfe Anfrage hier<\/a>; die <a href=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/16-09-17-AntwSenat_Anfrage-Antisemitismus.pdf\" target=\"_blank\">Antwort des Senats hier. <\/a><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>In einem <a href=\"http:\/\/www.weser-kurier.de\/startseite_artikel,-Gastkommentar-Bei-Antisemitismus-darf-die-Stadtregierung-nicht-schweigen-_arid,1453582.html\" target=\"_blank\">Gastbeitrag am 29. August 2016<\/a> hatte der stellvertretende Leiter des Simon-Wiesenthal-Zentrums in Los Angeles, <i>Rabbi Abraham Cooper<\/i>, schwere Beschuldigungen gegen die Stadt Bremen erhoben. Mit einer Reihe von Beispielen habe Bremen weltweit auf sich aufmerksam gemacht. Die Stadtregierung d\u00fcrfe <i>&#8222;nicht schweigen, mit Lippenbekenntnissen die Medien beschwichtigen oder die Augen schlie\u00dfen.&#8220;<\/i><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Bremens B\u00fcrgermeister <i>Carsten Sieling <\/i>sah sich pers\u00f6nlich \u2013 ebenfalls in einem <a href=\"http:\/\/www.weser-kurier.de\/startseite_artikel,-Gastkommentar-Gemeinsam-gegen-Antisemitismus-und-Fremdenhass-_arid,1450723.html\" target=\"_blank\">Gastbeitrag des Weserkuriers<\/a> \u2013 am 5. September 2016 gen\u00f6tigt, zu antworten: \u201c<i>In den vergangenen Wochen gab es vereinzelte Versuche, Bremen oder einzelnen Institutionen zu unterstellen, antisemitischem Denken und Handeln nicht entschieden genug entgegenzutreten. Dagegen verwahre ich mich im Namen des Senats, aber auch im Namen aller Bremerinnen und Bremer ganz ausdr\u00fccklich. Wer solche Behauptungen aufstellt, verf\u00e4lscht nicht nur die Wirklichkeit, sondern er f\u00fcgt unserem Land und seinen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern gro\u00dfen Schaden zu.\u201d<\/i><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>In einer vierseitigen Beilage in der Taz-Nord v. 10.\/11. September 2016 (nicht online verf\u00fcgbar) hatte die Tageszeitung nachgelegt und versprochen zu kl\u00e4ren, <i>&#8222;<\/i><i>we<\/i><i>r der Nestbeschmutzer ist, die Gr\u00fcnenfraktion mit iherer Gro\u00dfen Anfrage zum Thema, die Jerusalem Post, der Tagesspiegel<\/i><i>, die taz, oder ist sie nicht stets selbst schuld, die J\u00fcdische Gemeinde?&#8220;<\/i><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Anfang September 2016 hatte die f\u00fcr Kultur zust\u00e4ndige Staatsr\u00e4tin <i>Carmen Emigholz <\/i>eine Einladung f\u00fcr eine &#8222;kulturpolitische Diskussion&#8220; an insgesamt mehr als 50 von der Staat unterst\u00fctzte Kultureinrichtungen (vom Bremer Kriminaltheater \u00fcber das Rundfunkmuseum und das Kulturzentrum Lagerhaus bis zum Schloss Schoenbeck und dem Goethe-Theater) geschickt: die Staatsr\u00e4tin wollte <i>&#8222;gemeinsam L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten zum Schutze gegen etwaige antisemitische Verd\u00e4chtigungen bei der Vermietung Ihrer R\u00e4ume f\u00fcr externe Veranstaltungen<\/i><i> (finden)<\/i><i>.&#8220; <\/i>Das f\u00fcr eine liberale Stadt erstaunliche Schreiben liegt der Redaktion vor. Wie verlautet, fanden mehrere der Eingeladenen das Schreiben &#8222;starken Toback&#8220;, warnten vor Zensur und stellten \u00fcberhaupt den Sinn dieser Einladung in Frage. Und ein Ergebnis gab es nat\u00fcrlich auch nicht.<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Nimmt der Antisemitismus in Bremen tats\u00e4chlich zu?<\/b><\/p>\n<div style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/01-benno-schirrmeister_ji.jpg\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/01-benno-schirrmeister_ji.jpg\" width=\"200\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Benno Schirrmeister<\/p><\/div>\n<div style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/03-kirsten-kappert-gonther_ji.jpg\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/03-kirsten-kappert-gonther_ji.jpg\" width=\"200\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Kirsten Kappert-Gonther<\/p><\/div>\n<p>&#8222;Ist Bremen eine Hochburg des Antisemitismus? Nimmt der Antisemitismus in Bremen zu&#8220;? Diese Fragen stellte der Moderator des Abends, Taz-Redakteur <i>Benno Schirrmeister<\/i>, wiederholt und suggestiv an die eingeladenen Referenten des Abends, wobei er von <i>Kirsten Kappert-Gonther <\/i>von der Gr\u00fcnen-Frakion in der B\u00fcrgerschaft unterst\u00fctzt wurde. Das Ergebnis war entt\u00e4uschend.<\/p>\n<div style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/04-peter-ullrich_ji.jpg\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/04-peter-ullrich_ji.jpg\" width=\"200\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Peter Ullrich<\/p><\/div>\n<p><i>Peter Ulrich,<\/i> Soziologe vom Zentrum f\u00fcr Antisemitismusforschung an der TU in Berlin, antwortete sehr vorsichtig, sehr differenziert und als Wissenschaftler. Er m\u00fcsse die Zuh\u00f6rer entt\u00e4uschen. Es g\u00e4be grunds\u00e4tzlich eine langfristige Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland, die seit dem Nationalsozialismus zu einem <i>Absinken <\/i>des Antisemitismus gef\u00fchrt habe. Wobei es bestimmte Periodeneffekte bei bestimmten Ereignissen wie z.B. den letzten Gaza-Krieg g\u00e4be, die diese Tendenz unterbrechen w\u00fcrden. \u00dcber die Situation in Bremen habe es keine Untersuchung gegeben, wohl aber \u00fcber Berlin, deren Ergebnisse sich mit Einschr\u00e4nkungen auf andere St\u00e4dte und somit auch auf Bremen \u00fcbertragen lie\u00dfen. Danach, so <i>Ullrich<\/i><i>, <\/i><i>&#8222;glaube ich erst einmal grunds\u00e4tzlich nicht, dass Bremen v\u00f6llig aus dem Raster<\/i><i> der bundesdeutschen St\u00e4dte herausf\u00e4llt.&#8220; <\/i><\/p>\n<div style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/02-helmut-hafner_ji1.jpg\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/02-helmut-hafner_ji1.jpg\" width=\"200\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Helmut Hafner<\/p><\/div>\n<p><i>Helmut Hafner,<\/i>zust\u00e4ndig in der Bremer Senatskanzlei f\u00fcr kirchliche Fragen und einflussreicher Berater des B\u00fcrgermeisters in diesen Fragen antwortete heftig: <i>&#8222;Ich fand den Vorwurf, der uns von au\u00dfen aufgedr\u00fcckt wurde, Bremen sei eine Hochburg des Antisemitismus, unfair und sch\u00e4big.&#8220; <\/i>Ausdr\u00fccklich zeigte er Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Sorgen der Mitglieder J\u00fcdischen Gemeinde. Und ausdr\u00fccklich w\u00fcnschte er sich genau so auch mehr Empfindsamkeit und auch Respekt f\u00fcr das Leiden der Pal\u00e4stinenser.<\/p>\n<p><i>Rolf Verleger<\/i>, ehemaliges Mitglied des Zentralrats der Juden und jetzt Mitglied des israelkritischen &#8222;B\u00fcndnisses zur Beendigung der israelischen Besatzung&#8220; beantwortete die Fragen aus seinem pers\u00f6nlichen Erleben. Nat\u00fcrlich g\u00e4be es Antisemitismus in Deutschland, genauso wie Fremdenhass. Fr\u00fcher <i>&#8222;hat sich in den 50er und 60er Jahren kein Mensch daf\u00fcr interessiert, was meine Eltern erlebt haben. Es war alles ziemlich tri<\/i><\/p>\n<div style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/05-rolf-verleger_ji.jpg\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/05-rolf-verleger_ji.jpg\" width=\"200\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Rolf Verleger<\/p><\/div>\n<p><i>st. Aber heute? Heute ist das doch anders. Ich lebe gern in Deutschland. Es ist doch jeder Stadt ein Bed\u00fcrfnis, Stolpersteine einzurichten, der abgebrannten Synagoge zu gedenken. Und das ist doch gut so! Deswegen f\u00fchle ich mich hier wohl und gesichert, weil doch v\u00f6llig klar ist, das \u00f6ffentliche Klima ist nicht antisemitisch.&#8220;<\/i><\/p>\n<p><i>Walter Ruffler<\/i>, ehemaliger Abgeordneter der Gr\u00fcnen in der Bremer B\u00fcrgerschaft, wollte es dann genau wissen und hatte seine Frage gut vorbereitet. Vor ein paar Monaten hatte ein Vorstandsmitglied der J\u00fcdischen Gemeinde in Bremen, <i>Grigori Pantelejew<\/i>, sich &#8211; in einem Artikel im Weser Kurier &#8211; \u00fcber den Antisemitismus in der Stadt beklagt und dabei namentlich die Pal\u00e4stina-Mahnwache vor dem Dom genannt. <i>Ruffler <\/i>hatte sich daraufhin alle Parolen, die auf der Mahnwache gezeigt wurden, genau angesehen, sie aufgeschrieben, sorgf\u00e4ltig durchgelesen &#8211; und nichts Antisemitisches entdecken k\u00f6nnen. Woraufhin er <i>Pantilejew <\/i>um ein aufkl\u00e4rendes Gespr\u00e4ch bat. Die Antwort seitens der J\u00fcdischen Gemeinde: keine Zeit. <i>Ruffler <\/i>fragte den Taz-Redakteuer direkt: <i>&#8222;Ist das f\u00fcr die Taz nun ein Beispiel f\u00fcr Antisemitismus in Bremen? Oder kannst Du mir vielleicht andere nennen, damit wir ganz konkret dar\u00fcber diskutieren k\u00f6nnen?&#8220; <\/i><\/p>\n<div style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/06-blick-in-den-saal_ji.jpg\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/06-blick-in-den-saal_ji.jpg\" width=\"200\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Blick in den Saal im Kulturzentrum Lagerhaus kurz vor Beginn<\/p><\/div>\n<p>Tats\u00e4chlich wurden an dem Abend keine konkreten Antworten gegeben, weder von den Gr\u00fcnen, der Taz, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG), der J\u00fcdischen Gemeinde oder von antideutschen Gruppierungen. So blieb ungekl\u00e4rt, was denn nun eigentlich als antisemitisch in der Stadt an den Pranger gestellt werden k\u00f6nnte: etwa der Arbeitkreis Nahost, das Nahost-Forum Bremen oder bestimmte der zahlreichen Veranstaltungen zum Thema Nahost in der letzten Zeit, oder das Bremer Friedensforum, DIE LINKE, die Pal\u00e4stina-Mahnwache, die Villa Ichon oder gar einzelne Personen wie der Schriftsteller Arn Strohmeyer? Oder die vielgeschm\u00e4hte internationale BDS-(Boycott-Desinvestions-Sanctions)Kampagne?<\/p>\n<p>Nichts Konkretes wurde ge\u00e4u\u00dfert. Wie auch, die Vorw\u00fcrfe h\u00e4tten ja vor einem durchaus kritischen Publikum konkret belegt werden m\u00fcssen!<\/p>\n<p><b>&#8222;Keine Diskursvermischung!&#8220;<\/b><\/p>\n<p>Warum werden die Diskussionen \u00fcber die Themen Antisemitismus und Israel\/Pal\u00e4stina seit Jahren so emotional, so hochgradig ideologisiert und so absolut unvers\u00f6hnlich und erbittert gef\u00fchrt? <i>Peter Ullrich <\/i>bot an dem Abend eine plausible Erkl\u00e4rung an. Es liege an der fortw\u00e4hrenden und absichtsvollen Vermischung zweier Diskurse, einerseits den Diskurs \u00fcber den Antisemitismus und andererseits den Diskurs \u00fcber die Situation und die Politik in Israel\/Pal\u00e4stina. Umgekehrt gelte das ebenso: w\u00fcrde es gelingen, diese Diskurse wieder zu <em>entmischen,<\/em> k\u00f6nnte man bei dem Versuch, die rationalen Kerne in den Diskussionen freizulegen, schnell weiter kommen.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich fiel vielen auf, dass der Antisemitismus bei Rechtsradikalen, die auch in Bremen relativ stark und aktiv sind, in keiner der Stellungnahmen \u00fcberhaupt Erw\u00e4hnung fand. Also auch kein Wort dar\u00fcber, dass z. B. f\u00fcr den Auftritt der ber\u00fcchtigten Bremer Hooligan-Band &#8222;Kategorie C&#8220; in Dresden am 3. Oktober derzeit schon kr\u00e4ftig mobilisiert wird. Es ging nur um den (angeblichen) Antisemitismus bei Linken bzw. bei Gruppierungen, die die Politik der derzeitigen israelischen Regierung kritisieren.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/plakat-avi-primor-600px.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" alt=\"\" src=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/plakat-avi-primor-600px.jpg\" width=\"200\" height=\"283\" \/><\/a>Der Diskurs \u00fcber die Situation Israel\/Pal\u00e4stina, also etwa um die Frage Zwei-Staaten-L\u00f6sung oder Ein-Staat-L\u00f6sung, die Frage der gleichen bzw. ungleichen B\u00fcrgerrechte, der Widerspruch zwischen einem j\u00fcdischen Staat und einer Demokratie westlichen Musters, der Frage der Grenzen, der Verfassung, den offenen Rassismus von Netanyahu und einigen seiner Minister usw. usf. m\u00fcsste dringend gef\u00fchrt werden &#8211; wird aber von Seiten der unbedingten Israel-Freunde vermieden. Der Grund ist einfach: die Politik der derzeitigen israelischen Regierung kann immer weniger gerechtfertigt werden. Und die Erkenntnis, seinerzeit von <i>Avi Primo<\/i>, dem ehemaligen israelischen Botschafter in Deutschland, wird immer plausibler: <b>&#8222;Nicht der Antisemitismus nimmt zu, die Sympathien f\u00fcr Israel nehmen ab.&#8220;<\/b><br \/>\n<i>S\u00f6nke Hundt<\/i><\/p>\n<p>PS: Der Beitrag ist gek\u00fcrzt worden. Die <a href=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/16-09-18-artikel-pdf.pdf\" target=\"_blank\">urspr\u00fcngliche Fassung hier. <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die \u201cTageszeitung\u201d (Taz) hatte sich f\u00fcr ihre Podiumsdiskussion am 13. September im Kulturzentrum Lagerhaus in der Schildstra\u00dfe ein provozierendes Thema ausgesucht, ob n\u00e4mlich Bremen eine Hochburg des Antisemitismus geworden sei (\u201cSind wir alle Antisemiten?\u201d). 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