{"id":3464,"date":"2016-09-16T15:05:00","date_gmt":"2016-09-16T13:05:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/?p=3464"},"modified":"2016-09-20T15:06:22","modified_gmt":"2016-09-20T13:06:22","slug":"die-frau-die-niemals-schweigt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=3464","title":{"rendered":"&#8222;Die Frau, die niemals schweigt&#8220;"},"content":{"rendered":"<p align=\"justify\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft\" alt=\"\" src=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/langer-felicia.jpg\" width=\"200\" \/>Das ist der Titel des Buches \u00fcber Felicia Langer, geschrieben und verlegt beim Lamuv Verlag, G\u00f6ttingen, im Jahre 2005. Der Verleger zitiert Ausschnitte von 2 Rezensionen \u00fcber das Buch:<\/p>\n<p align=\"justify\">\u00bbFelicia Langer beschreibt nicht die Leiden eines anonymen Volkes, sie beschreibt viele pers\u00f6nliche Einzelschicksale. Sie ist erschrocken \u00fcber das Ausma\u00df der Brutalit\u00e4t und verheimlicht ihre Emp\u00f6rung nicht,. Sie will und kann nicht schweigen.\u00ab (Lerke von Saalfeld, S\u00fcddeutsche Zeitung)<!--more--><\/p>\n<p align=\"justify\">\u00bbSie ist bei allem L\u00f6wenmut und aller K\u00e4mpfernatur, die sie vor Gerichten und in Diskussionen zeigt, eine sehr weiche Frau. Sie leidet physisch mit denen, denen Unrecht geschieht. Sie nimmt sich das, was sie sieht und erlebt, im wahrsten Sinne des Wortes zu Herzen.\u00ab (Reinhard Krol, SWR)<\/p>\n<p align=\"justify\">Ja, ich nehme es bis zum heutigen Tag zu Herzen, wenn ich \u00fcber das T\u00f6ten oder Verwunden von pal\u00e4stinensischen Kindern und Zivilisten durch den israelischen Besatzer erfahre, \u00fcber Enteignung und Entrechtung der Pal\u00e4stinenser im f\u00fcnfzigsten Jahr der israelischen Besatzung.<\/p>\n<p align=\"justify\">Es gibt auch manchmal Kritik, aber selten. Eine, die ich zitieren m\u00f6chte, stand in der S\u00fcddeutschen Zeitung (8.9.2016, Peter M\u00fcnch):<\/p>\n<p align=\"justify\">\u00bb<strong><span style=\"text-decoration: underline;\">UN kritisieren Israel &#8211;<\/span> Studie:<\/strong> Der desolate Zustand der pal\u00e4stinensischen Wirtschaft ist Folge der Besatzung.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"justify\">Die israelische Besatzung f\u00fcgt der pal\u00e4stinensischen Wirtschaft nach Angaben der Vereinten Nationen enorme Sch\u00e4den zu. Chronische Armut, wachsende Arbeitslosigkeit und eine ernste Ern\u00e4hrungskrise werden in einem nun vorgelegten Bericht der UN-Konferenz f\u00fcr Handel und Entwicklung (Unctad) auf israelische Repressionen zur\u00fcckgef\u00fchrt. &#8222;Ohne die Besatzung&#8220;, so hei\u00dft es, &#8222;lie\u00dfe sich das Bruttoinlandsprodukt in den Pal\u00e4stinensergebieten ganz leicht\u00a0verdoppeln.&#8220;<\/p>\n<p align=\"justify\">Der 17-seitige Bericht enth\u00e4lt eine lange Liste von Faktoren, mit denen Israel die Entwicklung im Westjordanland und im Gazastreifen eind\u00e4mme. Angeprangert werden der Siedlungsbau, die Beschr\u00e4nkung der Bewegungsfreiheit f\u00fcr Menschen und G\u00fcter sowie die Beschlagnahmung von Land und anderen nat\u00fcrlichen Ressourcen, vor allem von Wasser. &#8222;Israel hat 82 Prozent des pal\u00e4stinensischen Grundwassers konfisziert&#8220;, hei\u00dft es bei der Unctad. Weil es den Pal\u00e4stinensern verboten sei, eigene Brunnen zu graben, h\u00e4tten sie &#8222;keine andere Wahl, als ihr eigenes Wasser aus Israel zu importieren, um 50 Prozent ihres Verbrauchs zu decken&#8220;. &#8222;Vandalismus&#8220; wird als weiteres Problem genannt. So seien seit Beginn der Besatzung vor fast f\u00fcnfzig Jahren mehr als 2,5 Millionen B\u00e4ume, darunter allein 800 000 Olivenb\u00e4ume, zerst\u00f6rt worden. Gro\u00dfe Nachteile entst\u00fcnden der Wirtschaft im Westjordanland dadurch, dass 60 Prozent des Gebiets vollst\u00e4ndig von Israel kontrolliert werde. Im Gazastreifen sei wegen einer von Israel eingerichteten Pufferzone entlang des Grenzzauns die H\u00e4lfte des Agrarlands nicht zug\u00e4nglich. Zudem w\u00fcrden die Fischer durch die Seeblockade von 85 Prozent ihrer Ressourcen abgeschnitten. Dazu kommen noch die Zerst\u00f6rungen durch drei Gaza-Kriege in den Jahren 2008 bis 2014. Allein die Kosten daf\u00fcr beziffert die Unctad auf mindestens das Dreifache des j\u00e4hrlichen Bruttoinlandsprodukts des K\u00fcstenstreifens. Die schwersten Sch\u00e4den verursachte der 50-t\u00e4gige Krieg des Sommers 2014, der auf pal\u00e4stinensischer Seite 2200 und auf israelischer 73 Tote gefordert hatte. 91 Prozent der besch\u00e4digten H\u00e4user seien &#8211; auch als Folge der israelischen Blockade &#8211; noch nicht wieder aufgebaut, hei\u00dft es, 75 000 Menschen seien auch zwei Jahre nach dem Krieg noch\u00a0obdachlos.\u00ab<\/p>\n<p align=\"justify\">Und die Welt schweigt, auch die Regierung und das Parlament in Deutschland! Israel zerst\u00f6rt weiter die H\u00e4user der Pal\u00e4stinenser, baut Siedlungen auf pal\u00e4stinensischem Boden, was v\u00f6lkerrechtswidrig ist, aber bis dato straffrei. Gaza ist das gr\u00f6\u00dfte Freiluftgef\u00e4ngnis der Welt, Hebron leidet an Entrechtung. Ost-Jerusalem wurde mehr und mehr judaisiert. Und der Premierminister Netanjahu hat die Welt mit einer Orwellschen Aussage <i>bereichert<\/i>, dass n\u00e4mlich eine v\u00f6lkerrechtsentsprechende R\u00e4umung der 1967 besetzten pal\u00e4stinensischen Gebiete eine ethnische S\u00e4uberung bedeute\u2026<\/p>\n<p align=\"justify\">Und was danach kommt, ist keine Verurteilung sondern eine Belohnung: ich zitiere Susanne Knaul, Korrespondentin der taz in Jerusalem. In der Ausgabe vom 15.9.2016 berichtet sie \u00fcber die neue Milit\u00e4rhilfe der USA f\u00fcr Israel:<\/p>\n<p align=\"justify\">\u00bbEs ist ein Milit\u00e4rhilfepaket bislang unbekannten Ausma\u00dfes. Insgesamt 38 Milliarden Dollar sollen aus dem US-Haushalt an die israelische Armee flie\u00dfen, j\u00e4hrlich um gerechnet 3,4 Milliarden Euro \u00fcber eine Laufzeit von insgesamt zehn Jahren. Darauf haben sich die Unterh\u00e4ndler Israels und der USA geeinigt. Die Vereinbarung sollte am Mittwoch in Washington unterzeichnet werden. Die Regierung in Jerusalem hatte anfangs noch h\u00f6her gezielt. Sie war mit der Forderung von 4,5 Milliarden Dollar pro Jahr in die Verhandlungen gegangen.<\/p>\n<p align=\"justify\">So viel sei mindestens n\u00f6tig, um der wachsenden Bedrohung aus dem Iran zu begegnen, die sich aus Sicht Israels infolge des Abkommens \u00fcber das Atomprogramm ergibt. Dabei ginge es nicht nur um die direkte Gefahr eines atomaren Angriffs, sondern um das Erstarken der iranischen Handlanger der Hamas im Gazastreifen und der Hisbollah im Libanon. Die aufgestockte Milit\u00e4rhilfe soll ab 2019 gezahlt werden, wenn der bisherige Zehnjahresvertrag in H\u00f6he von insgesamt 30 Milliarden Dollar ausl\u00e4uft.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Rekordsumme kam trotz der unterk\u00fchlten Beziehungen zwischen den beide Staaten nach monatelangen Verhandlungen zustande. Seit Jahren liegen der israelische Premier Benjamin Netanjahu und US-Pr\u00e4sident Barack Obama im Clinch, insbesondere wegen der israelischen Siedlungspolitik. Deshalb k\u00f6nnten auch taktische \u00dcberlegungen beim Aushandeln des Abkommens eine Rolle gespielt haben, wonach sich die Lage f\u00fcr Israel nach der US- Pr\u00e4sidentenwahl nicht verbessern w\u00fcrde.<\/p>\n<p align=\"justify\">Umgekehrt k\u00f6nnte Obama daran gelegen sein, das Verh\u00e4ltnis zu Israel vor der Pr\u00e4sidentenwahl nicht erneut einer Belastung auszusetzen. Vereinbart wurde zudem, dass Israel zuk\u00fcnftig darauf verzichtet, den Kongress um die Bewilligung weiterer Milit\u00e4rhilfe zu ersuchen. Ausnahmefall w\u00e4re nur ein neuer Krieg.<\/p>\n<p align=\"justify\">\u201eDie eigentliche Frage\u201c, so kommentiert der israelische Politologe Seew Sternhell von der Hebr\u00e4ischen Universit\u00e4t in Jerusalem, sei, \u201ewarum die USA dieses enorme Hilfspaket nicht an die Bedingungen kn\u00fcpfen, dass Israel den Prozess auf der pal\u00e4stinensischen Ebene vorantreibt\u201c. Das linksliberale Lager ist entt\u00e4uscht, dass die Regierungszeit Obamas, ein strikter Gegner von Israels Siedlungspolitik, ohne jeden Fortschritt im Friedensprozess zu Ende geht.\u00ab<\/p>\n<p align=\"justify\">Man muss die Welt alarmieren, unsere Emp\u00f6rung und Zorn nicht verheimlichen, und fragen:<\/p>\n<p align=\"justify\">\u201eWie lange noch?!\u201c<\/p>\n<p align=\"justify\">Quelle (mit freundlicher Genehmigung): <a href=\"http:\/\/www.palaestina-portal.eu\/Stimmen_Israel_juedische\/Langer_Felicia_Die%20Frau%20die%20niemals%20schweigt.htm\" target=\"_blank\">pal\u00e4stina-portal<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ist der Titel des Buches \u00fcber Felicia Langer, geschrieben und verlegt beim Lamuv Verlag, G\u00f6ttingen, im Jahre 2005. 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