{"id":3625,"date":"2016-10-25T16:07:00","date_gmt":"2016-10-25T14:07:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/?p=3625"},"modified":"2016-10-26T11:48:47","modified_gmt":"2016-10-26T09:48:47","slug":"warum-habe-ich-im-sicherheitsrat-gegen-die-besatzung-gesprochen-hagai-el-ad-im-vorstand-von-btselem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=3625","title":{"rendered":"&#8222;Warum ich im Sicherheitsrat gegen die Besatzung gesprochen habe&#8220; &#8211; Hagai El-ad \u2013 Im Vorstand von B&#8217;tselem"},"content":{"rendered":"<p>In Israel wird dar\u00fcber diskutiert, ob Hagai El-Ad, der Executive Director der israelischen Menschenrechtsorganisation B&#8217;tselem das Recht bzw. die Legitimit\u00e4t hatte, vor dem Sicherheitsrat der UNO zu sprechen. Er hatte am 14. Oktober 2016 die Gelegenheit erhalten, \u00fcber das Thema &#8222;Illegale israelische Siedlungen verhindern den Frieden und die Zwei-Staaten-L\u00f6sung&#8220; zu sprechen. Americans for Peace, eine Schwesterorganisation der israelischen Peace Now, war ebenfalls eingeladen.<!--more--><\/p>\n<p>Die Reaktionen des politischen Establishments in Israel waren heftig. Danny Danon, Israels UN-Botschafter verstieg sich zu einer neuen Wortsch\u00f6pfung, die sofort den Weg durch die Welt\u00f6ffentlichkeit machte: B&#8217;tselem und Peace Now w\u00fcrden den &#8222;diplomatischen Terror&#8220; gegen Israel unterst\u00fctzen. (<a href=\"http:\/\/www.haaretz.com\/israel-news\/1.747555\" target=\"_blank\">Haaretz v. 14.10.2016<\/a>) Benjamin Netanyahu sprach von einem &#8222;Chor der Nestbeschmutzer&#8220;. Und der Vorsitzende der amtierenden Regierungskoalition in der Knesset, David Bitan, reichte einen Gesetzentwurf ein, wonach es israelischen Staatsb\u00fcrgern untersagt werden solle, vor internationalen Gremien aufzutreten. Er frage sich auch, ob es nicht rechtlich m\u00f6glich sei, dem Vertreter vo B&#8217;tselem die Staatsb\u00fcrgerschaft zu entziehen. (Israel heute v. 23.10.2016)<\/p>\n<p>Hagai El-Ad begr\u00fcndete seinen Auftritt vor der UNO.<br \/>\n<strong>Warum habe ich im Sicherheitsrat gegen die Besatzung gesprochen<\/strong><br \/>\n<em><strong>&#8222;<\/strong>Ich habe in der UN gegen die Besatzung gesprochen, weil ich mich bem\u00fche Mensch zu sein. Und Menshen, falls sie die Verantwortung tragen f\u00fcr das Unrecht gegen andere Menschen, haben die moralische Pflicht zu helfen.<\/em><\/p>\n<p><em>Ich habe in der UN gegen die Besatzung gesprochen, weil ich Israeli bin. Ich habe kein anderes Land. Ich habe keine andere Staatsb\u00fcrgerschaft und habe keine andere Zukunft. Hier bin ich aufgewachsen und hier werde ich begraben werden. Mich geht es an was hier passiert und was mit den Menschen hier passiert. Ich k\u00fcmmere mich um das Schicksal meines Landes, das auch mein Schicksal ist. Und angesichts all dieser Fakten ist die Besatzung ein Ungl\u00fcck.<\/em><\/p>\n<p><em>Folgerungen! Hier eine davon: Die Realit\u00e4t wird sich nicht \u00e4ndern, wenn die V\u00f6lkergemeinschaft sich nicht einmischen wird. Ich habe den Verdacht, dass auch unsere arrogante Regierung das wei\u00df, deshalb ist sie so sehr damit besch\u00e4ftigt uns zu entmutigen und uns bedroht bei dieser oder jener Einmischung.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Einmischung der Welt gegen die Besatzung ist legitim wie bei jedem Thema das mit den Menschenrechten zu tun hat.<\/em><\/p>\n<p><em>Israelis und Pal\u00e4stinenser werden die Besatzung beenden, aber wir werden keinen Erfolg haben, wenn die Welt uns nicht helfen wird. Die UN ist vieles, vieles davon ist problematisch, Teile davon sind d\u00e4mlich, damit will ich nichts zu tun haben. Aber die UN ist auch das Organ, welches uns einen Staat gegeben hat, 1947, und diese Entscheidung ist bis heute die Basis f\u00fcr die internationale Legitimation unseres Staates, des Staates dessen B\u00fcrger ich bin.<\/em><\/p>\n<p><em>Ich verstehe nicht was die Regierung von den Pal\u00e4stinensern genau verlangt. Wir beherrschen ihr tagt\u00e4gliches Leben seit fast schon f\u00fcnfzig Jahren, nehmen ihr Gebiet auseinander, setzen milit\u00e4rische und b\u00fcrokratische Macht ein mit h\u00f6chsten Erfolg, \u00fcber juristischen Terror, und wenn sie sich an die UN wenden, sagen wir, dass es diplomatischer Terror sei. Es stellt sich heraus, dass alles was ein Pal\u00e4stinenser macht, au\u00dfer morgens aufzustehen und sagt \u201eDanke Herr\u201c, Terror ist. Was will die Regierung? Eine Unterwerfung? Dass die Pal\u00e4stinenser verschwinden? Sie werden nicht verschwinden.<\/em><\/p>\n<p><em>Auch wir werden nicht verschwinden und werden nicht schweigen. Man muss es \u00fcberall sagen und wiederholen: Die Besatzung ist nicht das Ergebnis eine demokratischen Entscheidung. Wir haben \u00fcber ihren Kopf hinweg entschieden, \u00fcber ihr Leben zu herrschen, so wie es uns passt. Das ist pure Gewalt und keine Demokratie. Israel hat keine legitime Option so weiter zu machen und die Welt hat keine Option weiter zuzuschauen ohne etwas zu machen. Viele Geschw\u00e4tz und keine Taten.<\/em><\/p>\n<p><em>Und warum kann man so nicht weiter machen. Weil man so nicht weitermachen darf. Ich habe vor der UN gesprochen, weil ich Mensch bleiben will.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>\u00dcbersetzung des Textes von Abi Melzer<br \/>\nQuelle (mit freundlicher Genehmigung): <a href=\"http:\/\/der-semit.de\/warum-habe-ich-im-sicherheitsrat-gegen-die-besatzung-gesprochen\/\" target=\"_blank\">Der Semit &#8211; die andere j\u00fcdische Stimme v. 25.10.2016<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Israel wird dar\u00fcber diskutiert, ob Hagai El-Ad, der Executive Director der israelischen Menschenrechtsorganisation B&#8217;tselem das Recht bzw. die Legitimit\u00e4t hatte, vor dem Sicherheitsrat der UNO zu sprechen. Er hatte am 14. 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