{"id":3649,"date":"2016-10-27T09:56:57","date_gmt":"2016-10-27T07:56:57","guid":{"rendered":"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/?p=3649"},"modified":"2016-10-27T10:09:41","modified_gmt":"2016-10-27T08:09:41","slug":"offener-brief-israelischer-und-juedischer-kulturschaffender-in-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=3649","title":{"rendered":"Israelische und j\u00fcdische Kulturschaffende in Berlin gegen Zensur"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" alt=\"\" src=\"https:\/\/scontent-fra3-1.xx.fbcdn.net\/v\/t1.0-1\/p160x160\/14681735_1138062629580541_2458266252360788057_n.jpg?oh=ea16767b7c171960d07344e33fa6d26b&amp;oe=589070F7\" width=\"200\" height=\"200\" \/>&#8222;Viele von uns haben Israel verlassen, weil wir das zunehmend be\u00e4ngstigende Klima der Einsch\u00fcchterung von Kritiker_innen der Besatzungspolitik und der zunehmenden Einschr\u00e4nkungen der Redefreiheit nicht mehr ertragen k\u00f6nnen oder wollen. Seit mehreren Jahren versucht die rechtsnationalistische Netanjahu-Regierung, progressive und pal\u00e4stinensische Stimmen zum Schweigen zu bringen. So wurden \u00f6ffentliche Gelder f\u00fcr israelisch-pal\u00e4stinensische Kulturinstitutionen gestrichen, oppositionelle K\u00fcnstler_innen seitens rassistischer Organisationen bedroht und kritische Stimmen in Universit\u00e4t und Medien wurden und werden unter extremen Druck gesetzt.<\/p>\n<p>Wir haben immer gehofft und es in den vergangenen Jahren teilweise auch so erlebt, dass Berlin ein Ort ist, an dem Debatten m\u00f6glich sind.<!--more--> Angesichts der bedr\u00fcckenden Entwicklungen in Israel, sind wir entsetzt, nun auch in dieser Stadt zu erleben, dass kritische \u00c4u\u00dferungen zu Israels Besatzungspolitik \u00e4hnlich unsachlich als \u201cIsrael-Hass\u201d oder \u201eantisemitisch\u201c gebrandmarkt werden. Noch befremdlicher ist es f\u00fcr uns, dass die Rufe nach politischer Zensur auch von Parteimitgliedern und Organisationen kommen, die sich keineswegs in der rechtsnationalistischen Ecke verorten, oder sich sogar als Linke bezeichnen.&#8220;<\/p>\n<p>Das schreiben 100 in Berlin lebende j\u00fcdische und israelische Kulturschaffende in einem offenen Brief und erkl\u00e4ren damit ihre Solidarit\u00e4t mit dem <a href=\"http:\/\/www.ballhausnaunynstrasse.de\/pdf\/AFTLS-Broschure-web-DS.pdf\" target=\"_blank\">pal\u00e4stinensischen Festival &#8222;After the Last Sky&#8220;<\/a>, das einen Monat lang vom 9.9. bis 9.10.2016 im Berliner Ballhaus Naunynstra\u00dfe stattfand und regelrecht unter Feuer der Berliner Bedingungslos-Pro-Israel-Lobby geraten war. Der <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/umstrittenes-kulturfestival-in-berlin-gegen-israel-mit-oeffentlichen-geldern\/14711762.html\" target=\"_blank\">Tagesspiegel<\/a> hatte die Welle der Verleumdungen mit einem schlimmen Artikel am 20.10.2016 er\u00f6ffnet.<\/p>\n<div>\n<h2>Offener Brief israelischer und j\u00fcdischer Kulturschaffender in Berlin, Publiziert am 25. Oktober 2016<\/h2>\n<p><em>(English below)<\/em><\/p>\n<p>Wir, j\u00fcdische und israelische Kulturschaffende, Wissenschaftler_innen und Aktivist_innen, die in Berlin leben oder hier aktiv sind, nehmen hiermit Stellung zu den beunruhigenden \u00c4u\u00dferungen mehrerer Organisationen, Journalisten und Politiker, die das Recht auf freie Meinungs\u00e4u\u00dferung in Bezug auf den Israel-Pal\u00e4stina-Konflikt in Frage gestellt haben.<\/p>\n<p>Viele von uns haben Israel verlassen, weil wir das zunehmend be\u00e4ngstigende Klima der Einsch\u00fcchterung von Kritiker_innen der Besatzungspolitik und der zunehmenden Einschr\u00e4nkungen der Redefreiheit nicht mehr ertragen k\u00f6nnen oder wollen.<\/p>\n<p>Seit mehreren Jahren versucht die rechtsnationalistische Netanjahu-Regierung, progressive und pal\u00e4stinensische Stimmen zum Schweigen zu bringen. So wurden \u00f6ffentliche Gelder f\u00fcr israelisch-pal\u00e4stinensische Kulturinstitutionen gestrichen, oppositionelle K\u00fcnstler_innen seitens rassistischer Organisationen bedroht und kritische Stimmen in Universit\u00e4t und Medien wurden und werden unter extremen Druck gesetzt.<\/p>\n<p>Wir haben immer gehofft und es in den vergangenen Jahren teilweise auch so erlebt, dass Berlin ein Ort ist, an dem Debatten m\u00f6glich sind. Angesichts der bedr\u00fcckenden Entwicklungen in Israel, sind wir entsetzt, nun auch in dieser Stadt zu erleben, dass kritische \u00c4u\u00dferungen zu Israels Besatzungspolitik \u00e4hnlich unsachlich als \u201cIsrael-Hass\u201d oder \u201eantisemitisch\u201c gebrandmarkt werden. Noch befremdlicher ist es f\u00fcr uns, dass die Rufe nach politischer Zensur auch von Parteimitgliedern und Organisationen kommen, die sich keineswegs in der rechtsnationalistischen Ecke verorten, oder sich sogar als Linke bezeichnen.<\/p>\n<p>Anlass f\u00fcr unseren Brief ist die aktuelle \u00f6ffentliche Kampagne gegen das Ballhaus Naunynstra\u00dfe und das von ihm mitgetragene pal\u00e4stinensische Kunstfestival \u201cAfter the Last Sky\u201d, in dem angeblich \u201canti-israelische Hetze\u201d toleriert wurde. Einmal abgesehen von den Verleumdungen in diesem Zusammenhang, das Festival oder einzelne Beitr\u00e4ge seien gewaltverherrlichend gewesen, begr\u00fcndeten Medien und Politiker im \u00dcbrigen den Ruf nach einer Streichung \u00f6ffentlicher Gelder mit kritischen \u00c4u\u00dferungen j\u00fcdischer und pal\u00e4stinensischer Mitwirkender_innen \u00fcber den Staat Israel im Rahmen des Festivals. Des Weiteren wurde die tats\u00e4chliche oder angebliche Unterst\u00fctzung der BDS-Bewegung durch Kuratorinnen des Festivals skandalisiert.<\/p>\n<p>Wir, die Unterzeichner_innen, sind durchaus unterschiedlicher Meinung dar\u00fcber, ob Begriffe wie \u201eApartheid\u201c, \u201eKolonialismus\u201c und \u201eethnische S\u00e4uberung\u201c in Bezug auf die Geschichte und Gegenwart des Staates Israel zutreffend oder n\u00fctzlich sind; wir haben auch unterschiedliche Positionen zum pal\u00e4stinensischen Aufruf nach Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen gegen den Staat Israel; wir stellen aber fest, dass die Diskussion \u00fcber diese Begriffe und die Argumente der BDS-Bewegung, legitime Bestandteile einer \u00f6ffentlichen Debatte \u00fcber die politische Situation in Israel-Pal\u00e4stina sind.<\/p>\n<p>Eine politische Zensur gegen Einzelpersonen und Kulturinstitutionen, die einen Raum f\u00fcr Kritik an der israelischen Politik anbieten, lehnen wir grunds\u00e4tzlich ab. Die Einsch\u00fcchterungseffekte die solche Drohungen nach sich ziehen, halten wir f\u00fcr desastr\u00f6s f\u00fcr die Diskussionskultur in einer freien Gesellschaft. Sie verhindern im \u00dcbrigen die notwendige Debatte \u00fcber die Mitverantwortung der Bundesrepublik Deutschland f\u00fcr die Situation im Nahen-Osten, insbesondere f\u00fcr die seit fast 50 Jahren andauernde israelische Besatzung.<\/p>\n<p>Als Juden und Israelis, die nicht umhin k\u00f6nnen, sich mit dem Themenkomplex Nahost zu besch\u00e4ftigen und sich von den Entwicklungen in der Region stets betroffen f\u00fchlen, empfinden wir solche Rufe nach Einschr\u00e4nkung der Meinungsfreiheit als extrem bedrohlich und auch gegen unsere eigene k\u00fcnstlerische und akademische Freiheit gerichtet.<\/p>\n<p>Die leichtfertige Instrumentalisierung von Antisemitismus-Vorw\u00fcrfen gegen linke Israelis, Pal\u00e4stinenser_innen und andere, sehen wir zudem als schwerwiegendes Hindernis bei der Bek\u00e4mpfung von tats\u00e4chlichen antisemitischen Tendenzen, die angesichts des Rechtsrucks in Deutschland immer notwendiger wird.<\/p>\n<p>Wir sind uns sehr wohl bewusst, dass sich in politischen \u00c4u\u00dferungen \u00fcber Israel und Pal\u00e4stina, Antisemitismus oder anti-muslimischer Rassismus manifestieren k\u00f6nnen. Gerade deshalb betonen wir die Bedeutung einer Diskussion, die Menschenrechte und Gleichberechtigung in den Mittelpunkt stellt. Dabei sind uns die Grundrechte der Pal\u00e4stinenser_innen genauso wichtig, wie die der j\u00fcdisch-israelischen Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>Das pal\u00e4stinensische Kunstfestival \u201eAfter the Last Sky\u201c, das von migrantischen und anti-rassistische K\u00fcnstler_innen organisiert wurde, scheint uns genau diese Werte zu repr\u00e4sentieren. Deshalb erkl\u00e4ren wir unsere volle Solidarit\u00e4t mit dem Ballhaus Naunynstra\u00dfe und mit den Kuratorinnen des Festivals.<\/p>\n<p><strong>Liste der Unterzeichner_innen \/ List of signers<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Tal Adler \u2013 K\u00fcnstler und Forscher<br \/>\nAlma Alloro \u2013 K\u00fcnstlerin<br \/>\nUdi Aloni \u2013 Regisseur<br \/>\nHila Amit \u2013 Schriftstellerin und Wissenschaftlerin,<br \/>\nYossi Bartal \u2013 Aktivist und Autor<br \/>\nGur Barzilai \u2013 Aktivist<br \/>\nAndrea Bellu \u2013 K\u00fcnstlerin<br \/>\nMatei Bellu \u2013 Wissenscahftler<br \/>\nNoam Ben Chorin- Aktivist<br \/>\nIrad Ben Isaak \u2013 Soziologe und Literaturwissenschaftler<br \/>\nSivan Ben Yishai \u2013 Theaterregisseurin<br \/>\nGabriel Ben Moshe \u2013 K\u00fcnstler<br \/>\nYaara Benger Alaluf \u2013 Wissenschaftlerin<br \/>\nAvi Berg \u2013 K\u00fcnstler<br \/>\nVered Berman \u2013 Studentin<br \/>\nIddo Bet-Hallahmi \u2013 Student<br \/>\nHannah Black \u2013 Autorin und K\u00fcnstlerin<br \/>\nMicah Brashear \u2013 Lehrer<br \/>\nNoam Brusilovsky \u2013 Theaterregisseur<br \/>\nZoya Cherkassky-Nnadi \u2013 K\u00fcnstlerin<br \/>\nSidney Corbett \u2013 Komponist<br \/>\nTomer Dahan \u2013 T\u00e4nzer<br \/>\nDr. Irit Dekel \u2013 Wissenschaftlerin<br \/>\nTomer Dreyfuss \u2013 Akademiker<br \/>\nMichael Evgi \u2013 Erziehungswissenschaftler<br \/>\nLau Feldstain \u2013 Filmmacherin<br \/>\nYemima Fink \u2013 Grafikdesignerin<br \/>\nSylvia Finzi \u2013 K\u00fcnstlerin<br \/>\nErica Fischer \u2013 Autorin und \u00dcbersetzerin<br \/>\nMadelon Fleminger \u2013 Autorin<br \/>\nAmnon Friedman \u2013 K\u00fcnstler<br \/>\nUri Ganani \u2013 Musikwissenschaftler<br \/>\nTomer Gardi \u2013 Schriftsteller<br \/>\nOri Ginat \u2013 Aktivist<br \/>\nWilliam Noah Glucroft \u2013 Fotograf und Journalist<br \/>\nGadi Goldberg \u2013 \u00dcbersetzer<br \/>\nMaja Gratzfeld \u2013 Bildende K\u00fcnsterlin<br \/>\nOlga Grjasnowa \u2013 Schriftstellerin<br \/>\nHarri Gr\u00fcnberg \u2013 Wissenschaftler<br \/>\nYara Haskiel \u2013 Video-K\u00fcnstlerin<br \/>\nIris Hefets \u2013 Authorin und Psychotherapeutin<br \/>\nYaar Hever \u2013 Webentwickler<br \/>\nNa\u2019aman Hirschfeld \u2013 Historiker<br \/>\nSharon Horodi \u2013 K\u00fcnstlerin<br \/>\nSapir Huberman \u2013 K\u00fcnstlerin<br \/>\nDr. Ofri Ilany \u2013 Historiker und Journalist<br \/>\nDani Issler \u2013 Wissenschaftler<br \/>\nMichal Kaiser Livne \u2013 Psychoanalytikerin<br \/>\nLiad Houssein Kantarovicz \u2013 Performance K\u00fcnstlerin<br \/>\nElad Lapidot \u2013 Dozent f\u00fcr Philosophie<br \/>\nAngelika Levi \u2013 Filmmacherin<br \/>\nRuth Luschnat \u2013 Aktivistin<br \/>\nGal Katz \u2013 Philosoph<br \/>\nYosi Lampel \u2013 Herausgeber<br \/>\nArmin Langer \u2013 Aktivist und Autor<br \/>\nTamir Lederberg \u2013 K\u00fcnstler<br \/>\nDikla Levinger \u2013 Leiterin von Hashomer Haztair in Berlin<br \/>\nAriel Nil Levy \u2013 Schauspieler<br \/>\nAdi Liraz \u2013 K\u00fcnstlerin, Kuratorin und Aktivistin<br \/>\nGal Liraz \u2013 Musiker<br \/>\nGur Liraz \u2013 Musiker<br \/>\nSharon Mantel \u2013 K\u00fcnstlerin<br \/>\nNaomi Mark \u2013 Menschenrechtlerin<br \/>\nLianne Merkur \u2013 Doktorandin<br \/>\nDovrat Meron \u2013 Performance K\u00fcnstlerin<br \/>\nInna Michaeli \u2013 Sozialwissentschaftlerin<br \/>\nYonatan Miller \u2013 Aktivist<br \/>\nAnka Mirkin \u2013 K\u00fcnstlerin<br \/>\nEtay Naor \u2013 Aktivist<br \/>\nHagar Ophir \u2013 K\u00fcnstlerin<br \/>\nDr. Hava Oz \u2013 Wissenschaftlerin<br \/>\nDeborah S. Phillips \u2013 K\u00fcnstlerin<br \/>\nEinat Podjarny \u2013 Aktivistin<br \/>\nElla Ponizovsky, K\u00fcnstlerin und Designerin<br \/>\nRuth Preser \u2013 Wissenschaftlerin<br \/>\nUdi Raza \u2013 Student<br \/>\nProf. Dr. Fanny-Michaela Reisin \u2013 ehem. Pr\u00e4sidentin der Internationalen Liga f. Menschenrechte<br \/>\nMichael Rothberg \u2013 Wissenschaftler<br \/>\nJoel Schalit \u2013 Autor und Journalist<br \/>\nElla Schechter \u2013 Wissenschaftlerin<br \/>\nMiriam Schickler \u2013 Kulturschaffende<br \/>\nDr. Gal Schkolnick \u2013 Wissenschaftlerin<br \/>\nIlona Schwetschuk \u2013 Studentin<br \/>\nRuth Sergel \u2013 K\u00fcnstlerin<br \/>\nIris Shahar \u2013 Studentin<br \/>\nMati Shemoelof \u2013 Dichter und Schriftsteller<br \/>\nGil Shohat \u2013 Student<br \/>\nAdina Stern \u2013 Lektorin und \u00dcbersetzerin<br \/>\nYousef Sweid- Schauspieler<br \/>\nHadas Tapouchi \u2013 K\u00fcnstlerin<br \/>\nLola Tseytlin \u2013 Ton-Engineer<br \/>\nShlomit Tulgan \u2013 Kunstp\u00e4dagogin<br \/>\nTanya Uri \u2013 K\u00fcnstlerin<br \/>\nEyal Vexler \u2013 Kulturschaffende<br \/>\nShira Wachsmann \u2013 K\u00fcnstlerin<br \/>\nProf. Dr.Michael Weinman \u2013 Wissenschaftler und Dozent<br \/>\nDaphna Westerman- K\u00fcnstlerin<br \/>\nUri Yacobi Keller \u2013 DJ<br \/>\nRotem Yaniv \u2013 Veranstalter<br \/>\nYehudit Yinhar \u2013 K\u00fcnstlerin<br \/>\nMay Zeidani Yufanyi \u2013 Soziologin und Aktivistin<\/p>\n<p><strong>English Translation:<\/strong><\/p>\n<p>Open letter by Israelis and Jewish cultural workers in Berlin<\/p>\n<p>We, cultural workers, academics and activists, Jewish and Israeli, who reside or are active in Berlin, take a stand against the concerning statements made by organizations, newspapers and politicians which undermine the right to freedom of expression regarding the Israel-Palestine conflict.<\/p>\n<p>Many of us left Israel because we could not or did not want to continue to suffer in an environment evoking fear of threats against critics of the occupation policy or increased restrictions on the freedom of expression. Since a few years ago, the right-wing\u2014nationalist government of Netanyahu has been trying to silence progressive and Palestinian voices. Funding has been frozen to Palestinian-Israeli cultural institutions, dissident artists have been threatened by racist organizations, and critical voices in the academia and media have been under enormous pressure.<\/p>\n<p>We always hoped, and even experienced in recent years, that Berlin is the place where an open debate is possible. In light of developments in Israel, we are upset that also in this city expressions about the Israeli occupation policy are denounced as \u2018hatred of Israel\u2019 or \u2018anti-Semitism\u2019. Moreover, this call for political censorship comes from organizations and politicians who do not define themselves as right-wing\u2014nationalist and even identify as left-wing.<\/p>\n<p>The reason for this letter is the current campaign against the Ballhaus Naunynstra\u00dfe and the \u2018After the Last Sky\u2019 festival which was organized in partnership with people who allegedly allowed \u2018anti-Israeli sentiment\u2019. In addition to this slander were accusations that certain participants advocated violence during the festival. Politicians and the media called for withdrawing public funding on the basis of critical remarks against the State of Israel by Jewish and Palestinian participants. Moreover, the actual or alleged support of the BDS Movement by curators of the festival was scandalized.<\/p>\n<p>We the undersigned have different opinions on concepts such as \u2018apartheid\u2019, \u2018colonialism\u2019 or \u2018ethnic cleansing\u2019 as useful or accurate descriptions of the past or present of the State of Israel. We also have different positions about the Palestinians call for boycott, Divestment and Sanctions against the State of Israel. However, we insist on a discussion of these concepts and the arguments by the BDS Movement are a legitimate part of a public debate on the political situation in Israel-Palestine. We are opposed in principle to political censorship of individuals or cultural institutions which allow a space to criticism of Israeli policy. The chilling effect of these threats is the destruction of cultural debate in open society. They also prevent the current debate on the responsibility of Germany regarding the political situation in the Middle East, and particularly on the Israeli occupation which has continued for almost fifty years.<\/p>\n<p>As Jews and Israelis, who cannot avoid dealing with Middle Eastern topics and who are affected by regional developments, we are alarmed by calls for the restriction of free expression, directed also at our freedom of expression as academics and artists. We see the instrumentalization of accusations of anti-Semitism against left-wing Palestinians, Israelis and others as an obstacle in the fight against existing anti-Semitism, which is of particular concern today in light of the rise of the right-wing in Germany.<\/p>\n<p>We are aware that political expressions on Israel and Palestine may also contain anti Semitism and anti-Muslim racism. This is precisely the reason we want to highlight the importance of centring the debate around human rights and equality. The basic rights of Palestinians are as important to us as those of the Jewish-Israeli population. The Palestinian cultural festival \u2018After the Last Sky\u2019 was organized by migrant and anti-racists artists, and expresses precisely these values. Therefore, we declare our full solidarity with the Ballhaus Naunynstra\u00dfe and the organizers of the festival.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.juedische-stimme.de\/?p=1999\" target=\"_blank\">Offener Brief gegen Zensur<\/a>siehe auch:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.ballhausnaunynstrasse.de\/stellungnahme_der_kuratorinnen_des_festivals_after_the_last_sky_im_ballhaus_naunynstrasse_berlin_24.10.2016\" target=\"_blank\">Stellungahme der Kuratorinnen des Festivals \u201cAfter the Last Sky\u201d im Ballhaus Naunynstrasse<\/a> (24.10.2016)<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.juedische-stimme.de\/?p=1994\" target=\"_blank\">Gegen rechte Zensur \u2013 in Israel und Deutschland! <\/a>(J\u00fcdische Stimme, 24.10.2016)<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.ballhausnaunynstrasse.de\/stellungnahme_zu_den_vorwurfen_im_artikel_gegen_israel_-__mit_offentlichen_geldern_im_tagesspiegel_von_johannes_c._bockenheimer_am_20.10.2016\" target=\"_blank\">Stellungnahme zu den Vorw\u00fcrfen im Artikel \u201eGegen Israel \u2013 mit \u00f6ffentlichen Geldern\u201c<\/a> im Tagesspiegel von Johannes C. Bockenheimer am 20.10.2016 (Ballhaus Naunynstra\u00dfe)<\/p>\n<p>Artikel von Johannes C. Bockenheimer: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/umstrittenes-kulturfestival-in-berlin-gegen-israel-mit-oeffentlichen-geldern\/14711762.html\">Gegen Israel \u2013 mit \u00f6ffentlichen Geldern<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Viele von uns haben Israel verlassen, weil wir das zunehmend be\u00e4ngstigende Klima der Einsch\u00fcchterung von Kritiker_innen der Besatzungspolitik und der zunehmenden Einschr\u00e4nkungen der Redefreiheit nicht mehr ertragen k\u00f6nnen oder wollen. 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