{"id":3694,"date":"2016-11-01T20:43:10","date_gmt":"2016-11-01T19:43:10","guid":{"rendered":"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/?p=3694"},"modified":"2016-11-01T20:43:10","modified_gmt":"2016-11-01T19:43:10","slug":"grossisrael-oder-frieden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=3694","title":{"rendered":"Gro\u00dfisrael oder Frieden?"},"content":{"rendered":"<p>Im Zusammenhang mit der L\u00f6sung des Israel-Pal\u00e4stina-Konflikts haben sich beide Seiten in den Oslo-Vertr\u00e4gen Anfang der 1990er Jahre grunds\u00e4tzlich zur Zweistaatenl\u00f6sung bekannt. Ein pal\u00e4stinensischer Staat ist aber auch mehr als 20 Jahre sp\u00e4ter nicht in Sicht.<\/p>\n<p>In \u00bbDie Krise des Zionismus und die Einstaatl\u00f6sung\u00ab analysiert Autorin Petra Wild, wie es um das Konzept zweier Staaten zwischen Mittelmeer und Jordan bestellt ist.<!--more--> \u00bbDie M\u00f6glichkeit zur Realisierung eines souver\u00e4nen pal\u00e4stinensischen Staates an der Seite Israels im Rahmen einer Zweistaatenl\u00f6sung hat sich als Illusion herausgestellt\u00ab, schreibt sie. Durch den Ausbau j\u00fcdischer Siedlungen im Westjor\u00addanland und die Integration von Infrastruktur und Verkehrsverbindungen sei \u00bbfaktisch ein Staat auf dem Boden des historischen Pal\u00e4stinas\u00ab entstanden. Innerhalb der gr\u00fcnen Linie werde die pal\u00e4stinensische Minderheit systematisch und institutionell diskriminiert, w\u00e4hrend Pal\u00e4stinenser in der Westbank der Zerst\u00f6rung ihrer Lebensgrundlage ausgesetzt seien. Dies k\u00f6nne auf Dauer keine Perspektive sein \u2013 weder f\u00fcr Israelis noch f\u00fcr Pal\u00e4stinenser. Aus diesem Grund habe in den letzten Jahren eine Bewegung an Zustimmung gewonnen, die sich f\u00fcr einen demokratischen, s\u00e4kularen Staat einsetzt, in dem Christen, Juden und Muslime auf Basis von gleichen Rechten und gemeinsamer Staatsb\u00fcrgerschaft zusammenleben. Die Einstaatenl\u00f6sung sei, so Wild, die einzige M\u00f6glichkeit zur Beilegung des Konflikts, die sowohl die Rechte der einheimischen Pal\u00e4stinenser als auch die der Siedlerbev\u00f6lkerung und ihrer Nachkommen garantiere. Unter dem Etikett \u00bbEinstaatenl\u00f6sung\u00ab kursierten jedoch verschiedene Vorstellungen, \u00bbdie nicht alle mit den Prinzipien einer emanzipatorischen Einstaatenbewegung (\u2026) \u00fcbereinstimmen\u00ab. So propagieren Teile der israelischen Rechten die Annexion der besetzten Gebiete f\u00fcr das Projekt Gro\u00dfisrael mit abgespeckten B\u00fcrgerrechten f\u00fcr Pal\u00e4stinenser.<\/p>\n<p>Wild f\u00fchrt aus, wie sich Juden in Europa und den USA in den letzten Jahren von Israel abgewendet h\u00e4tten. An zahlreichen US-Universit\u00e4ten seien traditionsreiche linkszionistische Friedensgruppen verschwunden. Gleichzeitig gr\u00fcndeten sich neue Organisationen, wie \u00bbJews for a Just Peace\u00ab. \u00bbDie Krise des Zionismus\u00ab hatte der US-amerikanische liberale Zionist Peter Beinart bereits 2012 ein Buch genannt. Angesichts der zunehmenden Polarisierung h\u00e4tten gerade liberale Zionisten ein Problem, so die Autorin. Sie m\u00fcss\u00adten sich entscheiden: \u00bbEntweder sie h\u00f6ren auf, liberal zu sein, und bekennen sich offen zu Apartheid und ethnischen S\u00e4uberungen, (\u2026) oder sie h\u00f6ren auf, Zionisten zu sein.&#8220;<br \/>\n<em>Florian Osuch<\/em><\/p>\n<p>Petra Wild: Die Krise des Zionismus und die Einstaatl\u00f6sung. Promedia-Verlag, Wien 2015, 256 S., 17,90 Euro<br \/>\nQuelle (mit freundlicher Genehmigung): <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2016\/10-31\/065.php?sstr=\">Junge Welt v. 31.10.2016<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Zusammenhang mit der L\u00f6sung des Israel-Pal\u00e4stina-Konflikts haben sich beide Seiten in den Oslo-Vertr\u00e4gen Anfang der 1990er Jahre grunds\u00e4tzlich zur Zweistaatenl\u00f6sung bekannt. Ein pal\u00e4stinensischer Staat ist aber auch mehr als 20 Jahre sp\u00e4ter nicht in Sicht. 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