{"id":4924,"date":"2017-05-03T14:15:06","date_gmt":"2017-05-03T14:15:06","guid":{"rendered":"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/?p=4924"},"modified":"2017-05-03T14:15:58","modified_gmt":"2017-05-03T14:15:58","slug":"we-are-here-sabrina-dittus-ueber-ihren-neuen-film-aus-gaza","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=4924","title":{"rendered":"&#8222;We Are Here&#8220; &#8211; Sabrina Dittus \u00fcber ihren neuen Film aus Gaza"},"content":{"rendered":"<div style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/01-Gaza_Cover_ji.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/01-Gaza_Cover_ji.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"238\"><\/a><p class=\"wp-caption-text\">die Gruppe von ASHTAR-Theater<\/p><\/div>\n<p>Am 27. April 2017 zeigte Sabrina Dittus im Bremer \u00dcberseemuseum ihren neuen Film \u00fcber die sechs Jugendlichen aus dem ASHTAR-Theater Gaza-Stadt. Der Film &#8222;We Are Here&#8220; dokumentiert auf eine sehr intensive, eindringliche und h\u00e4ufig beklemmende Weise, wie die sechs Jugendlichen der Theatergruppe ASHTAR das St\u00fcck \u00fcber ihr Leben in Gaza entwickeln, diskutieren, proben, \u00fcben, Szenen wieder verwerfen, wieder diskutieren &#8211; und sich schlie\u00dflich alle unb\u00e4ndig dar\u00fcber freuen, nach Ramallah zur Premiere aus Gaza ausreisen zu k\u00f6nnen. <!--more-->F\u00fcr die endg\u00fcltige Ausreisegenehmigung allerdings m\u00fcssen sie tats\u00e4chlich bis zwei Tage vor der Premiere warten. Und auch dann erhalten schlie\u00dflich nur vier der sechs Schauspieler\/innen von den israelischen Beh\u00f6rden die Genehmigung.<\/p>\n<div style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/02-DSC02056_ji.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/02-DSC02056_ji.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"169\"><\/a><p class=\"wp-caption-text\">im Bremer \u00dcberseemuseum<\/p><\/div>\n<p>Die Kriege in Gaza, die zerbombten Stra\u00dfen und H\u00e4user, die Zerrissenheit der Familien, die vielen Toten und Verwundeten &#8211; kurz: die f\u00fcr uns unvorstellbare Alltagsrealit\u00e4t in Gaza kommen in dem Film nur indirekt und damit um so eindringlicher zur Sprache. Etwa, wenn die Jugendlichen am Strand sitzen, ihrem Lieblingsplatz und Sehnsuchtsort, wie sie sagen, von dem sie weit bis in die Freiheit sehen k\u00f6nnen. Oder wenn sie von ihrem Studium erz\u00e4hlen (95 Prozent der Jugendlichen studieren), von ihren W\u00fcnschen an die Zukunft, und was sie dann mit ihrem Abschlussdiplom anfangen k\u00f6nnen. N\u00e4mlich nahezu nichts, sie k\u00f6nnen es sich an die Wand h\u00e4ngen, weil es in Gaza so gut wie keine Arbeit gibt. &nbsp;<\/p>\n<p>Die Filmemacherin gab nach dem Film bereitwillig Auskunft \u00fcber ihre Erfahrungen w\u00e4hrend der \u00fcberaus kurzen Zeit, die sie in Gaza drehen durfte, &#8222;Was diese jungen Menschen, die ja teilweise erst 14 sind, ertragen, ist f\u00fcr mich \u00fcberhaupt nicht vorstellbar. Die St\u00e4rke, die sie haben, irgendwie mit diesem Leben umzugehen, ob man will oder nicht. Ich habe noch nie gesehen, dass Kunst und Theater eine solche Bedeutung haben und das Leben wirklich ver\u00e4ndern k\u00f6nnen.&#8220; Es wurde ein langes Gespr\u00e4ch im Bremer \u00dcberseemuseum mit vielen Informationen und Erz\u00e4hlungen \u00fcber das Leben von Jugendlichen im gro\u00dfen Gaza-de-facto-Gef\u00e4ngnis, \u00fcber die Konflkte vom Leben in traditionellen patriarchalischen, muslimischen Familen, \u00fcber die Rolle und die Kontrolle der Hamas \u00fcber viele Bereiche des politischen und \u00f6ffentlichen Lebens &#8211; und nat\u00fcrlich und immer wieder \u00fcber die Schrecken der letzten und die Furcht vor einem Krieg, vor dem niemand fl\u00fcchten kann und von dem viele annehmen, das er wieder kommt.<\/p>\n<p>Es geh\u00f6rt zum Grundverst\u00e4ndnis der Regisseurin des Films, dass die Jugendlichen, um die es geht, jederzeit ein volles Mitspracherecht am Film hatten und jede Szene guthei\u00dfen mussten. Nur deshalb hat sich, was man dem Film in jeder Minute anmerkt, ein solches Vertrauen und eine solche Offenheit zwischen der Gruppe und der Regisseurin aufbauen k\u00f6nnen, was dem Film schlie\u00dflich diese unglaubliche Authentizit\u00e4t verleiht.<\/p>\n<p>Am 15. Dezember 2016 wurde der Film &#8222;We Are Here&#8220; im Mahmoud Darwish Museum vor einem gro\u00dfen Publikum in Ramallah uraufgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Da der Film <strong>&#8222;We Are Here&#8220;<\/strong> von der Rosa-Luxemburg-Stiftung kofinanziert wurde, kann er kostenlos von dort bezogen werden. Es lohnt sich, und man kann dem Film nur eine gro\u00dfe Verbreitung w\u00fcnschen. Zu beziehen ist er hier: <a href=\"https:\/\/rls-relaunch.cosmoprojects.de\/profil\/es_detail\/6SAZ5RZRPU\/charlotte-tinawi\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/rls-relaunch.cosmoprojects.de\/profil\/es_detail\/6SAZ5RZRPU\/charlotte-tinawi\/<\/a><\/p>\n<p>Der vorherige Film von Sabrina Dittus mit dem Titel <strong>&#8222;Milliarden f\u00fcr den Stillstand. Die Rolle der EU im Nahostkonflikt&#8220;<\/strong> (er wurde am <a href=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/?s=dittus&amp;submit=Suchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">06.12.2016 in Bremen vorgestellt<\/a>), kann beim Evangelischen Zentrum f\u00fcr entwicklungsbezogene Filmarbeit (EZEF) bezogen werden und kostet 19 Euro f\u00fcr Privatpersonen. <a href=\"http:\/\/s43.s.gep-hosting.de\/filme\/milliarden-fuer-den-stillstand-die-rolle-der-eu-im-nahostkonflikt\/3242\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/s43.s.gep-hosting.de\/filme\/milliarden-fuer-den-stillstand-die-rolle-der-eu-im-nahostkonflikt\/3242<\/a><br \/>\n<em>S\u00f6nke Hundt<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 27. April 2017 zeigte Sabrina Dittus im Bremer \u00dcberseemuseum ihren neuen Film \u00fcber die sechs Jugendlichen aus dem ASHTAR-Theater Gaza-Stadt. 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