{"id":5023,"date":"2017-05-18T05:43:04","date_gmt":"2017-05-18T05:43:04","guid":{"rendered":"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/?p=5023"},"modified":"2017-05-18T15:35:18","modified_gmt":"2017-05-18T15:35:18","slug":"hungerstreik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=5023","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"<p><strong>28 Tage Hungerstreik der pal\u00e4stinensischen Gefangenen in israelischen Gef\u00e4ngnissen<\/strong><\/p>\n<p>Sonntag, der 14. Mai war der 28. Tag des Hungerstreik der pal\u00e4stinensischen Gefangenen in israelischen Gef\u00e4ngnissen. Der Streik hat am 17. April, dem pal\u00e4stinensischen \u201eTag der Gefangenen\u201c mit 1.500 der rund 6.500 Gefangenen (darunter 300 Kinder) begonnen, seither sind etwa 200 weitere H\u00e4ftlinge hinzu gekommen.<!--more--> Angef\u00fchrt wird der Streik von Marwan Barghouthi, der zur al-Fatah geh\u00f6rt und seit 2002 wegen Beteiligung am bewaffneten Widerstand im Gef\u00e4ngnis sitzt. Mitglieder aller pal\u00e4stinensischen politischen Organisationen beteiligen sich an diesem \u201eHungerstreik der Freiheit und W\u00fcrde,\u201c in dem sie nur Wasser und Salz zu sich nehmen. [&#8230;]<\/p>\n<p>Israel reagiert auf den Hungerstreik so, wie es immer auf K\u00e4mpfe der Pal\u00e4stinenser reagiert: mit Repression. Gefangenen werden fortlaufend verlegt oder in Isolationshaft gesteckt, um die Kommunikation zu verhindern. Familienangeh\u00f6rige und Anw\u00e4lte werden in vielen F\u00e4llen nicht mehr zu ihnen gelassen. Es gibt regelm\u00e4\u00dfige n\u00e4chtliche Zellenrazzien, in denen pers\u00f6nlicher Besitz der Gefangenen wie Radios, der Koran, Kleidung und Decken beschlagnahmt werden. Teilweise fordern die Soldaten w\u00e4hrend dieser Razzien von den k\u00f6rperlich \u00fcberaus geschw\u00e4chten Gefangenen, denen jede Bewegung gro\u00dfen Schmerz verursacht, aufzustehen, um \u201egez\u00e4hlt zu werden.\u201c Gefangene, die das nicht tun, werden bestraft, unter anderem mit hohen Bu\u00dfgeldern. Teilweise wird den&nbsp; Gefangenen auch das Salz entzogen oder der Zugang zu Trinkwasser verwehrt.<\/p>\n<p>Bis jetzt weigert sich Israel, mit den hungerstreikenden Gefangenen zu verhandeln. Verteidigungsminister Avigdor Liebermann, der bereits in der Vergangenheit dazu aufgerufen hatte, Gefangene zu ertr\u00e4nken, erkl\u00e4rte auf Facebook: \u201eWas den Hungerstreik von Terroristen in israelischen Gef\u00e4ngnissen angeht, vertrete ich den Ansatz von Margret Thatcher.\u201c Damit bezog sich Lieberman auf den Hungerstreik irischer politischer Gefangener 1981, bei dem mehrere Gefangene starben. \u201eEs gibt keine wirkliche Rechtfertigung f\u00fcr diesen Streik,\u201c erkl\u00e4rte Gilad Erdan, der Minister f\u00fcr \u00f6ffentliche Sicherheit, der f\u00fcr die Gef\u00e4ngnisse verantwortlich ist. \u201eTerroristen sind nicht im Gef\u00e4ngnis, um gute Bedingungen zu bekommen. Sie sind dort, um bestraft zu werden. Ein Hungerstreik sollte unser Verhalten als Staat gegen\u00fcber den Gefangenen nicht ver\u00e4ndern. \u201c<\/p>\n<p>Israel droht nun mit Zwangsern\u00e4hrung. Gilad Erdan hatte bereits vor dem Beginn des Streiks die Errichtung von Milit\u00e4rhospit\u00e4lern vorgeschlagen, da zivile Krankenh\u00e4user bis jetzt die Durchf\u00fchrung der Zwangsern\u00e4hrung verweigern. Zwangsern\u00e4hrung gilt im internationalen Kodex der Mediziner als unethisch und wird mit Folter gleichgesetzt. Der Vorsitzenden des Netzwerks Samidoun zur Unterst\u00fctzung der Gefangenen \u00e4u\u00dferte die Bef\u00fcrchtung, dass dieser Vorschlag Erdans auf die massenweise Zwangsern\u00e4hrung von pal\u00e4stinensischen Gefangenen au\u00dferhalb des zivilen Gesundheitssystems hinauslaufen k\u00f6nnte. Der Vorsitzende des Pal\u00e4stinensischen Komitees f\u00fcr die Angelegenheiten der Gefangenen Issa Qaraqe k\u00fcndigte bereits an, dass jeder Arzt, ganz gleich welcher Nationalit\u00e4t, der sich an der Zwangsern\u00e4hrung beteiligt, rechtlich belangt werden wird. [&#8230;]<\/p>\n<p>Internationale Solidarit\u00e4t ist entscheidend, um den Druck aufzubauen, der die israelische Regierung zwingt, die Forderungen der Gefangenen zu erf\u00fcllen.<\/p>\n<p><em>Petra Wild<\/em><\/p>\n<p>Petra Wild ist Islamwissenschaftlerin mit den Arbeitsschwerpunkten Pal\u00e4stina-Frage sowie Widerstand und Revolution in der arabischen Welt. Sie ist Autorin der B\u00fccher \u201eApartheid und ethnische S\u00e4uberung in Pal\u00e4stina. Der zionistische Siedlerkolonialismus in Wort und Tat\u201c (Wien, 2013) und \u201eDie Krise des Zionismus und die Ein-Staat-L\u00f6sung. Zur Zukunft eines demokratischen Pal\u00e4stinas\u201c (Wien, 2015)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kenfm.de\/28-tage-hungerstreik-der-palaestinensischen-gefangenen-in-israelischen-gefaengnissen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">der vollst\u00e4ndige Artikel hier: kenfm v. 16.05.2017<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>28 Tage Hungerstreik der pal\u00e4stinensischen Gefangenen in israelischen Gef\u00e4ngnissen Sonntag, der 14. Mai war der 28. Tag des Hungerstreik der pal\u00e4stinensischen Gefangenen in israelischen Gef\u00e4ngnissen. Der Streik hat am 17. 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