{"id":5052,"date":"2017-05-21T07:03:30","date_gmt":"2017-05-21T07:03:30","guid":{"rendered":"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/?p=5052"},"modified":"2017-05-29T09:36:46","modified_gmt":"2017-05-29T09:36:46","slug":"kritik-nicht-erwuenscht-leserbriefe-wurden-nicht-veroeffentlicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=5052","title":{"rendered":"Kritik unerw\u00fcnscht. Leserbriefe wurden nicht ver\u00f6ffentlicht"},"content":{"rendered":"<p>Am 5. Mai 2017 erschien im Weserkurier, der Zeitung mit einem Quasi-Monopol in Bremen und umzu, <a href=\"http:\/\/www.weser-kurier.de\/bremen\/bremen-stadt_artikel,-in-bremen-gibt-es-auch-eine-antijuedische-Oeffentlichkeit-_arid,1593840.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">ein langes Interview mit Christian Weber, Bremens h\u00f6chstem politischem Repr\u00e4sentanten.<\/a>&nbsp; Thema: Das Verh\u00e4ltnis zu Israel. Weber \u00e4u\u00dferte in dem Interview seine bekannte, pointierte und \u00fcberaus positive Meinung zu Israels gegenw\u00e4rtiger Regierung und ihrer Politik. Kein Wunder, dass viele Leserinnen und Leser das anders sahen und kritische Leserbriefe schrieben. Der Weserkurier druckte davon keinen einzigen.<!--more--><\/p>\n<p><em>Dr. Detlef Griesche<\/em>, zur Zeit im Vorstand der Deutsch-Pal\u00e4stinensischen Gesellschaft (DPG) und fr\u00fcher Abgeordneter f\u00fcr die SPD in der B\u00fcrgerschaft, schrieb daraufhin dem Chefredakteur, Moritz D\u00f6bler, einen l\u00e4ngeren pers\u00f6nlichen Brief, bem\u00e4ngelte die von vielen Vorurteilen gepr\u00e4gte Sichtweise des B\u00fcrgerschaftspr\u00e4sidenten und fragte den Chefredakteur, warum sich die Redaktion nicht dazu durchringen k\u00f6nne, auch nur einen einzigen der vielen kritischen Leserbriefe abzudrucken. Auch hier: keine Antwort.<\/p>\n<p>Im folgenden deshalb hier eine Auswahl von Leserbriefen an den Weserkurier.<\/p>\n<hr>\n<p><strong>6. Mai 2017<\/strong><br \/>\nDas Interview mit dem B\u00fcrgerschaftspr\u00e4sidenten zeigt leider, dass auch er offenbar die einfachsten Begriffe nicht unterscheiden kann. Sonst k\u00f6nnte er nicht sagen, dass es in Bremen &#8222;eine ganz starke anti-j\u00fcdische kritische \u00d6ffentlichkeit&#8220; gibt. Ich w\u00fc\u00dfte nicht, wo die sein soll. Es gibt in Bremen berechtigte Kritik an der israelischen Regierung, n\u00e4mlich an ihrer Besetzungs- und Besatzungspolitik. Diese Kritik scheint Christian Weber sogar zu teilen, wie man dem Interview entnehmen kann. Wenn er jedoch mitteilt, dass es an Schulen &#8222;anti-j\u00fcdische, anti-israelische Konstellationen&#8220; gibt, dann tr\u00e4gt er weiter zur Begriffsverwirrung bei. Wie soll man dann von Kindern erwarten, dass sie Kritik an der israelischen Regierungspolitik von Kritik an Israel und beides von Antisemitismus unterscheiden k\u00f6nnen.<br \/>\n<em>Prof. Dr. Johannes Feest<\/em><\/p>\n<hr>\n<p><strong>7. Mai 2017<\/strong><br \/>\nLeserbrief zum Artikel \/ Interview mit Christian Weber: \u201aDen Zeigefinger unten lassen\u2018 vom 6. Mai<\/p>\n<p>Christian Weber kritisiert den Au\u00dfenmister Gabriel wegen seines Treffens mit den beiden Menschenrechtsorganisationen B\u2019tselem und Breaking the Silence. Seine \u201apositive Grundhaltung f\u00fcr das israelische Volk und gegen\u00fcber den Juden\u2018 und sein Engagement f\u00fcr Israel sind nachvollziehbar und richtig. Problematisch wird es allerdings, wenn Herr Weber dieses Engagement unkritisch auch auf den derzeitigen israelischen bzw. j\u00fcdischen Staat \u00fcbertr\u00e4gt. In dem Interview \u00fcberschreitet er m. E. die Grenzen des \u201aguten Geschmacks\u2018, wenn er die kritische \u00d6ffentlichkeit in Bremen mit anti-j\u00fcdisch gleichsetzt. So seine \u00c4u\u00dferung im Wortlaut. Dies ist diffamierend und tr\u00e4gt nicht dazu bei, n\u00f6tige Differenzierungen zwischen Antisemitismus und Kritik an der Besatzungspolitik Israels offenzulegen. Die NGO Breaking the Silence (gegr\u00fcndet von ehemaligen SoldatInnen, die in den besetzten pal\u00e4stinensischen Gebieten eingesetzt waren) hat unz\u00e4hlige \u201aTestemonies\u2018 von SoldatInnen ver\u00f6ffentlicht und informiert \u00fcber Menschenrechtsverletzungen durch die Armee. Dies erfordert Mut und Anerkennung \u2013 die aktuelle israelische Regierung erhebt diese Organisation nun zum \u201aStaatsfeind\u2018. Das ist alarmierend.<\/p>\n<p>Herr Weber erkl\u00e4rt im Interview weiterhin, dass Pr\u00e4sident Steinmeier (dieses Wochenende auch in Israel) nicht den gleichen Fehler wie Gabriel begehen wird und sich daher nicht mit kritischen NGO\u2019s trifft. Herr Steinmeier wird sich daf\u00fcr mit den international bekannten&nbsp;&nbsp; Schriftstellern D. Grossmann, Amoz Oz und Nir Baram sowie mit dem Historiker Moshe Zimmermann treffen. Alle Vier sind f\u00fcr ihre Kritik an der Besatzung bekannt.<\/p>\n<p>Au\u00dfenminister Gabriel hat an diesem Wochenende in einem Interview mit Spiegel Online seinen Schritt noch einmal deutlich gemacht:&nbsp; &#8222;Nicht nur aus unserer Sicht verst\u00f6\u00dft die israelische Siedlungspolitik gegen das V\u00f6lkerrecht und ist ein Hindernis f\u00fcr den Friedensprozess, diese Politik der Regierung Netanyahu ist auch in Israel hoch umstritten. Da ist es f\u00fcr mich selbstverst\u00e4ndlich, auch die Kritiker zu h\u00f6ren.&#8220;<\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde mir w\u00fcnschen, dass auch unsere Lokalpolitiker etwas differenzierter in diesem sicherlich nicht einfachen Konflikt argumentieren.<br \/>\n<em>Anette Klasing<\/em><\/p>\n<hr>\n<p><strong>7. Mai 2017<\/strong><br \/>\nAuf einem Auge blind<br \/>\nChristian Weber hat in seinem Interview \u00fcber Israel und das Verhalten Sigmar Gabriels eine einseitige und menschenrechtsfeindliche Haltung eingenommen. Dass Israel seit 50 Jahren eine furchtbare Besatzung der Westbank, Ostjerusalems und der Golanh\u00f6hen&nbsp; aufrechterh\u00e4lt sowie seit 10 Jahren Gaza einer Blockade unterworfen hat, die das t\u00e4gliche Leben der Pal\u00e4stinenser zum Alptraum macht, erw\u00e4hnt er nicht. Zudem vermischt er &#8218;anti-j\u00fcdisch&#8216; und &#8218;anti-israelisch&#8216; und macht somit alle Israelkritiker zu Antisemiten. In der israelischen Zeitung Ha&#8217;aretz haben sich namhafte Politiker, K\u00fcnstler und Intellektuelle Israels zu Wort gemeldet, um Sigmar Gabriel und Angela Merkel als die &#8222;wahren Freunde Israels&#8220; zu loben, und beklagt, dass&nbsp; Israel seit einem halben Jahrhundert Millionen von Pal\u00e4stinensern grundlegende Rechte verweigert und mit der Siedlungspolitik jede gerechte L\u00f6sung des Konflikts unm\u00f6glich macht.<br \/>\n<em>Claus Walischewski<\/em><\/p>\n<hr>\n<p>Leserbrief<\/p>\n<p>&nbsp;Die Aussagen von Herrn Weber haben mich zu tiefst ersch\u00fcttert. Wenn Herr Weber 14 x in Israel war, dann wei\u00df er doch zu unterscheiden zwischen Judentum&nbsp;, Zionismus und der&nbsp; Apartheid-Politik der israelischen Regierung .&nbsp;Wenn er vom j\u00fcdischen Staat spricht, wei\u00df er, dass ca 30% der pal\u00e4stinensisch- israelischen Bev\u00f6lkerung ausgegrenzt werden&nbsp;, n\u00e4mlich Christen und Muslime.&nbsp;<\/p>\n<p>Der Au\u00dfenminister&nbsp; Gabriel hat mit israelischen Menschenrechtsorganisationen gesprochen, mit &#8222;B\u00b4tselem&#8220; und &#8222;Breaking the silence&#8220;. Das sind Nicht &#8211; Regierungsorganisationen (NGO`s), die&nbsp; vom israelischen Staat stark in ihrer Friedensarbeit behindert werden. Das alles wei\u00df Herr Weber. Gaza wurde von&nbsp;Israel bis zur fast Unbewohnbarkeit bebombt und zerst\u00f6rt. Der Wiederaufbau wird von Israel behindert. Wer will wohl wen vernichten. Die Boykottaktion ist nicht antij\u00fcdisch,&nbsp;im Gegenteil, deutschen Juden, die sich gegen die v\u00f6lkerrechtswidrige Besetzung Pal\u00e4stinas einsetzen, werden Bankkonten gesperrt, oder Veranstaltungen untersagt. Das ist f\u00fcr mich die neue Form von Antisemitismus. W\u00e4hrend dieses Wort &nbsp;inflation\u00e4r f\u00fcr jeden&nbsp;der Kritik an Israels Politik \u00e4u\u00dfert, benutzt wird, \u00fcbersieht man geflissentlich den Rassismus und Rechtsextremismus in unserem Land. Was veranlasst Herrn Weber zu solch einseitigen Aussagen, und der Diskreditierung seines Parteigenossen&nbsp;, der endlich einmal &#8222;Flagge&#8220; gezeigt hat? Gerade wir Deutschen haben die Pflicht, uns f\u00fcr Pal\u00e4stina einzusetzen, denn sie sind die letzten Opfer des Holocaust.<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen und der Bitte um Ver\u00f6ffentlichung<br \/>\nGisela Vormann<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 5. 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