{"id":5233,"date":"2017-06-30T06:41:46","date_gmt":"2017-06-30T06:41:46","guid":{"rendered":"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/?p=5233"},"modified":"2017-06-30T09:29:22","modified_gmt":"2017-06-30T09:29:22","slug":"jeder-vorwand-ist-recht-israel-unterstuetzt-syrische-milizen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=5233","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"<p><strong>Israel unterst\u00fctzt syrische Milizen, um eine Pufferzone vor den besetzten Golanh\u00f6hen zu schaffen. <\/strong>Von Knut Mellenthin<\/p>\n<p>Die Frage ist scheinbar sorgenvoll: \u00bbWird die Lage auf dem Golan Israel in den syrischen B\u00fcrgerkrieg hineinziehen?\u00ab hie\u00df es am 25. Juni in der englischsprachigen israelischen Tageszeitung Jerusalem Post. <!--more-->Das Blatt ist ein Ableger der US-amerikanischen Neokonservativen. Es verwundert daher nicht, dass die \u00dcberschrift bewusst falsch formuliert war: In Wirklichkeit geht es darum, dass Israels Regierung und Milit\u00e4r immer umfangreicher und offensichtlicher in den Krieg einsteigen, der seit sechs Jahren in ihrem Nachbarland gef\u00fchrt wird.<\/p>\n<p>Unmittelbarer Anlass des Artikels waren Israels Luftangriffe gegen syrische Regierungstruppen am Wochenende. Nach israelischen Angaben wurden dabei unter anderem zwei Panzer und eine Maschinengewehrstellung zerst\u00f6rt. Nach inoffiziellen Berichten aus Syrien wurden mehrere Soldaten get\u00f6tet.<\/p>\n<p>Die formale Begr\u00fcndung dieser Kriegshandlungen zeigt, dass Tel Aviv jeder Vorwand recht ist, um Damaskus zu schw\u00e4chen \u2013 und damit das breite Spektrum seiner Gegner zu st\u00e4rken. Am Sonnabend hatte im unbesetzten Westteil des Golan ein Artilleriegefecht zwischen syrischen Regierungstruppen und bewaffneten Gruppen stattgefunden. Dabei landeten angeblich zehn Granaten, anscheinend unbeabsichtigt, in dem Gebiet, das Israel seit dem Junikrieg 1967 besetzt h\u00e4lt und 1981 widerrechtlich annektierte. Welche Seite sie abgeschossen hatte, ist unbekannt. Es ist auch gleichg\u00fcltig, da nicht einmal Israel in diesem Zusammenhang eine Angriffsabsicht unterstellt. Es gab zudem keine Verletzten und nicht einmal Sachsch\u00e4den.<br \/>\nBildung ohne Bundeswehr<\/p>\n<p>Aber die erkl\u00e4rte israelische Politik ist, dass f\u00fcr alles, was aus Syrien kommt, die Regierung in Damaskus verantwortlich sei und \u00bbbestraft\u00ab werden m\u00fcsse. Der zynische Akzent dieser Selbstrechtfertigung ist, dass Israel bewaffnete Gruppen unterst\u00fctzt, die die syrische Regierung daran hindern, die volle Kontrolle auf ihrem Staatsterritorium auszu\u00fcben. Praktisch brauchen irgendwelche \u00bbRebellen\u00ab nur einen Schuss \u00fcber die Waffenstillstandslinie von 1967 \u2013 also nicht einmal auf international anerkanntes israelisches Gebiet \u2013 abzugeben, wenn sie in Jerusalem Luftunterst\u00fctzung gegen die syrischen Regierungstruppen bestellen wollen. Israels Streitkr\u00e4fte schlagen aber auch v\u00f6llig ohne Vorw\u00e4nde zu. So im Januar 2015, als sie auf syrischem Gebiet mehrere Hisbollah-K\u00e4mpfer und einen iranischen Milit\u00e4rberater t\u00f6teten.<\/p>\n<p>Das Wall Street Journal \u2013 eine US-amerikanische Tageszeitung, die den Neocons nahesteht und gro\u00dfe Sympathie f\u00fcr die israelische Politik zeigt \u2013 berichtete am 18. Juni, Israel versorge schon seit 2013 regierungsfeindliche Milizen in S\u00fcdsyrien mit Geld, Benzin und Lebensmitteln. Dass verletzte \u00bbRebellen\u00ab in israelischen Krankenh\u00e4usern behandelt werden, ist offiziell bekannt und wird als allgemeine humanit\u00e4re Dienstleistung erkl\u00e4rt. Das Wall Street Journal erw\u00e4hnte unter Israels Sch\u00fctzlingen besonders eine Miliz namens Fursan Al-Dschulan, \u00fcbersetzt \u00bbRitter des Golan\u00ab. Dem Blatt zufolge subventioniert Tel Aviv diese etwa 400 Mann starke Hilfstruppe monatlich mit 5.000 US-Dollar. Weiter berichtete die Zeitung, dass Israel eine spezielle Armeeeinheit gebildet habe, die die Zusammenarbeit mit bewaffneten Gruppen in Syrien koordiniert.<\/p>\n<p>Dass diese Informationen ausgerechnet in einem Blatt der Neocons erschienen, l\u00e4sst darauf schlie\u00dfen, dass die politische und milit\u00e4rische F\u00fchrung Israels an ihrer Verbreitung interessiert ist. Da die internationale Gemeinschaft bisher nicht protestiert hat, verst\u00e4rkt sich anscheinend in Jerusalem die Meinung, es sei an der Zeit, sich offen zur Kooperation mit syrischen \u00bbRebellen\u00ab zu bekennen.<\/p>\n<p>Zum Ziel dieser Zusammenarbeit schrieb die Jerusalem Post am 25. Juni, Israel wolle auf syrischem Boden eine dauerhafte \u00bbSicherheitszone\u00ab schaffen, um zu verhindern, dass \u00bbiranische und von Iran unterst\u00fctzte Kr\u00e4fte\u00ab in die N\u00e4he der besetzten Golanh\u00f6hen gelangen k\u00f6nnen. Dabei zitierte das Blatt den fr\u00fcheren Direktor des Auslandsgeheimdienstes Mossad, Efraim Halevy.<\/p>\n<p><strong>Quelle (mit freundlicher Genehmigung): <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/313312.jeder-vorwand-ist-recht.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">junge Welt v. 29.06.2017<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Israel unterst\u00fctzt syrische Milizen, um eine Pufferzone vor den besetzten Golanh\u00f6hen zu schaffen. Von Knut Mellenthin Die Frage ist scheinbar sorgenvoll: \u00bbWird die Lage auf dem Golan Israel in den syrischen B\u00fcrgerkrieg hineinziehen?\u00ab hie\u00df es am 25. Juni in der &hellip; <a href=\"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=5233\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-5233","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5233","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5233"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5233\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5237,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5233\/revisions\/5237"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5233"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5233"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5233"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}