{"id":525,"date":"2014-06-04T06:00:31","date_gmt":"2014-06-04T06:00:31","guid":{"rendered":"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/?p=525"},"modified":"2021-08-11T08:51:27","modified_gmt":"2021-08-11T08:51:27","slug":"antisemiten-ueberall-wie-der-journalist-daniel-killy-vom-bremer-weser-kurier-seinen-lesern-den-nahen-osten-darstellt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=525","title":{"rendered":"Antisemiten \u00fcberall. Wie der Journalist Daniel Killy vom Bremer Weser-Kurier seinen Lesern den Nahen Osten darstellt"},"content":{"rendered":"<p>Der Bremer Weser-Kurier hat einen neuen Fachmann f\u00fcr Au\u00dfenpolitik: Daniel Killy. Der Mann ist bei der einzigen Tageszeitung in Bremen Chef vom Dienst und nebenbei erkl\u00e4rt er den Lesern noch die Weltlage \u2013 besonders die Vorg\u00e4nge im Nahen Osten. Killy bringt f\u00fcr diese Aufgabe einen soliden journalistischen Hintergrund mit, war er doch immerhin bei den Boulevard-Zeitungen <b><i>Morgenpost<\/i><\/b><i> <\/i>und <b><i>BILD-Zeitung<\/i><\/b> t\u00e4tig. In einem Interview des Internet-Blogs <b><i>Castollux<\/i><\/b><i> <\/i>wird er vorgestellt als \u201everantwortlicher Redakteur bei <b><i>BILD<\/i><\/b> , er ist j\u00fcdischer Deutsch-Amerikaner und Experte f\u00fcr j\u00fcdische Themen und antisemitische Medienph\u00e4nomene.\u201c<a title=\"\" href=\"#_edn1\">[i]<\/a> Hinzugef\u00fcgt sei, dass er der Sohn des sehr renommierten Germanisten Walter Killy ist.<!--more--><\/p>\n<p>In diesem Interview darf Killy sein schlichtes und sehr einseitiges Weltbild in Bezug auf den Nahen Osten darstellen: Die deutschen Printmedien (aber auch <b><i>ARD<\/i><\/b> und <b><i>ZDF<\/i><\/b>) sind grunds\u00e4tzlich \u201eantiisraelisch\u201c eingestellt, was dasselbe ist wie \u201eantizionistisch\u201c, was wiederum ein Synonym f\u00fcr \u201eDeutschlands feschen Zeitgeist-Antisemitismus\u201c ist. Selbst die <b><i>FAZ<\/i><\/b> und die <b><i>S\u00fcddeutsche<\/i><\/b> sind in Killys Sichtweise neben den \u00d6ffentlich-Rechtlichen \u201eein sicherer Hafen f\u00fcr anti-israelische Autoren\u201c. Es gebe zwar \u2013 so doziert Killy weiter \u2013 dort keinen antiisraelischen Redaktionskodex, aber alle b\u00f6sartigen Attacken auf Israel w\u00fcrden durch einen Wall des \u201ePluralismus\u201c gesch\u00fctzt. Wann immer jemand (wie etwa er selbst) diese Methode offenlege, werfe man ihm reflexartig einen \u201eAngriff auf die Pressefreiheit\u201c vor. (Dieser Vorwurf Killys bedeutet ja, dass die Pressefreiheit in Deutschland Antisemiten sch\u00fctzt.) Die Sprache der deutschen Medien sei \u201evergiftet\u201c, weil sie einseitig propal\u00e4stinensisch berichteten. so der ehemalige Boulevard-Journalist.<\/p>\n<p>Killy fasst in dem Interview seine Position so zusammen: \u201ePessimistisch ausgedr\u00fcckt: Die Bestie des deutschen Antisemitismus ist nicht zur Strecke gebracht \u2013 sie wurde nur bet\u00e4ubt. Sollte dieses staatlich verordnete Sedativum seine Wirkung verlieren, w\u00e4re sie wieder quicklebendig. Positiv formuliert hei\u00dft das: Deutschland tut alles, um sicherzustellen, dass dieses An\u00e4sthetikum stets in ausreichender Menge vorhanden ist.\u201c<\/p>\n<p>Killy sieht also Antisemiten am Werk, wohin er auch blickt, Die Einseitigkeit, die er den deutschen Medien in Bezug auf ihre Darstellung des Nahost-Konflikts (v\u00f6llig unberechtigt) vorwirft, praktiziert er selbst in nicht zu \u00fcbertreffender Art und Weise. (Dieser Vorwurf des Verfassers dieser Zeilen ist in seinen Augen vermutlich auch schon wieder antiisraelisch = antizionistisch = antisemitisch. Wenn er doch wenigstens diese Begriffe sauber auseinanderhalten k\u00f6nnte!) Killy ist ein \u00fcberzeugter zionistischer Ideologe, der die Welt nur in den Kategorien Schwarz und Wei\u00df, gut und b\u00f6se, Engel und Teufel sehen kann. Und dieses Weltbild vermittelt er in seinen Artikeln und Kommentaren mit einer Sprache des abgrundtiefen Hasses: Die Pal\u00e4stinenser sind grunds\u00e4tzlich \u201eTerroristen\u201c, und \u201eTerroristen\u201c sind eben \u201eM\u00f6rder\u201c. Mit solchen Bestien kann man nat\u00fcrlich nicht verhandeln, weil sie v\u00f6llig friedensunf\u00e4hig sind.<\/p>\n<p>Man f\u00fchlt sich bei einer solchen Sprache an Aussagen f\u00fchrender israelischer Politiker \u00fcber Pal\u00e4stinenser erinnert. So nannte der fr\u00fchere israelische Ministerpr\u00e4sident Menachim Begin die Angeh\u00f6rigen dieses Volkes \u201eTiere auf zwei Beinen\u201c<a title=\"\" href=\"#_edn2\">[ii]<\/a>. Sein Ministerpr\u00e4sidenten-Kollege Yitzhak Shamir bekannte \u00f6ffentlich: \u201eDie Pal\u00e4stinenser sollten wie Heuschrecken zermalmt werden. Ihre K\u00f6pfe sollten an Felsen und Mauern zerdr\u00fcckt werden.\u201c<a title=\"\" href=\"#_edn3\">[iii]<\/a> Und der Generalsstabschef der israelischen Armee, Raphael Eitan, erkl\u00e4rte: \u201eWenn wir mit dem Land fertig sind, werden alle Araber in dieser Hinsicht nur noch in der Lage sein, wie Schaben auf Drogen in einer Flasche herumzuwursteln.\u201c<a title=\"\" href=\"#_edn4\">[iv]<\/a><\/p>\n<p>Das ist die Sprache des Unmenschen, oder anders gesagt: blinder Rassismus. So weit geht Killy nat\u00fcrlich nicht. Aber wer die Pal\u00e4stinenser st\u00e4ndig als \u201eTerroristen\u201c und \u201eM\u00f6rder\u201c abtut, ist von dieser Sprache nicht mehr weit entfernt. Das ist schlimm genug, aber die Verantwortlichen des Bremer Weser-Kurier scheint es nicht zu st\u00f6ren. In seinem ideologischen Amoklauf will er vor allem eines nicht sehen: Wer in dieser Auseinandersetzung in Israel\/Pal\u00e4stina T\u00e4ter und Opfer, wer der Kolonialist und wer der Kolonisierte, wer der Besatzer und wer der Besetzte ist \u2013 dass Israel seit fast 50 Jahren ein brutales Besatzungsregime \u00fcber ein ganzes Volk aus\u00fcbt, das in jeder Hinsicht gegen V\u00f6lkerrecht, Menschenrechte und Internationales Recht verst\u00f6\u00dft.<\/p>\n<p>Wenn Killy in einem Kommentar schreibt \u201eFrieden kann nur aus dem Verzicht auf Gewalt entstehen\u201c, so hat er in diesem Fall ja sogar Recht. Nur bezieht er diesen Satz ausschlie\u00dflich auf die Pal\u00e4stinenser. Israel ist in seinen Augen ein Unschuldslamm, das ewige Opfer. Dabei ist Israels brutales Besatzungsregime nichts anderes als nackte Gewalt, die nur eine einzige Absicht verfolgt (was aufgeschlossene Israelis auch zugeben): die Pal\u00e4stinenser so zu demoralisieren und moralisch zu zerbrechen, dass sie auf ihre politischen Ziele und jeden Widerstand verzichten \u2013 am besten sich in andere arabische L\u00e4nder absetzen, damit Israel das ganze Land in Besitz nehmen kann. Das war immer das Ziel der Zionisten und wird es auch bleiben. Viele Israelis \u2013 auch f\u00fchrende Politiker \u2013 bef\u00fcrworten auch die weitere Vertreibung, die heute euphemistisch mit \u201eTransit\u201c umschrieben wird.<\/p>\n<p>Die israelische Gewalt l\u00e4sst sich sogar mit Zahlen belegen. Statistiken von (auch israelischen) Menschenrechtsorganisationen belegen, wer in diesem Konflikt der Gewaltt\u00e4tigere ist und wer die Opfer sind, wobei daran erinnert sei, dass Widerstand gegen die Soldaten einer Besatzungsmacht auch nach dem V\u00f6lkerrecht erlaubt ist. Vom 29. September 2000 bis zum August 2013 t\u00f6teten die Israelis 6829 Pal\u00e4stinenser, die Pal\u00e4stinenser 1104 Israelis. Im selben Zeitraum kamen 1519 pal\u00e4stinensische Kinder durch israelische Gewalt um, durch pal\u00e4stinensische Gewalt starben 129 israelische Kinder. Es gab&nbsp; 50 742 Verletzte auf pal\u00e4stinensischer Seite und 9104 auf israelischer. Von 1967 bis zum September 2013 zerst\u00f6rten die Israelis 27 000 pal\u00e4stinensische H\u00e4user (inzwischen sind es etwa 30 000), die Pal\u00e4stinenser aber kein einziges israelisches Geb\u00e4ude. W\u00e4hrend in der Regel einige tausend Pal\u00e4stinenser (darunter auch einige hunderte Kinder!) in israelischen Gef\u00e4ngnissen sitzen, gibt es keine israelischen Gefangenen in pal\u00e4stinensischen Gef\u00e4ngnissen<a title=\"\" href=\"#_edn5\">[v]<\/a>, was wegen der Machtverh\u00e4ltnisse auch ganz undenkbar ist.<\/p>\n<p>Wenn Killy sich \u00fcber \u201eAntisemiten\u201c in deutschen Medien beschwert, sollte er sich einmal den israelischen Journalisten Yonatan Mendel zum Vorbild nehmen, der die israelischen Medien im Hinblick auf die Darstellung des israelisch-pal\u00e4stinensischen Konfliktes untersucht hat.<a title=\"\" href=\"#_edn6\">[vi]<\/a> Er stellte fest, dass dort nicht nur sehr einseitig-merkw\u00fcrdige Sprachregelungen gelten, sondern dass dort mit Sprache sogar eine ganz neue Wirklichkeit geschaffen wird. Mendel konstatiert: Die israelische Armee t\u00f6tet z.B. nie absichtlich, geschweige denn ermordet sie jemanden \u2013 \u201eein Zustand, auf den jede Armee neidisch w\u00e4re\u201c (Mendel). Der Journalist schreibt: \u201eSelbst wenn eine Ein-Tonnen-Bombe auf ein dicht besiedeltes Wohngebiet im Gaza-Streifen f\u00e4llt und ein Bewaffneter sowie 14 unschuldige Zivilisten, darunter neun Kinder ums Leben kommen, ist das kein absichtliches T\u00f6ten oder vors\u00e4tzlicher Mord. Ein israelischer Journalist kann dann sagen: \u201aDie Soldaten haben Pal\u00e4stinenser t\u00f6dlich getroffen,\u2018 Oder: \u201a15 Pal\u00e4stinenser haben den Tod gefunden (als ob sie danach gesucht h\u00e4tten). Aber Mord kommt nicht in Frage.\u2018\u201c<\/p>\n<p>Mendel konstatiert weiter, dass Pal\u00e4stinenser, die in den besetzten Gebieten leben, in israelischen Darstellungen nie zur Selbstverteidigung handeln, w\u00e4hrend \u201edie israelische Armee sich immer nur selbst verteidigt\u201c. Obwohl die Statistiken klar das Gegenteil beweisen, haben nur Pal\u00e4stinenser \u201eBlut an den H\u00e4nden\u201c, niemals Israelis \u2013 ein Faktum, das bei Gefangenenfreilassungen eine gro\u00dfe Rolle spielt. Mendel schreibt: \u201eDas hei\u00dft nicht, dass Juden keine Araber t\u00f6ten, aber sie haben danach kein Blut an den H\u00e4nden. Ganz zu schweigen von denen, die Blut an den H\u00e4nden hatten und Ministerpr\u00e4sident wurden.\u201c (Er meint hier Begin und Shamir, die der j\u00fcdischen Terrororganisation Irgun angeh\u00f6rten.) Zur israelischen Mediensprache geh\u00f6rt Mendel zufolge auch, dass es keine \u201ebesetzten Gebiete\u201c gibt. Zuerst hie\u00dfen sie \u201everwaltete Gebiete\u201c, um die Tatsache der Besatzung zu verschleiern. Dann wurde in Begriffen des Alten Testaments von \u201eJud\u00e4a\u201c und \u201eSamaria\u201c gesprochen. Inzwischen ist in den Medien von \u201e<i>den<\/i> Gebieten\u201c die Rede. Der Terminus hilft, die Vorstellung zu bewahren, dass Israelis die Opfer sind und stets in Selbstverteidigung handeln, w\u00e4hrend die Pal\u00e4stinenser stets die Angreifer \u2013 eben die \u201eTerroristen\u201c und \u201eM\u00f6rder\u201c \u2013 sind.<\/p>\n<p>Zur Sprache der israelischen Medien bemerkte der prominente israelische Schriftsteller David Grossman: \u201eEine Gesellschaft, die eine Krise durchl\u00e4uft, schafft sich ein neues Vokabular. Nach und nach taucht eine neue Sprache auf, deren W\u00f6rter nicht mehr die Realit\u00e4t beschreiben, sondern sie verbergen.\u201c<a title=\"\" href=\"#_edn7\">[vii]<\/a> Daniel Killy erweist sich als gelehriger Sch\u00fcler einer solchen Orwellschen Propagandasprache. Und mit diesem Vokabular will er auch seinen Lesern eine Wirklichkeit im Nahen Osten vorgaukeln, die dort gar nicht existiert.<\/p>\n<p>Wie gut, dass es die Hamas gibt \u2013 auf wen sollte er sonst so verbal einpr\u00fcgeln? Die Bildung der neuen pal\u00e4stinensischen Regierung, in der auch die Hamas vertreten ist, ist nat\u00fcrlich der Anlass f\u00fcr den Weser-Kurier-Au\u00dfenpolitiker, kr\u00e4ftig auf dieses \u201eTerror\u201c-B\u00fcndnis einzuschlagen und es gleich auch noch in Zusammenhang mit dem Mord an zwei Israelis in Br\u00fcssel zu bringen. Und immer kann Killy auf die Hamas-Charta verweisen, die zur Vernichtung Israels aufruft \u2013 in der Tat ein Dokument von allergr\u00f6\u00dfter politischer Dummheit, das schon 30 Jahre alt ist und ganz schnell in den Papierkorb der Geschichte geh\u00f6rt. Aber einmal abgesehen davon, dass die radikalen religi\u00f6sen israelischen Siedler in ihrem Extremismus der Hamas in Nichts nachstehen (sie sind sozusagen das Spiegelbild der Hamas in der israelischen Gesellschaft), hat letztere in den vergangenen Jahren doch ein erstaunliches Ma\u00df an Pragmatismus bewiesen. Wovon Killy nat\u00fcrlich nichts zu berichten wei\u00df, davon hat er offenbar nichts mitbekommen oder er will es ganz bewusst nicht wahrhaben.<\/p>\n<p>Die Hamas hat 2002 r\u00fcckhaltlos den arabischen Friedensplan unterst\u00fctzt, der Israel die volle Anerkennung aller arabischen Staaten zusagte, wenn Israel bereit w\u00e4re zuzulassen, dass im Westjordanland und im Gazastreifen ein pal\u00e4stinensischer Staat errichtet w\u00fcrde. Die israelische Regierung hat dieses Angebot v\u00f6llig negiert. 2006 legte die Hamas f\u00fcr die Wahlen in den Pal\u00e4stinensergebieten ein ausgesprochen ausgewogenes und vern\u00fcnftiges Programm vor. Sie gewann die Wahlen, die auch der Westen mit der Beteiligung der Hamas gewollt hatte. Aber nun hatte die falsche Partei gewonnen, die Hamas wurde zur \u201eTerrororganisation\u201c erkl\u00e4rt \u2013 und ihre gew\u00e4hlten Abgeordneten sitzen heute noch in israelischen Gef\u00e4ngnissen. Da wundert sich jemand noch \u00fcber die m\u00f6gliche Radikalsierung dieser Organisation! Die Hamas ist dennoch pragmatisch geblieben und steht zu ihrer Aussage: Sie ist immer noch bereit, die Bildung eines Pal\u00e4stinenser-Staates in den Grenzen von vor 1967 zu akzeptieren, wenn das pal\u00e4stinensische Volk dem in einem Referendum zustimmt. Was kann man mehr verlangen und dagegen sagen? Eigentlich nichts \u2013 den guten Willen zu einem gerechten Frieden vorausgesetzt.<\/p>\n<p>So haben die blindw\u00fctigen Attacken Killys auf die \u201eTerror- und M\u00f6rderorganisation\u201c Hamas wie auch die Antisemitismus-Vorw\u00fcrfe (soweit sie sich auf Kritik an der Politik Israels beziehen) nur die eine Funktion: eine gerechte L\u00f6sung des Nahost-Konflikts zu verhindern, f\u00fcr die Israel sicher infolge seiner Landraub-Politik den h\u00f6heren Preise zahlen m\u00fcsste. Aber der Wind dreht sich. Das muss auch der Israel-Versteher Killy zugeben. In seinem letzten Kommentar (Weser-Kurier vom 3.6.2014) muss er eingestehen, dass die USA und die EU die neue pal\u00e4stinensischer Regierung unter Einschluss der Hamas mittragen. Man beginnt in den westlichen Hauptst\u00e4dten offenbar endlich zu begreifen, wer im Nahen Osten aus sehr eigens\u00fcchtigen Gr\u00fcnden heraus einen gerechten Frieden unter allen Umst\u00e4nden verhindern will. Der Realismus gewinnt an Boden. Aber der WK-Au\u00dfenpolitiker wird keine M\u00fche haben, den Lesern diese Entwicklung als schrecklichen Verrat und Dolchsto\u00dflegende am so friedlichen Staat Israel auszulegen.<\/p>\n<p>Sein Arbeitsschema ist so einfach und deshalb gut durchschaubar: Er \u00fcbertr\u00e4gt wie so viele andere seiner Gesinnungsgenossen das europ\u00e4ische Schema des Antisemitismus, das auf diesem Kontinent so viel furchtbares Unheil angerichtet hat, auf den Nahen Osten. Die Pal\u00e4stinenser sind die \u201eneuen Nazis\u201c (so wird das in Israel gesehen) \u2013 eben \u201eTerroristen\u201c und \u201eM\u00f6rder\u201c. Dass dieser Konflikt aber seine ganz eigenen Ursachen hat \u2013 eben die israelische Kolonisierung eines voll bewohnten Landes, deren Einwohner die Zionisten zum gro\u00dfen Teil vertrieben, deren Kultur und Gesellschaft sie zerst\u00f6rten und deren Land sie bis heute weiter rauben \u2013 das einzusehen \u00fcberschreitet denn doch das Vorstellungsverm\u00f6gen eines Daniel Killy.<br \/>\n<em>Arn Strohmeyer<\/em><\/p>\n<div>\n<p>Anmerkungen<\/p>\n<hr width=\"33%\" size=\"1\" align=\"left\">\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref1\">[i]<\/a> Castollux.blogspot.com<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref2\">[ii]<\/a> New Statesman, 25.06.1982<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref3\">[iii]<\/a> New York Times, 3. April 1988<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref4\">[iv]<\/a> Beeker, Gad, Yediot Ahronot, 13. April 1983; Shipler, New York Times 14. April 1983, S. 14, 20<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref5\">[v]<\/a> www.ifamericansknew.org&nbsp;&nbsp; 11.08.2013<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref6\">[vi]<\/a> Mendel, Yonatan: Wir sind unschuldig, wenn wir t\u00f6ten. Yonatan Mendel \u00fcber israelischen Journalismus, Freitag 28.03.2008<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref7\">[vii]<\/a> zit. n. Mendel ebda<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bremer Weser-Kurier hat einen neuen Fachmann f\u00fcr Au\u00dfenpolitik: Daniel Killy. Der Mann ist bei der einzigen Tageszeitung in Bremen Chef vom Dienst und nebenbei erkl\u00e4rt er den Lesern noch die Weltlage \u2013 besonders die Vorg\u00e4nge im Nahen Osten. 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