{"id":5366,"date":"2017-08-17T16:40:24","date_gmt":"2017-08-17T16:40:24","guid":{"rendered":"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/?p=5366"},"modified":"2017-08-18T05:04:00","modified_gmt":"2017-08-18T05:04:00","slug":"jewish-antifascist-acion-berlin-der-instrumentalisierung-entgegentreten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=5366","title":{"rendered":"Jewish Antifascist Action Berlin: Der Instrumentalisierung entgegentreten"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/pg\/JewishAntiFaBerlin\/events\/?ref=page_internal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/17-08-17-jewish-antifascist-action-berlin.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"200\"><\/a>Vor einigen Monaten ist in Berlin eine neue Antifa-Gruppe gegr\u00fcndet worden. Nichts besonderes in dieser Stadt, w\u00fcrde man meinen. Doch im speziellen Fall verh\u00e4lt es sich etwas anders \u2013 die Gr\u00fcndung der Jewish Antifa Berlin hat f\u00fcr Aufsehen gesorgt. Ein Gespr\u00e4ch mit Aktivist*innen der Organisation.<\/p>\n<p><strong>Was war eure urspr\u00fcngliche Motivation dahinter, warum seid ihr nicht einfach einer der in Berlin existierenden antifaschistischen Gruppen beigetreten? Was hat eine autonome Organisation j\u00fcdischer Antifaschist*innen notwendig gemacht?<\/strong><!--more--><\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/17-08-17-decolonize-palestine.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/17-08-17-decolonize-palestine.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"120\"><\/a><\/strong>Wir sind eine Gruppe von Menschen mit verschiedenen Hintergr\u00fcnden. Die meisten von uns haben j\u00fcdische Wurzeln und kommen aus Israel oder Deutschland. Unsere Definition als j\u00fcdische Antifa soll nicht bedeuten, dass wir Nicht-J\u00fcd*innen ausschlie\u00dfen wollen. Wir empfanden es vielmehr als Reaktion auf den in der deutschen Linken herrschenden Diskurs \u00fcber Kritik an der israelischen Besatzung notwendig. In vielen Kreisen der deutschen Linken wird jede Aktion gegen die Politik Israels sofort als antisemitisch gelabelt und manche Menschen unterst\u00fctzen sogar ganz offen und euphorisch israelische Milit\u00e4rkampagnen.<\/p>\n<p>Eine merkw\u00fcrdige Erfahrung, die f\u00fcr viele in der Gruppe gemeinsam war, passierte nachdem wir Deutsch gelernt haben. Wir k\u00f6nnten es kaum glauben, in linken deutschen Zeitungen, rechtsextreme Propaganda aus Israel, l\u00e4ngst als L\u00fcgen nachgewiesene Argumente und nationalistische Geschichtsschreibung zu lesen. Manchmal so direkt \u00fcbersetzt, dass man die hebr\u00e4ische Quelle in rechten Webseiten finden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>In Diskussionen innerhalb der deutschen Linken ist es oft so, dass gerne \u00fcber uns oder f\u00fcr uns gesprochen wird. Ohne uns an den Diskussionen zu beteiligen wird dabei unsere eigene Position ignoriert oder zum schweigen gebracht. Das gleiche passiert oft mit anderen rassifizierten und ethnischen Minderheiten in Deutschland. Im Vergleich zu anderen Gruppen oder ethnischen Minderheiten, denen oft mit Paternalismus begegnet wird, werden J\u00fcd*innen und Israelis als besondere Minderheit behandelt, die eine Anerkennung des Antisemitismus in Form von Reparationszahlungen erhalten. Unsere Anwesenheit wird nichtsdestotrotz oft im deutschen Kontext instrumentalisiert, um Israel zu unterst\u00fctzen und den pal\u00e4stinensischen Kampf f\u00fcr Gleichberechtigung zu delegitimieren.<\/p>\n<p>Wir haben uns entschieden, die Jewish Antifa Berlin zu gr\u00fcnden, um dieser Instrumentalisierung stark und kollektiv entgegenzutreten und unsere relativ privilegierte Position als J\u00fcd*innen und Israelis zu nutzen und gegen die israelische Politik der Enteignung und Unterdr\u00fcckung aktiv zu sein und aktiv f\u00fcr den pal\u00e4stinensischen Kampf um Gleichberechtigung zu werben. Dar\u00fcber hinaus wollen wir auch Raum schaffen f\u00fcr J\u00fcd*innen und Israelis in der deutschen Linke. Unsere Identit\u00e4t und Erfahrungen selbst zum Ausdruck bringen und kreativ und humorvoll gegen alle Formen des Rassismus zu k\u00e4mpfen. Wir sehen in islamophoben Diskursen, die zur Zeit in rechten wie auch in liberalen Kreisen im Aufschwung sind, eine klare Gefahr auch f\u00fcr uns als J\u00fcd*innen \u2013 die uns immer noch als die Anderen des sogenannten christlichen Abendlands betreffen.<\/p>\n<p><strong>Zu welchen Themen plant ihr auf lange Sicht zu arbeiten? Was wollt ihr in der Zukunft mit eurer Gruppe erreichen?<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr uns ist es wichtig, einer j\u00fcdischen Stimme in der deutschen Linken wieder Geh\u00f6r zu verschaffen. Eine Stimme, die klar Position gegen Antisemitismus und jede andere Form von Rassismus bezieht. Unser Hauptziel ist an der Seite der Pal\u00e4stinenser*innen f\u00fcr gleiche Rechte in Israel-Pal\u00e4stina zu k\u00e4mpfen. Diese Rechte beinhalten den gleichen Zugang zu Landbesitz und Wohnungsbau, Bewegungsfreiheit und das Recht auf R\u00fcckkehr.<\/p>\n<p>Als Menschen, die schon lange in Deutschland leben, ist es unser Ziel, den Diskurs um Israel-Pal\u00e4stina mit Blick auf Antisemitismus und Islamophobie zu ver\u00e4ndern. W\u00e4hrend massive Menschenrechtsverletzungen und Kolonialpraktiken des israelischen Staates \u00fcbersehen werden, wird der israelische Staat von vielen immer noch als demokratisch wahrgenommen. Wir wollen dieses idealisierende und fehlgeleitete Image aufbrechen.<\/p>\n<p>Wir sehen au\u00dferdem sehr viel Heuchelei in der deutschen Linken, die auf der einen Seite den \u201cRefugees Welcome\u201d- Diskurs immer hervorhebt, auf der anderen Seite aber den Fakt ignoriert, dass Pal\u00e4stinenser*innen immer noch eine der gr\u00f6\u00dften Gruppen von Gefl\u00fcchteten in Deutschland, insbesondere in Berlin, darstellen. Die Pal\u00e4stinenser*innen in Berlin sind hier als das Resultat von Kriegen der israelischen Armee gegen sie angekommen. Die israelische Armee hat die Camps, in denen diese Menschen gelebt haben, angegriffen und hat sie damit zum zweiten Mal zu Gefl\u00fcchteten gemacht. Die hier lebenden Pal\u00e4stinenser*innen werden als Terroristen d\u00e4monisiert und ansonsten jedes mal komplett ignoriert, wenn sie auf ihren Kampf um Rechte aufmerksam machen wollen. Au\u00dferdem wollen wir dazu beitragen, dass in antirassistischen Zusammenh\u00e4ngen eine Sensibilisierung und produktive Auseinandersetzung mit Formen des Antisemitismus stattfindet. Leider wurde die Problematisierung von Antisemitismus von Unterst\u00fctzer_innen des israelischen Staates so krass instrumentalisiert, dass eine nicht-nationalistische Bek\u00e4mpfung von antisemitischen Denkmustern verdr\u00e4ngt wurde. Wir glauben jedoch, dass diese Auseinandersetzung unverzichtbar ist.<\/p>\n<p><strong>Wenn man eure Publikationen liest scheint es ein bisschen, die Gr\u00fcndung eurer Gruppe war nur eine Reaktion auf die Politik der \u201eantideutschen\u201c Linken. Ihr schreibt: \u201eIn vielen Teilen Deutschlands wird die j\u00fcdische Linke angegriffen.\u201c<\/strong><br \/>\n<strong>K\u00f6nnt ihr diese Angriffe beschreiben und den ideologischen Hintergrund, der ihnen eurer Analyse nach zugrunde liegt?<\/strong><\/p>\n<p>Es ist offensichtlich, dass Pal\u00e4stinenser*innen und andere marginalisierte Gruppen in Deutschland viel h\u00e4rter als wir angegriffen werden, wenn sie sich gegen die israelische Politik aussprechen. Als wir uns aber in einer Gruppe von 20 Israelis und J\u00fcd*innen hingesetzt haben, waren wir \u00fcberrascht, wie viele Geschichten von Mobbing und Silencing zum Vorschein kamen. Wir erleben, wie Israelis und J\u00fcd*innen, die hier leben oder zu Besuch sind, von linken R\u00e4umen ausgeladen werden, israelische Punkbands werden aus Clubs ausgeladen, im linken Arbeitsmarkt (wie ASTAs, verschiedene Kollektive oder NGOs) werden Leute rausgeschmissen, weil sie genauso anti-nationalistisch sind, wie ihre Kolleg*innen, aber eben aus Israel kommen. Au\u00dferdem gibt es Organisationen wie die Amadeu-Antonio-Stiftung, die L\u00fcgen \u00fcber linke, israelische Aktivist*innen verbreitet und ein Bekenntnis zu Israel als j\u00fcdischen Staat fordert, bevor man in Projekten arbeitet, die aus \u00f6ffentlichen Geldern gef\u00f6rdert werden.<br \/>\nNeben all diesen Dingen gibt es auch zunehmend Androhungen von Gewalt, sowohl im Internet als auch auf Demonstrationen. Sogar auf der 1.-Mai-Demonstration wurden einige unserer Aktivist*innen angegriffen und angeschrien, sie seien keine echten J\u00fcd*innen und es wurde versucht ihnen ihre Schilder abzunehmen.<\/p>\n<p><strong>Wir wissen, es ist eine lange Debatte, aber als Linke aus Israel, was sollten eurer Meinung nach die grundlegenden Standards einer linken Ann\u00e4herung an den Israel-Pal\u00e4stina-Konflikt sein?<\/strong><\/p>\n<p>Generell sind wir nicht dogmatisch und m\u00f6gen es nicht, einer Person ihre Vision einer m\u00f6glichen Zukunft zu diktieren. Untereinander haben wir unterschiedliche Auffassungen und Ideen, was uns auch ziemlich wichtig ist. Allgemein gesagt finden wir, dass Pal\u00e4stinenser*innen gleiche Rechte haben sollten, zu denen auch Israelis berechtigt sind. Au\u00dferdem denken wir, dass die Dekolonisation und Demokratisierung von Israel-Pal\u00e4stina ein guter kleinster gemeinsamer Nenner f\u00fcr unsere Arbeit sind. Ein Staat, zwei Staaten, kein Staat \u2013 das ist uns alles nicht so wichtig. Wichtig ist, wie die Gegebenheiten vor Ort letztendlich werden w\u00fcrden.<\/p>\n<p><strong>Soweit wir sehen k\u00f6nnen, wird es in Israel und Pal\u00e4stina immer schwieriger, B\u00fcndnispartner f\u00fcr progressive Politik zu finden. Wie ist die tats\u00e4chliche Situation der Linken in Israel und Pal\u00e4stina eurer Meinung nach und in welche Kr\u00e4fte legt ihr eure Hoffnungen?<\/strong><\/p>\n<p>Vor zehn Jahren lagen dem pal\u00e4stinensischen Kampf noch verschiedene Methoden des Widerstands zu Grunde: Die zweite Intifada hat mit Gro\u00dfdemonstrationen begonnen, deren brutale Unterdr\u00fcckung zu Selbstmordanschl\u00e4gen und somit zu mehr Gewalt durch die Besatzungsmacht gef\u00fchrt haben. Gleichzeitig oder kurz darauf gab es au\u00dferdem den gewaltfreien Widerstand, der sowohl von rein pal\u00e4stinensischen Gruppen, als auch gemixten israelisch-pal\u00e4stinensischen Gruppen gef\u00fchrt wurde. Der Fokus dabei lag haupts\u00e4chlich in der Opposition zum Bau der Apartheidsmauer und der Expansion der Siedlungen. Internationalistische Aktivist*innen und auch die Presse war eingeladen aktiv darin mitzuwirken und dann in ihre L\u00e4nder zur\u00fcckzukehren, zu berichten und das Bewusstsein daf\u00fcr zu sch\u00e4rfen. Zehn Jahre sp\u00e4ter haben sich die Methoden des Kampfes dramatisch gewandelt, haupts\u00e4chlich, weil keine der Methoden irgendeine \u00c4nderung bewirkt hat und wegen der Unterdr\u00fcckung von sowohl gewaltfreiem als auch militantem Widerstand durch die israelische Regierung und das Milit\u00e4r. Gleichzeitig wurde die israelische Linke massiv durch den Aufstieg der Rechten geschw\u00e4cht, die nun Mainstream geworden sind.<\/p>\n<p>Das Resultat daraus ist, dass die meisten Pal\u00e4stinenser*innen ihre Hoffnungen in die BDS (Boykott, Divestment and Sanctions)-Bewegung gelegt haben und die internationale \u00d6ffentlichkeit um Unterst\u00fctzung bitten. Wir haben in unserer Gruppe unterschiedliche Auffassungen dar\u00fcber, wie erfolgversprechend die BDS-Kampagne sein kann, aber als gr\u00f6\u00dfte gewaltfreie Kampagne von Pal\u00e4stinenser*innen, die auch eine klare antirassistische Linie hat, finden wir es wichtig darauf zu bestehen, dass es eine legitime Taktik ist.<\/p>\n<p><strong>W\u00e4hrend unserer Zeit in Rojava haben wir einige Internationalist*innen aus Pal\u00e4stina und anderen L\u00e4ndern der Region getroffen. Unter ihnen gibt es intensive Debatten, ob das nichtstaatliche Konzept des Demokratischen Konf\u00f6deralismus auch eine Idee f\u00fcr den Kampf der Pal\u00e4stinenser*innen w\u00e4re. Was haltet ihr davon?<\/strong><\/p>\n<p>Prinzipiell identifizieren wir uns als nicht-hierarchisch und haben sehr horizontale Strukturen und haben deshalb auch Affinit\u00e4ten f\u00fcr ein Modell wie den Demokratischen Konf\u00f6deralismus. Wir sind allerdings nicht in der Position den Pal\u00e4stinenser*innen zu befehlen, ihre Idee des Nationalstaats aufzugeben, blo\u00df weil wir es als repressiven Mechanismus sehen. Zur Zeit ist er wom\u00f6glich die einzige Chance die Besatzung zu beenden. Darum unterst\u00fctzen wir das Recht eines unterdr\u00fcckten Volkes auf Selbstbestimmung, ob daraus nun ein nicht-Staat oder ein Nationalstaat entsteht.<\/p>\n<p>Wie auch immer die \u201eL\u00f6sung\u201c am Ende aussieht, wir glauben sie muss das pal\u00e4stinensische Recht auf R\u00fcckkehr und gleiche Rechte f\u00fcr alle Individuen im Land beinhalten. Das w\u00e4re in einer zwei-Staaten-L\u00f6sung offensichtlich schwieriger zu erreichen. Au\u00dferdem lehnen wir, als J\u00fcd*innen, die Idee des j\u00fcdischen Staates als einzige L\u00f6sung gegen die Verfolgung der J\u00fcd*innen ab. Wir glauben, eine L\u00f6sung muss ethnische und religi\u00f6se Trennlinien \u00fcberwinden und nicht weitere Spaltung und Konflikte schaffen. Das ist alles sehr widerspr\u00fcchlich und wir erkennen das an \u2013 deswegen ist f\u00fcr unsere Arbeit auch weniger wichtig, wie genau sich Menschen in der Zukunft unter demokratischen Bedingungen definieren und organisieren w\u00fcrden\u2013 wir sehen vielmehr unsere Aufgabe darin, demokratische Bedingungen erstmal zu schaffen \u2013 aus denen Selbstbestimmung und die freie Entfaltung aller Menschen in der Region m\u00f6glich werden.<\/p>\n<p><strong>Als wir eure Publikationen gelesen haben ist uns aufgefallen, dass eure Gruppe zur Zeit im Grunde zu zwei Themen arbeitet: Eine Kritik der (antideutschen) deutschen Linken und Solidarit\u00e4tsaktionen f\u00fcr Pal\u00e4stina. Plant ihr in der Zukunft auch in lokalen K\u00e4mpfen in Berlin mitzuwirken, zum Beispiel zum Thema Gentrifizierung, Streiks, Antifaschismus, oder bleibt ihr bei diesen beiden Themenfeldern?<\/strong><\/p>\n<p>Bis jetzt haben wir als Gruppe an zwei verschiedenen 1.-Mai-Demonstrationen, den j\u00e4hrlichen pal\u00e4stinensischen Nakba-Tag Demonstrationen und den Black-Lives-Matter-Demonstrationen teilgenommen. Individuell haben wir alle einen Hintergrund in den sozialen K\u00e4mpfen, sei es die Refugee-Bewegung, Migration, LGBTQ+, Gentrifizierung und so weiter, sowohl hier als auch in Israel-Pal\u00e4stina.<\/p>\n<p>Wir sehen den pal\u00e4stinensischen Kampf als einen von verschiedenen anti-kolonialen K\u00e4mpfen an. Da viele von uns Immigranten sind, ist es uns wichtig, uns mit anderen migrantischen Organisationen, Gefl\u00fcchteten und anderen Minderheiten in Deutschland zu connecten. Der deutsche Diskurs verleugnet meistens jegliche Verantwortung f\u00fcr Rassismus gegen\u00fcber allen Minderheiten, da er sich selbst best\u00e4tigt darin sieht, den Antisemitismus anzuerkennen. Wir w\u00fcrden gern diese Divide-and-Conquer-Position beenden, in die wir gesteckt wurden und im Gegensatz dazu solidarisch sein und gemeinsame Netzwerke mit anderen Gruppen, die Rassismus in diesem Land erfahren, aufbauen.<\/p>\n<p><strong>Da die Situation in der Jerusalem und der West Bank zurzeit wieder eskaliert und sogar von einer 3. Intifada die Rede ist (auch wenn das ziemlich h\u00e4ufig vorkommt), w\u00e4ren wir an eurer Analyse der Situation interessiert. Wie ist es zustande gekommen, wie seht ihr die Situation, wie denkt ihr, wird sie sich entwickeln und was k\u00f6nnte daraus entstehen?<\/strong><\/p>\n<p>Als in Deutschland lebende J\u00fcd*innen finden wir es nicht angemessen, dass uns die Rolle des Analysierens und \u00fcber m\u00f6gliche Ergebnisse Spekulierens zukommt. Diese Frage sollte Pal\u00e4stinenser*innen gestellt werden, am besten Pal\u00e4stinenser*innen, die vor Ort sind. Nichtsdestotrotz sehen wir diesen Kampf als ein Mittel der Zur\u00fcckgewinnung von Souver\u00e4nit\u00e4t und des Widerstands gegen die Besatzungsmacht. Der Kampf um einen symbolisch derart wichtigen Ort ist repr\u00e4sentativ f\u00fcr einen Kampf f\u00fcr ein Ende der Besatzung als Ganzes. Als solcher sind wir solidarisch mit ihm. Es ist au\u00dferdem ein wichtiger gewaltfreier Volksaufstand. Als solcher sind wir ebenfalls solidarisch mit ihm.<\/p>\n<p>Da die meisten von uns nicht religi\u00f6s sind, k\u00f6nnen wir nur hoffen, dass es auch Raum f\u00fcr eine F\u00fclle anderer, gewaltfreier Volksaufst\u00e4nde, neben diesem geben wird.<\/p>\n<p><strong>Quelle (mit freundlicher Genehmigung): <a href=\"http:\/\/lowerclassmag.com\/2017\/08\/der-instrumentalisierung-entgegentreten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lower Class Magazin v. 03.08.2017<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor einigen Monaten ist in Berlin eine neue Antifa-Gruppe gegr\u00fcndet worden. Nichts besonderes in dieser Stadt, w\u00fcrde man meinen. Doch im speziellen Fall verh\u00e4lt es sich etwas anders \u2013 die Gr\u00fcndung der Jewish Antifa Berlin hat f\u00fcr Aufsehen gesorgt. 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