{"id":8334,"date":"2018-05-30T08:23:43","date_gmt":"2018-05-30T08:23:43","guid":{"rendered":"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/?p=8334"},"modified":"2018-06-26T07:35:41","modified_gmt":"2018-06-26T07:35:41","slug":"zwischenstopp-der-gaza-freedom-flotilla-in-wilhelmshaven","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=8334","title":{"rendered":"Zwischenstopp der &#8222;Gaza Freedom Flotilla&#8220; in Wilhelmshaven"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3775_ji.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-8358 size-medium\" src=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3775_ji-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3775_ji-300x225.jpg 300w, https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3775_ji-768x576.jpg 768w, https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3775_ji-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/IMG_3775_ji-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Ein Motorboot und drei Segelschiffe kamen am Sonntag, 27. Mai 2018, am Bontekai in Wilhelmshaven an. Sie haben sich das Ziel gesetzt, Gaza zu erreichen und die von Israel seit Jahren (nat\u00fcrlich illegal) verh\u00e4ngte Seeblockade zu durchbrechen. Vorher wird die Flotilla in verschiedenen europ\u00e4ischen H\u00e4fen anlegen, um f\u00fcr ihr Vorhaben zu werben. Geplant sind die Zwischenstopps in Amsterdam, Brighton, Cagliari, Palermo. Der Deutschlandfunk war mit einem Reporter in Wilhelmshaven und interviewte den Kapit\u00e4n der &#8222;Al-Awda&#8220; (&#8222;Freiheit&#8220;), <!--more-->der erkl\u00e4rte, dass die kleine Flotilla Ende Juli die Blockade brechen werde. Alle haben noch den Versuch einer Freedom-Flotilla von 2010 im Ged\u00e4chtnis, den die israelische Marine stoppte und dabei neun t\u00fcrkische Aktivisten erschoss. F\u00fcr diese Aktion 2018 haben sich Freiwillige aus Schweden, Norwegen, den USA und weiteren L\u00e4ndern zusammengefunden.<\/p>\n<p><strong>Hier die Sendung ab Minute 13:30:<\/strong><\/p>\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-8334-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/deutschland_heute_sendung_vom_29052018_dlf_20180529_1410_70f2c1761.mp3?_=1\" \/><a href=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/deutschland_heute_sendung_vom_29052018_dlf_20180529_1410_70f2c1761.mp3\">http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/deutschland_heute_sendung_vom_29052018_dlf_20180529_1410_70f2c1761.mp3<\/a><\/audio>\n<p>ngg_shortcode_0_placeholder<br \/>\nZur Begr\u00fc\u00dfung hatte die BDS-Initiative Oldenburg ein Empfangskommittee organisiert. Christopher Ben Kushka von der Initiative berichtete schickte die Fotos: &#8222;Am vergangenen Sonntag haben wir mit ca. 70 Teilnehmer*innen die &#8222;Freedom Flotilla Coalition&#8220; am Hafen in Wilhelmshaven willkommen gehei\u00dfen! Mit Fahnen, fantastischer Musik (Danke an Seitun!) und Redebeitr\u00e4gen von schwedischen, US-amerikanischen und pal\u00e4stinensischen Redner*innen war die Veranstaltung ein voller Erfolg! Einige werden davon geh\u00f6rt haben, andere nicht: heute hat die israelische Marine mehrere Boote aus Gaza in ihre Kontrolle gebracht; sie versuchten, die Seeblockade von innen zu durchbrechen. Au\u00dferdem baut Israel jetzt auch neuerdings an einer Entsprechung der Mauer\/Grenzanlagen im Meer: einem physischen Hindernis, um die Kontrolle und Barrikade Gazas noch perfekter durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p>Annette Groth, die die Freedom-Flotilla 2010 mit gemacht hat, gab der <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/333067.wir-fordern-ein-ende-der-blockade.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Jungen Welt am 28.05.2018<\/strong><\/a> ein Interview, das wir hier mit freundlicher Genehmigung abdrucken.&nbsp;<\/p>\n<h1>\u00bbWir fordern ein Ende der Blockade\u00ab<\/h1>\n<p>Erneut sind mehrere Boote auf dem Weg nach Gaza, um auf die t\u00f6dlichen Folgen der israelischen Politik hinzuweisen. Ein Gespr\u00e4ch mit Annette Groth<br \/>\nInterview: Jan Greve. Annette Groth ist Politikerin der Partei Die Linke und ehemalige Bundestagsabgeordnete<\/p>\n<p><strong>Eine neue \u00bbFree-Gaza-Flottille\u00ab ist unterwegs nach Pal\u00e4stina. Sie werden wieder mit an Bord sein. Wann genau fahren Sie los?<\/strong><br \/>\nEs sind bereits vier Boote auf dem Weg, die in Skandinavien gestartet sind. Am Dienstag gehe ich dann in Wilhelmshaven an Bord. Laut Plan erreichen wir am Donnerstag Amsterdam, da steige ich aus. Wir hoffen nat\u00fcrlich, insgesamt mit der Flottille f\u00fcr Aufmerksamkeit sorgen zu k\u00f6nnen. Es braucht viel mehr \u00d6ffentlichkeit f\u00fcr die schrecklichen Verbrechen in Gaza. Allein bei den j\u00fcngsten Demonstrationen dort gab es 120 Tote, die von israelischen Scharfsch\u00fctzen erschossen worden sind. Dazu gibt es \u00fcber 13.000 Verletzte. Das ist eine Katastrophe und ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, wird aber von vielen Medien hierzulande verharmlosend als \u00bbAuseinandersetzung am Grenzzaun\u00ab beschrieben. Die weltweite Aufregung ist in keiner Weise so, wie sie sein m\u00fcsste.<\/p>\n<p>Heute sind es haupts\u00e4chlich j\u00fcdische progressive Verb\u00e4nde und prominente Einzelpersonen, die die Welt aufrufen, etwas zu unternehmen und Druck auf die israelische Regierung auszu\u00fcben. Zum Beispiel mit Sanktionen. Die EU k\u00f6nnte sofort das Assoziierungsabkommen mit Israel aussetzen. Die Ma\u00dfnahme w\u00e4re jetzt f\u00e4llig, zumal Artikel zwei in diesem Abkommen alle Vertragspartner zur Einhaltung der Menschenrechte verpflichtet. Dieser Passus wird tagt\u00e4glich mit F\u00fc\u00dfen getreten. Zus\u00e4tzlich m\u00fcssten ab sofort alle Waffenlieferungen nach Israel eingestellt werden. Au\u00dfer verbalen Verurteilungen ist da aber bislang nichts passiert.<\/p>\n<p><strong>Steht die jetzige Aktion im Zusammenhang mit den aktuellen Ereignissen in der Region?<\/strong><br \/>\nNicht wirklich, das hatte einen viel l\u00e4ngeren Vorlauf. Mindestens ein Jahr Vorbereitung braucht so eine Aktion. Man muss zun\u00e4chst Geld sammeln und Leute daf\u00fcr finden. Was seit dem 30. M\u00e4rz passiert ist, hat niemand so voraussehen k\u00f6nnen. Nicht mal in den dunkelsten Momenten habe ich mir dieses gezielte T\u00f6ten von unbewaffneten Protestierenden ausmalen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Sie sprechen von Gaza als dem \u00bbweltweit gr\u00f6\u00dften Freiluftgef\u00e4ngnis\u00ab. Was genau fordern Sie?<\/strong><br \/>\nWir fordern ein sofortiges Ende der Blockade. Unsere Fahrt soll diese Forderung wieder st\u00e4rker in die \u00d6ffentlichkeit bringen. Ob die Boote Gaza erreichen, ist zweifelhaft. Bei vorherigen Versuchen hat das nicht funktioniert und wird vermutlich auch dieses Mal nicht klappen. Alles andere w\u00e4re ein Wunder. Klar ist: Es muss echter Druck auf Israel und \u00c4gypten ausge\u00fcbt werden. Man muss daran erinnern, dass der Bundestag bereits 2010 \u2013 als ich schon einmal auf der Flottille war \u2013 die Bundesregierung aufgefordert hat, alles zu tun, damit die Blockade beendet wird. Ich habe in den letzten Jahren immer wieder nachgefragt, wie der Stand ist. Man kriegt aber nur lapidare Antworten. Dabei ist die Blockade v\u00f6lkerrechtswidrig und ein Verbrechen. Die Leute dort haben keinen Strom, es gibt auch keine Medikamente. Dialyse- und Krebspatienten sterben wegen der fehlenden medizinischen Versorgung, Menschen d\u00fcrfen Gaza nicht verlassen. Das ist eine Kata\u00adstrophe.<\/p>\n<p><strong>Sie haben die Fahrt von 2010 erw\u00e4hnt. Sie waren zusammen mit den damaligen Abgeordneten der Linkspartei Inge H\u00f6ger und Norman Paech Teil der Flottille, die die Seeblockade Gazas durchbrechen wollte. Damals erschoss die israelische Marine neun Passagiere. Mit Blick auf die j\u00fcngste Eskalation der Gewalt dort: Bef\u00fcrchten Sie, dass sich die Ereignisse von 2010 wiederholen k\u00f6nnten?<\/strong><br \/>\nNein, das glaube ich nicht. Alles andere w\u00e4re ein riesiger Fehler von israelischer Seite. Damals waren es sechs Schiffe, milit\u00e4risch angegriffen wurde nur das gr\u00f6\u00dfte, die \u00bbMavi Marmara\u00ab. Dort waren etwa 800 Aktivisten und zahlreiche Journalisten aus aller Welt an Bord. Ich glaube, dass sie die Boote abschleppen werden. Vielleicht werden die Passagiere auch misshandelt. Das ist auch damals auf den anderen Schiffen der diversen Flottillen geschehen.<\/p>\n<p><strong>Wie genau sieht die aktuelle Route aus?<\/strong><br \/>\nWir werden in verschiedenen europ\u00e4ischen H\u00e4fen anlegen. Die Reise wird also eine ganze Weile dauern. Die genaue Planung steht aber noch nicht fest. Auch hier wurden die Menschen von den aktuellen Ereignissen \u00fcberrollt, das merkt man. Sie sind genauso entsetzt wie wir alle.<br \/>\njfp.freedomflotilla.org<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Motorboot und drei Segelschiffe kamen am Sonntag, 27. Mai 2018, am Bontekai in Wilhelmshaven an. Sie haben sich das Ziel gesetzt, Gaza zu erreichen und die von Israel seit Jahren (nat\u00fcrlich illegal) verh\u00e4ngte Seeblockade zu durchbrechen. 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