{"id":8428,"date":"2018-06-21T16:24:47","date_gmt":"2018-06-21T16:24:47","guid":{"rendered":"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/?p=8428"},"modified":"2018-06-26T07:35:40","modified_gmt":"2018-06-26T07:35:40","slug":"deutsche-pro-israel-organisation-fordert-entlassung-von-bettina-marx","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=8428","title":{"rendered":"Deutsche Pro-Israel Organisation fordert Entlassung von Bettina Marx"},"content":{"rendered":"<p>Wieder einmal versucht eine deutsche Prro-Israel-Organisation, den Diskurs \u00fcber die israelische Besatzung, die mit ihr verbundenen Menschenrechtsverletzungen und die Empathie f\u00fcr die Menschen in Gaza mit Hilfe des Antisemitismus-Vorwurfs zu diskreditieren und zu unterbinden. <!--more-->Die &#8222;Werteinitiaive. J\u00fcdisch-deutsche Positionen&#8220; hat sich aktuell in einem <a href=\"https:\/\/werteinitiative.de\/hbs-vollbild-antisemitismus\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schreiben<\/a> (https:\/\/werteinitiative.de\/hbs-vollbild-antisemitismus\/) an die Heinrich-B\u00f6llstiftung gewandt und die Abberufung der Leiterin des HBS-B\u00fcros Ramallah, Dr. Bettina Marx gefordert. Angegriffen wird der Gastkommentar von Bettina Marx f\u00fcr die Deutsche Welle vom 9. Juni 2018 (<a href=\"http:\/\/www.dw.com\/de\/gastkommentar-pal%C3%A4stinenser-sind-am-tiefpunkt-angekommen\/a-44130983\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8222;Pal\u00e4stinenser sind am Tiefpunkt angekommen&#8220;<\/a>).<\/p>\n<p>Viele Nahost-Interessierte kennen und sch\u00e4tzen Bettina Marx als eine der wenigen deutschen Stimmen, die sich kompromisslos f\u00fcr die Geltung der Menschenrechte eingesetzt haben und einsetzen werden. Sie ist seit Jahrzehnten eine Kennerin der Region. Ihr Buch &#8222;Gaza&#8220; gilt als Standardwerk. Bettina Marx ist seit 2015 Leiterin des B\u00fcros der Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung in Ramallah. Vorher arbeitete sie als Nahostkorrespondentin und Journalistin u.a. f\u00fcr die Deutsche Welle und \u00fcberregoinale Medien.<\/p>\n<p>Der kritisierte Gastkommentar von Bettina Marx in der DW kam genau zur rechten Zeit, denn er hob sich sehr deutlich von der sonstigen deutschen Berichterstattung ab, die im besten Falle \u00c4quidistanz \u00fcbt, \u00fcberwiegend aber den Pal\u00e4stinensern die Hauptschuld am Scheitern des sogenannten Friedensprozesses zumisst und den gro\u00dfen opferreichen zivilgesellschaftlichen Aufbruch des R\u00fcckkehrmarsches in GAZA als Terror zu entwerten sucht. Mutig und politisch verantwortungsvoll forderte Bettina Marx die Welt\u00f6ffentlichkeit auf, Position zu beziehen, und sie begr\u00fcndete das faktenreich und durchaus nicht neutral. Danke daf\u00fcr Bettina!<\/p>\n<p>Angesichts der jetzigen Bedrohung der freien Meinungs\u00e4u\u00dferung (Art. 5 GG) m\u00fcssen wir jetzt laut sagen: Genug ist genug!<\/p>\n<p>Daher eine Bitte an alle: Schweigen Sie nicht still, sondern schreiben Sie an die Leitung der Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung (info@boell.de) unter Bezugnahme auf den Brief der &#8222;Werteinitiative&#8220;. Schreiben Sie an Ihre Abgeordneten, an Vertreter der Presse, an die Kirchen und Gewerkschaften.<\/p>\n<p>Der Pr\u00e4sident der Deutsch-Pal\u00e4stinensischen Gesellschaft e.V., Nazih Musharbash, hat an die B\u00f6ll-Stiftung f\u00fcr die DPG das folgende Protestschreiben verfa\u00dft:<\/p>\n<p><strong>Stellungnahme zum Schreiben der &#8222;WerteInitiative. J\u00fcdisch-deutsche Positionen&#8220; vom 16.6.2018 gegen Bettina Marx<\/strong><\/p>\n<p>Bad Iburg, den 21.06.2018<\/p>\n<p>Sehr geehrte Damen und Herren,<\/p>\n<p>die Diffamierungen, Unterstellungen und die Forderungen der vor kurzem gegr\u00fcndeten \u201eWerteinitiative. J\u00fcdisch-deutsche Positionen\u201c hat schon einmal vergeblich versucht, Vortr\u00e4ge von Judith Bernstein, Rolf Verleger und Dr. Detlef Griesche vom Angebot der Volkshochschule der Stadt Osnabr\u00fcck absetzen zu lassen. Der Leiter der VHS, der Oberb\u00fcrgermeister und die im Rat der Stadt vertretenen Fraktionen haben sich gegen diese Einmischung und Unterstellungen dieser Initiative ausgesprochen. Seitdem herrschte Ruhe in unserer Region.<\/p>\n<p>Zum besseren Verst\u00e4ndnis schildere ich Ihnen das beispiellose Vorgehen in der Friedensstadt Osnabr\u00fcck, das massiv kritisiert wurde.<\/p>\n<p>Seit Gr\u00fcndung der Regionalgruppe Osnabr\u00fcck der Deutsch-Pal\u00e4stinensischen Gesellschaft (DPG) im Jahr 2009 und nur wenige Monate nach der Gr\u00fcndung der Arbeitsgemeinschaft Osnabr\u00fcck der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) f\u00fchren beide Gesellschaften, am Anfang sogar gemeinsam, Veranstaltungen zur Problematik des Nahost-Konflikts durch. Die jeweiligen Themenvorschl\u00e4ge werden bei der Volkshochschule Osnabr\u00fcck eingereicht, im Programm ver\u00f6f- fentlicht und in Kooperation mit der DPG oder\/und der DIG kenntlich gemacht.<\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich der Gr\u00fcndung von DIG und DPG sind die beiden Vorst\u00e4nde feierlich vom amtierenden Oberb\u00fcrgermeister der Stadt Osnabr\u00fcck im Friedenssaal empfangen worden. Die Zusammenarbeit zwischen der DIG und der DPG hier vor Ort fand bundesweit gro\u00dfe Beachtung und Anerkennung. Als Novum wurde die doppelte Mitgliedschaft von Prof. Reinhold Mokrosch ebenfalls feierlich bekannt gemacht. Alleine diese Tatsache ist als Ergebnis der einvernehmlichen Vorgehensweise im Osnabr\u00fccker-Modell zu werten.<\/p>\n<p>In Osnabr\u00fcck war es m\u00f6glich, die Wanderausstellung &#8222;Nakba&#8220; im Remarque-Friedenszentrum mit einem Gru\u00dfwort des Oberb\u00fcrgermeisters und des EU-Parlamentspr\u00e4sidenten Dr. Hans-Gert P\u00f6ttering und in Anwesenheit von Mitgliedern der J\u00fcdischen Gemeinde und der DIG zu er\u00f6ffnen. Sie wurde sechs Wochen lang und ohne Einw\u00e4nde gezeigt. Hier in Osnabr\u00fcck konnte bewiesen werden, dass Dialoge besser sind, als getrennte Wege zu gehen.<\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich des Gaza-Krieges veranstalteten DPG und DIG gemeinsam eine Schweigedemonstration f\u00fcr den Frieden am Theater in Osnabr\u00fcck. Hier liegt die Betonung auf g e m e i n s a m. Mit Unterst\u00fctzung der Volkshochschule wurden ein Wochenendseminar, zahlreiche Vortr\u00e4ge und Diskussionen angeboten und gehalten zu unterschiedlichen Aspekten des Streites zwischen Israel und Pal\u00e4stinensern. Dass an dieser Art der Konfliktbew\u00e4ltigung und an der zivilisierten Darstellung der jeweiligen Standpunkte interessierte Publikum war ma\u00dfgeblich f\u00fcr die Fortf\u00fchrung dieser Veranstaltungen.<\/p>\n<p>Mehrmals wurden gemeinsame Flyer von der Volkshochschule in Kooperation mit DIG und DPG konzipiert, gedruckt und verteilt. Dar\u00fcber hinaus gab es Podien, an denen Vertreter der beiden Gesellschaften auftraten, gemeinsam diskutierten, Fragen der Teilnehmer beantworteten und die nun mal vorhandenen unterschiedlichen Aspekte des Konfliktes darstellten. Immer wieder waren wir von der Zustimmung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ermutigt, diese in der Tat bundesweit einmalige Ann\u00e4herung der Gesellschaften fortzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Unterschiedliche Standpunkte und Ansichten zum gleichen Konflikt sind immer subjektiv. In der Vermittlung von Hintergr\u00fcnden des Nahostkonfliktes sind genau diese subjektiven, ja einseitigen Erkl\u00e4rungen von besonderer Bedeutung, um den Zuh\u00f6rern einen Raum zu geben, sich zu erkundigen, kritische Fragen zu stellen und daraus eigene Urteile zu f\u00e4llen. In der Vermittlung von durchaus nicht deckungsgleichen Informationen wird ein Schwerpunkt von politischer Bildung verfolgt, dem eine Volkshochschule stets gerecht werden sollte. Die VHS Osnabr\u00fcck erf\u00fcllt diese Ans\u00e4tze und verdient unsere Hochachtung.<\/p>\n<p>Unsere Arbeit war zudem stets vom Leitbild des Westf\u00e4lischen Friedens gepr\u00e4gt, der auch zur L\u00f6sung des Nahostkonfliktes geeignet w\u00e4re.<\/p>\n<p>Beim Empfanges von Minister Abdallah Frangi am 2. Februar 2018 habe ich in Anwesenheit des Oberb\u00fcrgermeisters vor etwa 120 geladenen G\u00e4sten ausgef\u00fchrt: \u201eSie k\u00f6nnen stolz sein auf die lebendige Friedenskultur in Ihrer Stadt. Anders als in anderen St\u00e4dten k\u00f6nnen Veranstaltungen mit Themen, die woanders in der Republik nicht zugelassen oder gar abgesetzt werden, hier \u00f6ffentlich in Ihrer Volkshochschule ausgeschrieben und ohne Protest durchgef\u00fchrt werden. In der Friedensstadt Osnabr\u00fcck wird sachlich und kontrovers diskutiert. Hier hat man l\u00e4ngst verstanden, dass eine an Politiker und Staaten ge\u00e4u\u00dferte Kritik niemals gegen Menschen oder Religionen gerichtet ist. Deshalb haben wir kein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die mittlerweile in Deutschland g\u00e4ngig gewordene Praxis, dass jegliche Kritik an Israels Regierung automatisch als antisemitisch eingestuft wird.\u201c<\/p>\n<p>Die Unterstellungen und die Forderung der &#8222;Werteinitiative f\u00fcr j\u00fcdisch-deutsche Positionen\u201c vom 12. Februar sind zur\u00fcckzuweisen.<\/p>\n<p>Hier in Osnabr\u00fcck wird der Dialog einvernehmlich und beispielgebend f\u00fcr andere Volkshochschulen mit Erfolg praktiziert. Die Diffamierung der Referenten kann hingenommen werden, nicht jedoch die Entm\u00fcndigung der zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den gut besuchten Veranstaltungen. Um sich ein Bild vor Ort machen zu k\u00f6nnen, wird den Verfassern empfohlen, an den angebotenen Vortr\u00e4gen und Diskussionen teilzunehmen.<\/p>\n<p>An diesem Beispiel wird deutlich, dass es der &#8222;Werteinitiative&#8220; lediglich um St\u00f6rung und Diffamierung des Dialogs geht. Die Forderung nach Entlassung von Bettina Marx\u201c ist zur\u00fcckzuweisen.<\/p>\n<p>Mit freundlichem Gru\u00df<br \/>\nNazih Musharbash<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wieder einmal versucht eine deutsche Prro-Israel-Organisation, den Diskurs \u00fcber die israelische Besatzung, die mit ihr verbundenen Menschenrechtsverletzungen und die Empathie f\u00fcr die Menschen in Gaza mit Hilfe des Antisemitismus-Vorwurfs zu diskreditieren und zu unterbinden.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-8428","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8428","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8428"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8428\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8432,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8428\/revisions\/8432"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8428"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8428"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8428"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}