{"id":8675,"date":"2018-08-31T09:30:08","date_gmt":"2018-08-31T09:30:08","guid":{"rendered":"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/?p=8675"},"modified":"2018-08-31T09:38:06","modified_gmt":"2018-08-31T09:38:06","slug":"bds-die-diskussion-wird-differenzierter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=8675","title":{"rendered":"BDS &#8211; Die Diskussion wird differenzierter"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3008\" src=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/16-05-26-logo-BDS-300x162.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"162\" srcset=\"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/16-05-26-logo-BDS-300x162.jpg 300w, https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/16-05-26-logo-BDS-200x108.jpg 200w, https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/16-05-26-logo-BDS.jpg 532w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Die <a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/bds-gegen-israel-umstrittener-boykott-und-gegenboykott\/a-45275847\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deutsche Welle hat am 30. August 2018<\/a> einen sehr ausf\u00fchrlichen, sehr differenzierten und also sehr lesenswerten \u00dcberblicksartikel \u00fcber die gesamte BDS-Problematik gebracht.<\/p>\n<p><strong>Der Anlass:<\/strong> die j\u00fcngsten Auseinandersetzungenmit um die <strong>Ruhrtriennale in Bochum<\/strong> und das <strong>Berliner Pop-Kultur-Festival.<\/strong> Es kommen mit sorgf\u00e4ltig zitierten \u00c4u\u00dferungen zu Wort: <!--more-->der Astrophysiker Stephen Hawkings, die Antisemitismus-Erkl\u00e4rung des Deutschen Bundestages, der neue Antisemitismusbeauftragten Felix Klein, der offenen Brief von 40 meist links gerichteten j\u00fcdischen Organisationen aus aller Welt, der ehemaligen israelischen Botschafter in Deutschland Avi Primor, der israelischen Ministerpr\u00e4sidenten Bejamin Netanyahu, sein Minister Gilad Erdan, die israelische und jetzt in Deutschland lebende J\u00fcdin Iris Hefets, die in Israel geborenen und in Deutschland aufgewachsene Nirit Sommerfeld, Barak Obama, der israelisch-argentinische und jetzt in Berlin lebende Star-Dirigenten Daniel Barenboi und Helmut Teltschik, der ehemalige enge Berater von Helmut Kohl. Teltschik wird zitiert: <em>&#8222;Aber das kann ja nicht hei\u00dfen, dass man, um dem Vorwurf des Antisemitismus zu entgehen, alles f\u00fcr gut und richtig h\u00e4lt, was vor allem die jetzige israelische Regierung entscheidet&#8220;,<\/em> f\u00e4hrt Teltschik fort. Es k\u00f6nne <em>&#8222;uns nicht egal sein, welche Entscheidungen die israelische Regierung trifft&#8220;<\/em>, erg\u00e4nzt er \u2013 auch aus ureigenstem Interesse: <em>&#8222;Die Region des Nahen und Mittleren Osten ist von einer Brisanz, die unmittelbare Auswirkungen auf Frieden und Sicherheit auch in Europa hat.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Hier einige Ausz\u00fcge aus dem Artikel der Deutschen Welle. Verfasser: Matthias von Hein.<\/p>\n<p><strong>&#8222;BDS gegen Israel: Umstrittener Boykott \u2013 und Gegenboykott<\/strong><\/p>\n<p>Eine Boykott-Kampagne f\u00fcr die Rechte der Pal\u00e4stinenser polarisiert. Weil sie die Frage aufwirft, wo Kritik an Israel aufh\u00f6rt und wo Antisemitismus beginnt.<\/p>\n<p>Wie politisch darf Kunst, d\u00fcrfen K\u00fcnstler sein? Dass sich \u00fcber diesen Fragen ein Kulturereignis in ein Minenfeld verwandeln kann, haben in diesem Sommer die <a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/ruhrtriennale-diskutiert-\u00fcber-bds-und-die-freiheit-der-kunst\/a-45138367\">Ruhrtriennale in Bochum<\/a> und das <a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/pop-musik-festival-von-israel-boykott-betroffen\/a-45069196\">Berliner Pop-Kultur-Festival<\/a> gezeigt. In Bochum entz\u00fcndete sich eine erbitterte Kontroverse um die Band &#8222;Young Fathers&#8220;, weil die drei Hip-Hopper offen mit der israelkritischen Bewegung &#8222;Boykott, Divestment, Sanctions&#8220; (BDS) sympathisieren.<\/p>\n<p>In Berlin hagelte es K\u00fcnstler-Absagen aus aller Welt, weil die israelische Botschaft zu den finanziellen Unterst\u00fctzern des Festivals z\u00e4hlt. Auch hier hatte die internationale Aktivisten-Kampagne BDS ihre Finger im Spiel.<\/p>\n<p>Das pro-pal\u00e4stinensische Netzwerk setzt sich f\u00fcr einen politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Boykott Israels ein und brandmarkt das Land im Nahostkonflikt als Menschenrechtsverletzer. Zwar kann die BDS-Kampagne nichts f\u00fcr das Lob, das sie auch von der pal\u00e4stinensischen Terrororganisation Hamas erh\u00e4lt. Aber es verkompliziert den Fall. Denn im Zentrum der BDS-Debatte steht die Frage: Wann schl\u00e4gt Israel-Kritik in Judenhass um? Deutschland, das Land der T\u00e4ter, tut sich mit der Antwort besonders schwer.&#8220; [&#8230;]<\/p>\n<p>&#8222;Nach langsamen Anlauf entfaltet BDS inzwischen sp\u00fcrbare Wirkung: 2014 zog der gr\u00f6\u00dfte niederl\u00e4ndische Pensionsverwalter PGGM zweistellige Millionensummen aus israelischen Banken ab. Und schon 2011 war eine Tochter der Deutschen Bahn aus der Planung f\u00fcr eine 1,2 Milliarden teure Neubaustrecke zwischen Jerusalem und Tel Aviv ausgestiegen: Die Strecke sollte teilweise \u00fcber besetztes Gebiet f\u00fchren. Der Trinkwassersprudelhersteller &#8218;SodaStream&#8216; mit Sitz in Tel Aviv hat seine Produktion 2015 aus dem Westjordanland abgezogen, wodurch allerdings Hunderte Pal\u00e4stinenser ihre Jobs verloren.&#8220; [&#8230;]<\/p>\n<p>&#8222;Der Auftritt als Menschenrechts-Kampagne macht BDS tats\u00e4chlich auch f\u00fcr viele Juden akzeptabel. Zuletzt hatten sich Mitte Juli \u00fcber 40 meist links gerichtete j\u00fcdische Organisationen aus aller Welt in einem offenen Brief gegen die Vermischung von Israelkritik und Antisemitismus gewandt \u2013 und dabei speziell die BDS-Kampagne in Schutz genommen.<\/p>\n<p>Avi Primor, ehemals israelischer Botschafter in Deutschland, gibt sich auf die Frage, ob BDS antisemitisch sei, nachdenklich. In Deutschland gebe es wegen der deutschen Vergangenheit eine &#8222;bestimmte Empfindlichkeit&#8220; beim Thema Antisemitismus, sagt der Ex-Diplomat im DW-Gespr\u00e4ch. &#8222;Das ist verst\u00e4ndlich. Und ich werde das bestimmt nicht kritisieren. Aber f\u00fcr mich ist das Leitmotiv der BDS-Bewegung Gerechtigkeit f\u00fcr die Pal\u00e4stinenser und ein Ende der Besatzung.&#8220; Zwar gebe es laute antisemitische Stimmen in den Reihen der BDS, stellt Primor fest. Aber: &#8222;Das ist jedoch weder die offizielle Politik der Bewegung, noch die Meinung der Mehrheit ihrer Mitglieder&#8220;.<\/p>\n<p>Mit BDS ist ein Kampf um Deutungshoheit und moralische \u00dcberlegenheit entbrannt, der die israelische Regierung nerv\u00f6s macht. 2015 bezeichnete Premierminister Benjamin Netanyahu BDS als &#8222;gr\u00f6\u00dfte aktuelle Bedrohung Israels&#8220; und warnte sein Kabinett: &#8222;Wir sind mitten in einem Kampf, der gegen den Staat Israel gef\u00fchrt wird, (durch) eine internationale Kampagne, um seinen Namen zu beschmutzen.&#8220; Der Warnung folgten Taten. Unter anderem wurde das mit dem Kampf gegen BDS betraute Ministerium f\u00fcr Strategische Angelegenheiten gro\u00dfz\u00fcgig mit zus\u00e4tzlichen Mitteln ausgestattet. Minister Gilad Erdan erkl\u00e4rte, man gehe jetzt &#8222;von der Defensive zur Offensive&#8220; \u00fcber.<br \/>\nGilad Erdan (picture-alliance\/dpa)&#8220;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/bds-gegen-israel-umstrittener-boykott-und-gegenboykott\/a-45275847\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hier der gesamte Artikel<\/a><\/p>\n<hr>\n<p><strong>Dazu passt die Einladung zu dieser Podiumsdiskussion:<\/strong><\/p>\n<h1><strong>DIG und DPG im Podium<\/strong><\/h1>\n<p>Die Friedrich-Neumann Stiftung l\u00e4dt ein zu einer Podiumsdiskussion, an der die beiden Pr\u00e4sidenten der Deutsch-Israelischen und der Deutsch-Pal\u00e4stinensische Gesellschaften teilnehmen.<\/p>\n<p>Donnerstag, 20. September 2018, VHS Bonn, um 18:30 Uhr<br \/>\nAnmeldungen sind erforderlich:&nbsp;<a href=\"https:\/\/shop.freiheit.org\/#%21\/Veranstaltung\/E7DRO\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/shop.freiheit.org\/#!\/Veranstaltung\/E7DRO<\/a><\/p>\n<p><strong>Akteure, Positionen, Hemmnisse \u2013 Zur Zukunft des Nahost-Friedensprozesses<\/strong><\/p>\n<hr>\n<div id=\"AppleMailSignature\">&nbsp;<\/div>\n<blockquote>\n<div>\n<div>\n<div>\n<div>&nbsp;<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Deutsche Welle hat am 30. August 2018 einen sehr ausf\u00fchrlichen, sehr differenzierten und also sehr lesenswerten \u00dcberblicksartikel \u00fcber die gesamte BDS-Problematik gebracht. Der Anlass: die j\u00fcngsten Auseinandersetzungenmit um die Ruhrtriennale in Bochum und das Berliner Pop-Kultur-Festival. 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