{"id":8695,"date":"2018-09-07T07:29:53","date_gmt":"2018-09-07T07:29:53","guid":{"rendered":"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/?p=8695"},"modified":"2018-09-07T07:30:18","modified_gmt":"2018-09-07T07:30:18","slug":"es-droht-eine-humanitaere-katastrophe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=8695","title":{"rendered":"Es droht eine humanit\u00e4re Katastrophe"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_8694\" style=\"width: 406px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/18-09-07-detlef-Screenshot-WESER-KURIER.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8694\" class=\"wp-image-8694\" src=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/18-09-07-detlef-Screenshot-WESER-KURIER-300x97.jpg\" alt=\"\" width=\"396\" height=\"136\"><\/a><p id=\"caption-attachment-8694\" class=\"wp-caption-text\">Ausriss aus Weserkurier v. 07.09.2018<\/p><\/div>\n<p>Nicht nur pal\u00e4stinensischen Organisationen haben mit Emp\u00f6rung auf Trumps Ank\u00fcndigung reagiert, die Zahlungen an das Fl\u00fcchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen UNRWA nach 70 Jahren einzustellen. Das sind von den j\u00e4hrlichen Mitteln<!--more--> in H\u00f6he von insgesamt rund 950 Millionen Euro Finanzhilfen etwa 290 Millionen Euro. Der US-Pr\u00e4sident und sein beauftragter Schwiegersohn Jared Kushner begr\u00fcnden die Ma\u00dfnahme mit dem Stillstand des Friedensprozesses, woran die Pal\u00e4stinenser Schuld seien. Eine v\u00f6llige Verdrehung der tats\u00e4chlichen Verh\u00e4ltnisse, geht man vom international geltendem V\u00f6lkerrecht und der Besatzungsrealit\u00e4t aus. Hintergrund ist wohl der illusorische Glaube der amerikanischen Administration, man k\u00f6nne so die Pal\u00e4stinenser zu einem aufgezwungenem Frieden bringen, indem sie den seit Monaten angek\u00fcndigten, aber immer noch nicht ver\u00f6ffentlichten \u201eFriedensplan\u201c akzeptieren. Spitzenpolitiker der PLO sprechen so zu Recht von \u201ebilliger Erpressung als politischem Instrument\u201c.<\/p>\n<p>Was die realen Konsequenzen aus den K\u00fcrzungen bedeuten, hat sogar der sonst eher wegen der deutschen \u201eStaatsraison\u201c an der Seite Israels stehende deutsche Au\u00dfenminister erkannt und umgehend reagiert, indem er neben den zugesagten Mitteln in H\u00f6he von 81 Millionen Euro auch die anderen EU-Mitgliedsstaaten aufforderte, weitere substanzielle Erh\u00f6hungen zu pr\u00fcfen, um den Mittelausfall zu kompensieren. Ansonsten drohte eine humanit\u00e4re Katastrophe, die die bisher ohnehin schon unhaltbaren Zust\u00e4nde vor allem in Gaza, aber auch im Westjordanland und den Lagern im Libanon unter anderem extrem versch\u00e4rfen wird \u2013 mit unabsehbaren Folgen f\u00fcr die ganze Region. Die UNRWA betreut circa f\u00fcnf Millionen Personen, sichert das \u00dcberleben von rund 50 Prozent der Bev\u00f6lkerung in Gaza durch Lebensmittelrationen. 250\u2009000 Sch\u00fcler lernen in 267 UNRWA-Schulen und allein circa 13\u2009000 Angestellte werden besch\u00e4ftigt in dem abgeriegelten Land mit einer Arbeitslosigkeit von \u00fcber 40 Prozent und einer Jugend, die nie etwas anderes erlebt hat als Besatzung und Krieg. Wenn nicht umgehend entsprechende kompensatorische Mittel von der EU und den arabischen Staaten bereit gestellt werden, hat das nach Au\u00dfenminister Maas folgerichtig den Zusammenbruch des Hilfswerks UNWRA zur Folge, \u201ewas eine unkontrollierte Kettenreaktion ausl\u00f6sen k\u00f6nnte\u201c. Im Gegensatz zur israelischen Regierung sehen israelische Sicherheitsorgane das \u00e4hnlich und warnen vor erheblichen Unruhen. Die Deutsch-Pal\u00e4stinensische Gesellschaft hofft weiter auf eine friedliche L\u00f6sung.<br \/>\n<em>Dr. Detlef Griesche, Mitglied des erweiterten Pr\u00e4sidiums der Deutsch-Pal\u00e4stinensischen Gesellschaft. Von 1982 bis 1991 war der Universit\u00e4tsdozent SPD-Abgeordneter in der Bremischen B\u00fcrgerschaft<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ep.weser-kurier.de\/weserkurier\/16349\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">abgedruckt im Weserkurier v. 07.09.2018<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht nur pal\u00e4stinensischen Organisationen haben mit Emp\u00f6rung auf Trumps Ank\u00fcndigung reagiert, die Zahlungen an das Fl\u00fcchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen UNRWA nach 70 Jahren einzustellen. 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