{"id":9125,"date":"2019-02-15T08:58:45","date_gmt":"2019-02-15T08:58:45","guid":{"rendered":"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/?p=9125"},"modified":"2019-02-15T09:10:44","modified_gmt":"2019-02-15T09:10:44","slug":"goettinger-friedenspreis-fuer-die-juedische-stimme-fuer-gerechten-frieden-unter-beschuss-der-israel-lobby","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=9125","title":{"rendered":"G\u00f6ttinger Friedenspreis f\u00fcr die &#8222;J\u00fcdische Stimme f\u00fcr gerechten Frieden&#8220; unter Beschuss der Israel-Lobby"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_9130\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9130\" class=\"wp-image-9130 size-medium\" src=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/19-02-15-andreas-zumach-300x180.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"180\" srcset=\"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/19-02-15-andreas-zumach-300x180.jpg 300w, https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/19-02-15-andreas-zumach-768x461.jpg 768w, https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/19-02-15-andreas-zumach-500x300.jpg 500w, https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/19-02-15-andreas-zumach.jpg 833w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-9130\" class=\"wp-caption-text\">Andreas Zumach am 20.04.2016 in Bremen<\/p><\/div>\n<p>Dem G\u00f6ttinger Friedenspreis droht ein Eklat: Der Zentralrat der Juden und Vertreter der FDP werfen dem nominierten Preistr\u00e4ger Antisemitismus vor. G\u00f6ttingens Oberb\u00fcrgermeister empfiehlt, die Verleihung auszusetzen. Die Jury h\u00e4lt an ihrer Entscheidung fest. <a href=\"https:\/\/www.juedische-stimme.de\/2019\/02\/15\/stellungnahme-des-vorsitzender-der-jury-zu-kritik-an-dem-preistraeger-die-juedische-stimme\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hier die Stellungnahme des Vorsitzenden der Jury, Andreas Zumach.<\/a><\/p>\n<p>Der Verein \u201eJ\u00fcdische Stimme f\u00fcr gerechten Frieden in Nahost\u201c soll den G\u00f6ttinger Friedenspreis 2019 erhalten. Der mit 3000 Euro dotierte Preis wird in diesem Jahr zum 21. Mal verliehen. Die \u00f6ffentliche Veranstaltung soll am Sonnabend, 9. M\u00e4rz, um 11 Uhr in der Aula am Wilhelmsplatz, stattfinden. Aus der Begr\u00fcndung: &#8230; f\u00fcr ihr unerm\u00fcdliches Engagement, eine gerechte Friedensl\u00f6sung zwischen zwei souver\u00e4nen Nachbarstaaten, zwischen Israelis und Pal\u00e4stinenserInnen anstreben und erreichen zu k\u00f6nnen.&#8220;<!--more--><\/p>\n<p>Die unbedingten Israelfreunde haben sofort Alarm geschlagen und versuchen zur Zeit mit ziemlich allen Mitteln, die Preisverleihung zu verhindern bzw. zur\u00fcckzudrehen. In einem Brief an G\u00f6ttingens Oberb\u00fcrgermeister Rolf Georg K\u00f6hler (SPD) wirft der Zentralrat der Juden in Deutschland dem Preistr\u00e4ger vor, \u201edie gegen Israel gerichtete Boykottbewegung BDS\u201c aktiv zu unterst\u00fctzen. Mit ihren Boykottaufrufen versuche die BDS-Bewegung, Israel zu isolieren und als Apartheidsstaat zu diffamieren. \u201eDie Sto\u00dfrichtung der BDS-Bewegung ist unzweifelhaft antisemitisch\u201c, schreibt der Pr\u00e4sident des Zentralrates, Josef Schuster, an K\u00f6hler und die Pr\u00e4sidentin der Universit\u00e4t G\u00f6ttingen, Ulrike Beisiegel. Beide sind Mitglied des Stiftungskuratoriums.<\/p>\n<p>K\u00f6hler und Beisiegel haben darauf inzwischen reagiert: Als Repr\u00e4sentant der Stadt und Kuratoriumsmitglied sei es seine Pflicht, einen m\u00f6glichen Reputationsverlust der Stiftung und des Preises zu vermeiden. \u201eDarum empfehle ich, die Preisverleihung zun\u00e4chst auszusetzen\u201c, so K\u00f6hler. Aus seiner Sicht sei es jetzt erforderlich, den Antisemitismusvorwurf, \u201evor allem in Bezug auf die Zusammenarbeit mit der BDS-Bewegung, eindeutig auszur\u00e4umen oder andernfalls von der Preisverleihung abzusehen\u201c. Fast wortgleich schlie\u00dft sich Beisiegel der Position K\u00f6hlers an. Die Entscheidung liege allerdings alleine bei der Stiftung, erg\u00e4nzte K\u00f6hler.<\/p>\n<p>Die Sparkasse G\u00f6ttingen als gro\u00dfe Sponsorin des Friedenspreises hat auch Angst, unter den An tisemitismusvorwurf zu geraten. Sie werde &#8222;aus aktuellem Anlass die Unterst\u00fctzung des Friedenspreises \u00fcberpr\u00fcfen\u201c. Zugleich begr\u00fc\u00dfte sie die Empfehlung K\u00f6hlern und Beisiegels.<\/p>\n<p>Die Jury des G\u00f6ttinger Friedenspreises h\u00e4lt an der Auszeichnung des Vereins &#8222;J\u00fcdische Stimme f\u00fcr gerechten Frieden in Nahost&#8220; fest. Die Preisverleihung erfolge wie geplant am 9. M\u00e4rz in einer \u00f6ffentlichen Feier, sagte der Jury-Vorsitzende Andreas Zumach am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst. Ausweislich der Satzung der Stiftung sei die Jury allein verantwortlich f\u00fcr die Entscheidung \u00fcber den j\u00e4hrlichen Preistr\u00e4ger, betonte Zumach. Die Entscheidung der Jury sei &#8222;unanfechtbar&#8220;. Die Mitglieder von Vorstand, Kuratorium, Beirat oder Organisationskomitee der Stiftung seien nicht f\u00fcr die Auswahl des Preistr\u00e4gers verantwortlich: &#8222;Alle Versuche, sie oder andere Personen zu einer Revision der Jury-Entscheidung zu bewegen, sind daher zwecklos.&#8220;<\/p>\n<p>Dass die &#8222;J\u00fcdische Stimme&#8220; die BDS-Kampagne unterst\u00fctze, habe f\u00fcr die Entscheidung der Jury keine Rolle gespielt. Es gebe keine Position der Jury zu BDS. Er selbst unterst\u00fctze BDS nicht, weil er einige Ziele des Gr\u00fcndungsaufrufs von 2005 ebenso kritisiere wie einige Handlungsvorschl\u00e4ge. Aber er halte die weiterverbreitete pauschale Behauptung \u201eBDS ist antisemitisch\u201c f\u00fcr falsch.<\/p>\n<p>Die &#8222;J\u00fcdische Stimme&#8220; weist die Vorw\u00fcrfe ebenfalls zur\u00fcck. \u201eWir unterst\u00fctzen die Bewegung und solidarisieren uns mit ihren Zielen\u201c, best\u00e4tigt die Vereinsvorsitzende Iris Hefets. Diese seien allerdings nicht antisemitisch. Der Verein stehe f\u00fcr die Vielfalt der Menschen und Vielfalt des Judentums \u2013 auch in Israel. Der G\u00f6ttinger Friedenspreis sei f\u00fcr den Verein eine wichtige Auszeichnung \u2013 auch als \u201eein Zeichen der Sicherheit, dass es in Deutschland mehr Menschen gibt, die sich f\u00fcr Menschenrechte und freie Meinungs\u00e4u\u00dferung einsetzen \u2013 auch in Israel\u201c.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Andreas Zumach bittet in einem offenen Brief um Unterst\u00fctzung:<\/p>\n<p><strong>BITTE BALD \u00a0LESEN! \u00a0\u00a0\u00a0WEITERVERBREITEN ! \u00a0UND \u00a0REAGIEREN!<\/strong><\/p>\n<p>Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,<\/p>\n<p>der Konflikt um die Vergabe des G\u00f6ttinger Friedenspreises an die \u201eJ\u00fcdische Stimme f\u00fcr gerechten Frieden in Nahost e.V.\u201c ist in den letzten 48 Stunden erheblich \u00a0eskaliert.<br \/>\nAlle Details stehen in der ausf\u00fchrlichen Stellungnahme, dic ich in meiner Funktion als Vorsitzender der Preisjury heute mittag (Stand 16 Uhr) verfa\u00dft habe zu der Kritik, den Falschbehauptungen, Schm\u00e4hungen und dem suggestivem Rufmord , die \u00fcber die \u201eJ\u00fcdische Stimme\u201c verbreitet werden sowie zu den Forderungen, die Preisvergabe an die \u201eJ\u00fcdische Stimme\u201c r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen und\/oder die f\u00fcr den 9.3. geplante Preisverleihung in der Aula der G\u00f6ttinger Universit\u00e4t abzusagen . Der G\u00f6ttinger Oberb\u00fcrgermeister \u00a0hat heute empfohlen , die Preisverleihung \u201eauszusetzen\u201c. Es sei zun\u00e4chst \u201eerforderlich den Antisemistismusvorwurf (gegen den Preistr\u00e4ger \u201eJ\u00fcdische Stimme\u201c ,AZ) vor allem in Bezug auf Zusmmenarbeit mit der BDS-Bewegung eindeutig auszur\u00e4umen\u201c.<\/p>\n<p>Nach Abfassung meiner Stellungnahme hat sich auch die Pr\u00e4sidentin der G\u00f6ttinger Universit\u00e4t dieser \u201eEmpfehlung\u201c des Oberb\u00fcrgermeisters angeschlossen. Der OB und die UNI-Pr\u00e4sidentin geh\u00f6ren beide qua Funktion dem Kuratorium der Stiftung an,die den G\u00f6ttinger Friedenspreis vergibt. Die G\u00f6ttinger Sparkasse hat die Empfehlungen \u201ebegr\u00fc\u00dft\u201c und angek\u00fcndigt ihr finanzielles Sponsoring f\u00fcr den seit 21 Jahren vergebenen Preis \u201ezu \u00fcberpr\u00fcfen\u201c.<\/p>\n<p>Jetzt lastet der Druck auf dem Vorstand der Stiftung, sich zu diesen \u201eEmpfehlungen\u201c zu verhalten. Ich werde einer Revision der Preisentscheidung f\u00fcr die \u201eJ\u00fcdische Stimme\u201c, einer Absage oder auch nur Aussetzung der f\u00fcr den 9.3. geplanten Preisverleihung unter keinen Umst\u00e4nden zustimmen. Damit die \u201eJ\u00fcdische Stimme&#8220; nicht bald allein im Regen steht,w\u00e4re es gut, wenn Oberb\u00fcrgermeister K\u00f6hler, UNI-Pr\u00e4sidentin Beisiegel \u00a0und der Sparkassenvertreter jetzt m\u00f6glichst schnell m\u00f6glichst viele E-Mails erhalten :<br \/>\n<a href=\"mailto:oberbuergermeister@goettingen.de\">oberbuergermeister@goettingen.de<\/a><br \/>\n<a href=\"mailto:praesidentin@uni-goettingen.de\">praesidentin@uni-goettingen.de<\/a><br \/>\n<a href=\"mailto:Rainer.Hald@Spk-Goettingen.de\">Rainer.Hald@Spk-Goettingen.de<\/a><\/p>\n<p>mehr Informationen: G\u00f6ttinger Tageblatt v. 14.02.2019<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.goettinger-tageblatt.de\/Die-Region\/Goettingen\/Goettinger-Friedenspreis-Proteste-gegen-Jury-Entscheidung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.goettinger-tageblatt.de\/Die-Region\/Goettingen\/Goettinger-Friedenspreis-Proteste-gegen-Jury-Entscheidung<\/a><\/p>\n<p>HNA v. 14.02.2019<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.hna.de\/lokales\/goettingen\/goettingen-ort28741\/goettinger-friedenspreis-2019-verschiebung-wahrscheinlich-wegen-antisemitismus-11765851.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.hna.de\/lokales\/goettingen\/goettingen-ort28741\/goettinger-friedenspreis-2019-verschiebung-wahrscheinlich-wegen-antisemitismus-11765851.html<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dem G\u00f6ttinger Friedenspreis droht ein Eklat: Der Zentralrat der Juden und Vertreter der FDP werfen dem nominierten Preistr\u00e4ger Antisemitismus vor. 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