{"id":9293,"date":"2019-04-08T05:59:18","date_gmt":"2019-04-08T05:59:18","guid":{"rendered":"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/?p=9293"},"modified":"2019-04-08T12:11:05","modified_gmt":"2019-04-08T12:11:05","slug":"ist-kritik-an-den-voelkerrechts-und-menschenrechtsverletzungen-des-staates-israel-antisemitisch-oder-vielmehr-notwendig-podiumsdiskussion-in-der-evangelisch-reformierten-kirchengemeinde-bremen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=9293","title":{"rendered":"&#8222;Ist Kritik an den V\u00f6lkerrechts- und Menschenrechtsverletzungen des Staates Israel antisemitisch oder vielmehr notwendig?&#8220; &#8211; Podiumsdiskussion in der Evangelisch-Reformierten Kirchengemeinde Bremen-Blumenthal"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/blick-auf-die-diskussion-1-von-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-9295 size-medium\" src=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/blick-auf-die-diskussion-1-von-1-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/blick-auf-die-diskussion-1-von-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/blick-auf-die-diskussion-1-von-1-768x513.jpg 768w, https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/blick-auf-die-diskussion-1-von-1-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/blick-auf-die-diskussion-1-von-1-450x300.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Ulrich Duchrow\/Heidelberg am 3. April 2019 im Gespr\u00e4ch mit Dr. Widu Wittekindt und Dr. Bernd Moldenhauer, Mitglieder des Vorstands der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) Bremen. In der Mitte der Moderator Arne Hilke.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><strong>Zur Vorgeschichte:<\/strong> Die ref. Gemeinde Blumenthal plante eine Veranstaltungsreihe zu Antisemitismus in Zusammenarbeit mit dem Ev. Bildungswerk der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK) und der Landeszentrale f\u00fcr politische Bildung. Die Referent*innen waren eingeladen \u2013 pl\u00f6tzlich kam Protest: Professor Dr. theol. Ulrich Duchrow sei als Referent in der Vortragsreihe unerw\u00fcnscht. Ihm sei Antisemitismus vorgeworfen worden. Das Ev. Bildungswerk zog die zugesagte Finanzierung daraufhin zur\u00fcck.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Was war geschehen?<\/strong> Duchrows Aufsatz mit dem Titel &#8222;Pal\u00e4stina\/Israel als Beispiel von kolonialistischem Kapitalismus&#8220; aus dem Sammelband &#8222;Religionen f\u00fcr Gerechtigkeit in Pal\u00e4stina-Israel \u2013 jenseits von Luthers Feindbildern&#8220; (hrsgg. von Ulrich Durchrow und Hans G. Ulrich, 2017 erschienen im Lit Verlag) hatte 2018 etwas verz\u00f6gert in kirchlichen und weltlichen Medien zu einer regelrechten Verleumdungskampagne gegen den Theologen Duchrow mit dem Vorwurf des Antisemitismus gef\u00fchrt. (vgl. zu weiteren Informationen den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ulrich_Duchrow\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel bei Wikipedia<\/a>)<\/p>\n<p>L\u00f6blich, dass die Kirchengemeinde bei ihrer Einladung blieb, zwar au\u00dferhalb, aber in zeitlicher N\u00e4he zur Antisemitismus-Veranstaltungsreihe. Dies wurde auch m\u00f6glich, weil Duchrow auf eigene Kosten anreiste und auf Honorar verzichtete. Er sollte allerdings akzeptieren, nicht wie die anderen Referent*innen, den Abend alleine zu bestreiten, sondern er sollte Vertreter seiner Hauptkritiker, n\u00e4mlich zwei Vorstandsmitgliedern der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG), auf dem Podium Rede und Antwort stehen. F\u00fcr Duchrow kein Problem, im Gegenteil, wie er zu Beginn seines Vortrages sagte, sei es sein besonderes Anliegen, mit seinen Kritikern ins Gespr\u00e4ch zu kommen.<\/p>\n<p>Duchrow referierte knapp, aber in klaren Worten den Inhalt des Buches und seines Aufsatzes und stellte sich dann den Fragen. Recht interessant war in diesem Zusammenhang, dass die Vertreter der DIG es explizit ablehnten, den Antisemitismus-Vorwurf gegen den Referenten zu wiederholen.<\/p>\n<p>Die fast inquisitorisch vorgetragenen Fragen und Anmerkungen erfolgten allerdings entlang der sogenannten 3Ds (Definition von Antisemitismus als D\u00e4monisierung, Doppelte Standards, Delegitimierung Israels). Duchrow legte dar, warum sich Theologen, Christen und Kirchen \u2013 wie seinerzeit gegen Apartheid \u2013 zu den V\u00f6lkerrechts- und Menschenrechtsverletzungen Israels \u00f6ffentlich \u00e4u\u00dfern und zum Widerstand aufrufen m\u00fcssten. Israel begr\u00fcnde die Besatzung Pal\u00e4stinas und Landnahme (Kolonisierung) mit dem Alten Testament (AT) und missbrauche damit biblische Schriften f\u00fcr die Rechtfertigung von Unrecht. Das AT sei kein Grundbuch. Es g\u00e4be nur eine gemeinsame Zukunft f\u00fcr beide, Israel und Pal\u00e4stina, oder keine &#8211; und die Zukunft m\u00fcsse sich auf Recht und Gerechtigkeit gr\u00fcnden.<\/p>\n<p>Die Zeit reichte nicht aus f\u00fcr eine wirklich tiefgehende Diskussion. Eine Antwort auf die Menschenrechts- und V\u00f6lkerrechtsverletzungen Israels blieben die Vertreter der DIG dem Referenten schuldig. Anschlie\u00dfend wurde durchaus kontrovers \u00fcber die Sinnhaftigkeit dieser Art von Podiumsdiskussionen debattiert. Aber immerhin, der Konflikt \u00fcber die Einladung und Ausgrenzung Duchrows hatte dazu gef\u00fchrt, dass die Kritiker des Theologen Ulrich Duchrow sich endlich einer \u00f6ffentlichen Diskussion stellten. Danke an die ref. Kirchengemeinde Blumenthal!<br \/>\n<em>Hildegard Lenz\/ AK Nahost Bremen<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ulrich Duchrow\/Heidelberg am 3. 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