{"id":9417,"date":"2019-06-15T07:36:23","date_gmt":"2019-06-15T07:36:23","guid":{"rendered":"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/?p=9417"},"modified":"2019-06-15T07:41:30","modified_gmt":"2019-06-15T07:41:30","slug":"der-grundfehler-liegt-in-der-identifizierung-des-judentums-mit-dem-zionismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=9417","title":{"rendered":"&#8222;Der Grundfehler liegt in der Identifizierung des Judentums mit dem Zionismus&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/19-06-15-cover_israel_palestina_imdialog.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-9420 size-medium\" src=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/19-06-15-cover_israel_palestina_imdialog-212x300.jpg\" alt=\"\" width=\"212\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/19-06-15-cover_israel_palestina_imdialog-212x300.jpg 212w, https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/19-06-15-cover_israel_palestina_imdialog-300x424.jpg 300w, https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/19-06-15-cover_israel_palestina_imdialog.jpg 414w\" sizes=\"auto, (max-width: 212px) 100vw, 212px\" \/><\/a>Prof. Dr. Dr. theol. h.c. Johannes Wallmann, emeritierter Ordinarius f\u00fcr Kirchengeschichte an der Universit\u00e4t Bochum, kritisiert in einem Brief an Friedhelm Pieper, Pr\u00e4sident des Koordinationsrates der Gesellschaften f\u00fcr christlich-j\u00fcdische Zusammenarbeit, heftig eine Brosch\u00fcre des Ev. Arbeitskreises f\u00fcr das christlich-j\u00fcdische Gespr\u00e4ch zum Thema &#8222;Israel und Pal\u00e4stina zwischen Besetzung und Bedrohung&#8220;. Die Brosch\u00fcre ist hier zug\u00e4nglich: <a href=\"https:\/\/unsere.ekhn.de\/detail-unsere-home\/news\/israel-und-palaestina-zwischen-besetzung-und-bedrohung.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/unsere.ekhn.de\/detail-unsere-home\/news\/israel-und-palaestina-zwischen-besetzung-und-bedrohung.html<\/a><\/p>\n<p>Wallmann trifft mit seiner Grundthesen ins Schwarze: <strong>&#8222;Der Grundfehler liegt in der Identifizierung des Judentums mit dem Zionismus, der das ganze Heft durchzieht, und keinen Raum l\u00e4sst f\u00fcr ein Judentum, das nicht zionistisch ist.&#8220;<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Hier der Brief:<\/p>\n<p>Sehr geehrter Herr Pfarrer Pieper,<\/p>\n<p>heute erreicht mich Ihr Brief, der statt einer Antwort auf meine Frage wegen Martin Buber, die Ihnen wohl schwer f\u00e4llt, das Heft \u201eIsrael und Pal\u00e4stina. Volk, Land, und Staat zwischen Besetzung und Bedrohung\u201c enth\u00e4lt,das der Evangelische Arbeitskreis f\u00fcr das christlich-j\u00fcdische Gespr\u00e4ch in Hessen und Nassau herausgegeben hat.<\/p>\n<p>Ich habe mir das Heft inzwischen angesehen, finde es interessant, halte es aber im Ganzen f\u00fcr parteiisch und wissenschaftlichen Anspr\u00fcchen nicht gen\u00fcgend. Obwohl das Heft zu Recht feststellt, da\u00df die evangelische Kirche keine einheitliche Position zum Staat Israel bezieht (S.61), sondern die einzelnen Landeskirchen ihre zum Teil verschiedene Positionen haben, \u00fcbernimmt das Heft voll die Positionen der Landeskirche Hessen-Nassau und ist insofern ein Papier, das im Gespr\u00e4ch der Landeskirchen diskutiert werden mu\u00df. Ich will Ihnen, ohne in Ermahnungen zu fallen, wie Sie es in Ihrem Brief an mich tun, rein beschreibend zeigen, warum ich dieses Papier f\u00fcr unwissenschaftlich halte.<\/p>\n<p>Der Grundfehler liegt in der Identifizierung des Judentums mit dem Zionismus, der das ganze Heft durchzieht, und keinen Raum l\u00e4\u00dft f\u00fcr ein Judentum, das nicht zionistisch ist. Als ich mich nach meinem Vortrag vor dem American Jewish Committee in Manhattan 1983 wegen der Flugkarte einige Tage in New York aufhalten mu\u00dfte, befreundete ich mich mit Edward Gershfield, Professor des Talmud am Jewish Theological Seminary of America, der mir die Sehensw\u00fcrdigkeiten von New York zeigte. Als wir an einem Haus vorbeifuhren, in dem die verschiedenen Denominationen der USA ihre B\u00fcros hatten, fragte ich ihn, habt Ihr Juden auch so etwas, wie wir Christen eine \u00d6kumenische Bewegung haben ? Er antwortete mir, nein, das Judentum mu\u00df als ein plurales Ph\u00e4nomen wahrgenommen werden und kann und nicht als Einheit verstanden werden. Ihr Deutschen,sagte er mir, habt vor 1933 noch das Judentum als ein plurales Ph\u00e4nomen erlebt. Heute habt ihr eine j\u00fcdische Einheitsgemeinde, Ihr wi\u00dft gar nicht, was Judentum wirklich ist.<\/p>\n<p>Ich habe mir dies zu Herzen genommen.Als Walter Homolka erstmals das liberale Judentum vorstellte,habe ich mich um eine Rezension in der ThLZ bem\u00fcht. Meine Rezension schlo\u00df mit den Worten, \u201eMan kann nur hoffen,da\u00df die evangelische Theologie das Angebot, mit der liberalen j\u00fcdischen Theologie ins Gespr\u00e4ch zu kommen, annimmt.\u201c (ThLZ 142\/2017\/1312). Ich erhielt daraufhin eine Postkarte aus Jerusalem von Homolka mit Dank, da\u00df ich das liberale Judentum so gr\u00fcndlich dargestellt hatte. Aber f\u00fcr die evangelische Theologie hatte ich vergeblich geschrieben. Niemand nahm meine Rezension zur Kenntnis. Nichts hat sich ge\u00e4ndert im Verst\u00e4ndnis des Judentums bei der evangelischen Kirche.Das Judentum wird heute nur als das zionistische Judentum im Sinne des Zentralrats wahrgenommen.<\/p>\n<p>Mark Braverman, ein f\u00fchrender Vertreter des nordamerikanischen Antizionismus, h\u00e4lt in Deutschland, in K\u00f6ln,Bremen und anderswo Vortr\u00e4ge und ver\u00f6ffentlicht die B\u00fccher: Verh\u00e4ngnisvolle Scham.Israels Politik und das Schweigen der Christen und sein neuestes Buch Die Mauer \u00fcberwinden.Eine Vision f\u00fcr Israelis und Pal\u00e4stinenser (G\u00fctersloh 2011). Der ehemalige Ratsvorsitzende der EKD Manfred Kock, der mit ihm in K\u00f6ln aufgetreten ist, sieht in diesen B\u00fccher, auch wenn er die Israelkritik Bravermans f\u00fcr \u00fcberzogen h\u00e4lt, wichtige Aspekte f\u00fcr das kirchliche Leben. Aber von der evangelischen Kirche werden Bravermans B\u00fccher nicht zur Kenntnis genommen. Die EKD h\u00e4lt sich an die vom j\u00fcdischen Zentralrat aufgestellte Behauptung, Judentum gebe es nur in der Form des Zionismus.<\/p>\n<p>Dem Arbeitskreis f\u00fcr das christlich-j\u00fcdische Gespr\u00e4ch in Hessen-Nassau ist die ThLZ, die sich als oberstes Organ f\u00fcr theologische Kritik versteht, unbekannt. Ich habe dort nicht nur das Buch \u00fcber das liberale Judentum rezensiert, sondern auch Sibylle Biermann-Rau An Luthers Geburtstag brannten die Synagogen, das trotz meiner Mahnung, die evangelische Kirche sollte diesem fragw\u00fcrdigen Buch keine Beachtung schenken (ThLZ 140, 2015, 510-512) beim Reformationsjubil\u00e4um f\u00fcr die EKD eine gro\u00dfe Rolle gespielt hat. Auch wenn meine Rezensionen nicht gelesen werden, m\u00fc\u00dfte der Arbeitskreis ImDialog die vernichtende Kritik zur Kenntnis nehmen, die das von ihr gef\u00f6rderte Projekt Andreas Pangritz, Luther und der Antisemitismus dort bekommen hat (ThLZ 143\/2019\/3,226-231). Was dieser Arbeitskreis zur Ver\u00f6fffentlichung bringt, wird man mit Vorsicht zur Kenntnis nehmen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Rolf Verleger, Sohn eines Auschwitz \u00dcberlebenden, Antizionist, der den Antizionismus sogar in einer Reihe von B\u00fcchern vertritt, wird von der evangelischen Kirche als Jude gar nicht wahrgenommen. Er hat zuerst das Buch Israels Irrweg. Eine j\u00fcdische Sicht (1986) ver\u00f6ffentlicht. Vor zwei Jahren ist Hundert Jahre Heimatland. Judentum und Israel zwischen N\u00e4chstenliebe und Nationalismus (2017) erschienen. Wegen seines Antizionismus hat er seinen Sitz im Zentralrat verloren und wird wegen seiner Kritik an der israelischen Besatzungspolitik vom Zentralrat als j\u00fcdischer Antisemit angesehen. Er war Laudator, als Daniel Barenboim f\u00fcr sein West-\u00d6stliches Diwanorchester einen Preis erhielt. Daniel Barenboim wird f\u00fcr sein nach der Verk\u00fcndung des neuen israelitischen Nationalit\u00e4tengesetzes Ausruf in der Zeit: \u201eIch sch\u00e4me mich heute, ein Israeli zu sein\u201c in der evangelischen \u00d6ffentlichkeit auch nicht wahrgenommen. Da\u00df Rolf Verleger vom zionistischen Zentralrat als Repr\u00e4sentant des Judentums nicht anerkennt wird, wird man als eine innerj\u00fcdische Angelegenheit respektieren m\u00fcssen. Da\u00df ihn aber die evangelische Kirche nicht als Juden wahrnimmt, sondern den Mantel des Schweigens \u00fcber ihn ausbreitet, kann man als evangelischer Theologe nicht unwidersprochen hinnehmen. Man mu\u00df geradezu von Antisemitismus der evangelischen Kirche reden, wenn man an die Behandlung Rolf Verlegers in der evangelischen Kirche denkt.<\/p>\n<p>Dabei haben sich der von Rolf Verleger gebildeten Bewegung BIB (B\u00fcndnis zur Beendigung der israelischen Besatzung) auch namhafte evangelische Theologen angeschlossen wie z.B. der B\u00fcrgermeister von Jena, ein ehemaliger evangelischer Pfarrer. Aber die evangelische Kirche will nur dem j\u00fcdischen Zentralrat folgen. Rolf Verleger und das BIB nimmt sie einfach nicht zur Kenntnis. Ich halte das f\u00fcr einen Skandal.<\/p>\n<p>Ein weiterer Punkt ist die \u201eNakba\u201c, die auf S.17 und S.47 erw\u00e4hnt wird. Da\u00df das Leiden der Pal\u00e4stinenser ernst genommen werden soll, erkennt man an dem Beitrag von Rainer Stuhlmann, dessen Kritik an der israelischen Besatzungpolitik dazu f\u00fchrte, da\u00df eine gemeinsame Fahrt der rheinischen Landeskirche mit den j\u00fcdischen Gemeinden des Rheinlandes scheiterte. Es sollen in diesem Heft also beide Perspektiven, die israelische wie die pal\u00e4stinensische zu Wort kommen. Aber tut sie da? In einem Heft \u201eIsrael und Pal\u00e4stina\u201c h\u00e4tten die seit 2008 in ann\u00e4hernd 150 europ\u00e4ischen St\u00e4dten stattfindenden Ausstellungen \u201cDie Nakba \u2013 Flucht und Vertreibung in Pal\u00e4stina 1948\u201c erw\u00e4hnt werden m\u00fcssen, die von Ingrid Rumpf organisiert werden und in diesem Jahr in der Volkshochschule Reutlingen stattfinden. Nach Frau Rumpfs \u00dcberzeugung ist in Deutschland zu wenig bekannt, wie sehr die Erfahrung der \u201eNakba\u201c die Identit\u00e4t der Pal\u00e4stinenser bestimmt. Im Nachkriegsdeutschland habe man ganz \u00fcberwiegend das israelische Verst\u00e4ndnis dieses Zeitabschnitts verinnerlicht. Die Ausstellung will die pal\u00e4stinensische Sichtweise in den Blick nehmen. Die Ausstellung ist von einer langen Reihe vornehmer Autorit\u00e4ten gef\u00f6rdert worden. Ich rate, einmal die Rede zu lesen, die der j\u00fcdische Philosophieprofessor Ernst Tugendhat bei der Er\u00f6ffnung der Ausstellung in T\u00fcbingen am13.6.2010. gehalten hat, um der Behauptung zu begegnen, diese Ausstellung enthalte eine den Deutschen nicht anstehende Kritik an Israel. Doch die Nakba- Ausstellungen werden in dem neuen Heft mit keinem Wort erw\u00e4hnt. Vermutlich geh\u00f6rt der EAKHN zu den Betreibern, die seit einiger Zeit einer Nakba \u2013 Ausstellung, wo immer sie gezeigt wird, Hemmschuhe in den Weg legen. Wegen der Nichterw\u00e4hnung der Nakba-Ausstellungen ist dem Heft des EAKHN jede Form der Zeitgem\u00e4\u00dfheit und Wissenschaftlichkeit abzusprechen. Auf dem Kirchentag in Dortmund werden aber die Nakba-Ausstellungen gezeigt werden. Man kann gespannt sein, wie sich der EAKHN dazu verh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Ein entscheidender Punkt ist, da\u00df das Heft an der illusion\u00e4ren Vorstellung, Deutschland sei der beste Freund Israels, festh\u00e4lt und nicht zur Kenntnis nimmt, welche Ver\u00e4nderungen sich in den letzten Jahren vollzogen haben, denen zufolge Israel heute ein rechtsradikaler Staat geworden ist. Insofern ist dieses Heft ohne Bezug auf die gegenw\u00e4rtige Situation und vertritt allgemeine Wahrheiten, die faktisch ohne Bedeutung f\u00fcr die heutige Wirklichkeit sind. Tats\u00e4chlich war Deutschland f\u00fcr lange Jahre der beste Freund Israels und unterst\u00fctzte es gegen alle Kritik, die sich in den anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern gegen die israelische Besatzungspolitik aussprach.Seit einigen Jahren hat Deutschland die Rolle als Israels bester Freund verloren und hat, wie man als Leser der israelischen liberalen Tageszeitung Haaretz erf\u00e4hrt, diese Rolle an Victor Orb\u00e0n abgetreten.<\/p>\n<p>Am 21.Dezember 2018 haben Shimon Stein und Moshe Zimmermann in einem FAZ &#8211; Artikel \u201eDer instrumentalisierte Antisemitismus\u201c vor dem B\u00fcndnis gewarnt, das Donald Trump in den USA mit Hilfe der Evangelikalen schmiedet, einem christlich-j\u00fcdischen B\u00fcndnis gegen den Islam. Beide f\u00fcrchteten, da\u00df dieses von Netanjahu in Israel akzeptierte und gef\u00f6rderte B\u00fcndnis auch in Deutschland rezipiert werde. Ich habe in einem Leserbrief diese Warnung unterst\u00fctzt und darauf hingewiesen,da\u00df Abraham Geiger, der bedeutendste j\u00fcdische Gelehrte des 19.Jahrhundert, sich mit dem Christentum nur aus Pflicht, mit dem Islam aber aus Liebe besch\u00e4ftigt habe. Auch wies ich auf die Bedenken eines liberalen Rabbiners gegen die Sonderrolle hin, die dem christlich-j\u00fcdischen Dialog in den christlichen Kirchen gegeben wird. Inzwischen unternimmt man auch in den Landeskirchen Versuche zur Verst\u00e4ndigung mit den Muslims. Da\u00df das von Trump arrangierte B\u00fcndnis im gegenw\u00e4rtigen Israel eine gro\u00dfe Rolle spielt, erf\u00e4hrt man im Heft \u201eIsrael und Pal\u00e4stina\u201c mit keinem Wort. In der evangelischen Presse findet man in idea-Spectrum, das in W\u00fcrttemberg und Sachsen eine stark von den amerikanischen Evangelikalen gepr\u00e4gte Leserschaft hat, deutliche Spuren dieses christlich-j\u00fcdische B\u00fcndnis gegen den Islam.Spuren finden sich bis hin zu PEGIDA, wo auf den Demonstrationen israelische Flaggen gezeigt wurden. F\u00fcr Hessen-Nassau scheint das nicht aktuell zu sein.Aber f\u00fcr Israel ist das aktuell.<\/p>\n<p>Shimon Stein und Moshe Zimmermann haben ihre Warnung in einem Artikel Nicht den falschen Antisemitismus jagen in der FAZ vom 31.5.2019, also erst vor wenigen Tagen, kr\u00e4ftig wiederholt. Sie kritisieren den Beschlu\u00df des deutschen Bundestages und namentlich den Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung Felix Klein, jegliche Kritik an Israel aufgrund von Beziehungen zu der Boycottbewegung BDS zu verbieten. Deutlich bringen Sie zum Ausdruck, da\u00df die Minderheit der um den Fortbestand der Demokratie besorgten liberalen Juden Israels Unterst\u00fctzung von uns Deutschen erwartet. \u201eHandelt es sich nicht \u00fcberdies um einen Versuch, \u00fcber die antisemitischen Teile der BDS-Bewegung hinaus jegliche Kritik an der israelischen Politik zu ersticken?\u201c Welche Wirkung dieser Artikel von Stein-Zimmermann in der \u00d6ffentlichkeit hat, bleibt abzuwarten.<\/p>\n<p>Da\u00df Moshe Zimmermann Kritik an der israelischen Besatzung f\u00fcr notwendig h\u00e4lt, erkennt man an seinem Votum f\u00fcr die Erteilung des G\u00f6ttinger Friedenspreises 2019 an die \u201eJ\u00fcdische Stimme f\u00fcr gerechten Frieden in Nahost\u201c. Doch auf Einspruch von Joseph Schuster,dem sich der Antisemitismusbeauftragte Klein anschlo\u00df, durfte der Preis nicht in der G\u00f6ttinger Universit\u00e4t verliehen werden. Am 19.3. dieses Jahres sah man ein wei\u00dfes Plakat an der T\u00fcr der G\u00f6ttinger Universit\u00e4t: \u201eJuden heute hier unerw\u00fcnscht.\u201c Da\u00df ein solches Plakat an einer deutschen Universit\u00e4t noch einmal zu lesen ist, ist f\u00fcr mich,egal von wem es stammt (vermutlich haben es die Autoren der j\u00fcdischen Stimme selbst verfertigt) schlimmer als das \u201eKauft nicht bei den Juden\u201c, an das man sich bei der BDS Bewegung erinnert.<\/p>\n<p>Sie haben mir, hochverehrter Herr Pieper, das Heft \u201eIsrael und Pal\u00e4stina\u201c als Antwort<br \/>\nauf meine Frage wegen Martin Buber geschickt.Martin Buber wird auf S.47 mit zwei Zitaten gebracht, dazu in der rechten Ecke eine Erw\u00e4hnung eines islamischen Gelehrten. Aber es wird mit keinem Wort erw\u00e4hnt, da\u00df Buber, wie ich Ihnen mit den Worten von Edna Brocke berichtete, in Israel heute vergessen ist und nichts mehr gilt.Was Buber von einem j\u00fcdischen Staat Israel gehalten hat, wissen wir aus den Worten, die er Probst Heinrich Gr\u00fcber w\u00e4hrend des Eichmannprozesses gesagt hat besser als aus den Akzeptationsformeln von 1985, die S.47 unten abgedruckt sind. Das Heft \u201eIsrael und Pal\u00e4stina\u201c ist f\u00fcr deutsche Bildungsb\u00fcrger bestimmt, die sich an die Schriften von Martin Buber erinnern, zu denen Sie wie ich geh\u00f6ren. Es sollte aber f\u00fcr die deutsche Jugend bestimmt sein, die nach Israel reisen und dort erleben wird, da\u00df Buber dort unbekannt ist und nichts gilt. F\u00fcr die heutige Wirklichkeit in Israel kann die Jugend, die wir f\u00fcr die Zukunft vorzubereiten haben, nur an Martin Buber als Kritiker der heutigen Wirklichkeit Israels erinnert werden. Sie wissen, sehr geehrter Herr Pieper, da\u00df ich nicht der erste bin, der Sie an Martin Buber erinnert. Rupert Neudeck hat das schon vor Jahren getan. Ich bleibe bei dem, was ich Ihnen in meinem letzten Brief geschrieben habe: \u201eWenn Sie weiterhin einen Preis vergeben, der nach seinem Namen genannt ist, ohne die Politik Israels zu kritisieren, vers\u00fcndigen Sie sich an ihm.\u201c<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<br \/>\nIhr<br \/>\nJohannes Wallmann<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/unsere.ekhn.de\/detail-unsere-home\/news\/israel-und-palaestina-zwischen-besetzung-und-bedrohung.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/unsere.ekhn.de\/detail-unsere-home\/news\/israel-und-palaestina-zwischen-besetzung-und-bedrohung.html<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Prof. Dr. Dr. theol. h.c. 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