{"id":9542,"date":"2019-08-05T06:35:11","date_gmt":"2019-08-05T06:35:11","guid":{"rendered":"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/?p=9542"},"modified":"2019-08-05T06:57:26","modified_gmt":"2019-08-05T06:57:26","slug":"ein-bischof-der-ev-lutherischen-kirche-hat-es-gewagt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=9542","title":{"rendered":"Ein Bischof der ev.-lutherischen Kirche hat es gewagt &#8230;"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_9546\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9546\" class=\"wp-image-9546 size-medium\" src=\"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/abromeit-Hans-J\u00fcrgen-wikimedia-commonx_ji-300x263.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"263\" srcset=\"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/abromeit-Hans-J\u00fcrgen-wikimedia-commonx_ji-300x263.jpg 300w, https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/abromeit-Hans-J\u00fcrgen-wikimedia-commonx_ji-342x300.jpg 342w, https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/abromeit-Hans-J\u00fcrgen-wikimedia-commonx_ji.jpg 432w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-9546\" class=\"wp-caption-text\">bild: wikimedia commons<\/p><\/div>\n<p>Donnerwetter, da hat sich der evangelisch-lutherische Bischof weit vorgewagt! Hans-J\u00fcrgen Abromeit spricht Klartext. Und das hat er ausgerechnet bei der Evangelischen Allianz gesagt, bei den Evangelikalen, die von christlichen Zionisten durchsetzt sind. Seine Rede d\u00fcrfte eine heftige kirchliche und politische Diskussion ausl\u00f6sen. (So der Kommentar von Martin Breidert). Sie ist schon da. Die \u201eBild\u201c-Zeitung nannte den Auftritt \u201eerschreckend\u201c. Abromeit habe eine \u201ebizarre Anti-Israel-Rede\u201c gehalten. Volker Beck, von den Gr\u00fcnen und fr\u00fcherer Vorsitzende der deutsch-israelischen Parlamentariergrupp des Deutschen Bundestages kommentierte Abromeits Rede so: &#8222;Falsche Darstellungen der Geschichte des Zionismus und theologisch wirres Zeug&#8220;. Er muss es ja wissen. (<a href=\"https:\/\/www.pro-medienmagazin.de\/gesellschaft\/kirche\/2019\/08\/04\/kritik-an-israel-seminar-von-bischof-abromeit\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00c4u\u00dferungen in pro &#8211; christliches Medienmagazin v. 04.08.19<\/a>)<!--more--><\/p>\n<p>Arye Sharuz Shalicar, Mitarbeiter des israelischen Au\u00dfenministers Katz und zust\u00e4ndig f\u00fcr die Geheimdienste wird auf seiner eigenen <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/AryeSharuzShalicar\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Facebook-Seite (04.08.19)<\/a> direkt unfl\u00e4tig: &#8222;Irgendein Bischof, in irgendeinem Loch, versucht jetzt den \u201cSpiegel\u201d mit antisemitischem und wirrem Blabla nachzuahmen, um endlich (wieder) auf Geh\u00f6r zu sto\u00dfen. Weil der Typ so unwichtig wie mein trockener Furz ist, interessiert mich nicht einmal was sein Name ist.<br \/>\nEuer Arye&#8220;<\/p>\n<p>Aber was hat Abromeit nun wirklich gesagt? Hier der Bericht.<\/p>\n<p><strong>Abromeit sieht \u00dcberidentifikation der Deutschen mit dem Staat Israel<\/strong><br \/>\n<strong>Der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, Hans-J\u00fcrgen Abromeit, Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland.<\/strong><\/p>\n<p>Bad Blankenburg (idea) \u2013 Der Bischof hat dazu aufgerufen, im Israel-Pal\u00e4stina-Konflikt nicht nur die israelische Sichtweise wahrzunehmen. Er habe den Eindruck, dass etwa die pal\u00e4stinensischen Sicherheitsinteressen in den Diskussionen in Deutschland oft nicht richtig beachtet w\u00fcrden, sagte er am 1. August auf der Jahreskonferenz der Deutschen Evangelischen Allianz im th\u00fcringischen Bad Blankenburg. Er hielt ein Seminar zum Thema \u201eZwei V\u00f6lker \u2013 ein Land. Eine biblische Vision f\u00fcr Frieden zwischen Israel und Pal\u00e4stina\u201c. Laut Abromeit resultiert aus dem Schuldbewusstsein der Deutschen infolge des Holocausts eine \u00dcberidentifikation mit dem Staat Israel. Es werde bewusst nicht unterschieden zwischen dem biblischen Israel und dem heutigen Staat. Das f\u00fchre aber zu einer Vermischung der theologischen und der politischen Ebene. Ferner werde das Eintreten f\u00fcr die Sicherheit des Staates Israels von deutschen Repr\u00e4sentanten zur Staatsraison erkl\u00e4rt, so Abromeit. Da sich der israelische Staat als j\u00fcdischer Staat verstehe, folge daraus prinzipiell die Benachteiligung der Pal\u00e4stinenser und eine Zur\u00fccksetzung ihrer berechtigten Sicherheitsinteressen.<\/p>\n<p><strong>Aussage \u201eEin Land ohne Volk f\u00fcr ein Volk ohne Land\u201c war eine L\u00fcge<\/strong><\/p>\n<p>Ferner \u00e4u\u00dferte sich Abromeit zum Zionismus. Bei der von Theodor Herzl (1860-1904) in seinem Buch \u201eDer Judenstaat. Versuch einer modernen L\u00f6sung der Judenfrage\u201c entwickelten Idee handle es sich um die j\u00fcdische Form des im 19. Jahrhundert zunehmenden Nationalismus. Herzl habe nicht religi\u00f6s argumentiert und von vornherein homogene Siedlungsgebiete vor Augen gehabt. Der politische Zionismus kn\u00fcpfe nicht an die Linie der alttestamentlichen Propheten an, so Abromeit. Diese h\u00e4tten immer deutlich gemacht, dass Juden nie alleine im verhei\u00dfenen Land gelebt h\u00e4tten. Er halte es, so der Bischof, f\u00fcr einen Geburtsfehler des Zionismus, dass er diese biblische Linie nicht aufgegriffen, sondern stattdessen behauptet habe, das j\u00fcdische Gemeinwesen k\u00f6nne in einer ungenutzten Landschaft aufgebaut werden. Die Aussage \u201eEin Land ohne Volk f\u00fcr ein Volk ohne Land\u201c habe von Anfang an nicht gestimmt, sondern sei eine L\u00fcge. So h\u00e4tten auf dem Gebiet des heutigen Israels und der Pal\u00e4stinensergebiete 1852 17.000 Juden und 500.000 Araber gelebt. Die j\u00fcdische Bev\u00f6lkerung habe somit vor 170 Jahren sch\u00e4tzungsweise nur 3,5 Prozent der Bev\u00f6lkerung ausgemacht, sagte Abromeit. Bis zur Gr\u00fcndung des Staates Israel im Jahr 1949 sei sie durch mehrere Einwanderungswellen und die Shoah auf 650.000 angewachsen.<\/p>\n<p><strong>Mit Waffengewalt wird kein Friede einkehren<\/strong><\/p>\n<p>Seit der Ermordung des israelischen Premierministers Jitzchak Rabin (1922\u20131995) kurz nach der Unterzeichnung des Osloer Friedensabkommens (1993) habe sich die Situation permanent verschlechtert. Der Nahostkonflikt zeige, dass mit Waffengewalt kein Frieden einkehren werde. Die Zwei-Staaten-L\u00f6sung halte er f\u00fcr realpolitisch faktisch ausgeschlossen. Sie werde von allen westlichen Regierungen und offiziell auch vom Staat Israel hochgehalten, obwohl alle w\u00fcssten, dass sie nicht mehr machbar sei. Daf\u00fcr m\u00fcsste, so Abromeit, die heutige israelische Regierung etwa eine Million j\u00fcdischer B\u00fcrger umsiedeln, die in den \u201ebesetzten Gebieten\u201c wohnten. Er glaube, dass man den Mut haben m\u00fcsse, \u00fcber eine Ein-Staaten-L\u00f6sung nachzudenken. Da best\u00fcnden aber auch auf israelischer Seite \u00c4ngste. Denn wenn alle in einem Land lebten, werde die Zahl der Pal\u00e4stinenser in absehbarer Zeit gr\u00f6\u00dfer sein als die der Israelis. Man k\u00f6nne nicht, \u201ewenn man ein demokratischer Staat sein will\u201c, auf der einen Seite durch die Siedlungspolitik Fakten schaffen und gleichzeitig dauerhaft den Menschen im Westjordanland unterschiedliche Rechte zugestehen. So d\u00fcrften dort lebende Juden im Gegensatz zu den dort lebenden Pal\u00e4stinensern w\u00e4hlen.<\/p>\n<p><strong>Was f\u00fcr die Politik des Staates Israel nicht gilt<\/strong><\/p>\n<p>Er frage sich, mit welcher Hoffnung Christen lebten: \u201eLeben wir eher mit einer Hoffnung, dass doch durch kriegerische Auseinandersetzung der Friede herbeigef\u00fchrt wird oder trauen wir dem Wort Jesu, dass dem Gewaltlosen am Ende das Land geh\u00f6rt, mehr zu?\u201c Nat\u00fcrlich m\u00fcsse man solche biblischen Hoffnungen in Politik umdenken. Das f\u00fchre \u00fcber die biblische Vision hinaus und sei unglaublich kompliziert, so der Bischof. An der Frage, wie man bei dem Konflikt die Gemengelage aus Schuld, Verantwortung und Verpflichtung zwei V\u00f6lkern gegen\u00fcber ber\u00fccksichtigen kann, k\u00f6nne man eigentlich nur scheitern. In Israel finde zudem eine religi\u00f6se Aufladung des Handelns statt. W\u00e4hrend sonst weltweit versucht werde, zwischen der Sph\u00e4re der Politik und der Religion zu unterscheiden, gelte das f\u00fcr die Politik des Staates Israel, etwa in der Siedlungspolitik, nicht. Christen sollten sich die neutestamentlichen Aussagen verdeutlichen, denen zufolge die religi\u00f6se Bindung eines Volkes an ein bestimmtes Land aufgel\u00f6st werde. Abromeit bezog dies auf Johannes 4, wo Jesus auf die Frage einer samaritischen Frau, warum die Juden Gott in Jerusalem anbeteten, antwortet, dass Gott Geist sei und im Geist und in der Wahrheit angebetet werden m\u00fcsse: \u201eDie direkte Anbindung an einen geografischen Ort wird von Jesus gelockert, sogar aufgel\u00f6st.\u201c Das Gebet in Jerusalem z\u00e4hle demzufolge nicht mehr als das an anderen Orten.<\/p>\n<p>Die Allianzkonferenz findet mit rund 1.700 Teilnehmern bis zum 4. August unter dem Thema \u201eHoch und Heilig\u201c statt. Im Mittelpunkt steht der Hebr\u00e4erbrief.<br \/>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.idea.de\/gesellschaft\/detail\/abromeit-sieht-ueberidentifikation-der-deutschen-mit-dem-staat-israel-109989.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Idea v. 02.08.19<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Donnerwetter, da hat sich der evangelisch-lutherische Bischof weit vorgewagt! Hans-J\u00fcrgen Abromeit spricht Klartext. Und das hat er ausgerechnet bei der Evangelischen Allianz gesagt, bei den Evangelikalen, die von christlichen Zionisten durchsetzt sind. Seine Rede d\u00fcrfte eine heftige kirchliche und politische &hellip; <a href=\"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=9542\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-9542","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9542","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9542"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9542\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9550,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9542\/revisions\/9550"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9542"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9542"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9542"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}