{"id":9594,"date":"2019-08-28T06:03:43","date_gmt":"2019-08-28T06:03:43","guid":{"rendered":"http:\/\/nahost-forum-bremen.de\/?p=9594"},"modified":"2019-08-28T06:03:43","modified_gmt":"2019-08-28T06:03:43","slug":"kasseler-appell-fuer-eine-tragfaehige-israelisch-palaestinensische-konfliktloesung-jetzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dpg-netz-bremen.de\/?p=9594","title":{"rendered":"Kasseler Appell: F\u00fcr eine tragf\u00e4hige israelisch-pal\u00e4stinensische Konfliktl\u00f6sung \u2013 jetzt!"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Liberation Sans, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Der Bundesarbeitskreis Gerechter Frieden in Nahost hat auf seiner Mitgliederversammlung <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Liberation Sans, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">in Kassel <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Liberation Sans, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">einen Appell verabschiedet. <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Liberation Sans, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wir<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Liberation Sans, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> appellieren an <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Liberation Sans, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">den Parteivorstand<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Liberation Sans, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> sowie alle Parteigremien, die Abgeordneten der Partei DIE LINKE und an die Mitgliedschaft, sich jetzt entschieden f\u00fcr ein Ende der israelischen Besatzung und eine tragf\u00e4hige israelisch-pal\u00e4stinensische Konfliktl\u00f6sung <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Liberation Sans, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">einzusetzen<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Liberation Sans, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> und die notwendige Debatte dar\u00fcber zu f\u00fchren. Das ist angesichts der <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Liberation Sans, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">massiven<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Liberation Sans, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> US-V\u00f6lkerrechtsverst\u00f6\u00dfe und der <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Liberation Sans, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">aktuellen <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Liberation Sans, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Bestrebungen der USA, Israels und <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Liberation Sans, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">mehrerer <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Liberation Sans, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Golfstaaten, die Pal\u00e4stina-Frage g\u00e4nzlich von der internationalen Agenda zu verdr\u00e4ngen, dringend erforderlich.<\/span><\/span><\/span><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Liberation Sans, sans-serif;\">Solidarische Gr\u00fc\u00dfe<br \/>\n<\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Liberation Sans, sans-serif;\">Gabi Bieberstein<br \/>\n<\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Liberation Sans, sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Mitglied im Sprecher*innenrat Bundesarbeitskreis Gerechter Frieden in Nahost der Partei DIE LINKE<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Der Bundesarbeitskreis \u201eGerechter Frieden in Nahost\u201c ist bei der \u201eBAG Frieden und Internationale Politik\u201c angesiedelt. Er hat sich Mitte Januar 2011 bundesweit aus Mitgliedern der LINKEN sowie Sympathisant*innen formiert.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<h1 align=\"justify\">Kasseler Appell<\/h1>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\">Die Lage im gesamten Nahen und Mittleren Osten hat sich in den vergangenen Jahren immer weiter zugespitzt. Dabei vermengen sich die Konfliktlagen und die Interessen der Akteure. Die aggressive Politik der US-Administration und ihrer Verb\u00fcndeten gegen\u00fcber dem Iran und die Aufk\u00fcndigung des Atomabkommens durch Washington sind \u00e4u\u00dferst besorgniserregend, genau wie die explosive Lage am Golf und die Kriege gegen den Jemen, Syrien und in Libyen. Profitinteressen der R\u00fcstungsfirmen rangieren f\u00fcr die US-Administration genau wie f\u00fcr die Bundesregierung weit vor den massiven humanit\u00e4ren Katastrophen im Jemen oder in Syrien. Dort wird die Lage der Bev\u00f6lkerung mittels Wirtschaftssanktionen und der aktiven Verhinderung des Wiederaufbaus des Landes zus\u00e4tzlich versch\u00e4rft. Zugleich vollziehen sich gravierende Ver\u00e4nderungen im israelisch-pal\u00e4stinensischen Verh\u00e4ltnis, die eine Festigung der israelischen Besatzung sowie die Fortf\u00fchrung der Siedlungs- und Annexionspolitik zum Ziel haben. Die Pal\u00e4stinenser*innen sollen weiterhin ohne einen eigenen lebensf\u00e4higen und souver\u00e4nen Staat, ohne Bewegungsfreiheit, mit H\u00e4userzerst\u00f6rungen, Vertreibungen, mit immer wiederkehrenden milit\u00e4rischen und Polizei-Angriffen, mit der st\u00e4ndigen Gefahr von Verhaftungen und k\u00f6rperlichen \u00dcbergriffen sowie Dem\u00fctigungen leben. In eklatanter Verletzung des V\u00f6lkerrechts hat die Trump-Administration die US-Botschaft nach Jerusalem verlegt und damit einseitig dem israelischen Anspruch auf Jerusalem als ewiger, unteilbarer Hauptstadt entsprochen. Mit der v\u00f6lkerrechtswidrigen Anerkennung der israelischen Annexion der syrischen Golan-H\u00f6hen verliehen die USA den immer offener vorgetragenen israelischen Annexionsbestrebungen, die sich zudem auf bis zu zwei Drittel der pal\u00e4stinensischen Westbank beziehen, zus\u00e4tzliche Unterst\u00fctzung und verh\u00f6hnten die einhellige Position der internationalen Gemeinschaft, dass die Golanh\u00f6hen syrisches Staatsgebiet sind. Gleichzeitig schlossen sie die PLO-Vertretung in Washington und stellen die Zahlungen f\u00fcr das UN-Fl\u00fcchtlingshilfswerk (UNRWA) ein und kappten die Gelder f\u00fcr pal\u00e4stinensische Krankenh\u00e4user.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\">Der vom US-Pr\u00e4sidenten angek\u00fcndigte \u201eDeal des Jahrhunderts\u201c entpuppt sich als eindeutiger Versuch, die Pal\u00e4stina-Frage g\u00e4nzlich von der internationalen Agenda zu verdr\u00e4ngen. Der in der bahrainischen Hauptstadt Manama Ende Juni 2019 vorgestellte \u00f6konomische Plan \u201ePeace to Prosperity\u201c wird als eine neue Vision f\u00fcr das pal\u00e4stinensische Volk und den breiteren Nahen Osten angepriesen. In Wirklichkeit aber l\u00e4uft der Plan darauf hinaus, die Pal\u00e4stinenser*innen f\u00fcr das vage Versprechen eines angeblich besseren materiellen Lebens zum Verzicht auf ihr Recht auf Freiheit, Unabh\u00e4ngigkeit und Selbstbestimmung auf der Basis des V\u00f6lkerrechts und der einschl\u00e4gigen UN-Resolutionen zu bewegen. Nicht einmal erw\u00e4hnt wird in dem Plan die Frage, wie unter den Bedingungen eines Apartheidsystems mit der faktischen Annexion pal\u00e4stinensischen Landes durch die permanente Ausdehnung der Siedlungen und den Bau der Mauer, die Verweigerung gleicher Rechte und die st\u00e4ndige Unterdr\u00fcckung durch die milit\u00e4rische Besatzung eine prosperierende Entwicklung \u00fcberhaupt m\u00f6glich sein kann. Ein pal\u00e4stinensischer Staat wird mit keinem Wort erw\u00e4hnt, geschweige denn ob und wie dessen Kontrolle \u00fcber seine Grenzen oder die zu errichtende Verbindung zwischen Westbank und Gazastreifen gew\u00e4hrleistet werden sollte. <\/span><span style=\"color: #000000;\">Der Staat Israel hat sowohl in den besetzten Gebieten wie auch in Israel selbst ein Apartheidsystem \u2013 im Sinne der Definition des internationalen Strafrechtes \u2013 errichtet, was in einem Bericht f\u00fcr die Wirtschafts- und Sozialkommission der Vereinten Nationen f\u00fcr Westasien (ESCWA) 2017 von Virginia Tilley und Richard Falk nachgewiesen wurde.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\">Die Pal\u00e4stinenser*innen sollen sich mit der seit \u00fcber einem halben Jahrhundert andauernden Besatzung, dem fortdauernden Landraub durch die Schritt f\u00fcr Schritt vorangetriebene Annexion ihres Landes und der Zerst\u00f6rung ihrer Lebensgrundlagen abfinden, durch die der immer wieder beschworenen Zwei-Staaten-L\u00f6sung buchst\u00e4blich der Boden entzogen wird. Nicht zuf\u00e4llig richtet sich deshalb der Fokus der israelischen Propaganda auf die von \u00fcber 170 Organisationen der pal\u00e4stinensischen Zivilgesellschaft 2005 ins Leben gerufene Kampagne \u201eBoykott, De-Investments, Sanktionen\u201c (BDS), die auch von zahlreichen j\u00fcdischen Gruppierungen unterst\u00fctzt wird. <\/span><span style=\"color: #000000;\">Diese Kampagne richtet sich ausschlie\u00dflich gegen die v\u00f6lkerrechtswidrige israelische Politik, nicht jedoch gegen J\u00fcdinnen und Juden. Sie ist deswegen in keiner Weise antisemitisch. <\/span><span style=\"color: #000000;\">Das speziell in Israel mit der BDS-Abwehr befasste Ministerium f\u00fcr strategische Angelegenheiten und \u00f6ffentliche Diplomatie verf\u00fcgt \u00fcber ein betr\u00e4chtliches finanzielles Budget. Im Kern soll es darum gehen, BDS sowie jegliche Kritik an der Besatzung als antisemitisch zu verunglimpfen und mithin als Mittel berechtigten Protestes unwirksam zu machen. Seit 2017 wird Personen, die der Unterst\u00fctzung f\u00fcr BDS bezichtigt werden, laut entsprechendem Gesetz die Einreise nach Israel verweigert. Israelischen zivilgesellschaftlichen Organisationen, wie B\u2019Tselem und Breaking the Silence, wird Staatsverrat unterstellt. Diese Entscheidungen haben schwerwiegende Auswirkungen auch auf die Arbeit der deutschen politischen Stiftungen, die, in vielf\u00e4ltiger Weise auf friedliche Konfliktl\u00f6sung zielend, dadurch nicht mehr mit ihren israelischen und pal\u00e4stinensischen Partnern zusammenarbeiten k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\">Durch den Anti-BDS-Beschluss des Bundestags vom 17. Mail 2019 soll jegliche Kritik an der israelischen Pal\u00e4stina-Politik mundtot gemacht werden entgegen dem in Artikel 5 des Grundgesetzes verbrieften Recht auf Meinungsfreiheit. Ungeheuerlich ist insbesondere, dass der Bundestag dadurch die pal\u00e4stinensische Zivilgesellschaft als antisemitisch verurteilt hat, da ca. 90 % von ihnen BDS positiv gegen\u00fcber eingestellt sind oder es unterst\u00fctzen und fast 100 % den Boykott von Siedlungsprodukten unterst\u00fctzen. Dar\u00fcber hinaus laufen auf Grund der dem Antrag zugrunde Antisemitismus-Definition alle Menschen, die sich kritisch gegen\u00fcber der antipal\u00e4stinensischen Politik Israels \u00e4u\u00dfern, Gefahr als Antisemit abgestempelt zu werden. Den rechten Kr\u00e4ften in Israel wird so gestattet, den Vorwurf des Antisemitismus als Ausrede zu benutzen, um von der fortgesetzten v\u00f6lkerrechtswidrigen Besatzungs- und Siedlungspolitik abzulenken. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\">Wer BDS bek\u00e4mpft oder gar als antisemitisch abzustempeln sucht, bestreitet das legitime Recht der Pal\u00e4stinenser*innen, sich gem\u00e4\u00df dem V\u00f6lkerrecht gegen die Besatzung und die Missachtung ihrer legitimen Interessen zur Wehr zu setzen. Die BDS\u2013Kampagne ist eine Antwort auf das Versagen der internationalen wie deutschen Politik. Diese tr\u00e4gt zwar stets die Zwei-Staaten-L\u00f6sung wie eine Monstranz vor sich her und bezeichnet die israelische Siedlungspolitik best\u00e4ndig als illegitim, toleriert aber dennoch stillschweigend die israelische Kolonisations- und Annexionspolitik.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\">Wir, die Teilnehmer*innen der diesj\u00e4hrigen Versammlung des Bundesarbeitskreises \u201eGerechter Frieden in Nahost\u201c appellieren daher an <\/span><span style=\"color: #000000;\">den Parteivorstand<\/span><span style=\"color: #000000;\"> sowie alle Parteigremien, die Abgeordneten der Partei DIE LINKE und an die Mitgliedschaft:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\">Druck auf die Bundesregierung auszu\u00fcben, sich unter Nutzung des derzeitigen Sitzes im UN-Sicherheitsrat endlich f\u00fcr das Ende der Besatzung und eine Konfliktl\u00f6sung zu engagieren, die die Schaffung und Anerkennung eines lebensf\u00e4higen und souver\u00e4nen pal\u00e4stinensischen Staates in den Grenzen von 1967 zum Ziel hat. Sogar Kommissionspr\u00e4sident Jean-Claude Juncker sowie die Au\u00dfenbeauftragte Federica Mogherini der EU haben sich deutlich gegen den Trump\u2018schen \u201eJahrhundert-Deal\u201c gestellt. Auch DIE LINKE muss unmissverst\u00e4ndlich darauf verweisen, dass alle \u00f6konomischen L\u00f6sungen mit einer politischen, v\u00f6lkerrechtskonformen L\u00f6sung einhergehen m\u00fcssen;<\/span><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\">die Bundesregierung aufzufordern, die von ihr proklamierte Zwei-Staaten-L\u00f6sung nicht nur deklamatorisch, sondern durch konkrete Ma\u00dfnahmen wie die diplomatische Anerkennung des Staates Pal\u00e4stina in den Grenzen von 1967 mit Ostjerusalem als seiner Hauptstadt gem\u00e4\u00df zahlreicher UN-Resolutionen zu unterst\u00fctzen und dabei die Lebensf\u00e4higkeit und Souver\u00e4nit\u00e4t des pal\u00e4stinensischen Staates sowie die Beendigung der Besatzungs- und Blockadepolitik sicherzustellen. Auch die Kennzeichnung von in den besetzten Gebieten produzierten Waren, wie dies von der EU-Kommission beschlossen wurde, geh\u00f6rt dazu. Angesichts der faktischen Ein-Staat-Realit\u00e4t unter Apartheidsbedingungen vor Ort und der immer geringeren Wahrscheinlichkeit einer Zwei-Staaten-L\u00f6sung darf die M\u00f6glichkeit einer Ein-Staat-L\u00f6sung mit gleichen Rechten f\u00fcr alle nicht tabuisiert werden;<\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\">dem alarmierenden Trend der Legitimierung des Rechts-Kurses der israelischen Politik die Stirn zu bieten und sich ihres internationalistischen Anspruches bewusst zu sein und entschlossen auch gegen\u00fcber Israel und der internationalen Staatengemeinschaft f\u00fcr die legitimen pal\u00e4stinensischen Interessen einzutreten;<\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\">den notwendigen Kampf gegen den Antisemitismus nicht mit dem Nahost-Konflikt zu vermischen, um sich nicht zum Steigb\u00fcgelhalter rechter israelischer Politik der v\u00f6lkerrechtswidrigen Kolonisierung und Annexion zu machen, die mit dem Nationalstaatsgesetz im Juli 2018 die nicht-j\u00fcdischen B\u00fcrger nun auch noch gesetzlich zu Staatsb\u00fcrgern zweiter Klasse gemacht hat. Die aus der antisemitischen Vergangenheit resultierende besondere Verantwortung gegen\u00fcber den J\u00fcdinnen und Juden sowie dem Staat Israel kann nicht bedeuten, sich gegen\u00fcber der immer militanteren, expansionistischen Politik blind zu verhalten. Historisches Unrecht an den J\u00fcdinnen und Juden ist nicht mit einem neuen Unrecht an den Pal\u00e4stinenser*innen gutzumachen;<\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\">die dringend notwendige Debatte \u00fcber die Frage, wie DIE LINKE zu einer gerechten, auf dem V\u00f6lkerrecht basierenden L\u00f6sung des Konflikts beitragen kann, intensiv und konstruktiv zu f\u00fchren, ebenso wie die unvoreingenommene Debatte \u00fcber BDS. Die Linke muss deshalb verhindern, dass der bislang noch nicht-bindende Anti-BDS-Beschluss des Bundestages vom 17. Mai 2019 Gesetzeskraft erh\u00e4lt.<\/span><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\">Die Pal\u00e4stinenser*innen bed\u00fcrfen bei ihrem Ringen um ihr Recht auf Selbstbestimmung unserer aktiven Solidarit\u00e4t. Die Quasi-Gleichsetzung der BDS-Kampagne mit der unter der Hitler-Diktatur verbreiteten Losung \u201eKauft nicht bei Juden!\u201c ist nicht nur falsch und stellt den friedlichen pal\u00e4stinensischen Widerstand auf eine Stufe mit der Hitlerschen Vernichtungsideologie, sie verharmlost den Holocaust.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\">Der Platz der Partei DIE LINKE als erkl\u00e4rte linke politische Kraft muss neben der f\u00fcr eine linke Partei zwingenden Solidarit\u00e4t mit der unterdr\u00fcckten und vertriebenen pal\u00e4stinensischen Bev\u00f6lkerung gleichzeitig an der Seite jener J\u00fcdinnen und Juden sein, die sich wegen ihrer kritischen Haltung gegen\u00fcber der israelischen Pal\u00e4stina-Politik verst\u00e4rkten Angriffen \u2013 bis hin zu dem v\u00f6llig absurden Vorwurf, antisemitisch zu sein \u2013 ausgesetzt sehen.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\">Die anhaltende v\u00f6lkerrechtswidrige Besatzung und fortgesetzte Missachtung legitimer pal\u00e4stinensischer Interessen stellen langfristig eine Bedrohung auch der sicheren Existenz Israels dar, das allerdings bislang sehr von der Besatzungspolitik profitiert. Ohne eine tragf\u00e4hige politische L\u00f6sung der Pal\u00e4stina-Frage wird es auch keinen anhaltenden stabilen Frieden f\u00fcr Israel und dar\u00fcber hinaus f\u00fcr die gesamte Nah- und Mittelostregion geben.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bundesarbeitskreis Gerechter Frieden in Nahost hat auf seiner Mitgliederversammlung in Kassel einen Appell verabschiedet. 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