Der große Erfolg der „Nakba“-Ausstellung in Bremen und wie er zustande kam – Presseerklärung

(gekürzt erschienen in der Jungen Welt v. 13.04.15)
(vollständige Pressemappe hier)
Nach vier Wochen konnten die Organisatoren der „Nakba“-Ausstellung in Bremen (in der Zentralbibliothek vom 18. Februar bis 17. März 2015) erleichtert aufatmen. Sie hatten viel Arbeit reingesteckt und waren ein nicht unerhebliches finanzielles Risiko eingegangen. Der Erfolg der Ausstellung hat alle Erwartungen übertroffen. Es kamen insgesamt mehr als 1500 Besuchern einschließlich mehrerer Schulklassen; zu den acht begleitenden Veranstaltungen und Filmvorführungen kamen zusammen über 1000 Interessierte. Die vier Wochen verliefen trotz einiger Befürchtungen und Ankündigungen völlig ohne unliebsame Zwischenfälle.

Aus den Einnahmen (Eintrittsgelder bei den Kulturveranstaltungen, Katalog- und Bücherverkäufe, Spenden bei den Veranstaltungen sowie etliche Sponsorengelder) Weiterlesen

Israel: Demokratie ohne Demos

Vorbemerkung: Dr. Amar Tamar-Dahl, eine israelisch-deutsche Historikern, die in Berlin lebt, hatte an der Podiumsdiskussion am 4. März anlässlich der Nakba-Ausstellung in der Zentralbibliothek Bremen teilgenommen.

Ein moderner Staat bezieht sich immer auf das Volk, das innerhalb seiner Grenzen lebt. In Israel ist das nicht so. Warum der Zionismus die israelische Demokratie schwächt, wird erklärt von TAMAR AMAR-DAHL

Jeff Halper: Drei bittere Wahrheiten zum Israel-Palästina-Konflikt

Hier ein vollständiger Audio-Mittschnitt mit Übersetzung (120 Min.) der Veranstaltung

Der letzte Abend im Begleitprogramm für die Nakba-Ausstellung in der Zentralbibliothek Bremen war wieder ein großer Erfolg und der Wallsaal bis auf den letzten Platz besetzt. Der Referent des Abends war Jeff Halper, der von Claus Walischewski kurz vorgestellt wurde: Halper ist ein in Minnesota geborener amerikanisch-jüdischer Professor für Anthropologie, der seit 40 Jahren isralischer Staatsbürger ist. Er ist Gründer und unangefochtener Chef der Organisation „Israeli Comittee Against House Demolition“ (ICAHD). Er hat sich bei verschiedenen Aktionen oft vor die Planierraupen gesetzt und ist acht mal verhaftet worden. Weiterlesen

Politische Musik – „Weltmusik für den Frieden“ im Sendesaal Bremen

Viele Musiker waren gekommen, um im Sendesaal Bremen die „Weltmusik für den Frieden“ zu singen und zu spielen: es traten auf das Jugend-Sinfonie-Orchester Bremen-Nord der Musikschule Bremen, der Chor „Sol-la-la“ (unter der Leitung von Christian Höffling) und eine Gruppe syrischer Musiker. Das Konzert war großartig, berührend. Weiterlesen

Erfolgreiche »Nakba«-Ausstellung – eine Zwischenbilanz

Veranstaltungen zur Vertreibung der Palästinenser 1948 in Bremen wegen Überfüllung zeitweise geschlossen

In mehreren Veranstaltungen in verschiedenen großen Sälen der Stadt zeigte sich, wie groß das Interesse in Bremen für die Thematik »Nakba – Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948« ist. In die Ausstellung mit diesem Titel kamen bis jetzt über 650 Besucher. Sie ist noch bis zum 17. März Weiterlesen

Siedlerkolonialismus

Der Vortragssaal im Überseemuseum, den die Organisatoren der Nakba-Ausstellung dank der guten Kooperation mit dem Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung (BIZ) nutzen konnten, war , wie schon die Eröffnungsveranstaltung der Nakba-Ausstellung, bis auf den letzten Platz und darüber hinaus gefüllt. Am 1. März 2015 referierte der israelische Historiker Prof. Ilan Pappe über „Die Vertreibung der Palästinenser“. Ilan Pappe gehört zu der Gruppe der neuen israelischen Historiker, Weiterlesen

Eröffnung der Nakba-Ausstellung: wegen Überfüllung geschlossen

Obwohl die Veranstalter mit vielen BesucherInnen gerechnet hatten – das war dann doch für alle unerwartet. Schon kurz vor 19 Uhr wurden von der Bibliotheksleitung die Türen geschlossen und niemand mehr von den rd. 100 Wartenden reingelassen. Aus feuerpolizeilichen Gründen wäre keine andere Lösung möglich gewesen. Unter den Wartenden waren auch mehrere Mitglieder der Jüdischen Gemeinde Bremen, die lautstark Einlass begehrten. Aber es gab auch für sie natürlich keine Ausnahme; und hoffentlich interpretieren Sie das nicht als antisemitischen Affront gegen sich. Weiterlesen

»Schmerzhafte Reise in die Vergangenheit«

Bremen: Aufregung um »Nakba«-Ausstellung zur Vertreibung der Palästinenser 1948
von Sönke Hundt

Die Ausstellung mit dem Titel »Nakba – die Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948«, die vom 18. Februar bis zum 17. März in der Zentralbibliothek in Bremen gezeigt wird, hat in der Hansestadt zu heftigen Auseinandersetzungen – vor allem hinter den Kulissen – geführt. Am Dienstag, während der öffentlichen Sitzung der Kulturdeputation der Bremischen Bürgerschaft, erklärte Bürgermeister Jens Böhrnsen auf Anfrage des Vertreters der CDU, dass mit juristischen Mitteln die Ausstellung wohl nicht mehr verhindert werden könne. Versuche in diese Richtung hatte es mehrere gegeben, vor allem von seiten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) und der Jüdischen Gemeinde. Auch eine Gruppierung aus dem sogenannten antideutschen Spektrum (sie nennt sich »C3«, ihre Mitglieder bleiben anonym) meldete sich im Internet zu Wort und forderte, »den renitenten Bremer Antisemiten (…) kein öffentliches Forum zu geben«. Weiterlesen

Gazas Schrei nach Gerechtigkeit

Tötende Kälte, fehlende Wasserversorgung, traumatische Erlebnisse

von Jürgen Todenhöfer

Täglich wird über alle Katastrophen dieser Welt berichtet. Doch nie über Gaza. Von der “4 Mrd € Hilfe” sind bisher nur 3% angekommen. Vor allem für Gehälter der internationalen Helfer. Zynisch hält Netanjahu die Steuer-Einnahmen Palästinas (!) zurück, weil dessen Regierung dem Internationalen Strafgerichtshof beigetreten ist. Folge: Not pur. Selbst schwer zerstörte Wohnungen können nicht repariert werden. Nachts ist es oft bitterkalt.Fünf Babies sind bereits erfroren. Salma, Fadi, Adel, Rafah und Wadie. Kein Staatsmann der Welt protestiert gegen den Tod dieser Kinder. Keiner kondoliert den Eltern. Unsere Staatsmänner kümmerten sich ja auch nie um die 539 zu Tode gebombten und 3000 verletzten Kinder aus Gaza. Es waren ja nur Palästinenserkinder. Weiterlesen

Neuss (NRW): ein erbitterter Streit um eine VHS-Veranstaltung

Neusser Bürgermeister untersagte Veranstaltung zum Israel-Palästina-Konflikt. NRW-Linke distanziert sich von eigenem Fraktionschef
Markus Bernhardt

Nachdem eine an der Volkshochschule (VHS) Neuss geplante Veranstaltungsreihe zum Nahostkonflikt, die Ende Januar starten sollte, vom örtlichen Bürgermeister Herbert Napp untersagt wurde, schlagen die Wellen der Empörung hoch. Die Durchführung war – nach Protesten von mit Israel solidarischen Organisationen und sogenannten Antideutschen – wegen angeblich »mangelnder Ausgewogenheit« von dem CDU-Politiker unterbunden worden. Im Rahmen der Reihe sollte unter anderem der bekannte jüdische Publizist und Kritiker der israelischen Besatzungspolitik, Rolf Verleger, auftreten. Weiterlesen