Pogrom 2014 (Gaza)

von Rolf Verleger

Als 1903 der junge Michail Rybatschenko bei Kischinew (heute Moldawien, damals Zarenreich) ermordet aufgefunden wurde, stellten dort die „guten Christenmenschen“ die Juden als blutrünstige Monster dar. „Tod den Juden“ wurde geschrieben, gepredigt, gebrüllt und tatkräftig umgesetzt. Das war das erste Kischinewer Pogrom. Das Zaren-Regime schaute gerne zu.

Jetzt, über hundert Jahre später, wurden im von Israel besetzten Westjordanland Weiterlesen

Ein 16-jähriger Palästinenser wurde lebendig verbrannt

Uri Avnery

von Uri Avnery
Bomben fallen auf Gaza, und Raketen auf  das südliche Israel, Menschen sterben und Häuser werden zerstört. Immer wieder und ohne Sinn. Wenn alles vorbei ist, können wir sicher sein, dass alles wieder so ist wie vorher.

Ich bin kaum in der Lage, die Sirenen zu hören, die vor den Raketen warnen, wenn sie nach Tel Aviv fliegen. Ich muss immer nur an das Entsetzliche denken, das in Jerusalem geschah.

Wenn eine Bande von Neo-Nazis in England einen 16-Jährigen Jungen in einem Londoner jüdischen Viertel bei Dunkelheit zum Hydepark verschleppt, ihn niedergeschlagen, ihm Benzin in den Mund gegossen, ihn damit übergossen und dann angezündet hätte – was wäre dann geschehen? Weiterlesen

„Immer nur von Rache zu Rache, von Operation zu Operation – wir leben in wachsender Hoffnungslosigkeit, ohne ein Bild von der Zukunft“

„Immer nur von Rache zu Rache, von Operation zu Operation – wir leben in wachsender Hoffnungslosigkeit, ohne ein Bild von der Zukunft. Niemand in Israel kann sich vorzustellen, wie das Land in zwanzig Jahren aussehen mag – es macht zu viel Angst. In aufrichtigen Augenblicken gestehe ich mir ein, dass auch ich die Chance, dass es irgendwann anders werden wird, bezweifele. Es gibt Gründe für diese Verzweiflung. Weiterlesen

Verkehrte Fronten: wie Weserkurier und Ha’aretz berichten

Ausriss aus dem Weserkurier v. 10.07.14Statt von Deutschland aus mäßigend auf Israels Hardliner-Regierung einzuwirken, befürwortet der Weserkurier das Gegenteil: mehr Härte und mehr Unnachgiebigkeit gegenüber den Palästinensern. Statt nach Wegen für einen Waffenstillstand und für Verhandlungen zu suchen, gießen Daniel Killy (Chef vom Dienst) und Ulrich W. Sahm (Kommentator) regelmäßig in Artikeln und Kommentaren Benzin ins Feuer. Und sie üben sich natürlich in den üblichen Verkehrungen: die Schuldigen werden zu Unschuldigen gemacht, und umgekehrt. Weiterlesen

pax christi fordert: Hilfe für Mauer und Siedlungsbau im besetzten Palästina beenden

14-04-18 pax christi banner1Erklärung des Geschäftsführenden Bundesvorstandes anlässlich des 10. Jahrestages zum Mauergutachten des Internationalen Gerichtshof am 9. Juli 2004. 

pax christi fordert die Bundesregierung auf, alle Maßnahmen einzustellen, die mithelfen Mauer und Siedlungsbau im besetzten Palästina aufrecht zu erhalten. Darüber hinaus appelliert pax christi an Unternehmen, Kirchen und Verbraucher/innen anlässlich des zehnten Jahrestages des „Mauer-Gutachtens“ des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag (IGH), Mauerbau und Siedlungen nicht länger zu unterstützen. 

In den von der UN-Vollversammlung angenommenem Grundsätzen aus dem Gutachten wird Israel aufgefordert, Weiterlesen

Drei neue U-Boote aus Deutschland für Israel

Die „Tanin“ wird das erste israelische U-Boot sein, das über den neuen von der Kieler HDW-Werft entwickelten Brennstoffzellenantrieb (für besonders lange Fahrtzeiten) verfügt. Es ist außerdem mit 68 Meter Länge das größte, das bisher in Deutschland gebaut wurde. Genaue Angaben zur Bewaffnung machten weder Israel noch die Werft. Aber, wie die Kieler Nachrichten v. 30.06.14 zu berichten wussten, ist das U-Boot mit zehn Torpedorohren ausgerüstet, durch die auch Flugkörper (also Raketen) Weiterlesen

Gesellschaft Schweiz-Palästina (GSP): Zur Zuspitzung der Gewalt in den besetzten Gebieten

Die Entführung und Tötung von drei jugendlichen Siedlerkolonisten in der Westbank ist zu verurteilen. Zu verurteilen ist jedoch auch die Erschiessung von 10 Palästinensern, unter ihnen zwei 7 und 15-jährige Jugendliche durch die israelischen „Sicherheitskräfte“. 1’500 Wohnungen von PalästinenserInnen wurden – verteilt über die ganze Westbank und meist mitten in der Nacht – durchsucht und geplündert. Weiterlesen

Amnesty International: „Kollektive Bestrafung wird nicht die Gerechtigkeit bringen, die die ermordeten Teenager verdienen“

Die Ermordung von drei entführten israelischen Teenagern verdient Gerechtigkeit. Doch manche falsch durchgeführten Übernacht-Aktionen und ihre fortlaufenden Praktiken laufen auf eine kollektive Bestrafung von Palästinensern in der Westbank hinaus und sind ein eklatanter Verstoß gegen die Vorgaben des internationalen humanitären Völkerrechts und der internationalen Menschenrechtsnormen, so Amnesty International. Weiterlesen