Ein willkommener Anlass zum Losschlagen

Israel reagiert auf den Mord an den drei Jugendlichen mit neuem furchtbaren Unrecht.

Arn Strohmeyer

Der Mord an den drei israelischen Jugendlichen ist moralisch verabscheuungswürdig und politisch äußerst dumm, weil er der Sache der Palästinenser wie früher die Selbstmordattentate nur schadet. Aber wenn man schon von Moral bzw. Unmoral spricht: Israel kommt dieser sinnlose Mord offensichtlich sehr gelegen. Denn nach der Bildung der nationalen Einheitsregierung kann die „moralischste Armee der Welt“ nun rücksichtslos und brutal gegen die Palästinenser insgesamt losschlagen, politische Institutionen zerstören, Hamas-Leute gleich massenhaft festnehmen und das Bombardement auf Gaza fortsetzen. Und das alles, obwohl niemandem bisher wirklich Schuld nachgewiesen werden konnte. Weiterlesen

„Yasher Koach Presbyterians!“

14-06-22 presbytarians

Bild aus „Jewish Voice for Peace“

Am 20. Juni 2014 stimmte die General Assembly der Presbyterianischen Kirche in den USA mit einer hauchdünnen Mehrheit (310 gegen 303) für einen Divestment-Beschluss. Das bedeutet, dass die Glaubensgemeinschaft ihre Kapitalbeteiligungen von Unternehmen, die von der israelischen Besatzung profitieren, abziehen und sich auf „positive investments“ konzentrieren werde.

Die „Jewish Voice for Peace“ begrüßte diesen Beschluss sofort und enthusiastisch. Weiterlesen

„Breaking the Silence“ – ein mutiges Projekt wird 10 Jahre alt

Medico international hat drei Videos ins Netz gestellt, auf denen israelische Reservistinnen in Interviews über die stillschweigende Zusammenarbeit mit extremistischen Siedlern und über die alltäglichen Schikanen, die sie den Menschen in besetzten Gebieten zugefügt haben, berichten. Seit nunmehr schon 10 Jahren beliefert „Breaking the Silence“ die israelische und die Weltöffentlichkeit mit Informationen über die Realität der Besatzung – allen Anfeindungen zum Trotz. Im Bericht von Medico heißt es: Weiterlesen

Papst Franziskus im Heiligen Land: Hoffnung auf ein Signal für Gerechtigkeit

Im Kairos-Dokument von 2009 haben die palästinensischen Christen an die Solidarität ihrer Glaubensbrüder und -schwestern in aller Welt appelliert. Sie erhofften sich viel vom Besuch des Papstes in Palästina und Israel. Dr. Sabine Farrough hat dazu einen interessanten Bericht in der deutschen Huffington-Post veröffentlicht, auf den die Redaktion hinweisen möchte. Dr. Sabine Farrouh, IPPNW-Vorstandsmitglied, nahm vom 29. April bis 10. Mai 2014 an einer Begegnungsfahrt Palästina-Israel der deutschen Sektionen von IPPNW und pax christi teil. Weiterlesen

Abu Sitta und Uri Avnery – zwei Briefe zur Nakba. Sowie ein „Widerspruch“ von Arn Strohmeyer

Uri Avnery schildert sein Treffen mit dem jetzt wohlhabenden palästinensischen internationalen Bauunternehmer Abu Sitta. Sie haben sich sehr persönliche und bewegende Briefe geschrieben, die Avnery auf der Website von Gush Shalom am 17.05.14 veröffentlichte. Avnery war als junger Soldat dabei, als die Palästinenser vertrieben wurden. Abu Sitta erzählt von der anderen Seite, wie er „ein Flüchtling wurde, ohne je einen Juden gesehen zu haben,“ und wie er Jahre verbrachte, um herauszufinden, wer es tat, den Namen, das Gesicht und das Bataillon. Weiterlesen

Independence Day und Nakba

https://www.facebook.com/GushShalom

Am 5. Mai 2014 begannen in Israel mit großem Pathos die Feiern zum 66. Unabhängigkeitstag. „Yom Ha’amatzma’ut, Israels Unabhängigkeitstag, ist ein fröhlicher Festtag in Israel.“ So schreibt die Jerusalem Post. „Jeder feiert ihn, ob in Eilat, in Metulla, in Tel Aviv oder im Jordan-Tal, ob säkular oder religiös, reich oder arm, links oder rechts, ashkenasisch oder sephardisch. Die Wiederrichtung des jüdischen Staates (reconstruction of the Jewish state) und seine Entwicklung von einer Dritte-Welt-Ökonomie und einem ehemaligen militärischen Problemfall zu einem reichen und mächtigen Land innerhalb von nur drei Generationen – das ist einer der größten Erfolge in der Geschichte der Menschheit. Weiterlesen

Antisemit? Oder vorurteilslos und interessiert? Die Konstanz-Jenaer Studie zu Einstellungen zum Nahostkonflikt

von Prof. Dr. Rolf Verleger

Wilhelm Kempf war bis zu seiner Emeri­tierung 2012 Professor für Psycho­logie an der Universität Konstanz und dort Leiter der Projektgruppe Frie­dens­forschung. 2008 bewillig­te ihm die Deut­sche Forschungsgemein­schaft (DFG) Gelder für ein Projekt zur Erforschung des Zusam­menhangs zwischen „Israel­kritik“ und „Anti­semitis­mus”: dem Verhältnis zwischen kri­tischer Einstel­lung zu Israels Politik und Abneigung gegen Juden. Vor rund zwei Jahren hatte ich über erste Ergeb­nisse des Projekts be­richtet; nun sind die erhobenen Daten umfas­send aufgearbeitet und liefern neue Erkenntnisse. Weiterlesen

„Es geht um das nackte Überleben der Palästinenser“

Die Politologin Helga Baumgarten beschreibt in ihrem neuen Buch die unabdingbare Notwendigkeit der Aussöhnung zwischen Hamas und Fatah

Arn Strohmeyer

In die Nachricht vom Ende der sogenannten „Friedensgespräche“ unter amerikanischer Leitung zwischen Israel und der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) in Ramallah platzte – Zufall oder nicht – die Nachricht, dass Hamas und Fatah sich ausgesöhnt hätten. Erstere übt unter der scharfen Besatzungskontrolle Israels die Herrschaft im Westjordanland aus, die zweite im von Israel vollständig abgeriegelten Gaza-Streifen. Ein Abkommen über die Verständigung soll in Kürze unterzeichnet werden. Nachrichten dieser Art hat es schon des Öfteren gegeben, aber alle Initiativen waren letzten Endes dann doch gescheitert. Weiterlesen

Appell an die deutsche Regierung zur Anerkennung der palästinensichen Einheitsregierung

Die Organisation „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V.“ (EJJP Deutschland) richtete am 1. Mai 2014 den folgenden Appell an die deutsche Regierung zur Anerkennung der palästinensischen Einheitsregierung:

Die israelische Politik gegenüber den Palästinensern beruht – sowohl innerhalb Israels als auch im besetzten palästinensischen Territorium – auf einer Strategie der Teilung. Weiterlesen

„24h Jerusalem“ – eine durchaus interessante Sendung

14-04-13 arte jerusalem bild3Araber können gut erzählen. Diese Geschichte oder dieses Gleichnis über die Juden und die Palästinenser erzählte Dr. Mahdi Abdul Hadi in der letzten Viertelstunde der Sendung kurz vor Mitternacht:  „Einer springt aus einem brennenden Haus und stürzt auf einen Fußgänger, dem er dabei das Gnick bricht. Der beschwert sich: ‚Du hast mir das Genick gebrochen‘ . Da fängt der eine an, ihm auch noch alle Knochen zu brechen. Und er hat Angst davor, damit aufzuhören. Sagt der andere: ‚Du hast mein Genick nicht absichtlich gebrochen. Aber du musst jeden Knochen verantworten, den du jetzt brichst.‘ Weiterlesen